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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sofortige Bestrahlung oder erst PSA Kontrolle?



till08
21.10.2007, 22:01
Hallo,
ich bin absolut neu in diesem Forum und habe schon eine Expertenfrage:Am 5.Juli 2oo7 bin ich operiert worden (Prostataektomie) und habe nun folgenden Arztbericht bekommen: Diagnose:
Stanzbioptisch gesichertes Prostatakarzinom bei PSA 13,7 ng/ml(3 von 6 Stanzen positiv,GleasonScore 3 + 4 =7. Therapie: Laparoskopische roboterassistierte ( Da Vinci) Prostataektomie mit Lymphadenektomie sowie Erhalt des Gefäßnervenbündels beidseits. Histologie: Adenokarzinomder Prostata pT3a (EST)-Links Apex+Mitte,pN0,GIIb bei kombiniertem histo-und zystomorphologischem Grading Gleason Score 7 (4+3) ,R1. Procedere: Zunächst PSA Kontrollen bei inkomplettem PSA-Abfall bzw.PSA-Rezidiv eine lokale Radatio.Wir empfehlen eine urologische Tumornachsorge- engmaschig-vor Ort und eine Rücksprache zur Besprechung des Therapiekonzeptes. Intraoperativ ergaben sich keine Besonderheiten.Die separat eingesandten Gewebsränder des apikalen Schnittrandes bei Nerverhaltung beidseits waren ohne Tumornachweis gewesen.Der postoperative Verlauf war komplikationslos.Am 7. Tage konnte nach Cystogramm ohne Nachweis einer Anastomoseninsuffizienz der Blasenkatheder entfernt werden.Anschließend konnte der Patient spontan und restharnfrei die Blase bei guter Frühkonrtinenz entleeren. Bezüglich der R1-Situation ergibt sich oben genanntes Procedere.Ansonsten empfehlen wir die fachurologische Weiterbehandlung vor Ort.
Meine Frage: Mein behandelnder Urologe ist aber der Meinung,daß keine weiteren PSA-Kontrollen abgewartet werden sollten, sondern die Bestrahlung sofort beginnen.Ich tendiere aber zu der Merinung meines Chirurgen, der da vorschlägt eine PSA getriggerte Kontrolle durchzuführen.Nur wenn es zu einem Anstieg des PSA Wertes kommen sollte ( 2 x hintereinander oder aber größer 0,2) wäre eine lokale Bestrahlung empfehlenswert.Der erste PSA Wert (drei Monate nach der Ektomie)betrug 0,o7 ng/ml.
Gibt es jemand der vor der gleichen Entscheidung steht oder stand? Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

christinew
21.10.2007, 23:37
Hallo, Till, eine Bestrahlung solltest Du allerdings erst vornehmen lassen, wenn Du 100%ig kontinent bist,
Christine

Winni.da
23.10.2007, 17:55
Meine Frage: Mein behandelnder Urologe ist aber der Meinung,daß keine weiteren PSA-Kontrollen abgewartet werden sollten, sondern die Bestrahlung sofort beginnen.Ich tendiere aber zu der Merinung meines Chirurgen, der da vorschlägt eine PSA getriggerte Kontrolle durchzuführen.Nur wenn es zu einem Anstieg des PSA Wertes kommen sollte ( 2 x hintereinander oder aber größer 0,2) wäre eine lokale Bestrahlung empfehlenswert.Der erste PSA Wert (drei Monate nach der Ektomie)betrug 0,o7 ng/ml.
Gibt es jemand der vor der gleichen Entscheidung steht oder stand? Ich bin für jeden Hinweis dankbar.[/quote]
Hallo Till,
hier einige Hinweise zu deiner Situation:

1. Eine Bestrahlung sollte i.a. erst 6 Monate nach der OP begonnen werden, damit die OP-Wunden richtig ausheilen können.
2. Eine lokale Bestrahlung wird meist nur nach einem nachgewiesenen Lokalrezidiv durchgeführt.
3. Angesichts der R1-Situation wird auch nach einem signifikanten PSA-Anstieg ohne Biopsiebeweis bestrahlt.
4. Der einzige PSA-Wert, der bei dir 3 Monate nach der OP gemessen wurde, ist nicht notwendig ein Anzeichen für ein Lokalrezidiv, da er auch von gutartigem Restprostatagewebe kommen kann.
5. Der Meßwert 0,07 ist so niedrig, daß er schon nahe an der unteren Meßwertgrenze des Verfahrens liegt. Daher ist er auch höchst unsicher (ungenau). Wenn man schon ganz früh (bei niedrigsten PSA-Werten) ein mögliches Lokalrezidiv erkennen will, so ist es erforderlich, ultrasensitiv im 4-Wochen-Abstand zu messen. Dann kann man leichter und genauer den Tiefstwert un einen eventuellen Wiederanstieg des PSA beobachten.

Fazit: halte dich an die Ratschläge deines Chirurgen und beobachte weiterhin den PSA-Verlauf.

Gruß Winni

Anonymous1
23.10.2007, 19:09
Hallo Till,

du hast bereits zwei Mitteilungen erhalten mit richtigen und wichtigen Hinweisen. Zusätzlich kannst Du ja auch noch diesen Beitrag (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=2422) in die Überlegungen einbeziehen. Ohne konkreten Hintergrund (PSA-Anstieg auf Lokalrezidiv hinweisend) könnte ich mich in Deiner Situation kaum zu einer Bestrahlung entschließen.

Gruß Dieter

WernerS
23.10.2007, 21:25
[quote=till08;18724......... Procedere: Zunächst PSA Kontrollen bei inkomplettem PSA-Abfall bzw.PSA-Rezidiv eine lokale Radatio.Wir empfehlen eine urologische Tumornachsorge- engmaschig-vor Ort und eine Rücksprache zur Besprechung des Therapiekonzeptes. quote]

Hallo Till,

ich würde zunächst dem vorgeschlagenen Procedere folgen. Es ist logisch und es führt durch die engmaschige Kontrolle des PSA-Wertes zu wichtigen Aussagen für eine weitere Therapieentscheidung:

Erst wenn das PSA nicht im gewünschtem Maße sinkt oder wenn es sogar steigt, ist eine Radiatio der Loge angesagt. Steigt das PSA recht schnell, könnte man bei deiner R1-Situation an Fernmetastasen denken.

Du gibst einen PSA-Wert von 0,07 ng/ml drei Monate nach der OP an. Das sieht doch eigentlich ganz gut aus. Er sollte noch sinken.
Gru0 Werner

Hans (GL)
24.10.2007, 07:41
Hallo Till,
meine Situation war ähnlich.
Nach heutiger Kenntnislage würde ich die Loge nur noch bestrahlen lassen, wenn ein Rezidiv nachgewiesen worden ist. Somit erspart man sich unnötige Nebenwirkungen und erhält sich Optionen für später.

Gruß Hans