PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weiteres Vorgehenbzgl. DHB + Lymphknotenbefall



HerriS
15.09.2007, 19:05
nach längerem Suchen bzgl. der Ursache eines progressivem PSA Anstieges, 2 Jahre nach der Erstbehandlung HDR/LDR, werde ich nun eine DHB durchführen. Siehe hierzu mein Profil.

Zum Beginn der DHB bekomme ich nun für ca. 14 Tage Casodex 50 mg, 3x/Tag, als Vorlauf bzgl. Flare-Phänomen.

Mein Urologe riet mir, begleitent zur DHB, die entsprechenden Lymphknoten bestrahlen zu lassen. In einem erstem Gespräch mit dem Aufnahmearzt der Strahlenklinik Klinikum Offenbach erklärte mir dieser, das eine flächige Bestrahlung der entsprechenden Lymphknoten bzgl. der umgebenden Organe im Grenzbereich der Bestrahl'Behandlung läge. Er werde sich jedoch mit seinem Prof./Chefarzt besprechen. Mein nächster Besprechungstermin 041007.
Ich werde hinsichtlich d. Thematik einen weiteren Termin nächste Woche i. d. Strahlenklinik Klinikum Mannheim wahrnehmen.

Frage: Wäre eine operative Entfernung der entsprechenden Lymphknoten vorteilhafter? Wer hat dbzgl. Erfahrungen machen können?

Siehe hierzu auch meinen Beitrag "Lokalrezidiv … endlich Gewissheit" unter Diagnostik, Therapien und Co." vom 04.09.2007

Für Ratschläge bin ich dankbar.

Reinardo
17.09.2007, 08:07
Hallo HerriS.
Den von Dir genannten Thread habe ich mir auch durchgelesen. Mit aPSA von 56,2 und Gleason 4+3 hattest Du von Anfang an keine sehr günstigen Aussichten auf vollständige Heilung, hast es trotzdem versucht, läufst der Entwicklung des Krebses nun eigentlich immer hinterher. Dazu passen professionelle Ratschläge wie "So wenig wie möglich, so viel wie notig".
Die Diagnosen der Pathologen wie
"Histologischer Befund des Labors:
I. bis IV. Histologisch zeign alle Biopsate ein myofibromatöses Stroma. Man sieht wenige regelhafte Prostatadrüsen mit zweireihigem Epithel. Immer wieder drüsige Strukturen mit Zellen, die vergrößerte Kerne z. T. mit prominenten Nukleolen aufweisen. Diese Drüsen erscheinen zumeist präexistent. Man sieht z. T. eine prominente Basalmembran. Abschnittsweise ein chronisch-endzündliches Infiltrat. Sodann Anteile der Urethra, die von unauffälligem Urothel ausgekleidet wird. Die immunhistochemische Markierung von Zylokeratin 34 Beta E12 fällt durchweg positiv aus. Die Markierung von P504S bleibt hingegen negativ."

sind doch pures Fachchinesisch, füllen nur das Papier, sind für Therapieentscheidungen nutzlos. Die mehrfachen Biopsien haben nur die Gefahr chronischer Entzündungen heraufbeschworen.
Jedem Arzt, den Du konsultierst, fällt noch etwas Neues rin, was noch nicht gemacht worden ist, aber eine richtige langfristige Perspektive zeigt Dir keiner auf.

Weder mit der umfassenden Bestrahlung noch mit der Hormoontherapie hast Du jemals den als Messwert für eine Vollremission vorgegebenen PSA-Nadir von < 0,05 erreicht. Das "Pulver" der Hormontherapie ist zum Teil schon verschossen. Du hast Aussicht, dass die begonnene DHB Dich in die totale Hormonresistenz führt. Nach Erkenntnissen der Cytopathologen ist das keine "Resistenz" im eigentlichen Sinne, sondern das Nichtmehrvorhandensein hormonsensibler Krebszellen, d.h. die höher malignen Zellen haben gesiegt, die Malignität des Krebses ist in eine gefährlichere Höhe angestiegen.

Ich würde mich auch auf weitere Bestrahlungen oder Operationen von Lympfknoten nicht mehr einlassen. Du beseitigst einen Krebsherd und an anderer Stelle poppt ein neuer Krebsherd auf. Derweil gehen Deine letzten Kraftreserven, Dein Immunsystem den Bach herunter und die Hoffnung schwindet dann auch.

Die DHB ist ja eigentlich eine Erfindung von Bob Leibowitz. Die Thesen von Bob Leibowitz werden hier leider nur bis hin zur DHB verstanden und in praktische Therapie umgesetzt , nicht aber darüber hinaus. In Deinem Falle hätte Leibowitz schon früh zusätzlich zur DHB mit einer leichten Chemotherapie begonnen.

Hinsichtlich der Gefahren einer unbefristeten Hormonblockade verweise ich auf die in früheren Beiträgen schon oft zitierte Broschüre der Gmünder Ersatzkasse.

Gruss und alles Gute, Reinardo

HerriS
17.09.2007, 12:18
Weder mit der umfassenden Bestrahlung noch mit der Hormoontherapie hast Du jemals den als Messwert für eine Vollremission vorgegebenen PSA-Nadir von < 0,05 erreicht. Das "Pulver" der Hormontherapie ist zum Teil schon verschossen.

Hallo Reinardo,
vielen Dank für Deine Einschätzung. Aus meinem K'Verlauf (siehe Profil) geht hervor, dass der PSA Wert unter dem Eindruck der einfachen HB mit Trenantone bis auf dieses Mindestmaß gesunken ist:

12.03 3-Monatsspritze Trenantone, lfd.
12.03 PSA 0,02_03.04 PSA 0,02, Testosteron 0,32
04.04 PSA 0,01, Testosteron 0,32
07.04 Letzte 3-Monatsspritze Trenantone
10.04 PSA 0,02, Testosteron 0,40

… und erst nach Absetzen der Spritze bzw. wieder Ansteigen des Testosteron in
04.05 PSA 0,13, Testosteron 5,17
linear wieder zu steigen anfing.

Das heißt doch, das bisher die Zellen sensibel auf Hormone ansprachen.

Gruß HerriS

Harro
17.09.2007, 12:38
Bemerkenswerte PSA-Absenkung

Hallo HerriS, mit nur Trenantone diese PSA-Entwicklung ist schon erstaunlich. Natürlich kann man da noch nicht von der Gefahr einer möglichen Resistenz sprechen. Das käme wohl sehr viel später, wenn Du ununterbrochen dabei geblieben wärst. Bitte, schau Dir mal meine PKH an. Da war auch das Problem nach Ende der DHB des zu schnell wieder ansteigenden PSA. Nachdem Dein letztes Implantat vom April 2004 stammt, kommt Dein PSA-Anstieg in 2005 auch zu rasch. Eine DHB sollte Dir aber eine längere Verschnaufpause geben.

Gruß Hutschi

Harro
17.09.2007, 12:56
IMRT der Lymphknotenstationen

Hallo HerriS, für das Gespräch mit Prof. Wenz wünsche ich Dir gutes Gelingen. Prof. Wenz hat mit der IGTR gesteuerten IMRT große Erfahrungen und kann Dir wohl eine Erfolg versprechende Radiatio anbieten. Eine begleitende Hormontherapie wird zwar in Mannheim nicht ausdrücklich gewünscht, kann jedoch unterstützend das Ergebnis günstig beeinflussen. Weiterhin viel Glück bei Deinen nächsten Entscheidungen.

Gruß Hutschi

HerriS
17.09.2007, 13:15
Hallo Hutschi,
ich nehme an, dass der damalige steile Abstieg meines PSA Wertes auch darauf beruhte, dass ich eine Radiatio in Form von HDR (Afterloading) und LDR mit ins. 73 GY bekam.

Vor ca. 3 Wochen war ich bereits in Mannheim zum Vermessen der Lymphknoten, einer 1,5 std. MRTS bei Dr. Dinter, den Du ja auch kennst.

Nun, am Mittwoch, weiß ich aus Mannheim mehr, denke ich.

Bis dahin, Grüße nach Mannheim
HerriS

HerriS
19.09.2007, 14:38
Hallo,
frisch aus Mannheim zurück, möchte ich berichten:
In der Diskussion über das Für und Wider einer Bestrahlung der Lymphknoten empfahl mir der Aufnahmearzt des "ITM" Interdiszilinäres Tumorzentrum Mannheim, Dr. Bohrer, erstmal auf eine Bestrahlung der Lymphknoten zu verzichten. Zumal ich in der Erstbehandlung bereits eine HDR/LDR bekommen habe und der Körper nur eine gewisse Belastung insgesamt durch Strahlen verträgt. Eine punktuelle Bestrahlung der suspekten Lymphknoten im momentanen Zustand, würde er zugunsten von späteren möglichen weiteren progressiven Entwicklungen zurückstellen.

Im weiteren Gespräch erklärte mir Dr. Bohrer, dass nach der DHB in Zukunft keine Untersuchung durch PET/Cholin durchgeführt werden könnte. Ist diese Aussage zutreffend?

Die eingeleitete 3-fache HB müsste den derzeitigen Zustand der suspekten Lymphknoten genau so beeinflussen. Die Thematik möchte er jedoch mit Prof. Wenz diskutieren.

Harro
19.09.2007, 17:52
Mutige Vorabentscheidung

Hallo HerriS, das beeindruckt mich. Es zeigt einmal mehr, wie seriös in Mannheim beraten wird. Die von Dir schon eingeleitete Therapie wird Dir sicher erst einmal einen erheblichen Zeitgewinn einbringen. Viel Erfolg weiterhin, auch wenn die erneute Radiatio zunächst zurückgestellt werden sollte.

"Der Optimist hat genauso wenig recht wie der Pessimist - aber er genießt sein Leben mehr"

Gruß Hutschi

HerriS
25.09.2007, 19:41
Hallo,
am vergangenen Montag bekam ich den Rückruf aus Mannheim bzgl. der Empfehlung von Prof. Wenz hinsichtlich des flächigen Bestrahlens oder nicht Bestrahlens der suspekten Lymphknoten. Auch er sieht nur ein begrenztes quantitatives Handeln für eine weitere Strahlenbehandlung (s. HDR/LDR als Erstbehandlung). Außerdem würde die DHB den selben Effekt bei den L'knoten erzeugen.
Bei meinem heutigen Termin beim Urologen aus Offenbach, mit dem ich die DHB durchführe, empfiehlt mir dieser, trotzdem eine Strahlenklinik zu finden die mir die L'knoten bestrahlt. Er hätte einen Patienten mit der selben Symptomatik wie ich aus Darmstadt, der sich dort hat bestrahlen lassen.

Welchen Rat würdet Ihr mir geben?

Außerdem erhielt ich Heute den PSA Wert nach 10 tägiger Einnahme von 3 x 50 mg. Casodex tgl. als Anfang der DHB. Der Wert fiel von PSA 33 auf PSA 12,5. Das scheint mir ein guter Auftakt zu sein. Ferner erhielt ich Heute eine 3-monats-Spritze Profact. Ab Morgen kommt Avodart hinzu.
Begleitend zur DHB habe ich jetzt meine alternat. Behandlung mit wöchtl. 1 Spritze Polyerga (Peptide aus der Schweinemilz), UtilinS, Iscador Mistelpräparat, tägl. Selen 300 mg, Vitamin A, Vitamin E und Vitamin C, die ich bereits zur Erstbehandlung bekommen habe, wieder aufgenommen.

Den Teststosteronwert erhalte ich am Donnerstag. Schaun wer mal.

Gruß HerriS

HerriS
04.10.2007, 19:56
Heute hatte ich meinen zweiten Beratungstermin bzgl. Auswertung meines PET/Cholin Befundes vom 08.08.07, hinsichtlich einer erneuten Strahlenbehandlung in Offenbach.
Hier hatte ich meine Erstbehandlung in 11/12/2003 mit HDR/LDR. Nach Bewertung der Daten aus der ersten Bestrahlung und Bemessung der in Ulm gemachten PET/Cholin rät mir Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Nikolaos Zamboglou, zu einer weiteren einmaligen Bestrahlung der Prostata im angezeigten suspekten Areal, rechts median. Diesmal nicht durch den Enddarm sondern durch Damm. Außerdem befürwortet er die Bestrahlung der lokoregionären Lymphknoten.

Offenbach hat einen guten Ruf bzgl. Strahlentherapie HDR/LDR. Es ist eine Zwickmühle. Es gibt gute Argumente aus Mannheim, dagegen und gute Argumente aus Offenbach, dafür. Hier muss ich abwägen.

Wie ist Euer Rat.

Heute bekam ich die vollständigen Daten der Blutuntersuchung vom 20.09.07,
nach 10-tägiger Einnahme von Casodex 3 x 50 mg/Tag in der Vorbereitung auf die DHB:

PSA 12,5 ng/ml (gefallen v. 08.07, PSA 33)
PSA frei 0,78 ng/ml
PSA Quotient 0,06 kA

Testosteron 11,94
Alk. Phosphatase 44
Saure Phosphatase 6,0
Creatinin 0,95
GPT 23
GOT 32
Gamma GT 18
Gesamteiweiss 7,4
Kalium 4,5
Leukozyten 6,10
Erythrozyten 4,64
Thrombozyten 219
Haematokrit 42,5
MCV 91,7
MCH 31,9
MCHC 34,8
Harnstoff 27
Harnsaeure 5,0

Welche dieser Daten sind bzgl. Krebs/Metastasen, DHB wichtig zur Beurteilung?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir raten könntet.

Harro
04.10.2007, 22:42
Noch keine Entscheidung

Hallo HerriS,


Im weiteren Gespräch erklärte mir Dr. Bohrer, dass nach der DHB in Zukunft keine Untersuchung durch PET/Cholin durchgeführt werden könnte. Ist diese Aussage zutreffend?

Diese Aussage möchte ich nicht bestätigen. In Ulm hatte man mir lediglich
empfohlen, einige Tage vor der Untersuchung Proscar abzusetzen. Ansonsten war Prof. Reske sehr wohl bekannt, daß ich 2 Jahre vorher eine DHB durchgezogen hatte.
Bei den Blutwerten ist mir aufgefallen, daß immer noch freies PSA und der Quotient ermittelt wird. Das macht doch eigentlich keinen Sinn mehr, denn es ist doch bekannt, daß Du Prostatakrebs hast. Neben PSA ist der Testosteronwert vor Beginn der DHB zu ermitteln. Der Wert alkalische Phosphatase ist im Falle von Knochenmetastasen zu beobachten, während die Saure Phosphatase auch als Tumormarker gilt.
Lieber Herri, ich hatte vor ein paar Tagen die Stellungnahme von Prof. Wenz zum aktuellen Status von Winfried ins Forum gestellt. Bitte, schau Dir den vorsorglichen Hinweis auch bezüglich der zu erwartenden Nebenwirkungen an, wobei das bei Dir zu bestrahlende Areal wohl etwas abweicht. Prüfe bitte sehr sorgfältig Deine Entscheidung neben der DHB zum jetzigen Zeitpunkt auch noch eine Bestrahlung einzuplanen.

P.S.: Hier ist der Text von Prof. Wenz:paraaortale Lymphknoten werden in der Regel nur bestrahlt, wenn Beschwerden (Lymphstau, Schmerzen …) vorliegen, oder man etwas Zeit gewinnen will, um ggf die Chemotherapie hinauszuzögern. Im Einzelfall kann man gute Ergebnisse erreichen, allerdings kann nicht von einem generellem Benefit aller Patienten ausgegangen werden kann. Die Nebenwirkungen der paraaortalen Bestrahlung sind höher als bei der Beckenbestrahlunge (vor allem Übelkeit, Durchfall, Blähungsneigung, etc).
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen, Wenz

"Wer lernt, muß zuerst glauben" (Aristoteles)

Gruß Hutschi

Helmut.2
04.10.2007, 23:03
Hallo Herri,


Im weiteren Gespräch erklärte mir Dr. Bohrer, dass nach der DHB in Zukunft keine Untersuchung durch PET/Cholin durchgeführt werden könnte. Ist diese Aussage zutreffend?

Lasse Dich nicht beirren von solchen sprüchen aber ich weiß warum Herr Dr. Uro diesen spruch los lies!

Die Professoren der obesten Garde, haben beschossen, daß nur noch die am schlimmsten betroffenen z.B. G3 Gleason 4+4 und höher, noch eine PET/CT erhalten sollten, damit die Kosten nicht ins ufernlose geht!

Eine PET/CT Untersuchung nach der HB od. DHB währe nicht möglich ist ein planker Unsinn! Aber man sollte schon einen gewissen Zeitabstand bis zur PET/CT einhalten.

Gruß, Helmut