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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : IMRT,5 Wochen nach Abschluss



konrad2
11.09.2007, 22:20
Ergänzend zu meinem Halbzeitbericht hier die weiteren Erfahrungen mit IMRT im Uniklinikum Düsseldorf.
Ab der 30. Bestrahlung wurde das Bestrahlungsfeld verkleinert(Feldreduktion); dabei wurde die Lagekontrolle anhand einzelner Röntgenbilder aus den jeweiligen Bestrahlungsrichtungen und eventueller Korrektur des Lagetisches noch sorgfältiger als bisher vorgenommen.
Am 6.8.07 hatte ich meine letzte Bestrahlung. Anschliessend hatte ich ein Abschlussgespräch mit dem Röntgenarzt über meine Befindlichkeit und weitere Behandlung, PSA-Wert ab 6.Woche danach regelmässig messen, Wiedervorstellung in drei Monaten. Der Behandlungsbericht würde mir zugeschickt,es könne ein paar Wochen dauern. Leider hab ich ihn noch nicht.
Die durch die Bestrahlung hervorgerufenen Beschwerden, wie häufiger Harndrang und leichtes Brennen beim urinieren, plötzlicher Stuhldrang und leicht stechende Schmerzen beim Stuhlgang sind fast vollständig weg.
Ich habe lediglich noch ein Gefühl von "Enge" beim Stuhlgang; ich nehme an durch die Strahlenschädigung ist der Enddarm noch etwas geschwollen .
Zusammengenommen waren die Beschwerden wesentlich geringer als mir vorher im Aufklärungsgespräch eventuell in Aussicht gestellt.
Soweit so gut.
Jetzt war ich natürlich gespannt ob der ganze Aufwand auch dem Krebs
"an den Kragen" gegangen ist und habe am 7.9.07 einen PSA-Test machen lassen; heute hatte ich das Ergebnis: 2,15 ng/ml. Also wesentlich kleiner als vor der Bestrahlung. Am 4.5.07 war er 6,54 ng/ml.
Jetzt wüsste ich gerne folgendes und habe ein paar Fragen ans Forum:
1.Wann ungefähr ist der Nadir nach einer curativen RT ohne Hormontherapie erreicht.
2.Wie hoch sollte dann der PSA-Wert bei einer erfolgreichen RT sein.

Über Rückmeldungen würde ich mich freuen.

MfG
konrad2

PeterP
11.09.2007, 23:33
Hallo Konrad2,
die Frage dürfte schwer zu beantworten sein, weil der PSA-Wert "gesünder" Männer bereits schon in Deinen jetzigen Bereich gehen kann. Ein Ausgangspunkt wäre Dein PSA-Wert vor der Krankheit, d.h. bevor er zu steigen begann.
Zumindest ist eine Drittelung nach so kurzer Zeit schon ein sehr gutes Ergebnis. Der Abfall geht aber über Monate, bei mir z.B schon seit über 8 Monaten.
Es heißt nun Geduld bewahren und weiter beobachten. Wenn der Nadir erreicht ist, sollte er bleiben. Sehr häufig kommt es irgendwann noch zum sogenannten PSA-Bump, der prognostisch positiv anzusehen ist, aber Nervenstärke verlangt.
Denkst Du aber auch über Ernährung, Vitamine und Mineralstoffe nach, die Dein Körper braucht, damit es dem Krebs auch wirklich an den Kragen geht?
Weiterhin alles Gute
PeterP

Konrad
11.09.2007, 23:36
lieber Konrad2, wenn nach der Bestrahlung der Wert über 2 ist, mach dir mal keine Sorgen um einen Wert " Nadir " . Der wird wohl nicht erreicht werden. Ich wünsche Dir, dass der Wert die nächsten 10 Jahre stabil bleibt, dann haste gewonnen. Alles Gute Konrad

konrad2
11.09.2007, 23:48
Hallo PeterP,
schönen Dank für Deine hilfreiche Information.
Zur Zeit stelle ich meine Ernährung wieder auf Paleofood um, zusätzlich nehme ich Granatapfelsaft.
Am 19.d.M. höre ich einen Vortrag von Prof.Josef Beuth über Selen und Krebs.
Ich beabsichtige auch eine Untersuchung hinsichtlich meines Immunsystems bei ihm.
MfG konrad2

konrad2
11.09.2007, 23:53
Hallo Konrad,
Auch Dir schönen Dank für die Information
MfG
Konrad2

Harro
12.09.2007, 10:13
Glückwunsch zum erfolgreichen Ablauf IMRT

Hallo Konrad 2, Deinen Bericht habe ich als auch IMRTler gern gelesen. Ich gehe mal davon aus, daß Du den ersten umfassenden Bericht über den gesamten Ablauf einer IMRT von Helmut Illini, nachzulesen unter www.prostatakrebse.de (http://www.prostatakrebse.de) und dann bei den Texten schon gelesen hast. Auch Helmut berichtet vom Ausgangswert PSA 6.70 (unter Avodart) und dann nach 4 Wochen nach Therapieende 2.23 ohne Avodart und nach 8 Wochen 1.49 ohne Avodart und nach 12 Wochen 1.24 ohne Avodart. Das waren doch schon gute Ergebnisse, die im DKFZ Heidelberg erzielt wurden.

Bei Beginn der IMRT hatte ich PSA 0.86, weil ich bis dahin noch Proscar und Casodex 50 mg täglich genommen hatte. Während der Bestrahlung habe ich alle Medikamente weg gelassen. Das gilt auch bis heute. Erste PSA-Messung nach IMRT nach 8 Wochen 2.56. Dieser Wert ergibt sich natürlich nicht nur durch die ja noch vorhandene Prostata, sondern auch durch die in ihrer DNA geschädigten, aber noch im Körper befindlichen Tumorzellen, die noch PSA abgeben und lt. Radio-Onkologen noch bis zu 18 Monate nach Ende Radiatio im Körper sein können. Aber nach 12 Wochen dann PSA 1.80 und die letzte Messung am 3.9.2007, also nach 16 Wochen 1.12.
Du siehst also, wie das ablaufen könnte und auch bei Dir weiter so ablaufen wird.
Grundsätzlich ist wichtig, an so eine Behandlung und deren Erfolg fest zu glauben. Das ist schon der halbe Weg.

"Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nicht von äußeren Dingen; der Mensch bringt aus seinem Inneren, wie aus einer Quelle Lust und Freude in sein Leben" (Emil Gött)

Gruß Hutschi

konrad2
12.09.2007, 10:47
Hallo Hutschi,
danke für Deine Antwort.
Den Bericht von Helmut Ilini habe ich gelesen. Im Gegensatz zu Ilini und auch Dir habe ich nie im Leben eine Hormontherapie gemacht. Deshalb interessiert mich welcher Verlauf der PSA-werte bei mir ungefähr zu erwarten ist. Ich werde auch beim nächsten Nachsorgetermin in der Uniklinik D.-dorf nachfragen.
Ansonsten hast Du mir trotzdem eine Menge Erhellendes mitgeteilt; Danke.
MfG
konrad2

Hans-W.
12.09.2007, 15:59
Hallo Konrad2,
für was es wert ist, hier noch ein IMRT Bericht, leider auch mit 2HB vorher, während -und immer noch aus Sicherheitsgründen. Ich habe meine IMRT ziemlich zur gleichen Zeit wie Hutschi gemacht aber mit wesentlich schlechteren Ausgangswerten (siehe Profil) sowie ein PSA von ca. 10ng/ml bei Beginn der IMRT. Dafür waren meine unmittelbaren Erfolge besser. Letzte Bestrahlung am 22. Mai 2007 und PSA am 10.09.2007 mit 0,9ng/ml und Testo 0,39 gemessen.
Wie du siehst sind alle Verläufe unterschiedlich. Es wundert mich, dass du keine HB als Begleitbehandlung erhalten hast weil dies bekanntlich die Wirkung der IMRT positiv ergänzt. In einem Jahr sind wir alle schlauer, was die Wirkung unserer IMRT betrifft. Ich drücke uns allen die Daumen.
Beste Grüße,
Hans-W.

konrad2
12.09.2007, 20:53
Hallo Hans-W.,
danke für Dein Interesse und die Information.
Zu deiner Frage warum ich keine begleitende HB bekommen habe folgendes:
Am 7.5.2007 hatte ich eine sehr umfangreiche Information während einer Sprechstunde bei Prof.Dr.Heidenreich, dem Leiter der Uro-Onkologie der Uniklinik Köln (Einholung einer Zweitmeinung-Was ist bei mir besser "Radikale" oder Bestrahlung).
Der Prof.stellte anhand von Kattantabellen fest dass eine perkutane Bestrahlung bei meiner Befindlichkeit leicht bessere Heilungschancen als eine RP habe. Auf meine Frage ob dabei eine vorherige oder begleitende Hormonblockade sinnvoll sei, antwortete er. das sei nicht erforderlich.
Alles Gute, lass die Daumen auch schon mal los; sonst sterben sie noch vor dem übrigen Körper ab.
MfG
konrad2

Günter 38
12.09.2007, 21:13
Hallo konrad2
Ich habe zur IMRT auch eine 2HB gemacht und kam bei Gleason 9 und Anfangs PSA 25 in 3Monaten auf PSA 0,04. Heute bin ich bei PSA 1,5. (Siehe auch mein Profil)
MfG Günter38

Hans-W.
13.09.2007, 07:24
Hallo konrad2
Ich habe zur IMRT auch eine 2HB gemacht und kam bei Gleason 9 und Anfangs PSA 25 in 3Monaten auf PSA 0,04. Heute bin ich bei PSA 1,5. (Siehe auch mein Profil)
MfG Günter38

Hallo Günter,
ich hatte auch GS9 aber aPSA 272 und habe erst später nach PSA Wiederanstieg zur IMRT gefunden. Mich würde interessieren ob dein Testosteron immer noch so niedrig geblieben ist nachdem du von Medikamenten "sauber" warst oder anders gesagt, hat der PSA Anstieg etwas mit dem Anstieg deines Testo Wertes zu tun? Der Altersunterschied zwischen dir und mir von 14 Jahren mag ev. eine Rolle spielen?
Gruß,
Hans-W.