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HWLPORTA
07.10.2007, 17:30
Liebe Mitstreiter,

Im Rahmen von Recherchen zur Suche nach neuen Möglichkeiten der Behandlung neurologisch bedingter Erkrankungen treffe ich auf zwei Artikel zum Thema Grüntee. Hierzu ist im Forum früher bereits diskutiert worden.
Die nachfolgenden Veröffentlichungen zeigen neue Aspekte auch zur möglichen Wachstumshemmung von PCa.

PCa-bezogene Sätze sind markiert.

Freundliche Grüße
HWL
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Die medizinische Forschung entdeckt die Heilkräfte grünen Tees

Grünteetrinker wurden in Medizinerkreisen lange Zeit ähnlich belächelt wie
Feng-Shui-Anhänger oder Homöopathen. Grüner Tee wurde als esoterisches Wellnessgetränk ohne nachweisbare Wirkung abgetan. Jetzt berichtet in der renommierten Fachzeitschrift BLOOD Werner Hunstein, emeritierter Medizinprofessor, der an der Universität Heidelberg jahrelang Blutkrebs erforscht hatte, über die Besserung seiner eigenen Bluterkrankung durch grünen Tee. Hunstein, über dessen Fall auch die Wissenschaftsredaktion der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) vor kurzem berichtete, leidet an Amyloidose, einer dem Knochenmarkkrebs verwandten tödlichen Eiweißablagerung. Die Nebenwirkungen der Chemotherapie machten ihm das Leben zur Hölle. Als Experte war sich Hunstein der Perspektivlosigkeit der traditionellen Behandlung bewusst. Schließlich resignierte er und unterbrach die Therapie.

In dieser Situation riet ihm einer seiner Schüler, Dr. Antonio Pezzutto, Hämatologe an der Charité Berlin zu grünem Tee. Auf diese Idee hatte ihn
eine Studie am Max-Delbrück-Centrum in Berlin gebracht, bei der eine
deutliche Auflösung ähnlicher Eiweißablagerungen, wie sie auch für die
Alzheimersche Krankheit typisch sind, nachgewiesen worden war. Hunstein
begann, regelmäßig den als hochwertig geltenden Darjeeling-Grüntee zu
trinken, den er über den Spezialversand Teekampagne bezog. Nach nur etwas mehr als einem Jahr mit ständigen Verbesserungen seines Zustandes hat sich Hunstein inzwischen fast vollständig erholt. Sein Bericht weist eine schrittweise, erstaunliche Abnahme der Ablagerung von Eiweißen in seinem Herzen nach. Hunsteins Fall, der die Tendenz einer Reihe von aktuellen Studien zu grünem Tee bestätigt, zeigt neben anderen positiven Wirkungen die Senkung des Blutzuckerspiegels und des Bluthochdrucks. Auch LEUKEMIA RESEARCH veröffentlichte 2006 vier Fälle „spontaner Rückbildung von Leukämie“ bei Patienten der Mayo-Clinic in Rochester, USA. Das wurde von der Mehrheit der Fachärzte bisher offenbar nicht zur Kenntnis genommen.

Der Stellenwert von grünem Tee in der medizinischen Forschung ändert sich nachhaltig, seitdem angesehene Forschungsuniversitäten wie die Charité Berlin, die Mayo Clinic, das National Cancer Center Bethesda oder die Boston University School of Medicine die Ursachen für die oft beschriebene gesundheitsfördernde Wirkung grünen Tees mit wissenschaftlichen Studien zu belegen versuchen. Die Untersuchungen begannen mit der Suche nach einer Erklärung für das „Asian Paradox“ und tatsächlich ließ sich belegen, dass die vergleichsweise geringe Rate der Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen asiatischer Menschen trotz ihres eher ungesunden Lebensstils, in direktem Zusammenhang mit ihrem hohen
Grünteekonsum steht. Die Charité in Berlin identifizierte in Zusammenarbeit
mit dem renommierten Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin mit dem im grünen Tee enthaltenen Phenol EGCG einen erstaunlichen Wirkstoff, der über „nervenzellschützende Eigenschaften verfügt“ und dabei zudem „kaum Nebenwirkungen verursacht“ (Dr.Orhan Aktas, Charité) weshalb grüner Tee auch zum Hauptbestandteil einer neuen Therapie gegen Multiple Sklerose werden soll.

Polyphenole wie EGCG, darunter die nur in grünem Tee mit hohem Anteil
vertretenen Catechine, besitzen antikarzerogene, antioxidative, antivirale und antimikrobielle Effekte. Die Zahl medizinischer Veröffentlichungen über Eigenschaften und Wirkungsweise des im grünen Tee enthaltenen EGCGs hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Gab 1997 noch 31 Publikationen zum EGCG in der elektronischen Bibliothek des National Institut of Health (PubMed) so sind es heute bereits fast 1300.

Viele Forscher sind von der präventiven Fähigkeit grünen Tees überzeugt: er kann bei regelmäßigem Trinken die Koronargefäße schützen, die Folgen
Multipler Sklerose mildern, Demenzkrankheiten vorbeugen und bestimmte Formen von Krebs verhindern: „Grüner Tee kann in der Tat Leben retten und ist extrem gesund. Es ist mehr als bedauerlich, dass weder die Medien noch die Gesundheitspolitik sich für die Verbreitung einer so einfachen
preiswerten Prävention einsetzen.“ (Prof. Dr. A. Pezzuto, Stellv. Direktor,
Klinik für Hämatologie / Onkologie, Charité Berlin).

Auszug aus einer weiteren Veröffentlichung:
Wie die Hemmung der Neuformation von Blutgefäßen das Wachstum und die Streuung des Prostata-Karzinoms blockiert ist z Zt. Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Die ADT hat diesen Anti-Angiogenese-Effekt genauso wie Genistein. Andere Stoffe die einen Effekt auf die Krebszellaggressivität haben, sind Polyphenole im grünen Tee. Grüner und schwarzer Tee kommen von der gleichen Pflanze, Camellia sinensis. Jedoch nur im Grüntee ist eine hohe Konzentration einer bestimmten Gruppe von Flavonolen - die Polyphenole - bekannt als Catechine. Der Prozess der Fermentation, mit dem schwarzer Tee hergestellt wird, zerstört die biologisch aktiven Polyphenole des frischen Blattes. Die Catechine als eine Gruppe davon, haben eine signifikante Scavengerwirkung auf freie Radikale und sind potente Antioxidantien.

Vier Catechine wurden in den Blättern vom grünem Tee gefunden:
Epicatechine (EC)
Epigallocatechin (EGC)
Epicatechingallat (ECG)
Epigallocatechingallat (EGCG)

Von diesen Fraktionen ist EGCG für den PCa-Patienten das wichtigste. Die pharmakologische Aktivität führt über seine Wirkung als Antioxidans und Scavenger von freien Radikalen hinaus. Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG) wirkt gegen Urokinase, ein Enzym, das sehr oft in vielen menschlichen Karzinomen gefunden wird (Jankun et al., Nature, 1997). Urokinase zerstört die Basalmembran von Zellverbindungen, wahrscheinlich ein Schlüsselschritt im Prozess der Tumorzellmetastasierung wie auch im Tumorwachstum (Ennis et al., Proc. Annu. Meet. Am. Assoc. Cancer Res., 1997). EGCG verbindet sich mit Urokinase und verhindert die genannten Reaktionen. GTP inhibiert auch die Ornithindecarboxylase (ODC). Dies führt zu einer verminderten Polyamin Synthese und Zellwachstum (Carlin et al., J. Urol., 1996). Inhibitoren der 5-Alpha-Reduktase (5AR) könnten in der Behandlung von 5-Alpha-dihydrotestosteronabhängigen Erkrankungen wie BPH, Prostata-Karzinom und einigen Hauterkrankungen positive Effekte erzielen. Die Catechine des Grüntees sind potente Hemmstoffe des Typ-1 aber nicht des Typ-2 5AR (Liao und Hiipakka, Biochem. Biophys. Res. Commun., 1995). Sie hemmen auch das Wachstum von akzessorischen Sexualdrüsen in der Ratte. Diese Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass bestimmte Teegalate androgene Wirkungen in Zielorganen regulieren können.

Die langfristige Einnahme von Teecatechinen ist in China und Japan weit verbreitet. Die Häufigkeit des latenten lokalisierten Prostata-Carcinom-Typs variiert nicht signifikant zwischen den östlichen und westlichen Kulturen, aber die klinische Inzidenz des metastasierten PCa ist generell in Japan und in anderen asiatischen Ländern niedriger im Vergleich zu dem relativ häufigen Auftreten von metastasierenden Prostatakarzinomen in Europa und den Vereinigten Staaten. Eine mögliche Erklärung ist, dass der EGCG-Verzehr im grünen Tee in asiatischen Ländern die Progression und Metastasierung von Prostata-Karzinom-Zellen verhindert. Dies würde die niedrigere Mortalität am Prostata-Karzinom und Mamma-Karzinom in asiatischen Ländern im Vergleich zum Westen erklären.

In einer Studie, die den Effekt von intra-peritonealen-Injektionen von Catechinen auf das Wachstum von menschlichen PK-Zelllinien, PK-3 und LnCaP sowie menschlichen Brustkrebszelllinien MCF-7 auf Nacktmäuse geimpft untersucht, stellte sich heraus, dass EGCG eine Schlüsselrolle spielt. Die Injektion von EGCG verlangsamte das Tumorwachstum als es einer Kontrollgruppe von Mäusen am 14. Tag gegeben wurde, während sich das Tumorwachstum beschleunigte, als EGCG in der PK-3-Linie am 14. Tag abgesetzt wurde. Die Hemmung des PK-3-Wachstums war EGCG-spezifisch und wurde bei EC, EGC oder ECG nicht beobachtet (Liao et al., Cancer Lett., 1995). Die Galloyl-Gruppe von EGCG scheint für die Hemmung des Tumorwachstums notwendig zu sein, während EGC nicht aktiv ist.

EGCG entspricht ca. 50 % der festen Bestandteile eines Extraktes von Grüntee aus heißem Wasser, der als Getränk konsumiert wird. Grüntee wird aus leicht gedünsteten und getrockneten Blättern der Teepflanze hergestellt. Der Dünstungsprozess erhält die Polyphenolaktivität. Diese variiert mit Klima, Jahreszeit, Anbaupraktiken und der Lage des Blattes am geernteten Stengel.

Quelle: Life Extension Stiftung