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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA-Verdopplung - unregelmäßig Flutamid



Stefanie
16.09.2007, 09:14
Nachdem ich nun mehr oder weniger zahlreiche Beiträge durchhabe, fällt mir auf, das oft von PSA Erhöhungen gesprochen wird, wenn das AA unregelmäßig eingenommen wird. Der Urologe meines Vaters hatte ja das Flutamid einleitend vor der Eligard-Spritze gegeben, es danach wieder abgesetzt, es wieder gegeben, wieder abgesetzt ???? Es variierte von Termin zu Termin.
Jetzt Casodex 50mg + Eligard + Zometa (4wöchentlich)+ Avodart 1tgl..
Könnte sich die PSA-Explosion daraus erklären?PSA nach Casodex und Avodart steht erst aus.

shgmeldorf,Werner Roesler
16.09.2007, 10:11
Hallo Stefanie!
Bei Deinem Vater hätte sofort (ab Diagnosestellung) eine sog. max. Androgenblockade mit:

1. 3-Monats-Depot:... z.B. "Eligard"
2. Antiandrogen :... z.B. "Casodex" 3 x 50 mg
3. 5-Alpha-Reduktase-Hemmer:... z.B. "Avodart" od./u. "Proscar"
4. Bisphosphonat:... z.B. "Zometa"
5. Calcium u. Vit.D u./od. "Rocaltrol" (Calcitriol)
6. Omega 3 (z.B. Fischölkapseln)
7. Selen
8. Weitere Vitamin- und Mineraliengabe (üb. eine vitaminreiche und ausgewogene Ernährung od./u. Vitamin- u. Nahrungsergänzungsmittel)

zunächst permanent erfolgen sollen.

(Diagnostisch bitte wenigstens PSA und Testosteron mntl. messen lassen!)

Die sog. Standardtherapie sieht nur eine beschränkte Durchführung solcher Maßnahmen vor.

Viele Ärzte halten von der max Androgenblockade nicht viel.

Sie schauen vielleicht auch zu oft auf ihr Budget und verordnen daher nur minimal.

Einige Ärzte meinen, man könne mit minimaler Medikation die tumorösen Vorgänge besser beobachten und dann auch möglicherweise besser reagieren.

Bei Deinem Vater ist jedoch wegen der fortgeschrittenen Krankheit eine sog. max. Androgenblockade angezeigt.

Sprecht bitte ganz schnell mit Euren Ärzten darüber!

Gruß Werner R.

Stefanie
16.09.2007, 14:03
Habe eben auch von Prof. Heidenreich eine email zurück erhalten, in der er schrieb:

"Der Krankheitverlauf und die kurze
Dauer des Ansprechens auf die Hormontherapie ist etwas ungewöhnlich, so
dass zunächst überprüft werden sollte, ob nicht weitergehende hormonelle
Therapieoptionen genutzt werden können.
Hierzu sollte der Urologe Ihres Vaters den Testosteron-Serumspiegel
messen; abhängig von diesem Wert kann entschieden werden, welche
weitergehenden Therapiemaßnahmen am sinnvollsten sind."

Der Testosteronspiegel soll beim nächsten Urologentermin erstmals bestimmt werden. Nachdem mich u.a. Rudolf auf die Wichtigkeit aufmerksam gemacht hatte, hatte ich beim Urologen darum gebeten.

Calcium und Vitamin D hält er für unnötig.
In welcher Dosierung setzt ihr es ein?

Casodex meinte der Uro wäre mit einmal 50 mg ausreichend und er verschreibt davon auch nicht mehr (man könnte auch übertherapieren oder so ähnlich, drückte er sich aus.)

Der Termin in der Pro Leben Klinik in Greiz wird zeigen, was die Ärzte dort für eine Strategie verfolgen. Ist nur halt eine Privatklinik und ich weiß nicht, wie weit unser Budget dann reicht. Ist halt nur eine Weile hin bis zum 28.9.! Ich bin froh, das er körperlich sehr gut zurecht ist.

Bis dahin haben wir aber nochmal einen aktuellen PSA Wert nach erfolgter Hormonumstellung und dem Einsatz von hochdosiertem Fischöl.(LEF)

Ich bin immer noch der Auffassung, dass das zwischenzeitliche Absetzen des Flutamids seitens des Uros trotz fallenden PSAs und das Wiedereinsetzen nach kurzem Anstieg für die Explosion des PSA verantwortlich ist. Beim total hormonrefraktären PCa dürfte doch gar kein PSA-Abfall zu verzeichnen sein. Oder liege ich da falsch?

Viele Grüße.
Stefanie

shgmeldorf,Werner Roesler
17.09.2007, 19:28
Hallo Stefanie!

Ihr habt gelesen, was Prof. Heidenreich und was wir geschrieben haben!

Offenbar ist die Androgenblockade nicht richtig durchgeführt und kontrolliert worden.
Ein verantwortungsbewußter Urologe nimmt bei so einer Krankheitkonstellation immer wenigstens den PSA und den Testosteronwert, da nur beide Werte sich aussagekräftig ergänzen!

Hinsichtlich der Dosierung von "Casodex" gehen die Meinungen auseinander, es gibt Ärzte die verordnen 3 x 50 mg und andere eben nur 50 mg. Unsere Erfahrungen in den Selbsthilfegruppen tendieren eher zu 3 x 50 mg. Ich würde in der Situation Deines Vaters wohl auch eher zu höher dosierten Variante neigen, es sei, der Testosteronspiegel würde in einen ganz minimalen Bereich mit 1 x 50 mg gefallen sein, was ja offensichtlich weder Ihr wißt noch Euer Urologe sagen kann, da dieser Urologe ihn nicht hat messen lassen? Warum nicht?

Macht Euch bitte über solche Unterlassungen Eure eigenen Gedanken.

Über Calcium und Vitamin D haben wir schon oft hier im Forum geschrieben. Jeder halbwegs verantwortliche Urologe würde in der Situation Deines Vaters eine solche Nahrungsergänzung für dringend erforderlich halten. "Rocaltrol" (Calcitriol) z.B. nimmt man in einer Dosierung von 0,5 Mikrogramm. Alternativ könnt Ihr aber auch ein frei käufliches Calcium + Vit. D-Präparat verwenden.

Der Weg zu Prof. Heidenreich erscheint mir hier für Deinen Vater der richtige.

Gruß Werner R.

Stefanie
17.09.2007, 20:41
Dank dir. Auf die Frage nach Vitamin D sagte der Urologe, ausreichende Bewegung an der Sonne wären ausreichend, Calcium nicht nötig
Er nimmt momentan ein Kombipräparat. Welche Präparate nehmt ihr?

Testosteron wird auf jeden Fall das nächste Mal mit gemessen. Hatte dies ja beim letzten gemeinsamen Gespräch angesprochen und verlangt! Auch wir müssen uns erst in die Materie reinlesen und die Notwendigkeit der einzelnen Zusatzpräparate (wovon es ja reichlich hier im Forum gibt) abwägen. Durch seine Parkinson nimmt er bereits sehr viele Tabletten.
Auch diese zusätzlichen Medikamente schrecken uns im Moment ab, das Casodex zu erhöhen. Ich habe auch in vielen Beiträgen gelesen, das in Verbindung mit Avodart 50 mg Casodex reichen und nur als Monotherapie 150 mg gegeben werden.

Wenn der Termin in Greiz uns nicht weiterbringt, werden wir uns auf alle Fälle wieder an Prof. Dr. Heidenreich wenden. Da es ja nicht bei einem Besuch bleiben wird, wenn man die Klinik oder den Arzt seines Vertrauens gefunden hat, ist dies mit 150 km für uns gut ereichbar.

Ich weiß, dass schnell gehandelt werden muß, nur will ich meinem Vater, dem es momentan physisch und auch psychisch relativ gut geht, ständige Arztwechsel ersparen. Ich denke, die weit auseinandertriftenden Meinungen zu Diagnosen und Therapien machen ihn am Ende kaputt.

Am Ende geht es im Moment ja "nur" darum einen Spezialisten zu finden, der die richtigen und vor allem wirkungsvollen Therapien einleitet und Empfehlungen an den ansässigen Urologen weitergibt. Dann kann ja eigentlich erst mit der richtigen Suche begonnen werden. Ich weiß im Moment garnicht mehr, was richtig ist und was falsch. Ich denke einfach mit zu vielen Ärzten verzettelt man sich am Ende.

Viele Grüße.
Stefanie

shgmeldorf,Werner Roesler
20.09.2007, 09:39
Dank dir. Auf die Frage nach Vitamin D sagte der Urologe, ausreichende Bewegung an der Sonne wären ausreichend, Calcium nicht nötig
Er nimmt momentan ein Kombipräparat. Welche Präparate nehmt ihr?


Hallo Stefanie!
Vielleicht verschreibt Euch der Urologe einen Urlaub in den Süden, damit Dein Vater "ausreichende Bewegung an der Sonne" bekommen kann. Hier bei uns ist diese kluge Empfehlung aktuell schwerlich umzusetzen.
Ihr könnt erstmal ein frei käufliches Präparat nehmen, z.B. "Calcium -dura mit Vit. D" 1200 mg/800 I.E....




Testosteron wird auf jeden Fall das nächste Mal mit gemessen. Hatte dies ja beim letzten gemeinsamen Gespräch angesprochen und verlangt!

Viele Grüße.
Stefanie

Immerhin habt Ihr ja hier schon einen respektablen Erfolg bei Eurem Urologen erzielt!
Bleibt bei Prof. Heidenreich erstmal hart am Ball!

Gruß Werner R.

Stefanie
20.09.2007, 12:41
Hab grad schon bei Rudolf nach dem LEF Multipräparat gefragt. Er hat es glaub ich noch nicht getestet oder sich angeschaut. Kennst Du es oder Erfahrungsberichte damit. Leider habe ich es hier im Forum nirgends gefunden. Bei der Fülle der NE soll es ja auch was sinnvolles sein.

Viele Grüße Stefanie

shgmeldorf,Werner Roesler
20.09.2007, 13:37
Hab grad schon bei Rudolf nach dem LEF Multipräparat gefragt. Er hat es glaub ich noch nicht getestet oder sich angeschaut. Kennst Du es oder Erfahrungsberichte damit. Leider habe ich es hier im Forum nirgends gefunden. Bei der Fülle der NE soll es ja auch was sinnvolles sein.

Viele Grüße Stefanie

Hallo Stefanie!
Leider kenne ich dieses Präparat nicht. Als Multivitamin-Präparat kenne ich z.B. "Pro Dialvit 44", hier sind 44 Wirkstoffe (Vitamine, Mineralien usw.) enthalten. Es ist in diesem Präparat auch u.a. Curcumin vermerkt. Dieser Wirkstoff sei dort in gereinigter Form vorhanden. Ihm wird eine wichtige Funktion im intrazellulären Stoffwechsel zugeschrieben, und er soll auch allgemein eine gute Wirkung gegen den Prostatakrebs entfalten.
Vielleicht macht es jetzt auch erstmal für den Übergang ein allg. käufliches Multivitaminpräparat und eben - wie a.a.O. beschrieben - Calcium und Vit.D.

Gruß Werner R.

Nachtrag: Stefanie, viele unterschiedliche Aussagen zum Sinn oder Unsinn von zusätzlichen Vitaminpräparaten verwirren nicht nur Dich. Eines ist sicher, wenn ein Mensch schwer an Krebs erkrankt ist, dann benötigt er zusätzliche Vitamine und Mineralien, um den kranken Körper gegen den Krebs zu unterstützen. Wieviel, wissen wir nicht! Es sei, es würden ständig entsprechende Laborauswertungen erfolgen, was nicht möglich ist.
Gib Deinem Vater, der sehr schwer erkrankt ist, neben einer guten Ernährung ein nicht zu hoch dosiertes Multivitaminpräparat und gezielt Mineralien, wie Calcium + Vitamin D, dann seid Ihr erstmal auf dem richtigen Weg.

Stefanie
20.09.2007, 20:01
Hallo Werner,

besorg morgen eins aus der Apotheke. Ich weiß, dass der Befund meines Vaters sehr schlimm ist, aber ich will es immer nicht glauben oder wahrhaben, wenn ich ihn sehe. Man sieht und merkt ihm nichts an. Er hat keine Schmerzen und auch sonst ist sein Befinden sehr gut. Sein Gewicht ist stabil und im Normbereich und er ist nicht mehr so müde. Er interessiert sich wieder für seinen Garten, fährt wieder Rad (kleine Wege), kümmert sich liebevoll um seine kleinen Enkel (4,6) und nimmt auch ansonsten rege am Leben teil. Nur ab und zu bekommt er eben Angst, meist nach Arztbesuchen, die einen gestiegenen PSA hervorbringen.
Wir möchten ihn so gerne noch viele viele Jahre haben, weil wir ihn lieb haben und brauchen. Wir würden alles dafür geben und tun. Nur was ist eben genau das richtige, was er braucht?

Ich glaube aber, so fühlen alle hier im Forum und wir sind ja nicht alleine. Noch ist der Kampf offen!

Liebe Grüße.
Stefanie

Stefanie
25.09.2007, 08:20
Leider ist unser Termin für Freitag in Greiz geplatzt. Der Doktor sei verunglückt.Es soll also nicht sein.
Den nächsten angebotenen Termin bei einem anderen Arzt dort für Montag können wir leider aus organisatorischen Gründen nicht wahrnehmen.
Alles hat ja aber bekanntlich irgendwo einen Sinn. Wir werden jetzt den nächsten PSA abwarten, der nächste Woche gemessen wird und sehen, ob das Casodex bzw. Avodart anschlagen.

Viele Grüße.
Stefanie

shgmeldorf,Werner Roesler
25.09.2007, 16:45
Hallo Stefanie!
Pass`weiter so gut auf Deinen Papa auf! Melde Dich, wenn Ihr die neuen Werte habt.
Gruß Werner R.