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shgmeldorf,Werner Roesler
09.12.2007, 15:01
BPS - Arbeitskreis: Fortgeschrittenes Prostatakarzinom

Die 7. Ordentliche Mitgliederversammlung des BPS fand am 01.12.2007 in Hannover mit der Wahl des neuen Vorsitzenden, Herrn Günter Feick, statt.

In Hannover wurden verschiedene Anträge zur veränderten Ausrichtung des BPS gestellt.

Einer dieser von Rudolf Stratmann, Werner Roesler und Günter Feick gestellten Anträge (der mit absoluter Mehrheit angenommen wurde) beinhaltete die Weichenstellung des BPS für eine "verstärkte Hinwendung und Beschäftigung mit dem fortgeschrittenen Prostatakrebs".

Es soll ein Kompetenznetz Prostatakrebs errichtet werden, ähnlich des bereits existierenden Netzes "Maligne Lymphome".
"Einem solchen PCa-Netz sollen Ärzte, Vertreter der Krankenkassen und Mitglieder des BPS angehören. Das Ziel dieses Verbundes ist es, Patienten schnell und umfänglich zu helfen und zu informieren über:

a. Kliniken und Ärzte mit besonderen erfahrungen in der Behandlung des fortgeschrittenen PCa;

b. Kontaktmöglichkeiten mit Patienten mit ähnlich schwerer Erkrankung;

c. Studien und Prüfzentren für kontrollierte klinische Behandlung des PCa;

d. Leistungen der Krankenkassen für Patienten in akut lebensbedrohender Situation."

(Über die weiteren behandelten Anträge wird zu einem späteren Zeitpunkt berichtet.)

Im Rahmen dieses zu errichtenden Kompetenznetzes hat sich nun ein Arbeitskreis im BPS gebildet, der sich mit den aktuellen Diagnostik- und Therapiekonzeptionen beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom befassen wird.

Federführend in diesem Arbeitskreis ist der Unterzeichner.

Gruß Werner R.

WinfriedW
09.12.2007, 16:19
Einer dieser von Rudolf Stratmann, Werner Roesler und Günter Feick gestellten Anträge (der mit absoluter Mehrheit angenommen wurde) beinhaltete die Weichenstellung des BPS für eine "verstärkte Hinwendung und Beschäftigung mit dem fortgeschrittenen Prostatakrebs"."Wenn Du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis" :rolleyes:

Spaß bei Seite, ich begrüße diese Idee. Was können wir hier dafür tun, dass dieses Vorhaben möglichst Schnell zum Erfolg geführt wird?

Winfried

knut.krueger
09.12.2007, 16:55
Hallo Werner,

Danke für die Information, und Du bist für diesen Arbeitskreis „der richtige Mann am richtigen Platz“. Ich finde es hervorragend, dass nun auf breiter Front sich mit fortgeschrittenem PK auseinander gesetzt wird, denn hier ist es am Nötigsten.
Es ist schon erstaunlich, was von diesem BPS-Treffen für neue Signale kommen und dazu passend ……… (http://youtube.com/watch?v=ErrVX5zX41w&feature=related)

Viel Erfolg wünsche ich Dir!

Gruß Knut.

shgmeldorf,Werner Roesler
09.12.2007, 20:15
"Wenn Du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis" :rolleyes:

Spaß bei Seite, ich begrüße diese Idee. Was können wir hier dafür tun, dass dieses Vorhaben möglichst Schnell zum Erfolg geführt wird?

Winfried

Hallo Winfried,

vielleicht hätten wir doch lieber Arbeitsgruppe und nicht Arbeitskreis als Bezeichnung nehmen sollen, aber dann hättest Du den schönen Reim nicht gehabt.

Wir sind noch ganz hart in der Gründungsphase. Die einzelnen Aufgaben sind noch nicht vom Umfang her bezeichnet und so logischerweise noch nicht koordiniert worden.

Für diese o.a. Aufgabe brauchen wir alle Informationen zum fortschreitenden PCa, die wir nur bekommen können.

So zu den Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten in den einzelnen Kliniken und, und, und..., um zunächst ersteinmal einen Überblick zu erhalten.

Was gibt es außer Docetaxel in der hormonrefraktären Phase, wo, unter welchen Bedingungen.

Und natürlich das dringend benötigte zentrale Studienregister.

Das hier, Knut und Winfried, sind nur einige Aufgaben, die wir u.a. ganz schnell angehen müssen.

Ich wünsche noch einen guten Sonntagabend.

Gruß Werner R.

Günter Feick
09.12.2007, 22:50
" Was können wir hier dafür tun, dass dieses Vorhaben möglichst Schnell zum Erfolg geführt wird?
Winfried

Hallo Winfried,

ich möchte keinen Tag vergehen lassen an dem wir nicht an diesem Vorhaben gearbeitet haben. Es gibt jedes Jahr aufs Neue zu viele Männer die Hilfe dringend brauchen.

Ich sehe zwei Aktionswege auf denen wir uns paralell bewegen sollten. Das ist einmal die Organisation der Mitarbeit/Kommunikation von Patienten im Arbeitskreis Schwerbetroffene, um zu versuchen durch Wissens- u. Erfahrungstransfer die Chancen der Schwerbetroffenen zu verbessern.

Dazu gehören Sammlung u. Weitergabe von Informationen über -

Erfahrungen der Patienten mit Wirkung u. Nebenwirkungen von Therapieprotokollen
Einschlussmöglichkeiten in Studien
Studienergebnissen die sich auf die Situation von Schwerbetroffenen beziehen
Kliniken u. Ärzte die auch andere als Taxan basierte Therapieformen anbieten
Kliniken u. Ärzte die komplementäre onkologische Therapien durchführen
Kliniken u. Ärzte die komplementäre u. alternative Prostatakrebs Therapien durchführen
Kliniken u. Ärzte mit guten Palliativ- und Schmerztherapieangeboten
Gerichtsurteile/laufende Verfahren, die sich mit der Kassenfinanzierung von off-label Therapien befassen.

Auf dem zweite Aktionsweg sollten wir mit den relevanten Medizinischen Fachgesellschaften zusammentreffen, um die Möglichkeiten u. Methoden für die Bildung eines ärztlichen Kompetenznetzes zu besprechen und um dieses zu initiieren. Die Organisation eines informellen, ärztlichen Hilfs- u. Kompetenznetzes sollte versucht werden, solange eine offizielle Aufstellung nocht nicht erreicht ist.

Die Finanzierung eines Kompetenznnetzes für schwerbetroffene Prostatakrebspatienten durch das Bundesministerium für Bildung u. Forschung sollte angestrebt werden, analog zur Finanzierung der anderen bestehenden medizinischen Kompetenznetze.

Der Arbeitskreis kann jede Hilfe gebrauchen die er bekommen kann, es geht um sehr viel. Deine und anderer Mitarbeit ist erwünscht.

Günter

shgmeldorf,Werner Roesler
18.12.2007, 12:58
BPS Arbeitskreis: Fortgeschrittener Prostatakrebs

11 Männer sind jetzt im Arbeitskreis zum fortgeschrittenen Prostatakrebs!

Die Arbeit hat bereits begonnen, aber wir sind noch in der Gründungsphase.

Wir wollen uns zunächst einen Überblick über die bestehende Situation in Deutschland verschaffen.

Wir hoffen, dass wir auch nun von ärztlicher und wissenschaftlicher Seite die Unterstützung bekommen, die für unsere Arbeit essentiell wichtig ist.

Der BPS wird in den nächsten Wochen offiziell die entsprechenden Gremien und Verbände der Ärzte und die weiteren dafür notwendigen Organisation kontaktieren.

Wir, von der Prostatakrebs - Selbsthilfe, müssen nun diese Aufgaben zur besseren Versorgung der schwerbetroffenen Prostatakrebspatienten ohne ideologische Scheuklappen und Befindlichkeiten angehen.

Unsere Arbeit dient nur dem einen Ziel, den schwerkranken Männern endlich bessere Therapiemöglichkeiten aufzeigen zu können. Dazu gehört auch eine bessere diagnostische Behandlungsgrundlage und Therapiebegleitung.

Für diese Aufgabe - die wahrlich sehr, sehr schwierig und kompliziert ist - brauchen wir auch die Unterstützung aller uns wohlgesonnenen Frauen und Männer.

Mit unseren besten Wünschen zum Weihnachtsfest und für das neue Jahr sagen wir - vom Arbeitskreis zum fortgeschrittenen Prostatakrebs - allen so schwer an Prostatakrebs erkrankten Männern, deren Frauen, Partnern, deren Familienangehörigen und Freunden, wir werden alles was möglich ist tun, damit unsere Arbeit schon im kommenden Jahr einen bescheidenen Beitrag dazu leisten kann, diese schreckliche, oft ganze Familien zerstörende Krankheit von epidemischen Ausmaßen für diese Männer nicht mehr tödlich sein zu lassen.

Zuletzt denken wir noch an unsere Verstorbenen, die uns in diesem Jahr und in den Jahren zuvor diese Verpflichtung für unsere Arbeit auferlegt haben

Gruß Werner R.

JochenM
03.01.2008, 14:56
Lieber Werner R. und Mitstreiter,
das ist ein hervorragender Beschluss, der dort getroffen wurde! Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg und weiss heute schon, dass ganz, ganz viele Betroffene (meinen Mann und mich eingeschlossen) hiervon profitieren werden!

Mit den besten Wünschen für 2008
P. Muellenbach

shgmeldorf,Werner Roesler
13.01.2008, 16:41
Hallo JochenM,
mein zweiter Versuch die Professor Heidenreich Informationen hier hinein zu platzieren:


Hormonrefraktäres PCa: Weitere Therapieansätze <o>:</o>


<hr style="color: rgb(209, 209, 225);" align="center" noshade="noshade" size="1" width="100%">

Zur erweiterten Diskussion, für persönliche Überlegungen zur eigenen Therapie und nicht zuletzt auch für die Betrachtung möglicher Perspektiven.

Quelle: "Der Mann"

Das Prostatakarzinom (PCA) stellt in Europa inzw-
schen die dritthäufigste Krebstodesursache hinter
dem Bronchial-Karzinom dar. In der Inzidenz führt das
Prostata-Karzinom als häufigste maligne Erkrankung
des Mannes (Robert-Koch Institut 2004). Die Therapie-
Optionen des lokalisierten PCa beinhalten das „Wait
and see“ bzw. die chirurgische oder medikamentöse
Kastration bei Patienten, die aufgrund ihres Alters oder
vorhandener Ko-Morbiditäten nicht für eine kurative
Therapie in Frage kommen. Kurative Therapieansätze
stellen nach wie vor die radikale Prostatektomie sowie
die verschiedenen Formen der Strahlentherapie dar.
Dabei stehen die perkutane Bestrahlung, die HDR-
Brachytherapie (Afterloading) sowie die LDR-Brachy-
therapie (Seed-Implantation) zur Verfügung.
Die Standard-Therapie des fortgeschrittenen Prostata-
karzinoms besteht in der primären antiandrogenen
Therapie, welche zu einem progressionsfreien Inter-
vall von ca. 3 Jahren führt (Abbildung 1). Im PSA-Pro-
greß nach primärer antiandrogener Therapie stehen
heutzutage verschiedene sekundäre Hormontherapi-
en zu Verfügung. Hierzu zählen Inhibitoren der adre-
nalen Testosteron-Synthese, Östrogene und Steroide.
Einen weiteren interessanten Therapieansatz stellt die
Kombination von einem Somatostatin-Analogon mit
Estradiol dar, welcher derzeit im Rahmen von klini-
schen Studien untersucht wird (Studienzentrale Uni-
Köln). Kommt es auch unter der sekundären Hormon-
therapie zu einem Progreß der Erkrankung, befindet
sich der Patient im Stadium des hormonrefraktären
Prostatakarzinoms, welches resistent gegenüber allen
hormonellen Maßnahmen ist.

Da in der Vergangenheitder Terminus des hormon-
refraktären Prostatakarzinoms nicht eindeutig definiert
war, hat die „PSA Working Group“ folgende Merkmale
dafür festgelegt:

(1) Testosteron-Serumspiegel im Kastrationsniveau
(< 50 ng/ml),
(2) PSA-Progreß nach Antiandrogen-Entzug,
(3) drei konsekutive PSA-Anstiege ≥ 25 % des PSA-
Nadirs oder
(4) Progression bi-dimensional meßbarer Metastasen.

Die Standardtherapie des hormonrefraktären Pro-
statakarzinoms besteht in einer Taxan-basierten Che-
motherapie. Darüber hinaus wird derzeit in Therapie-
studien ein molekularer Therapieansatz im Sinne einer
„targeted therapy“ untersucht. Auf die verschiedenen
Chemotherapien sowie die Ergebnisse der ersten Stu-
dien mit monoklonalen Antikörpern (MAB) und Si-
gnaltransduktionsinhibitoren (STI) wird im folgenden
eingegangen.

Im Stadium des hormonrefraktären Prostatakarzi-
noms wurden in der Vergangenheit zahlreiche Che-
motherapeutika als Monotherapie eingesetzt. Dabei
zeigten sich Ansprechraten zwischen 10 -25 % ohne
Nachweis eines Überlebensvorteils für die Patienten.
Auch die Fortentwicklung der Antrazykline wie das
pegylierte, liposomal verkapselte Doxorubicin hat
beim HRPCA nicht den erwarteten Fortschritt erbracht.
Die Kombination von Mitoxantron und Kortiko-
steroiden konnte zumindest eine Reduktion der tumor-
bedingten Knochenschmerzen und damit eine Verbes-
serung der Lebensqualität erreichen. Der heutige
Standard der Chemotherapie des hormonrefraktären
Prostatakarzinoms stellt eine multimodale Tumorthe-
rapie dar. Hierbei werden vor allem Taxane als Chemo-
therapeutikum eingesetzt, welche ein gutes Anspre-
chen der viszeralen Metastasen zeigt. Bisphosphonate
stellen eine sinnvolle Kombination zur Prävention und
Therapie von Skelettmetastasen dar. Stimulatoren der
Erythropoese ergänzen den multimodalen Therapiean-
satz nicht nur im Hinblick auf die Tumoranämie, son-
dern können auch zur Effektivität der Chemotherapeu-
tika beitragen.

Chemotherapie mit Docetaxel
Neben zahlreichen Phase-II-Studien konnten zwei kürz-
lich veröffentlichte Phase-III-Studien erstmals einen
Überlebensvorteil einer Chemotherapie mit Docetaxel
beim HRPCA zeigen. Die SWOG 9916-Studie verglich
eine Therapie von 60 mg Docetaxel/m2 (d2) und Estra-
mustin (280 mg d1-5) alle 21 Tage mit der Kombination
Mitoxantron (12 mg/m2) und Prednisolon (2 x 5 mg/d)
alle 21 Tage. Hierbei zeigte sich ein Überlebens-
vorteil der Docetaxel-basierten Therapie von 18 vs. 15
Monate (p = 0,008) und einem progressionsfreien In-
tervall von 6 vs. 3 Monaten.
Die TAX 327 war eine Phase-III-Studie mit 3 Thera-
pie-Armen: (1) Docetaxel (75 mg/m2 alle 21 d) und
Prednisolon (10 mg/d); (2) Docetaxel (30 mg/m2/Wo-
che) und Prednisolon (10 mg/d) über 5 Wochen, ge-
folgt von 1 Woche therapiefreiem Intervall; (3) Mito-
xantron (12 mg/m2) und Prednisolon (10 mg/d) alle 21
Tage. In dieser Studie zeigte sich ebenfalls ein Überle-
bensvorteil der Docetaxel-basierten 3-wöchentlichen
Therapie mit einem Gesamt-Überleben von 18,9 vs.
17,4 vs. 16,5 Monaten. Darüber hinaus zeigte sich
ein signifikanter Unterschied bei der Schmerzreduktion
von 31-35 % im Docetaxel-Arm gegenüber 22 % im
Mitoxantron-Arm. Die Ergebnisse dieser Studie führten
zur Zulassung von Docetaxel als Monotherapie beim
HRPCA durch die Food and Drug Administration (FDA)
in den USA. Bei der Wahl zwischen der 3-wöchent-
lichen und der wöchentlichen Gabe von Docetaxel
sollte mit einbezogen werden, daß das Auftreten von
Grad-3/4-Neutropenien von 32 % auf 1,5 % durch die
wöchentliche Gabe von Docetaxel gesenkt werden
kann. Bei erneutem Progreß ist eine Wiederholung der
Chemotherapie zu erwägen, wenn initial die Therapie zu
einem 50 %igen PSA-Abfall geführt hat. Derzeit stellt
jedoch die Applikation von Docetaxel mit einer Do-
sierung von 75 mg/m2 in 3-wöchentlichen Intervallen
den zugelassenen Standard der Therapie dar.
Ergebnisse aktueller Studien zeigen auch ein sehr
gutes Ansprechen auf die Kombination von Docetaxel
mit Mitoxantron. Hierbei wird Docetaxel in einer Do-
sierung von 60 mg/m2 mit 8 mg Mitoxantron 3-wö-
chentlich appliziert. In einer Phase-II-Studie zeigte sich
dabei ein PSA-Ansprechen von > 50 % in 72 % der
Patienten. Das PSA-rezidivfreie Intervall liegt bei ei-
nem mittleren Follow-up von 17,5 Monaten derzeit bei
16,15 Monaten. Die mittlere Überlebenszeit betrug
hierbei 27,6 Monate.

Bisphosphonate
Bisphosphonate können zur Prävention skelettbezoge-
ner Komplikationen sowie zur Palliation metastasen-
bedingter Knochenschmerzen eingesetzt werden.
Komplikationen der Skelettmetastasen beinhalten pa-
thologische Frakturen, Spinalkanal-Stenosen sowie die
Notwendigkeit einer Strahlentherapie oder einer chir-
urgischen Intervention. Bei 80 % der Patienten treten
darüber hinaus Knochenschmerzen auf. In der bisher
größten Phase-III-Studie mit Zoledronsäure konnte
Zometa 4 mg i.v. alle 3 Wochen die Rate skelettbezo-
gener Komplikationen gegenüber Placebo von 49 %
auf 38 % senken. Auch wurde das zeitliche Intervall
bis zum Auftreten symptomatischer skelettaler Ereignisse
signifikant von 321 auf 458 Tage verlängert. Auf die
Progression oder das Überleben hat Zoledronsäure
keinen Einfluß. Beachtet werden sollte jedoch, daß es
unter der Behandlung mit Zoledronsäure zu einer
Verschlechterung der Nierenfunktion kommen kann.
Daher muß die Dosis an die Kreatinin-Clearance ange-
paßt werden. Zur Behandlung der Knochenschmerzen
wurde Ibandronat (Bondronat®) in Studien erfolgreich
eingesetzt. Eine initiale Aufsättigung mit 6 mg Ibandro-
nat i. v. über 3 Tage und eine Erhaltungsdosis von 6 mg
4 Wochen konnte in 92 % eine signifikante Schmerzreduk-
tion erreichen, die konsekutiv zu einer Verbesserung des
Karnofsky-Index der Patienten führte

Erythropoetin
Anämien treten bei 10 - 40 % aller Krebspatienten auf.
Gerade Patienten mit multiplen Skelettmetastasen wei-
sen häufig Anämien auf. Darüber hinaus kommt es
durch Docetaxel-basierte Chemotherapien in 81 % zu
Grad-1/2- und in 9 % zu Grad-3/4-Anämien. Die
Anämie trägt dabei zur Entwicklung des Fatigue-Syn-
droms bei, das in 60-90 % aller Tumorpatienten auf-
tritt. Die Behandlung der Anämie umfaßt neben der
Transfusion von Erythrozyten-Konzentraten die Gabe
von Erythropoetin. Die Indikation für eine Erythropoe-
tin-Therapie sollte bei Patienten mit einem Hb-Wert
< 12 mg/dl nach den Empfehlungen des National
Comprehensive Cancer Network (www.nccn.org (http://www.nccn.org/)) oder
der ASCO erwogen werden. Vor Beginn sollte in
jedem Fall der Eisen- und Vitamin B12-Haushalt zum
Ausschluß anderer Ursachen der Anämie untersucht
werden. Gebräuchliche Dosierungen beinhalten ent-
weder 40.000 I.E. Epoetin alpha/Woche oder 3 µg/kg
KG Darbepoetin alle 2 Wochen. Kommt es 2 Wochen
nach Therapiebeginn zu einem Hb-Wert-Anstieg um
1 g/dl, kann die Dosis um 25 % reduziert werden. An-
dernfalls ist eine Erhöhung der Dosis zu erwägen.
Steigt der Hb-Wert > 12 g/dl, kann die Therapie ausge-
setzt werden, bis der Hb-Wert erneut unter 12 g/dl ab-
fällt (www.nccn.org).
Neben der Prävention und Therapie der Anämie
und der Fatigue wird Erythropoetin auch unter der Vor-
stellung eingesetzt, die Ansprechrate der Chemothera-
pien über die verbesserte Gewebe-Oxygenierung zu
erhöhen. Dieser Zusammenhang wurde in der abge-
schlossenen, aber nicht ausgewerteten Phase-II-Studie
der AUO mit Docetaxel/Estramustin in Kombination
mit Epoetin-Alpha untersucht.

Molekulare Therapieansätze
Maligne Zellen zeichnen sich durch eine Aktivierung
verschiedener Signalwege aus, die einen Einfluß auf
die Proliferation und Induktion von Apoptose ausüben.
Diese Signalwege nehmen ihren Ausgang von Trans-
membran-Rezeptoren der Zellmembran, die dann meist
über eine Proteinkinase an der intrazellulären Domä-
ne eine Signalkaskade nach Bindung eines Liganden
aktivieren. Darüber hinaus erlangen die Tumorzellen
die Fähigkeit, invasiv zu wachsen und eine Angio-
genese zu induzieren. Die Modulation und Hemmung
dieser Signalwege bei einem malignen Tumor stellt
eine vielversprechende Therapieoption mit dem Ziel
der Kontrolle der Proliferation und Induktion von Apo-
ptose dar. Dabei ist es offensichtlich, daß die
Blockierung nur eines dieser Signalwege keinen gro-
ßen Einfluß auf die Biologie eines Tumors haben kann.
Aufgrund einer Überexpression bestimmter Rezepto-
ren kann jedoch auch eine Monotherapie ein Anspre-
chen bei einzelnen Patienten induzieren. Die bekann-
testen Signalwege stellen die Systeme des Epidermal
Growth Factor (EGF), des Vascular Endothelial Growth
Factors (VEGF) und des Platelet-derived Growth Fac-
tors (PDGF) dar.

Epidermal Growth Factor Rezeptor beim Prostata-
karzinom
Der Epidermal Growth Factor Rezeptor gehört zur
Gruppe der erbB-Rezeptoren (erbB1/Her-1) und wird
von den meisten Prostatakarzinomen exprimiert. Da-
bei ist die EGFR-Expression in hormonrefraktären Pro-
statakarzinomen gegenüber den hormonsensitiven
Prostatakarzinomen erhöht. Eine hohe Expression des
EGFR ist darüber hinaus mit einer schlechten Prognose
assoziiert. Verschiedene Liganden des Rezeptors wie
der Epidermal Growth Factor (EGF), Tumor-Nekrose-
Faktor (TNF-α), Amphiregulin- und Heparin-binden-
des EGF führen zur Steigerung der Proliferation.
Die erste klinische Studie mit Gefitinib (Iressa), einem
Inhibitor der intrazellulären Proteinkinase-Domäne des
EGFR, zeigt jedoch lediglich eine PSA-Ansprechrate
von 3,5 %, wohingegen knapp 70 % der Patienten sogar
einen PSA-Progreß unter der Therapie aufwiesen.
In einer aktuellen Studie an 35 Patienten mit einem
Prostatakarzinom, die entweder 250 oder 500 mg
Gefitinib erhalten haben, zeigt sich bei keinem der
Patienten ein PSA-Ansprechen. Cetuximab (Erbitux),
ebenfalls ein EGFR-Antagonist, wurde bisher noch
nicht in klinischen Studien beim Prostatakarzinom
eingesetzt.
Klinische Studien an Patienten mit nicht-kleinzelli-
gen Bronchialkarzinomen zeigten ebenfalls niedrige
Ansprechraten zwischen 10 und 19 %. Eine
Subgruppe von Patienten zeichnete sich jedoch durch
ein rasches und ausgprägtes Ansprechen auf die
Monotherapie mit Iressa aus. In dieser Subgruppe von
Patienten konnten dann spezifische Mutationen des
EGF-Rezeptors nachgewiesen werden, die als Ursache
für die erhöhte Sensitivität gegenüber Iressa verant-
wortlich gemacht werden. In einer aktuellen
Studie konnte dieser Zusammenhang bestätigt wer-
den. Dabei stellt die EGFR-Mutation einen Prädiktor
für das Ansprechen auf Iressa und das Überleben von
Patienten mit einem NSCLC dar. Auch für die dem
EGFR nachgeschaltete Proteinkinase Kras wurden Mu-
tationen nachgewiesen und das Vorhandensein einer
Mutation des Exons-2 korreliert mit einer Resistenz
gegenüber Iressa. Aktuelle Untersuchungen beim
HRPCA werden derzeit von unserer Arbeitsgruppe
durchgeführt, um individuelle Therapiekonzepte auf
molekularer Basis zu entwickeln.

Her-2/neu (erbb2) beim Prostatakarzinom
Her-2/neu (auch als erbb2 bekannt) gehört zur EGFR-
Familie. Die Überexpression von Her-2 wird in ver-
schiedenen Tumoren gefunden und gilt als Marker für
eine schlechte Prognose. Beim Prostatakarzi-
nom scheint die Überexpression von Her-2 für die
Transformation zum hormonrefraktären Stadium eine
Rolle zu spielen. Auch für das Her-2 wurden be-
reits aktivierende Mutationen beschrieben, die für die
Progression von Mammakarzinomen wichtig sind.
Beim Prostatakarzinom wurden diese Mutationen
noch nicht untersucht. Darüber hinaus gibt es keine
Erkenntnisse über einen Zusammenhang zwischen
dem Vorhandensein dieser Mutationen und dem An-
sprechen auf Trastuzumab (Herceptin), einem mono-
klonalen Antikörper gegen Her-2. Klinische Phase II-
Studien mit Trastuzumab bei Patienten mit einem
Prostatakarzinom zeigen PSA-Ansprechraten von ca.
20%. Darüber hinaus konnte bisher kein Zu-
sammenhang zwischen der Expression von HER-2 und
dem Ansprechen auf Trastuzumab gefunden werden.

Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) beim
Prostatakarzinom
Der Vascular Endothelial Growth Factor gilt als der
wichtigste Induktor der Aniogenese. Beim Prostata-
karzinom konnte eine Korrelation zwischen der VEGF-
Expression und der Gefäßdichte gezeigt werden [29,
30]. In vivo konnte bereits gezeigt werden, daß Ant-
agonisten des VEGF das Wachstum humaner Prostata-
karzinom-Xenografts in Mäusen hemmt [31, 32]. Es
wird vermutet, daß beim Prostatakarzinom VEGF vor-
nehmlich von neuroendokrin differenzierten Zellen
produziert wird und neben dem neo-angiogenetischen
auch einen direkten wachstumsfördernden Effekt auf
die Prostatakarzinomzellen hat [33]. Thalidomid gilt
sowohl als Antagonist für VEGF als auch für den Fibro-
blast growth factor (FGF) und IL-6. Studien mit Thali-
domid bei Patienten mit einem Prostatakarzinom zeigen
PSA-Ansprechraten zwischen 15 und 18 % [34, 35]. In
Kombination mit Docetaxel zeigen sich signifikant
günstigere Ergebnisse bezüglich des mittleren Über-
lebens und der 18-Monate-Überlebensrate im Ver-
gleich zur Docetaxel-Monotherapie [36]. Mutationen
des VEGF-Rezeptors oder der Tyrosin-Kinase, die den
Effekt von VEGF-Inhibitoren erhöhen oder inhibieren,
sind bisher nicht beschrieben.

Platelet derived growth factor (PDGF) beim
Prostatakarzinom
Der Platelet derived growth factor (PDGF) hat eine
Tyrosin-Kinase-Domäne, welche für die Aktivierung
verschiedener Onkogene verantwortlich ist [37]. PDGF
selbst fördert die Mitose und gilt als Inhibitor der Apo-
ptose [38]. Darüber hinaus scheint PDGF an der Ent-
wicklung von Knochenmetastasen beim Prostatakarzi-
nom beteiligt zu sein [39]. Imatinib (Glivec) bindet
und inhibiert die Tyrosin-Kinase des PDGF-Rezeptors.
Daneben hemmt es das Bcr-abl-Onkoprotein, welches
vor allem bei der chronisch-myeloischen Leukämie
eine wichtige Rolle spielt [40]. Im Tiermodell hemmt
Imatinib die Entstehung von Knochen- und Lymphkno-
tenmetastasen bei Nackt-Mäusen mit einem hormon-
refraktären Prostatakarzinom [39]. Bei Veränderungen
in der Signalkaskade im Sinne von Amplifikationen
der Tyrosin-Kinase, Mutationen der ATP-Bindungsdo-
mäne der Tyrosin-Kinase sowie die Expression des
Glykoproteins (MDR-1) kommt es zu einer Resistenz
gegenüber Imatinib [41].
In einer klinischen Phase-II-Studie mit Imatinib bei
21 Patienten mit einem PSA-Progreß nach Lokalthera-
pie eines Prostatakarzinoms zeigte sich bei keinem der
Patienten ein Abfall des PSA-Wertes. Dagegen waren
62% der Patienten unter der Therapie PSA-progredient
[42]. Derzeit wird die onkologische Effektivität von
Imatinib bei Patienten mit einem PSA-Progreß nach
radikaler Prostatektomie an unserer Institution im Rah-
men einer klinischen Phase-II-Studie der AUO über-
prüft.

c-Kit beim Prostatakarzinom
c-Kit gehört zu den Typ III-Tyrosin-Kinase-Rezeptoren
und wird in vielen verschiedenen benignen und mali-
gnen Geweben exprimiert (Paronetto MP, 2004). Dar-
über hinaus werden Dysregulationen des c-kit-Gens
für die maligne Transformation verschiedener Zellen
verantwortlich gemacht [43, 44]. c-Kit und dessen Li-
gand SCF wird in vielen Tumoren überexprimiert und
ist in der Lage, das Wachstum der Zellen über einen
autokrinen und parakrinen Signalweg zu stimulieren
[43].
Mutationen des KIT-Protoonkogens wurden vor al-
lem bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) be-
schrieben [43]. Dabei handelt es sich um sog. „Gain-
of-function“-Mutationen, die dazu führen, daß die
KIT-Signalkaskade ohne Bindung eines Liganden akti-
viert werden kann. Bei GIST zeigt Imatinib sehr gute
Ansprechraten gerade bei Vorhandensein der aktivie-
renden Mutationen. Beim Prostatakarzinom finden
sich in der Literatur keine Untersuchungen zu den be-
schriebenen Mutationen des KIT-Protoonkogens.
Neben Mutationen, die den Wild-Typ c-Kit betref-
fen, wurde auch ein sog. Truncated c-Kit beschrieben.
Dabei handelt es sich um ein verkürztes c-Kit-Protein,
welches in verschiedenen Zell-Linien nachgewiesen
wurde [45]. Das tr-Kit wiederum ist ein potenter Akti-
vator der Src-Kinase, die eine wichtige Rolle für die
Proliferation und Metastasierung von androgensensiti-
ven und -insensitiven Prostatakarzinomen spielt [46,
47]. c-Kit wird ebenfalls von Imatinib inhibiert, wel-
ches kein Ansprechen in einer ersten klinischen Studie
bei Patienten mit einem PSA-Rezidiv zeigte [42].

Zusammenfassung und Ausblick
Die Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms
hat sich in den letzten Jahren gewandelt und erstmals
konnte mit einer Docetaxel-basierten Chemotherapie
ein Überlebensvorteil beim Prostatakarzinom nach-
gewiesen werden. Dennoch ist das PSA-rezidivfreie
Intervall im Mittel von 6 Monaten sehr kurz, so daß ist
die Entwicklung effektiver Kombinationstherapien Vor-
aussetzung für die weitere Verbesserung des Überle-
bens der Patienten darstellt.
Der Einsatz monoklonaler Antikörper (MAB) sowie (Ab hier zur weiteren Therapie lesen !)
von Signaltransduktionsinhibitoren (STI) stellt dabei
eine interessante Therapieoption dar. Die Ergebnisse
der ersten Studien mit einem PSA-Ansprechen zwi-
schen 0 -18 % sind bisher enttäuschend. Einen Grund
dafür kann jedoch der unselektionierte Einsatz der
Substanzen ohne vorherige Expressionsanalyse der
Rezeptoren darstellen. Wie auch beim Mamma- und
Bronchial-Ca erscheint es sinnvoll, die Expression der
Rezeptoren sowie das Vorhandensein bestimmter Re-
zeptor-Mutationen vor Einleitung der Therapie zu unter-
suchen. Hierdurch ließe sich ein individueller, tumor-
spezifischer Therapieansatz für jeden Patienten unter
der Vorstellung erstellen, die Aussicht auf ein Anspre-
chen des Tumors zu erhöhen. Derartige Therapieansätze
werden an unserer Institution initiiert, indem Biopsien
aus Metastasen oder der in situ verbliebenen Prostata
immunhistochemisch und molekular auf die Expression
von c-Kit, PDGFR, EGFR, VEGF und Her-2/neu analy-
siert werden. Abhängig vom Expressionsmuster wird
eine niedrig-dosierte Docetaxel-Therapie in Kombina-
tion mit einem STI eingeleitet.


Artikel von Professor Heidenreich : Zur Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms (vor ca. einem Jahr hatte mein Kollege Dieter, den ich hiermit grüße, diesen Aufsatz schon einmal in das Forum gestellt.)


Gruß Werner R.<o></o><o></o><o>
</o>

shgmeldorf,Werner Roesler
13.01.2008, 17:14
Hilflos

erscheint ein Beitrag von Herrn Professor Dr. Jürgen Gschwend (Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München) in der neuesten Ausgabe des BPS-Magazins!

Was kommt nach Docetaxel: "Für Patienten, die mit Docetaxel vorbehandelt sind und darunter eine Progression ihrer Erkrankung zeigen, gab es bislang keine zufrieden stellende Therapiealternative."

Nun wurde das Medikament Satraplatin in einer großen internationalen Phase III - Studie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe untersucht.

Immerhin zeigt diese Studie eine "Verlängerung der medianen progressionsfreien Überlebenszeit von 9,7 Wochen in der Kontrollgruppe auf 11,1 Wochen in der Satraplatingruppe."

Immerhin soll eine Reduktion der Schmerzprogression erfolgen.

Also Satraplatin soll es mit 1,4 Wochen richten !

Alle Achtung, welche Aussichten für uns schwer kranke Männer !

Was sagt nun der Professor zur therapeutischen Zukunft ?

"Aktuell gibt es eine Vielzahl von neuen Medikamenten, die entweder alleine oder in Kombination mit einer Docetaxel basierten Chemotherapie in klinischen Studien untersucht werden.

Es bleibt zu hoffen, dass wir damit in den kommenden Jahren weitere neue Medikamente zur Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms in die Hand bekommen."

So, liebe Männer, die Ihr ein fortgeschrittenes Prostatakarzinom Euer Eigen nennt, so sieht die traurige Realität hier bei uns im Lande aus.

Herr Professor Gschwend, wir Betroffene sagen Ihnen, so geht das nicht weiter.

Wir sind nicht mehr bereit, uns mit dieser Hilflosigkeit und diesen Unzulänglichkeiten abspeisen zu lassen.


Gruß Werner R.


Nachtrag: Die neueste Ausgabe des BPS - Magazins (3/2007) kann beim BPS bestellt werden, oder Ihr bekommt diese bei Eurer Selbsthilfe-Gruppe um die Ecke !

Reinardo
03.02.2008, 07:05
Hallo Werner:-

Ich gehöre Eurem Arbeitskreis zwar nicht an, möchte das auch gar nicht, weil ich mich vorrangig mit dem Niedrig-Risiko-Krebs befasse und zeitlich nicht mehr schaffen würde. Jedoch hat ein guter Bekannter von mir, Teilnehmer an der Glivec-Studie, mir vor einigen Tagen einen Brief geschrieben, aus welchem ich einige Passagen zitieren möchte, weil sie mir für die Therapie des fortgeschrittenen Prostatakrebs bedeutsam scheinen:

"Ich sehe meinen PCa als ein Kompositum von Krebszellen unterschiedlicher Differenzierung an, daher hat m.E. auch jedes Medikament nur eine bestimmte Bandbreite der Wirkung auf bestimmte Tumorzellen. "Der Prostata-Tumor" ist eigentlich auch die falsche Bezeichnung , da "unser" Tumor keine homogene Struktur hat, wir müssen deshalb von Tumor-Komponenten sprechen, die aufgrund ihrer Pluriformität unterschiedlich auf Therapien reagieren. Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, dass unser PCa ein multifaktorielles Geschehen darstellt und dass man daher gegen diese Erkrankung demnach nur mit verschiedenen Therapie-Elementen vorgehen könne. Da die komplexen Vorgänge unserer Krebserkrankung bisher nur ansatzweise verstanden werden, wird mit schwerstbetroffenen PCa-Patienten meistens lediglich "herumexperimentiert".
Jedenfalls zeigt der primitive Einsatz von Docetaxel als Monotherapie - hinzu kommt, dass diese "Therapie" fast regelmässig - meist ohne Berücksichtigung der Komorbiditäten des Patienten - ohne Gedeih und Verderb in dem extrem hämatotoxischen 75 mg/m2-Regime verabreicht wird!!!) wie die Situation in unserem Lande ausschaut (so die Einschätzung eines der versiertesten und kenntnisreichsten Forum-Teilnehmer).

Metronomische Medikation: die intelligente Variante zur "maximum tolerated doses"-Chemo.
Dass die Chemotherapie der Prof. Reichle-Studie nicht in der sehr toxischen "maximum tolerated doses" verabreicht wird, sondern durch eine metronomische Gabe, d.h. kleine Dosen täglich gegeben und als ununterbrochenes Schema, war mir von Beginn an sympathisch. Die Rationale der metronomischen Chemo basiert auf dem Einsatz von niedrig dosierten, dafür aber kontinuierlich zugeführten Medikamenten.
Bekanntlich benötigt konventionelle Chemo, welche normalerweise in sehr toxischen Dosen gegeben wird, nicht zuletzt wegen gravierender hämatotoxische Negativwirkungen nach 75 mg/m2 Docetaxeltherapie Pausen zwischen den einzelnen Zyklen. Gerade diese Pausen scheinen kontraproduktiv bzgl. eines nachhaltigen therapeutischen angiogenetischen Effekts zu sein.
Schon vor 30 Jahren hat der kürzlich verstorbene am. Arzt Dr. Judah Folkman erkannt, dass bei der hochdosierten Chemo die Angiogenese dadurch nicht unterbunden werden könne, da die Endothelzellen in den zyklusbedingten Pausen der Chemo zu viel Zeit hätten, um die Blutversorgung wiederherzustellen."

Ich weiss nicht, ob Ihr mit diesen Hinweisen etwas anfangen könnt, mir erschienen diese Worte eines Scherstbetroffenen jedoch so beachtlich , dass ich sie nicht in der Ablage verschwinden lassen wollte. Mein Bekannter geht keineswegs "blind" an seine Therapie heran, setzt sich vielmehr intensiv auch theoretisch hiermit auseinander.
.
Wie beim Niedrig-Risiko-Krebs, wo es an einer Übertherapie krankt, werden auch beim fortgeschrittenen Prostatakrebs, wo man eine skandalöse Unterversorgung beobachtet, werden die Impulse und Fortschritte wahrscheinlich auch von den Patienten selbst kommen müssen.

Gruss, Reinardo

hartmuth
03.02.2008, 09:27
Hallo Reinardo,

den Auszug aus einem Schreiben Deines Bekannten zu veröffentlichen, das war eine gute Idee. Nach allem was ich mir bisher erlesen habe und aus dem Stdium von PK-Verläufen ableiten konnte, ist die hier dokumentierte Sichtweise unserer Erkrankung auf dem richtigen Wege, um Therapien gezielter und effektiver nutzen zu können.

Grüße aus Rudersberg
Hartmut

shgmeldorf,Werner Roesler
03.02.2008, 11:16
Hallo Reinardo,

alles was Du da von Deinem "Bekannten" geschildert hast, sehe ich auch so.
Die Therapie des fortgeschrittenen Prostatakrebses wird nur dann auf Dauer erfolgreich sein, wenn endlich eine vernünftige primäre und dann die Therapie begleitende Diagnostik selbstverständlich wird. Ausgehend von einer optimalen Diagnostik der jeweilig individuellen Tumorerkrankung könnte dann auch eine gezielte individuelle Therapie erfolgen.

Das passiert leider in der Regel nicht !


Wenn wir Männer von der Prostatakrebs-Selbsthilfe mit den Herren Professoren und Ärzten sprechen, dann bejahen diese die oben geschilderten Notwendigkeiten auch.

Nur wird dann im gleichen Atemzug gesagt, diese präzisen Möglichkeiten der Diagnostik seien so noch nicht vorhanden. Oder es wird behauptet, die Aussagekraft der auf dem Markt befindlichen Systeme sei ungenügend.

Es gibt nun inzwischen eine Reihe von neuen Instrumenten der Diagnostik, die bereits auch schon an verschiedenen Unikliniken zur Anwendung kommen. Hier können z.B. schon aus dem zirkulierenden Blut Prostata -Tumorzellen gewonnen und ausgewertet werden.

Es kann z.B. eine FISH - Untersuchung erfolgen, die zeigt, ob im Tumorgewebe eines Mannes eine HER 2/neu Überexpression vorhanden ist. Sollte das so sein, dann könnte wie bei den Brustkrebsfrauen "Herceptin" , ein monoklonaler Antikörper, eingesetzt werden, usw..

Es gibt so viele diagnostische Möglichkeiten zur vernünftigen Therapiesteuerung eines fortschreitenden Prostatakrazinoms !

Wir hier vom Arbeitskreis zum fortgeschrittenen Prostatakrebs und von der Prostatakrebs-Selbsthilfe wollen mit den Ärzten, die das fortgeschrittene Prostatakarzinom in seiner letalen Tragweite so auch nicht mehr sehen wollen, diese neuen Möglichkeiten gesellschaftlich möglich machen.

Wir fangen jetzt an, weitere Studien zum fortgeschrittenen Prostatakarzinom auf der BPS - Homepage zu veröffentlichen.

Ein weiterer kleiner Schritt voran !

Und Hartmuth, wir werden auch weitere Erfahrungsberichte zusätzlich veröffentlichen, die uns so auch weitere Praxiselemente zeigen können.

Gruß Werner R.

Harro
03.02.2008, 11:42
Beurteilung des Berichts eines Freundes an einen Freund

Hallo, Reinardo, Hartmut, Werner, spontan wollte ich schon heute früh, lieber Reinardo auf Deinen lesenswerten Beitrag reagieren. Doch ich habe erst das Frühstück für meine stark erkältete Frau gerichtet und dann, wie üblich, in der WAMS gelesen. Hab also auch von mir Dank für die Übermittlung der Erkenntnisse Deines Freundes zum Tumor, der dann auch von Tumor-Komponenten schreibt. Die Verabreichung etlicher Gifte in kleinerer Dosierung, um die möglichen Nebenwirkungen jedes einzelnen Medikaments zu minimieren, also abzuschwächen, stellt in meinen Augen eine Verfälschung der tatsächlich erzielbaren Ergebnisse oder eben der Auswirkungen auf das Krebsgeschehen dar. Die Gabe von Nizoral als zur Zeit endlicher Realität, das bitte ich mir nicht als Überheblichkeit auszulegen, stellt sich für mich als Armutszeugnis der Pharmaindustrie dar. Ein Mittel gegen Fußpilz oder schuppige Kopfhaut, das nach meiner Erinnerung in Österreich schon verboten ist, wird hier den an PCa erkrankten Menschen als Endlösung zur Bekämpfung des fortgeschrittenen
Prostatakrebses angeboten und nicht nur von einfachen hilflos überforderten Ärzten, sondern auch von honorigen Klinik-Profressoren für angemessen betrachtet. Das ist doch eine ganz traurige Wirklichkeit.

"Reden ist Schweigen, Silber ist Gold"
(Von einem Möchtegern- Philosophen)

Gruß Hutschi

shgmeldorf,Werner Roesler
03.02.2008, 11:57
Beurteilung des Berichts eines Freundes an einen Freund

Hallo, Reinardo, Hartmut, Werner,

die Gabe von Nizoral als zur Zeit endlicher Realität, das bitte ich mir nicht als Überheblichkeit auszulegen, stellt sich für mich als Armutszeugnis der Pharmaindustrie dar. Ein Mittel gegen Fußpilz oder schuppige Kopfhaut, das nach meiner Erinnerung in Österreich schon verboten ist, wird hier den an PCa erkrankten Menschen als Endlösung zur Bekämpfung des fortgeschrittenen
Prostatakrebses angeboten und nicht nur von einfachen hilflos überforderten Ärzten, sondern auch von honorigen Klinik-Profressoren für angemessen betrachtet. Das ist doch eine ganz traurige Wirklichkeit.


Gruß Hutschi

Hallo Harald, "alter Knabe",

Du liegst hier völlig richtig !

Ein sehr bekannter Herr Professor aus Berlin bietet seinen Patienten, die ein fortgeschrittenes Prostatakarzinom haben, folgendes an:

Ketoconazol, ein Antipilzmittel, dann Thalidomid, das bekannte und berüchtigte Contergan, als Krönung der finalen Therapie gibt es dann Docetaxel ("Taxotere") im Standardregime und dann... nichts mehr !

Harald, und das ist schon viel !

Die "normale" Standardtherapie sieht nur "Taxotere" in der Standardanwendung vor !


Gruß Werner R.

Harro
03.02.2008, 15:12
Das ist schon viel

Hallo, lieber Werner, alter Mitkämpfer, Dein obiger Satz - es ist ja noch Karneval -
erinnert mich an einen Löwenjäger, der nach der Jagd von seinem Freund gefragt wurde: "Na, wieviel Löwen hast Du denn getroffen". Und der Jäger antwortete "Keinen" Was, Keinen"? sagte der Freund. "Ja, für Löwen ist das schon viel" meinte der Jäger.

"Ich habe Mitleid mit demjenigen, der im Leben ohne Aufgabe ist"
(Thomas A. Edison)

Gruß Hutschi

shgmeldorf,Werner Roesler
03.02.2008, 18:31
Ja, Harald, die Realität ist leider so traurig, aber das zeigt uns doch, wie wichtig es ist, aus dem Plaudern zur Praxis zu kommen.

Der neu konsolidierte Vorstand des BPS mit Herrn Günter Feick meint es ernst mit der zügigen Errichtung eines Kompetenznetzes für schwerbetroffene Männer.

Und unsere Arbeitsgruppe wird nun auch mit den ersten Resultaten kommen !

Gruß Werner R.

HansiB
03.02.2008, 19:50
Hallo Reinardo,

das was dein Bekannter schreibt, kann ich nachvollziehen, nur was lernen WIR daraus.

Auch ich versuche nicht nur bei Niedrigrisiko zu bremsen. Wir ziehen ein einem Strang, nur jeder für sich. Eure deine Hilfe mir gegenüber ist gleich 0. Ich unterscheide zwischen a Schwerstbetroffenen und welchen die durch falsch/untertherapie dazu wurden. Ich gehöre zu den Ersteren.

Gerade auch bei mir ist der Tumor ein Kompositum von Krebszellen. Von Anfang an bekannt, in Prostata, LK- und Knochen, in großer Menge. Nach 1,5 Jahren Erweiterung durch die DNA, mit umfangreicher Ausbreitung. Die aller wenigsten von uns machen das, es heisst, ich habe einen aggressiven PK basta.

Ich habe nur ein wenig herumexperimentiert, mit HB und Keto + Volon. Das Ergebniss ist bekannt. Für mich kamen die lokalen, giftigen Therapien nie in Frage.
Andere haben, ohne die DNA Ausbreitung zu kennen sich operieren lassen (Folkmann lässt grüßen), Chemo, Medikamentencoctail gemacht und sind am kämpfen. Ich habe bisher nur von mir gehört, wirklich was fürs Immunsystem zu machen. Meine diesbezüglichen jahrelangen Ermahnungen, blieben unbeachtet und unbeantwortet. Doch beantwortet, ich setze finanziell andere Prioritäten.

Auch du und andere aus dem Forum, sowie einige Ärzte haben mir vor Jahren eine Chemo empfohlen. Für mich war mein Weg mit 3 Jahren PK Bewältigung der Richtige.

Wie ist eigentlich die Einschätzung deines Bekannten, wie sind die bisherigen Ergebnisse der Studie. PSA abfall kennen wir auch durch Keto oder Calcitrol o.a. Die Frage ist was bringt die Zukunft in 6 oder 12 Monaten, ein neuer Giftcoctail?

Ich habe mich seit bald 2 Jahren von der Schulmedizin verabschieded, aktuell von meinem Zometa-Onko, therapiere mich selber und "pflege" meine Selbstheilungskräfte, mit gutem Erfolg, wie ich glaube. Davon habe ich sonst noch nichts für uns Schwerbetroffene gehört.

Ich habe seit 1,5 Jahren keinen Nutzen aus dem Forum, früher war das anders und versuche immer zu helfen.

Ich bin sehr enttäusch von den NICHT Reaktionen des Forums und den vemeindlichen Freunden. Von Interesse ist Blut und Schmerz, ich habe es schon mal gesagt. Ich kann sagen was ich will, meinst keine Reaktion, keine Antwort, keine Diskusion. Es kann nicht alles Unfug sein, was ich sage, mit 3 Jahre eigener Schwerbetroffenen Erfahrung, auch mit Metatsasenschmerzen.
Meine Hilfen für eine Chemo, ungehört, ganz simple Sacen, meine sonstigen und Ernährungserfahrungen ungehört. Da heisst es mal HansiB oder Konrad das hast du gut gemacht, darauf pfeife ich. Ich möchte eine vernünftige Reaktion. Ich glaube einige können von meiner Krebsbewältigung was lernen.
Ich versuche gerade vorort Hilfe für einen leidenden Schwerstbetroffenen unter dem 2. Chemozyklus die Nebenwirkungen auch alternativ zu lindern.

Hallo Werner,

die diagnostischen Möglichkeiten zumindest bei meinem Fortschritt, waren mit einem MRT ausreichend, da wurde schon genug gesehen. Das Staging brachte dann alle zusätzlichen Ergebnisse. Für mich reicht ein Scitigram um den weitern Fortschritt, bei mir Rückschritt (Stillstand) der Metatsasen zu sehen. Ich habe nie die befallenen LK zählen brauchen.
Es wird doch fast nie bei uns die simple DNA am Anfang gemacht, zur Sichtbarmachung der Bösartigkeit. Es heisst nur sehr bösartig und deshalb Hochdosis Chemie.

Hallo Harald (ich hätte beinahe alter Kumpel gesagt),
aber du sprichst ja nicht mehr mit mir.
du hast gut reden, selbst ich habe Ketokonazol versucht, mit gutem Erfolg, die Leberprobleme sind bekannt. Contergan gut getestet habe ich bleiben lassen. Ich kenne keinen nur Erfolg, wenn überhaupt, bei andrern.

Gruß Konrad

Harro
03.02.2008, 20:50
Selbstmitleid

Hallo, Konrad, ich vermeide schon das lieber Konrad, weil selbst das Dir aufstößt. Merkst Du eigentlich nicht, daß Du mittlerweise selbst die Dir wohlgesonnenen alten Kampfgefährten mit Deinen ständigen Klagen, Dir nicht zuzuhören nervst. Mensch, Konrad, hör auf mit Deiner Selbstbeweihräucherung. Ich mag Dich, verdammt noch mal. Aber mach doch mal Pause mit Deinen ständigen Wiederholungen und Deinen Klagen "Keiner versteht mich - Keiner hört, was ich sage". Wir lesen alles, was Du sagst. Nur, wir können uns nicht ständig in Lobpreisungen über Deine zumindest uns schon länger im Forum befindliche Betroffene bekannte von Dir auserkorene Therapien ergehen. Bitte, mach mal eine Denkpause und freue Dich einfach nur über Deinen Erfolg durch die von Dir selbst ausgewählten Behandlungsmethoden.

"Das Schwerste an einer Idee ist nicht, sie zu haben, sondern zu erkennen, ob sie gut ist"
(Chris Howland, britischer Entertainer)

Gruß Hutschi

HansiB
04.02.2008, 17:13
Hallo lieber Harald,

wie kommst du auf Selbstmitleid, oder gar Depression, ich bin sehr stabil.

Du hast recht, es bringt nichts, ich sollte mehr für mich behalten, nicht so offenherzig sein und mich mehr um mich kümmern. Ich werde mich "mal wieder" bessern.

Die Anrede lieber, hat schon inflationäre Züge erreicht, wir sollten es beibehalten. Man möchte nicht mit jedem gleichgestellt werden, mir geht es zumindest so, auch anderen Freunden, wie ich vermute.

Du weisst, daß es mir nicht um mich geht, sondern um die leidenden Kolegen. Ich bin kein Googler und kann nur aus meiner Erfahrung und eigenen PKG erzählen. Leider sind viele mit auch Anfangs-Schwerbetroffenheit, aus dem Forum verschwunden. Du kannst dich an Frauen und Töchter erinnern. Da sind wir kerngesund dagegen.

Ich hatte mal versucht, diese wirklich Schwerstbetroffenen zurückzuholen, leider bisher ohne Erfolg, du erinnerst dich. Das wären Aufgaben für das Kompetenztiem, unlösbar diesen zu helfen, aber wenigstens lindern.

Mir geht es wie dir, auch du wolltest für eine gewisse Zeit aussteigen und konntest nicht wiederstehen. Immer wieder liest man was, worauf man antworten sollte, gerade bei Schwer/Schwerstbetroffenen, so geht es halt immer weiter.

Gruß Konrad

Hans (GL)
04.02.2008, 22:46
Hallo Konrad,

so ohne Resonanz bleiben Deine Hinweise nicht. Ich z.B. nehme auf immer öfters Bierhefe zur Stimulation des Immunsystems.

Vermutlich sind Deine von Dir angewendeten Maßnahmen umfangreicher, als in Deinem Profil angegeben. Es wäre sicher interessant diese in einer Liste veröffentlicht zu studieren.

Viele Grüße
Hans

Harro
05.02.2008, 08:22
Zusammenfassung

Hallo, lieber Konrad,



Du hast recht, es bringt nichts, ich sollte mehr für mich behalten, nicht so offenherzig sein und mich mehr um mich kümmern. Ich werde mich "mal wieder" bessern.

Du solltest nichts für Dich behalten. Das wäre ja egoistisch. Aber:


Vermutlich sind Deine von Dir angewendeten Maßnahmen umfangreicher, als in Deinem Profil angegeben. Es wäre sicher interessant diese in einer Liste veröffentlicht zu studieren.

Viele Grüße
Hans

das solltest Du realisieren. Falls Du Deine 10.000 Zeichen in der PKG oder PKH noch nicht ausgereizt hast, könntest Du doch einmal alle Deine von der favorisierten NEMs und sonstige Mittelchen, die außerhalb der normalen, also jedem geläufigen Behandlungspraxis ablaufen, zusammenfassend aufführen. Es wäre dann auch nicht mehr nötig, daß Du immer bruchstückweise hier und da etwas von Deinen gewonnenen Erfahrungen einfließen läßt. Lieber Konrad, aber wenn mit Abkürzungen dann bitte in Klammern, um was es sich handelt. Wenn der Platz in der PKG nicht langt, könntest Du ja auch den schon einmal vorgeschlagenen Extra-Thread aufmachen, auf den man dann per Link hinweisen könnte. Das würde sicher allen Interessierten viel Freude machen, weil sie dann nicht immer überall etwas einsammeln müßten. Ich bin sicher, Du emsiges Arbeitstier packst das. Der kollektive Dank ist Dir sicher.

"Wer Ideen hat ist stark. Doch wer Ideale hat, ist unbezwingbar"
(Jose Narosky, argentinischer Schriftsteller)

Gruß Hutschi<!-- / message -->

Jörg (O)
05.02.2008, 11:25
Lieber Konrad,
ich kenne viele Mitstreiter, die ihr Immunsystem durch Ernährung,
Nahrungsergänzungsmittel und geistige Trainingsmethoden stärken.
Da bist Du wirklich kein Einzelfall. Ich glaube, dass jeder von uns zusätzliche Maßnahmen neben den schulmedizinischen Angeboten vornimmt, denn wir wissen ja, dass ein systemischer Krebs zur Zeit noch nicht heilbar ist.
Das von Dir angesprochene Problem liegt auf einer anderen Schiene.
Die Prognose "Fortgeschrittener Prostatakrebs" läßt dem Patienten nur
noch wenige Therapiemöglichkeiten und vor allem wenig Zeit. Da bedarf es schon eine unglaubliche Willensstärke, sich von der Schulmedizin abzuwenden und Deinen Weg einzuschlagen.
Eine solche Prognose ist doch immer mit dem Gedanken verbunden: Mein Gott, wie lange habe ich noch zu leben. Und da greift man eben in erster Linie zu den schulmedizinischen Angeboten, in der Hoffnung, dass da irgendetwas hilft, das Leben zu verlängern.
Dass Du keine größere Resonanz auf Deinem eingeschlagenen Weg erhälts, liegt einfach daran, dass wir diesem Deinen Weg zwar bewundern aber ihn
selbst nicht in dieser Konsequenz bestreiten.
Viele Grüße
Jörg (O)