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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tumor-Volumen, wie wird es bestimmt?



Reinardo
10.06.2006, 08:17
Vor zwei Tagen war ich bei meinem Urologen und bat ihn, bei mir das Tumor-Volumen festzustellen.

Ich hatte bei Tribukait gelesen, dass ein Tumor-Volumen von maximal 4 ccm eine verlässliche Grösse sei zur Bestimmung des Interventionspunktes für den Beginn oder die Wiederaufname einer Hormonblockade . Auch Carola-Elke hatte in einem ihrer Beiträge geschrieben, dass dem Tumor-Volumen grössere prädiktive Bedeutung zukomme als "positiven Schnitträndern".

Leider hat mir der Urologe gesagt, dass er dies nicht könne. Das wäre mit Ultraschall gar nicht messbar.

Wie kann man das Tumor-Volumen messen?

Ansonsten war ich zufrieden. Seit März ist mein PSA-Wert von 4,8 auf 4,4 zurückgegangen, und ich hoffe, dass sich langfristig ein von Leibowitz in Aussicht gestelltes "Plateau" einpendelt.

Allerdings hat der Urologe bei seiner gründlichen Untersuchung bei mir einen von mir nicht bemerkten Leistenbruch festgestellt, der wahrscheinlich operiert werden muss. Wenn das schiefgeht, habe ich sogar Aussicht, statistisch in die Gruppe derjenigen aufgenommen zu werden, die nicht am sondern m i t ihrem Prostatakrebs sterben werden.

Grüsse, Reinardo

Günter Feick
10.06.2006, 10:54
Hallo Reinardo,

ein Urologe mit einem Ultraschall Farbdoppler und Erfahrung mit dieser Technik, der außerdem ein Spezialist für PCa ist, kann die verdächtigen Areale abgrenzen und berechnen. Eine andere Möglichkeit ist die MRT mit endorektaler Spule und Spektroskopie. Die Sensivität und Spezifität wird vom DKFZ für dieses Verfahren mit mehr als 80% angegeben. Allerdings gibt es vom Sloan-Kettering Hospital Informationen die besagen, daß Prostatitis auch als PCa gesehen wird bei dieser Methode. Einen solchen Fall, in dem das Bild vom Radiologen überzeichnet wurde, wegen wahrscheinlich dieser Fehlermöglichkeit, kenne ich perönlich.

Eine andere Möglichkeit ist die Berechnung mit Hilfe des Prostatavolumens , des Gleason Wertes und der beiden Faktoren 0,066 PSA/ccm (Durchschnittswert für PSA von normalem Protatagewebe) und dem Durchschnittswert für PSA/ccm aus Gleason gradiertem Tumorgewebe (siehe unten). Hierfür gibt es auch ein Rechenprogramm unter pcri.org, wenn Du nach "tumor volume calculator suchst".

Per Hand würdest Du -

Deine Postatagröße mit 0,066 multiplizieren , dieses Produkt von Deinem gesamt PSA subtrahieren, das Ergebniss teilen durch den Deinem Gleason Wert entsprechenden PSA Durchlassfaktor des Tumorgewebes (Tabelle unten), und Du erhältst eine Schätzung der Tumorgröße.

Im Buch von Dr. Strum und Donna Pogliano, "Ein Ratgeber zum Prostatakrebs", mit der Hilfe von Ralf-Rainer Damm ins Deutsche übersetzt, ist die Kalkulation des Tumorvolumens ebenfalls erklärt.

Gruß

Günter Feick


Gleason Grad, gewichtet = PSA Durchlass, gerundet/ccm Tumor

5,0 Gleason Grad = 1 ng PSA/ccm Tumor
4,5 = 1,5
4 = 2
3,5 = 3
3 = 4
2,5 = 6
2 = 10

Carola-Elke
10.06.2006, 12:55
Hallo Reinardo,

muss ein Leistenbruch in jedem Falll operiert werden? Wenn er asymptomatisch ist, nicht in jedemFall!
http://www.ksl.ch/GSD/KSL/Web/KSLwww.nsf/web/PatInfo-Ratgeber-nlz040928
Es gibt sehr viele Menschen, die haben zwar einen, doch bemerken sie ihn nicht, weil sie keine Beschwerden haben.
Wie wäre es, wenn du noch eine Zweitmeinung dazu einholst, bevor du dich unters Messer begibst?

Alles Gute und schöne Grüsse,

Carola-Elke

Reinardo
12.06.2006, 06:28
Danke Günter und Carola-Elke für Eure Informationen. Ich werde die Berechnung bis zu meinem nächsten Besuch beim Urologen vorbereiten.
Bzgl.des Leistenbruchs bin ich beruhigt. Ein Onkel von mir war in den 60er Jahren nach einer Leistenbruch-Operation/Lungenembolie verstorben; deshalb meine Furcht.
Gruss, Reinardo