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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erektionsstörung



Thomas
03.12.2007, 10:09
Hallo,
seit meiner radikalen Prostatektomie im Juli 2007 (Uniklinik München) leide ich an Erektionsstörungen. Trotz bester Aussichten vor der OP wegen der großen Erfahrung des Operateurs.
Die Behandlung zunächst mit Levitra (5 mg täglich), dann mit Viagra (25 mg täglich) hat bis jetzt nichts erbracht - außer hohen Kosten. Der ärztliche Rat heißt entweder "Machen Sie weiter so" oder "Probieren Sie es mit Testosteron-Gel" oder "Versuchen Sie es mit MUSE".
Methode 1 war, wie gesagt, bisher erfolglos,
Methode 2 ist riskant (Krebsrisiko) und
Methode 3 stellt mich vor hohe Hürden.
Ich habe mit 53 Jahren eigentlich nicht vor, mich damit abzufinden.
Wer kann mit seinen Erfahrungen weiterhelfen, in welche Richtung ich weiterüberlegen sollte.
Danke im Voraus!

Heribert
03.12.2007, 10:45
Hallo Thomas,
bei der nervschonenden Op wird versucht, das sehr feine Nerven- und Gefäßbändchen, welches zum Teil an der Prostatakapsel angehaftet ist, von dieser Kapsel zu entfernen ohne es zu verletzen. Diese Trennung findet im Mikrochirurgischen Bereich statt. Es ist also durchaus denkbar, dass es bei der Freilegung zu kleineren Verletzungen der Nervenbahnen gekommen ist.

Das bedeutet nicht, dass der jetzige Zustand unumkehrbar ist! Innerhalb von 1 bis 2 Jahren können die Nervenfasern in ihrer alten Hülle wieder ihren Weg finden. Deshalb ist das weitere Schwellkörpertraining für die Anregung der Nerven so wichtig.

Ich empfehle Dir ohne Dir dabei Stress zu machen und ohne die Erwartungshaltung zu hoch zu stecken, den Ratschlägen Deines Urologen zu folgen. Es ist sicher sehr quälend Vergleiche mit früher anzustellen, weil die Spontanität verloren gegangen ist. In Deiner Situation würde ich Versuche mit MUSE 500 favorisieren und weiter abwarten. Ich finde, auch diese Methode ist bei einem verständnisvollen Partner kein Problem.

Gruß Heribert

BurgerH
03.12.2007, 10:52
Hallo Thomas,

es gibt folgende Möglichkeiten, die Erektionsfäigkeit wieder herzustellen:

1.) PDE-5-Inhibitoren (Viagra, Cialis und Levitra), die aber nur wirken wenn a.) mindestens ein Teil der Nervenstränge erhalten ist und b.) eine sexuelle Anregung vorhanden ist.
2.) SKAT
Spritze mit dem Wirkstoff Alprostadil direkt in die Schwellkörper. Wirkt automatisch, meist zu gut mit einer zu langen und leicht schmerzhaften
Erektionl.
3.) MUSe
Da wird mit einer Kanüle durch die Harnröhre der gleich Wirkstoff wie bei der SKAT-Spritze eingeführt. Hat wegen starker Nebenwirkungen die Anwenderakzeptanz verloren.
4.) Vakuumpumpe
Gewöhnungsbedürftig; ich kenne aber begeisterte Anwender
5.) Penisimplante
In Deutschland nicht so verbreitet und geschätzt In USA das meist gebrauchte Hilfsmittel. Anwender aus unserer Gruppe sind sehr zufrieden damit, um nicht zu sagen geradezu "begeistert".


Gruß

Hansjörg

walter44
04.12.2007, 11:38
Hallo Thomas.
Bin in der gleichen Situation wie du. Bei mir helfen nach 42 Mon. nur noch Pornos und selber Hand an legen oder legen lassen.Alles Andere funktioniert bei mir nicht.Mit der Pumpe hast du eine Erektion aber etwas schmerzhaft und nicht so steif und lange wie früher auf natürlichem Wege.Hoffe ein wenig geholfen zu haben.Grüße Walter44

Unimax
09.01.2008, 17:54
Hallo liebe Forumsteilnehmer,
Als Frau eines Betroffenen möchte ich einen kurzen postiven Kommentar zu unserer Situation geben, um vielleicht manchen wieder Hoffnung zu geben.
Mein Mann wurde im September 07 radikal operiert, das Stadium ließ keine Nervenschonung zu.
Zum Glück ist Sexualität auch auf andere Art sehr befriedigend, wir sind seitdem achtsamer geworden und uns sehr nahe.
Aber die Potenz fehlte schon sehr, und die vorhandene Pumpe erlebten wir eher störend als helfend. Zu Skat konnte sich mein Mann nie überwinden. Fast wie ein Wunder war dann nach ca 9 Monaten die erste Spontanerektion in der Nacht. Seither wird es langsam immer besser, und mit Viagra ist mittlerweile auch schon GV möglich.
Natürlich ist es nicht wie früher, die Spontanität fehlt vor allem, aber da wir nicht so viel Hoffnung hatten erleben wir es als großes Geschenk.
Allen alles Gute von Unimax

vampire
09.01.2008, 19:41
Hallo liebe Forumsteilnehmer,
........... das Stadium ließ keine Nervenschonung zu.
.............nach ca 9 Monaten die erste Spontanerektion in der Nacht. Seither wird es langsam immer besser, und mit Viagra ist mittlerweile auch schon GV möglich.
Natürlich ist es nicht wie früher, die Spontanität fehlt vor allem, aber da wir nicht so viel Hoffnung hatten erleben wir es als großes Geschenk.
Allen alles Gute von Unimax

Hi,
wie kann es zu einer "Spontanerektion" kommen, wenn nicht nervenschonend operiert wurde ?
Bitte nicht falsch verstehen, ich freue mich für euch...aber das grenzt an ein Wunder !
Grüße aus Griesheim
Ralf

wowinke
10.01.2008, 16:05
Hallo Vampire,

klar ist das sich perifere Nerven regenerieren,
und dass damit auch bei einer nicht nervschonden OP eine Regeneration der Nerven durch Aussprossung der Axione aus dem Rückenmark erfolgt.

Fraglich ist dabei immer ob diesé dann dort ankommen wo sie "gebraucht" werden. Was hier glücklicherweise der Fall ist.

Gruß
Wolfgang

vampire
10.01.2008, 16:20
Hallo Vampire,

klar ist das sich perifere Nerven regenerieren,
und dass damit auch bei einer nicht nervschonden OP eine Regeneration der Nerven durch Aussprossung der Axione aus dem Rückenmark erfolgt.

Fraglich ist dabei immer ob diesé dann dort ankommen wo sie "gebraucht" werden. Was hier glücklicherweise der Fall ist.

Gruß
Wolfgang

Ahh..alles klar. Ich dachte immer, dass bei Entfernung der Nerven NIX MEHR geht...auch keine Regeneration. Na...wieder was dazugelernt!!

Helmut.2
10.01.2008, 17:26
Grüß Dich Vamiere,


von wowinke: klar ist das sich perifere Nerven regenerieren,
und dass damit auch bei einer nicht nervschonden OP eine Regeneration der Nerven durch Aussprossung der Axione aus dem Rückenmark erfolgt.

Da hoffe ich nach Jahren immernoch! Erst Gesten in der Nacht hatte ich davon geträumt, wahr das aufregent und morgens?

Gruß, Helmut