PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Oxaliplatin



shgmeldorf,Werner Roesler
23.09.2007, 12:34
Oxaliplatin

Vor ungefähr 30 Jahren wurde Cisplatin als die erste Generation von Platinverbindungen als Bestandteil von vielen Chemotherapieanwendungen in der Tumortherapie eingeführt.

Cisplatin gilt nach wie vor als eine höchst wirksames Zytostatikum. Leider ist es sehr toxisch.

Die nächste Generation wurde mit Carboplatin Ende der Achtziger Jahre eingeführt, mit weniger unerwünschten Wirkungen, aber eben auch bei einigen Tumorerkrankungen weniger wirksam.

Nun als dritte Generation ist Oxaliplatin auf dem Markt und soll beide Profile vereinen: Weniger Toxizität und ordentliche Wirksamkeit.

43. ASCO Meeting 2007: Hier wurde der Stellenwert von Oxaliplatin in der Onkologie eindeutig hervorgehoben.

Oxaliplatin ist bisher in den USA und in Europa in Kombination mit 5 FU/LV zur Behandlung von fortgeschrittenen Kolonkarzinomen zugelassen.

Carboplatin wird von Onkologen auch schon neben Docetaxel beim Prostatakarzinom eingesetzt.

So könnte hier u.U. Oxaliplatin eine neue und bessere Option werden.

Gruß Werner R.

shgmeldorf,Werner Roesler
27.09.2007, 11:14
Oxaliplatin

Professor Heidenreich hebt ausdrücklich die gute Wirksamkeit einer Oxaliplatin-haltigen Chemotherapie mit Erlotinib (s.a.a.O. über Antikörper) - einem gegen den Epidermal Growth Factor (EGF) - Rezeptor gerichteten Antikörper - bei verschiedenen Tumoren hervor.

Er spricht von einem ungewöhnlich hohen therapeutischen Ansprechen von 81 %, "das zudem in einer signifikanten Verlängerung des Überlebens mündet." 1)

Basierend auf diese positiven Therapieergebnisse versuche er nun, ähnliche Behandlungkonzepte auch beim HRPCA (hormonrefraktären Prostatakarzinom) zu entwickeln.

Gruß Werner R.

1) Aus "Palliative Therapiestrategien beim Prostatakarzinom" 2. Auflage

RuStra
27.09.2007, 16:42
So könnte hier u.U. Oxaliplatin eine neue und bessere Option werden.

Gruß Werner R.


hallo Werner,

wenn schon Metalle, warum nicht Kupfer oder Eisen?
wenn schon pro-oxidativer Zerstörungsversuch von Krebszellen, warum dann auch noch pro-toxisch, warum nicht nicht-toxisch??

wovon ich rede? z.b. davon, dass das an sich schwache anti-krebs-mittel Vitamin C hochdosiert umso besser seine für "kranke" Zellen zerstörerische Wirkung entfaltet, die ja bekanntlich in der Generierung von H2O2 (Wasserstoffperoxid) besteht, je mehr freies Eisen und Kupfer für diesen Reaktionsweg (Fenton-Reaktion, 1893 entdeckt) zur Verfügung steht. Krebszellen akkumulieren aber freies Eisen und Kupfer, um ihren höheren Oxidierungsgrad, den sie für die höhere Zellteilungs-Aktivität brauchen, aufrechtzuhalten.

Auch wenn unsere Krebs-Behandlungs-Szene, auch beim PK, auch in dieser Forums-Runde, weit entfernt ist vom Ausbaldowern von "Chemos" mit Naturstoffen und stattdessen lieber die verschiedensten Varianten der "richtigen" Chemo diskutiert, heisst das nicht, dass es da nicht noch was anderes gibt.

grüsse,
Rudolf

WinfriedW
27.09.2007, 17:39
... stattdessen lieber die verschiedensten Varianten der "richtigen" Chemo diskutiert, heisst das nicht, dass es da nicht noch was anderes gibt.Wohl wahr! Ich suche die leibhaftigen Erfolgsgeschichten.

WW

shgmeldorf,Werner Roesler
28.09.2007, 10:40
Wohl wahr! Ich suche die leibhaftigen Erfolgsgeschichten.

WW

Hallo Rudolf und hallo Winfried!

Wir suchen alle die "leibhaftigen Erfolgsgeschichten" (jeder sucht natürlich die eigene), nur bringen uns diese individuellen Geschichten tatsächlich weiter? Es ist doch Tatsache, dass keine Krebserkrankung, also keine Prostatakrebserkrankung eines Mannes mit der eines anderen Mannes kausal in allen Bereichen verknüpft werden kann.
Was wir suchen sollten, sind sog. allgemeine Nenner, welche Evidenz-Charakter haben.
Denkbeispiel: Ein Zytostatikum wirkt bei ca. 50 % der so therapierten Männer mehr oder weniger gut. Eine Immuntherapie wirkt bei ca. 50 % der so therapierten Männer mehr oder weniger gut.
Was folgern wir daraus? Jeder zweite Mann könnte in seiner palliativen Situation einen Nutzen von der einen oder der anderen Behandlung haben.
Der Mann der das Zytostatikum erfolgreich bekommen hat, würde sagen, schaut `mal, wie toll. Der andere Mann würde im Erfolgsfalle die gleiche Bewertung geben.
Die anderen 50% der Männer müßten das jedoch anders beurteilen.

So eine in Kausalschemata reduzierte Bewertung bringt uns also nicht weiter!

Wir müssen gemeinsam darauf hinarbeiten, dass die Therapie des fortschreitenden Prostatakarzinoms endlich von den Entscheidungsträgern und verantwortlichen Ärzten ernst genommen wird.

Und wir müssen aufzeigen, schaut liebe Herrschaften vom "Gemeinsamen Bundesausschuss", hier sterben die Männer! Ihr könntet, wenn nicht so zögerlich mit Therapie-Innovationen (Off label use - Medikamenten) umgegangen würde, viele Menschenleben im Gleichklang mit den engagierten und kompetenten Ärzten retten.

Die Therapieoptionen für ein fortschreitendes und metastasierendes Prostatakarzinom sind aufgrund der minimalistischen Standardleitlinien eben nur auf wenige Möglichkeiten reduziert, die dazu noch hoch toxisch sind.

Hinzu kommt beim Prostatakarzinom, dass die Entstehungsursachen dieser schrecklichen Krankheit in der offiziellen Lesweise im Dunkeln verharren.
Hier ist eine Krankheit von epidemischen Ausmaßen und wird einfach von den Verantwortlichen nicht ernst genommen.

Kann noch operiert werden, erscheint alles noch überschaubar und plausibel. Kann die Krankheit nicht mehr kurativ behandelt werden, dann driftet sie scheinbar in diffuse Dimensionen ab. Die für die Therapie Verantwortlichen waschen ihre Hände in Unschuld.

Die betroffenen Männer und ihre Familien haben oft so viel mit der sachlichen und fachlichen Auseinandersetzung mit den weniger informierten Ärzten und sonstigen institutionellen Bereichen zu tun, sie können sich häufig kaum noch ernsthaft um ihre Krankheit kümmern.

Wird ein fortgeschrittenes Prostatakarzinom diagnostiziert, dann winken die meisten Ärzte und Entscheidungsträger ab. Hier sei sowieso nichts mehr zu machen. Sich fortschrittlich und human mit neuen hoffnungsvollen Therapieoptionen auseinanderzusetzen, ist offensichtlich zuviel verlangt. Hier wird von allen auf den Stein der Weisen gewartet, man möge ihn bitte gut verpackt und diskret vor die Füße legen.

Ich gebe zu, diese Krebserkrankung ist, wenn sie sich im fortgeschrittenen Stadium befindet, wegen ihrer Komplexität und Heterogenität schwer zu verstehen und zu therapieren, aber uns betroffene Männer hier so allein zu lassen, das ist schlicht unanständig!

Gruß Werner R.

Harro
28.09.2007, 11:21
Auch Ärzte können an PCa sterben

Hallo, lieber Werner, Deine gut gemeinten und doch sehr heftigen Worte offenbaren einmal mehr das ganze Dilemma, in dem wir uns befinden. Mir hat einer der aktiven Onko-Professoren einmal gesagt, für meinen Vater würde ich genau das Prozedere durchziehen, was ich Ihnen vorschlagen möchte. Das habe ich diesem überzeugend argumentierenden Mediziner auch abgenommen, und ich habe mich danach einer Bestrahlung unterzogen. Ich bin einfach von der Richtigkeit meiner Entscheidung überzeugt, weil ich diesem Radio-Onkologen vertraue. Natürlich ist auch diese Therapie letztlich für das Klinikum ein Geschäft und auch die Menschen, die dort arbeiten, profitieren von der Tatsache, daß sie mir wohl haben helfen können oder wollen. Und, lieber Werner, da sind wir schon beim Thema - mittlerweile schon Binsenweisheit - daß nämlich das ganze Prozedere um den Prostatakrebs - vorher - mittendrin und vor allem nachher bis zum bitteren Ende ein Riesengeschäft ist. Ob Ärzte mit allem Drum und Dran oder die Pharmaindustrie; sie alle möchten möglichst viel und möglichst lange an unserer Krankheit verdienen. Was wäre denn, wenn es plötzlich durch das von uns ersehnte Wundermittel keine an Prostatakrebs mehr zu behandelnde Männer gäbe.
Ich bitte um Verständnis für diese absurden Hirngespinste, die in etwa in die gleiche Richtung laufen "stellt Euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin".
Wir werden nicht darum herumkommen, daß jeder auf seine Weise versucht, für sich das Beste aus den zur Zeit vorhandenen Möglichkeiten
herauszufinden, nicht ohne sich immer wieder anpassen zu müssen, weil der Krebs sich irgendwann doch wieder bemerkbar und eine neue Strategie erforderlich macht.

"Träume haben keine göttliche Natur und keine prophetische Kraft, sondern entstehen durch eindringliche Bilder"

Gruß Hutschi

WinfriedW
28.09.2007, 11:46
Wir suchen alle die "leibhaftigen Erfolgsgeschichten", nur bringen diese uns tatsächlich weiter?Ich denke schon!


Ein Zytostatikum wirkt bei ca. 50 % der so therapierten Männer mehr oder weniger gut.Ja, man kann es in diesem Forum nachvollziehen.


Eine Immuntherapie wirkt bei ca. 50 % der so therapierten Männer mehr oder weniger gut.Ich habe, mit Immuntherapie meinst du vermutlich Impfung mit dendritischen Zellen, erhebliche Zweifel, dass dem tatsächlich so ist. Ich kenne diesbezüglich keine einzige nachvollziehbare Erfolgsgeschichte. Ich kenne nur die eindringlichen Warnungen von offizieller Seite. Impfung mit dendritischen Zellen ist Gegenstand reger Foschungsaktivitäten. Die bisherigen Ergebnisse sind nicht wirklich berauschend.

Was GVAX<SUP>®</SUP> angeht fehlt es leider an der arzneimittelrechtlichen Zulassung und gesicherte Zahlen gibt es außerdem nicht. Da müssen wir abwarten oder der Studie beitreten, was für mich schon wegen der Vorbehandlung nicht geht.

Provenge<SUP>® </SUP>sollte schon 2004 auf den Markt kommen. Kommt da noch was? Ich habe zunehmend Zweifel.

WW

Günter Feick
28.09.2007, 12:18
Hallo Werner und Winfried,

Du, Werner, hast das Dilemma gut beschrieben und da müssen wir ran! Das muss sich ändern!

Du, Winfried, das sind die Zahlen aus der Phase II GVAX Studie. (Für nicht Englisch verstehende Leser - leider bin ich zeitlich so im Druck, dass ich den kurzen Kommentar jetzt nicht übersetzen kann).

Günter

Results: All patients have completed treatment. The median survival for the 34 pts in G-9803 was 26.2 months, compared with a median survival of 19.5 months predicted by the Halabi nomogram (p=0.01, log-rank test). The median survival in G-0010 for pts receiving the dose employed in on-going Phase III trials has not been reached and will meet or exceed the current median follow-up in these patients of 24.1 months. A similar comparison of observed vs. predicted survival will be presented for G-0010 when the median survival is attained. Conclusion: The median survival of mHRPC pts treated with GVAX vaccine for prostate cancer in G-9803 exceeds that predicted by a validated nomogram, and probably cannot be explained by subsequent chemotherapy use alone. A phase 3 program is underway that is studying the vaccine either alone or in combination with docetaxel versus docetaxel in mHRPC patients, with survival as the primary endpoint.