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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Symbolischer Meilenstein



Harro
12.12.2007, 07:57
Text gelöscht

Reinardo
25.12.2007, 05:39
Hallo.
Den freundlichen Worten von Hutschi schliesse ich mich natürlich an, zumal jeder neu Gewählte oder Ernannte hinreichend Zeit bekommen muss, die Verhältnisse zu sondieren, Konzepte zu erarbeiten und zu diskutieren und mit ersten Erfolgen nicht nur seine Anhängerschaft sondern auch Gegner zu überzeugen, dass er der richtige Mann am richtigen Platz ist.
Auf lange Sicht wird man natürlich kritisch beobachten, welchen Kurs der BPS nimmt. Wird er sich zum "Stachel" im Fleisch des scheinbar fest etablierten Prostatakrebs-Behandlungssystems entwickeln oder sich zufrieden geben mit einer wohlwollend tolerierten Hilfswilligen-Rolle, um in den beiden Extremen zu sprechen.
Von den zwei Wegen, von denen unser lieber Freund Hutschi in seinem Zitat spricht, wuerde ich den erstgenannten waehlen, weil auf die Verringerung der Wuensche in der Regel eine Vermehrung an Weisheit folgt.
Gruss, Reinardo

Anonymous1
25.12.2007, 10:33
Auf lange Sicht wird man natürlich kritisch beobachten, welchen Kurs der BPS nimmt.

Hallo Reinardo,

als vor ein paar Wochen ein langjähriges Vorstandsmitglied von seinem erhöhten Podiums-Sitzplatz zum Publikum herunter sagte:

"Wir sind nach wie vor 10 Jahre hinter dem Mammakarzinom zurück"

habe ich mir überlegt, warum das so ist. Unter anderem bist auch Du mir eingefallen, denn Du hast in der Vergangenheit nicht unwesentlich dazu beigetragen, das bisherige "Evangelium" des BPS, das kaum noch Raum für anderes ausgiebiges Engagement ließ, mit zu verkünden. Inzwischen bist Du allerdings diesbezüglich erheblich stiller geworden.

So kann man z.B. auch immer häufiger die Meinung hören, es sei ein Skandal, wie weit wir sind mit Forschungsaufwand und Behandlungsoptionen beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom. Nur kritisch hinschauen nützt auch hier wenig.

Noch ein paar besinnliche Festtage wünscht Dir
Dieter

HansiB
25.12.2007, 18:10
Hallo Dieter,

ich halte es für ein Gerücht, daß die Brustkrebsfrauen weiter sind. Standartth. Brust-OP, danacht 5 Jahre HB, ohne Kontrolle der Hormone, nach jetzt 2 Jahren.

Ich kenne eine operierte Frau, die mit 4 anderen operierten in der Reha war. Von den 5 Frauen, sind nach 2 Jahren 4 verstorben. Meine Bekannte lebt noch, ein Zufal, oder was hat sie besser gemacht? Meine alternativen Hilfsangebote waren anscheinend nicht erforderlich.
Schöne Feiertage, Konrad

jürgvw
25.12.2007, 20:19
Hallo Konrad,

gestern hatte ich Termin bei meiner Onkologin und, weil ich der letzte Patient war und sie ohnehin wegen Pikettdienst in der Praxis bleiben musste, Zeit, ein wenig mehr zu plaudern als üblich. Wir überlegen gegenwärtig, ob wieder einmal eine Therapie-Runde eingeleitet werden sollte, und dabei sagte ich ihr mit einem kleinen Lachen, sie solle ruhig auch alle Medikamente in Betracht ziehen, die sie bei Frauen mit Brustkrebs anwende. Ihre Antwort war von einem Seuzer begleitet: "Die Frauen mit Brustkrebs sind den Männern mit Prostatakrebs 10 Jahre voraus."

Diese Geschichte ist nicht erfunden, sondern hat sich gestern genau so abgespielt.

Gruss an alle

Jürg

HansiB
26.12.2007, 16:19
Hallo Jürg,

meine Aussagen sind auch nicht erfunden, sondern selbst erlebt, ohne Aussage von Ärzten. Mir soll es recht sein.

Gruß Konrad

Reinardo
27.12.2007, 17:35
Hallo Dieter. Dass ich mit meinen Beiträgen beim BPS irgend etwas bewirkt haben könnte, wie Du vermerkst, schmeichelt mir sehr, ist aber doch wohl zuviel der Ehre und nicht zutreffend. Meine Grundstimmung hat sich von anfänglicher Fortschrittseuphorie (Leibowitz) eher hin zu Pessimismus und Resignation entwickelt, weil ich befürchte, dass zu unseren Lebzeiten bei der Therapie des Prostatakrebses in praxi sich nicht mehr viel ändern wird. Die Behandlungsschienen sind eingefahren, und wo immer man etwas ändern könnte, tangiert man irgendwessen Besitzstände und die Widerstände bauen sich auf und werden unüberwindbar.
Wenn ich sage "in praxi", dann meine ich nicht Fortschritte an neuen Erkenntnissen und in der theoretischen Entwicklung besserer Therapien. Diese sind zweifelsohne gegeben. Das fing schon an mit der umfassenden Kritik unserer Krebstherapien durch Hackethal, mit welcher unser medizinisches Establishment nie sachlich sich auseinander gesetzt, sondern diesen mutigen, engagierten Mann nur verunglimpft hat, fand seine Fortsetzung in der Kampagne gegen den Krebsarzt Dr. Issels, die sogar von der Patientenorganisation mitgetragen wurde und in dem traurigen Ausspruch von Mildred Scheel gipfelte, sie sei stolz, zu denen zu gehören, die Issels kaputt gemacht haben. Miterlebt habe ich ja die Art und Weise, wie unsere Ärzteschaft (und einige Patientenvertreter) zu den Thesen von Bob Leibowitz Stellung bezogen haben: in überheblicher Weise wurde mit formalistischen Bemerkungen abgetan, was in Wirklichkeit eine hervorragend durchdachte, jeder anderen Art von Hormontherapie überlegene Alternative zu radikaler Behandlung ist. Sie haben es dahin gebracht, dass "Leibowitz" ein Unwort ist, das Ärzte und Patientenvertreter nicht ausspechen können, ohne sich zu disqualifizieren. Miterleben kann ich auch die Ignorierung der Erkenntnisse der Cytopathologie, welche insbesonder Grenzen und Gefahren der Hormontherapie aufzeigt und für den grossen Anteil an Patienten in der low-risk-Situation bessere Diagnose- und Kontrollmöglichkeiten anbietet.
Bessere Therapien blockieren entweder die urologische Ärzteschaft, oder die Krankenkassen, wenn sie z.B. den frühen Einsatz von Chemotherapien nicht übernehmen oder Sustanzen nicht bezahlen, die Privatpatienten verschrieben werden können.
Zu alledem gesellt sich der unaufgeklärte, gutgläubige und vertrauensseelige Patient, der alles mit sich machen lässt, siehe nur die Glivec-Studie. Was man dem armen Körper da alles an Giften und Halbgiften zumutet - versuchsweise - das nenne ich nur noch tragisch. Wie von Gott gegeben spricht man von einem hormonrefraktärem Stadium, ohne überhaupt die Frage zu diskutieren, wieso und unter wessen ärztlicher Verantwortung man es dahin überhaupt hat kommen lassen.
Wenn es überhaupt zu einem Durchbruch in der Krebstherapie kommen kann, so sehe ich nur Hoffnung in einer Protestbewegung betroffener Patienten. wie Winston in George Orwells "1984" schreibt: "If there is hope it lies in the proles".
Ich wünsche Dir einen erfreulichen Jahresbeginn und Wohlergehen im nächsten Jahr.
Reinardo

Hans (GL)
29.12.2007, 17:50
Zu alledem gesellt sich der unaufgeklärte, gutgläubige und vertrauensseelige Patient, der alles mit sich machen lässt, siehe nur die Glivec-Studie. Was man dem armen Körper da alles an Giften und Halbgiften zumutet - versuchsweise - das nenne ich nur noch tragisch. Wie von Gott gegeben spricht man von einem hormonrefraktärem Stadium, ohne überhaupt die Frage zu diskutieren, wieso und unter wessen ärztlicher Verantwortung man es dahin überhaupt hat kommen lassen.


Reinardo, wenn sich unter dreifacher Hormonblockade ein Progress auf eine Verdoppelungszeit von drei Wochen ergibt, fühlt man sich nicht mehr auf der "Sonnenseite des Lebens". Mit dieser Verdoppelungszeit ist man näher am schnellen Ableben als am Leben. Man ist gespannt auf Deine Vorschläge.

Viele Grüße
Hans

Reinardo
30.12.2007, 07:04
Hallo Hans. Du hast bisher alle Stadien der klassischen PK-Therapie durchlaufen und bist letztendlich bei der Chemoherapie im Rahmen der Glivec-Studie angelangt. Dahinter steht so viel ärztliche Beratung und Fachkompetenz, dass es vermessen von mir wäre, die Sinnhaftigkeit all dessen in Zweifel zu ziehen. Ich finde nur, wenn man bei all dieser Therapie letztendlich hormonrefraktär wird, sollte ein Blick zurück und die kritische Frage an die Ärzte erlaubt sein: "War das alles richtig, was Ihr mit mir gemacht habt? Hat es dahin kommen müssen?"
Wie viele andere hier im Forum verfolge auch ich mit Interesse den Therapieerfolg der Teilnehmer an der Studie und wünsche Dir von ganzem Herzen ein zufrieden stellendes Ergebnis. Alles Gute im neuen Jahr. Reinardo