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Reinardo
19.09.2007, 10:06
Hallo:-
Im August 2006 hat es hier im Teilforum Diagnostk eine Diskussion zwischen Schorschel, RuStra, HWL Porta, Günter Feick und Carola-Elke zum Thema Östrogene im Granatapfel-Elixier gegeben.

Wie in einem anderen Thread berichtet, hat sich mein PSA-Wert ab Januar 2007 von vorher 6,27 zunächst auf 6,09 im Mai und danach bis September 2007 auf 5,87 vermindert, was ich auf die Einnahme von Granatapfel-Elixier zurückführe, da ich an der Medikation sonst nichts geändert habe. Bis etwa Mai hatte ich tgl. 1 Esslöffel genommen, danach auf 2 Esslöffel erhöht.
Danach stellte ich dann aber zu meiner Überraschung fest, dass ich es mit einer Nebenwirkung zu tun bekam, die ich in den Jahren davor nie gehabt hatte: Berührungsschmerz an den Brustwarzen.
Da dies auch als die häufigste Nebenwirkung bei Prostasol beschrieben worden ist, fing ich an, mir Gedanken zu machen, was das bedeuten könnte.
In der Homepage von Dr. Jacob's Medical fand ich natürlich nichts dergleichen:

Lebenselixier

Für eine Flasche unseres köstlichen Elixiers wird das saftige Fruchtmark von rund 40 erntefrischen Granatäpfeln schonend im Vakuum konzentriert. Paradiesisch gut abgerundet mit Aroniakonzentrat, einem Hauch Orient-Gewürzen und besonderen spagyrisch-fermentierten Aromaessenzen aus der ganzen Granatapfel-Frucht, -Blättern und -Blüten. Die aromatischen Granatapfelextrakte haben ein jahrhundertealtes spagyrisches Verfahren durchlaufen: Fermentation, Destillation, Calcination, Reifung – im Einklang mit den Zyklen von Sonne und Mond.
Genießen Sie täglich 1-2 Esslöffel

Ich bin dann nach Google gegangen und stiess auf den eingangs erwähnten interessanten Thread, der mit Schorschels Versprechen endete: "Ich maile ihn (den Hersteller Ephraim) an und berichte dann . . ."
Ich habe mir nun auch dessen Email-Adresse notiert, möchte aber zunächst erkunden, ob zum Thema etwa Neues bekannt ist und ob Schorschel eine befriedigende Antwort erhalten hat.

Gesetzt den Fall, das Granatapfel-Elixier enthalte pflanzliche Östrogene, so würde das alleine mich noch nicht verschrecken. Antiangiogene Mittel - wie von Leibowitz verwendet - haben auch Nebenwirkungen, und schädlicher als z.B. Thalidomid oder Celebrex ist Granatapfel-Elixier gewiss nicht. Östrogene haben ein breiteres Wirkungsspektrum als die üblichen Hormonpräparate. Professor Dr. med. Thomas Otto führt z.Zt. sogar eine randomisierte Phase II Studie zur Behandlung mit niedrig dosiertem Östrogen durch (sucht noch Teilnehmer). Auch Stephen B. Strum schreibt in seinem Ratgenber zum Prostatakrebs: "Östrogene Verbindungen wirken gegen den androgen-abhängigen UND androgen-unabhängigen PCa. Darum verfügen sie über ein breiteres Wirkungsspektrum als die LH/RH-Agonisten". Ich entsinne mich auch eines Vortrags von Dr. F.E. in Koblenz, dass er sich positiv zu Östrogenen äusserte, vorausgesetzt, sie würden in der richtigen Art und Weise verabreicht.

Es wäre nett, wenn jemand hierzu etwas schreibt, der mehr weiss.

Gruss, Reinardo

Schorschel
19.09.2007, 10:25
...Danach stellte ich dann aber zu meiner Überraschung fest, dass ich es mit einer Nebenwirkung zu tun bekam, die ich in den Jahren davor nie gehabt hatte: Berührungsschmerz an den Brustwarzen.


...Ich bin dann nach Google gegangen und stiess auf den eingangs erwähnten interessanten Thread, der mit Schorschels Versprechen endete: "Ich maile ihn (den Hersteller Ephraim) an und berichte dann . . . "Ich habe mir nun auch dessen Email-Adresse notiert, möchte aber zunächst erkunden, ob zum Thema etwa Neues bekannt ist und ob Schorschel eine befriedigende Antwort erhalten hat.


...Es wäre nett, wenn jemand hierzu etwas schreibt, der mehr weiss.




Lieber Reinardo,

die von Dir geschilderte Nebenwirkung habe ich nicht (habe mir zur Sicherheit gerade mal in die Brust gekniffen...), obwohl ich ein "heavy user" des Elixiers bin. Aber vielleicht reagiert ja hier auch jeder anders...

Auf meine Mail habe ich damals leider nie eine Antwort erhalten.

Der absolute Elixier-Profi ist Hans (HWL). Wenn er nichts weiß, sehe ich schwarz.

Viele Grüße

Schorschel

HWLPORTA
19.09.2007, 11:38
Lieber Reinardo und Schorschel,

Ich habe grade mal gerechnet: seit 2006 nehme ich täglich 2 Esslöffel Grantapfelelixier (= 27 g). Das sind rund 2 x 365 Tage = 730 Tage x 27 g = 19,71 kg.

Irgendwelche Nebenwirkung habe ich nicht festgestellt.

Die aufgeworfene Frage habe ich dem GF der Dr.Jacobs Medical gestellt. Er ist Arzt und müßte darauf antworten können.

Sobald ich etwas weiß, melde ich mich.

HGruß
HWL

HWLPORTA
19.09.2007, 11:53
Lieber Renardo und Schorschel,

In KIS vom 19.08.2005 wurde festgestellt, daß Östrogene im Granatapfelkonzentrat enthalten sind. Mengenangaben sind nicht dabei. Allerdings stammen diese Angaben aus der Homepage von Fa. Rimonest/Israel. Ob der heutige Granatapfelsaft von Dr. Jacobs die gleiche Zusammensetzung hat, ist fraglich.

Gruß
HWL

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HWL am 19.8.2005:
Bei weiteren Recherchen zum Thema Granatapfel stieß ich auf die Inhaltsstoffe von Granatapfelsaft, Granatapfelschale und Granatapfelkernen.

Soweit ich es beurteilen kann, enthalten nur die Schale und der Kern die in der Literatur zum PCa aufgeführten chemischen Verbindungen.
<DD class=western> </DD>Saft:
Cyanidin (ein Anthocyanin)
Delphinidin (dto.)
Kaffeesäure (ein Phenolacid)
Chlorogensäure (dto.)

Schale:
Gallsäure, eine Gerbsäure
Elagsäure, dto.
Luteolin (ein Flavanol)
Quercetin (dto.)
Kämpferol (ein Flavanol)
<DD class=western> </DD>Kern (als Öl):
17-alpha-Östradiol
Estron
Estriol
Testosteron
b-Sitosterol
Coumosterol
Gamma-Tocopherol
Camphesterol
Stigmasterol

WinfriedW
19.09.2007, 11:59
Dass Östrogene ein probates Mittel zur Behandlung steigender PSA-Werte ist, ist hinreichend bekannt. Leider wirken auch diese nur zeitlich befristet.

Ich würde die Östrogene aber lieber bewusst zu mir nehmen und nicht in Form illegaler Beimischungen wie bei PC-SPES® und jetzt neu ProstaSol®. Granatapfelelixier wird hoffentlich frei sein von derartigen Beimischungen, aber nach dieser Geschichte (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=17015&postcount=20) und dem Gammelfleischskandal (http://www.tagesschau.de/inland/meldung97060.html) schließe ich rein gar nichts mehr aus.

Auch wenn die Wirkung das Granatapfels letztendlich auf natürliche Phytoöstrogene zurück zu führen sein sollte, könnte es sein, dass eine nachfolgende Östrogentherapie schlicht aus diesem Grunde versagt. Dann wäre nicht viel gewonnen.

WW

HWLPORTA
25.09.2007, 18:56
Gesetzt den Fall, das Granatapfel-Elixier enthalte pflanzliche Östrogene, so würde das alleine mich noch nicht verschrecken. Antiangiogene Mittel - wie von Leibowitz verwendet - haben auch Nebenwirkungen, und schädlicher als z.B. Thalidomid oder Celebrex ist Granatapfel-Elixier gewiss nicht. Östrogene haben ein breiteres Wirkungsspektrum als die üblichen Hormonpräparate. Professor Dr. med. Thomas Otto führt z.Zt. sogar eine randomisierte Phase II Studie zur Behandlung mit niedrig dosiertem Östrogen durch (sucht noch Teilnehmer). Auch Stephen B. Strum schreibt in seinem Ratgenber zum Prostatakrebs: "Östrogene Verbindungen wirken gegen den androgen-abhängigen UND androgen-unabhängigen PCa. Darum verfügen sie über ein breiteres Wirkungsspektrum als die LH/RH-Agonisten". Ich entsinne mich auch eines Vortrags von Dr. F.E. in Koblenz, dass er sich positiv zu Östrogenen äusserte, vorausgesetzt, sie würden in der richtigen Art und Weise verabreicht.

Es wäre nett, wenn jemand hierzu etwas schreibt, der mehr weiss.

Gruss, Reinardo

Hallo Reinardo,
Liebe Mitstreiter

Zum Thema Östrogene im Granatapfelsaft habe ich bei Fa. Dr. Jacobs Medical folgendes ermittelt:

"Die Frage nach der phytoöstrogenen Wirkung des Granatapfelsaftes ist komplex. Zum einen haben sehr viele Naturstoffe eine hormonelle Wirkung, die noch immer nicht bekannt ist; zum Beispiel wirken auch Curcumin und Resveratrol u.a. über Östrogenrezeptoren. Gleichzeitig haben alle diese nachweislich positiven Pflanzenstoffe noch viele andere zellregulatorische und anticancerogenen Wirkungen. Eine phytoöstrogene Wirkung in einer gesunden pflanzenreichen Kost zu vermeiden, ist sicher nicht gesundheitsfördernd.

Die Frage nach Hormonbestandteilen in Saft und Samen des Granatapfels ist nicht abschließend zu beantworten. Es ist oft noch unbekannt und Gegenstand intensiver Forschung, welche Pflanzenstoffe nach der Metabolisierung welche phytohormonellen Wirkungen entfalten. Dies gilt insbesondere für den Granatapfel, der hierzu aktuell untersucht wird. Tatsächlich geschieht dies bei vielen Pflanzenstoffen wohl in größerem Umfang als heute bekannt.

Bei der Wirkung des Granatapfelsamens ist generell zu sagen, dass diese offenbar eine deutlichere phytoöstrogene, relativ beta-östrogen-spezifische, aber auch antiöstrogene Wirkung zeigen (z.B. traditioneller Einsatz in Wechseljahren). Granatapfelsamenöl dagegen hat eine hohe östrogene Aktivität. Das Mark (z.B. Saft, Elixier) wirkt umfassend zellregulatorisch, antiinflammatorisch, anticancerogen und überwiegend anti-östrogen (es enthält nicht-steroidale Phytoöstrogene wie z.B. Quercetin).

Es gibt keine hormonöhnlichen Stoffe mit Steroidgerüst wie z.B. Estrodiol, Estron im Saft oder Mark. Möglicherweise sind diese Stoffe im Samen vorhanden. Es gibt hierzu unterschiedliche Analysenergebnisse"

Die Beobachtung von Reinardo, daß bei der Einnahme von 2 Esslöffel GAE
Berührungsschmerzen an den Brustwarzen entstehen Fa. Dr. Jacobs Medical bisher nicht aufgetreten und nicht erklärlich, es sei denn, es wurde eine spezifische Therapie durchgeführt oder Granatapfelsamenöl verzehrt.

Freundliche Grüße
HWL