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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Große Unsicherheit



peter s
14.06.2006, 10:34
alle die mir etwas dazu sagen wollen, gerne auch eine Antwort von einem Arzt.Ich habe gestern gesagt bekommen, daß ich Prostatakreb habe.
Ich bin 54 Jahr alt und sonst kerngesund.
Durch eine PSA-Bestimmung wurde ein Wert von 9,8 festgestellt.
Mein Urologe drängte mich zur einer Biopsie, deren Ergebnis gestern vorlag.

Hier der Bericht:

Breicht über die Pathologisch-anatomische Begutachtung

Material/klinische Angaben
Prostatastanzen bds. bei bösartiger Neubildung der Prostata /CS/SW

Makroskopischer Befund
1.rechts:Fünf bis 23mm lange Stanzen.
2.links: Drei bis 20mm lange Stanzen.
Aufarbeitung in Stufenschnitten.

Mikroskopischer Befund
1.Hier in einem der Stanzzylinder eine subtotale,17mm lange Infliltration aus atypischen meistenteils konfluierenden Drüsenschläuche mit pleomorphen Kernen
und müßig dichten Rundzellinfiltraten in der Umgebung.
2.Hier in allen Stanzzylinder jeweils bis 12mm lange Tumorinfiltrate aus atypischen starrlumigen und herdförmig zur Konfluenz neigenden Drüsenschläuchen.

Pathologisch-Anatomische Diagnose
Acht Stanzzylinder aus beiden Prostataseitenlappen mit Infiltration eines Stanzzylinder von der rechten und aller drei Stanzzylinder von der linken Seite durch ein mäßig
bis gering differenziertes glanduläres Adenocarcinom der Prostata-G2-3 nach WHO, kombinierter
Gleason-Score7 (4+3).

Die gesetzlich vorgeschriebe Meldung an das Krebsregister Hessen wurde von uns vorgenommen.

Soweit zum Befund.

Mein Urologe empfiehlt mir eine Bestrahlung von innen und außen.
Er hat mit die Tabletten CASODEX 50mg, verschrieben, die soll ich in den nächsten 14 Tagen einnehmen und dann will er mir die 3Monats-Spritze geben und im Anschluß daran soll die Strahlentheraoie in Offenbach/M. losgehen.

Da ich michin der letzten Zeit viel mit dieser Thematik befaßt habe, bleiben bei mir doch noch einige Zweifel.

1 Ich vermiße den TNM-Wert auf dem Gutachten
2.Ich überlege ernsthaft, ob ich diesen ganzen "Fackelzug", überhaupt machen soll, wenn z.B. auch ohne Behandlung die wahrscheinliche Überlebenszeit
10-15Jahre beträgt.
3.Wie kann ich den Urologen dazu bewegen, doch noch einmal einen neuen PSA-Wert zu bestimmen, den man dann engmaschig weiter beobachtet,
ich möchte nicht, daß mit "Kanonen auf Spatzen "geschossen wird

Für alle die hierzu konstruktive Beiträge beisteuern (insbesondere evtl. Ärzt) möchte ich mich schon im Vorraus bedanken
und verbleibemit freundliche Grüsse Euer Peter S

Bernhard A.
14.06.2006, 15:53
Hallo Peter !

Welche Form von Strahlentherapie hat man Dir in Offenbach angeboten ?
Meine Therapie, und die bislang guten Ergebnisse, findest Du unter meinen persönlichen Angaben.

Wohnst Du auch in der Offenbacher Gegend ?

Du hast eine 4 vorne im Geasen, daß bedeutet Anfang "Hochrisikogruppe". In unserem Alter kann die "Kanone" nicht groß genug sein. Fast alle PK ´s unter 60 J. sind sehr aggressiv.

Wenn Du mehr Fragen hast schicke mir eine E-Mail.

Gruß
Bernhard A.

peter s
14.06.2006, 16:33
Hallo Bernhard A.
ich wohne im Rhein-Main-Gebiet, welche Strahlentherapie vorgesehen ist
weiß ich noch nicht genau, mein Urologe sagte die von außen und innen,
wahrscheinlich meint er die Perkutane und die Afterloading-Therapie.
Ich würde gerne mehr davon hören und dein pers. Empfinden.
Hast Du auch vorher die 3Monatsspritze bekommen?
Viele Grüsse Peter

Bernhard A.
14.06.2006, 18:34
Hallo Peter !
Mein PK wurde im vorigem Jahr entdeckt, ebenfalls mit Gleason 4+3.
Mit unserem gleichen Gleason-Wert gehören wir in den Anfangsbereich der höchsten Risikogruppe !
Hier die Gründe für meine Th.-Entscheidung:
Für PK war ich mit 52 J. bei der Krankheitsfeststellung auch noch ein sehr junger Patient.
Somit kam für meine Frau und mich nur eine baldige kurative Behandlung in Frage.
Als Grundbehandlungen kamen deshalb nur OP oder Bestrahlung in Frage.
Bei Gleason 4+3 ist der PK in der Regel dabei, die Prostatakapsel zu durchbrechen. Das heißt, dass bei einer OP die Gefahr von positiven Schnitträndern sehr hoch ist. Als Konsequenz musste somit auch für die OP eine Äußere Bestrahlung eingeplant werden. Habe mich deshalb auch in einer Bestrahlungsklinik umgehört. Dort wurde mir eine Behandlung aus einer Hand angeboten. Die Ärzte haben sich in dieser Klinik auf die Brachytherapien spezialisiert. Link:
http://www.strahlentherapie-koeln.de/1164.html (http://www.strahlentherapie-koeln.de/1164.html)
http://www.westdeutschesprostatazentrum.de/ (http://www.westdeutschesprostatazentrum.de/)
<?XML:NAMESPACE PREFIX = O /><O:p></O:p>Die leichtere Seed´s-Th. kam für mich nicht mehr in Frage. Als Grundbehandlung schlug man mir die HDR-Brachy (Afterloading) vor. Vorweg sollte die Äußere Bestrahlung kommen. Eine mind. 6-monatige Hormonblockade sollte die Behandlung begleiten.
Afterloading und OP scheinen isoliert gesehen, zwei gleichwertige Behandlungen zu sein.
Nach langem Lesen auf den Forumsseiten habe ich mich für den Bestrahlungsweg entschieden. Diese Kombination aus drei Behandlungen(Äuß.Bestrah.+Afterloading+HB) scheint nach meinen Kenntnisstand die höchsten Chancen auf eine Heilung zu versprechen. Aber auch die Aussicht auf geringere Nebenwirkungen haben mich beeinflusst.
Trotz der höchstmöglichen Bestrahlung waren die Nebenwirkungen insgesamt sehr gering.
In meinem Profil kannst Du lesen, dass die derzeitigen PSA-Werte super sind. Ich war nicht einen Tag inkontinent. Auch von anderen Patienten dieses Behandlungsweges habe ich nur Gutes in Erfahrung bringen können. Auch die Potenz kam bei Ihnen wieder.
Nach neueren Berichten scheint es auf jeden fall sinnvoll zu sein, mit einer der 3 Hormonblockade-Behandlungenarten sofort anzufangen. Zu der vorgenannten Therapieergänzung kannst Du auf diese Weise, mit dem zur Zeit sichersten Aussagewert, feststellen, ob es sich bei Dir noch um einen lokal begrenzten PK handelt. Nachlesen kannst Du das zum Thema „Ermittlung des PSA-Nadirs“.
Habe mit einem "Herri" der in Offenbach behandelt wurde im "Alten Forum" Kontakt gehabt. Vielleicht kann man über Holger Jünnemann diesen "Herri" noch aufspüren:
Beim Bestrahlen, wie bei der OP ist es ganz entscheident absolute Spitzenärzte mit Erfahrung zu bringen.
Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Ich wünsche Dir eine gute Th.-Entscheidung.
<O:p></O:p>
Gruß
Bernhard A.

ruggero1
15.06.2006, 13:44
Hallo Peter S.,
die wesentlichen Antworten hast du ja schon erhalten. Das einzige, was ich dir noch empfehlen würde, ist, eine DNA-Bild-Zytometrie von den Stanzen deiner Biopsie vornehmen zu lassen. Damit weißt du dann, wie aggressiv dein PCa ist. Manchmal gibt es dabei ja auch positive Überraschungen, wenn z. B. die Zellkerne noch die übliche Form haben. Wenn du dich darüber informieren willst, so klicke doch einfach den folgenden Link an: http://media.gek.de/downloads/broschueren/GEK-Broschuere Prostatakrebs.pdf
Weiterhin gibt es eine Therapie-Option, die gerade an der Charité in Berlin praktisch eingeübt wird. Es handelt sich um eine Nano-Krebstherapie, bei der winzigste Eisenteile in die Krebszellen eingeschleust und dann von außen durch ein Magnetfeld erhitzt werden. Der Tumor wird geradezu zerkocht. Der Vorteil dieser Behandlung ist, dass sie beliebig oft wiederholbar und obendrein mit der Radio- und Chemotherapie koppelbar ist. Die Eisenteilchen werden nach der Behandlung mit den abegstorbenen Krebszellen wieder aus dem Körper ausgeschwemmt.
Mir wurde eine Teilnahme von meiner Krankenkasse angetragen, die sogar alle Kosten erstatten wollte; ich konnte dann leider nicht mitmachen, da ich Metall in der Hüftpfanne habe. Der Name der Organisationseinheit ist Thermo Health Care, und wenn du zufällig bei der Debeka bist, ruf' die Nummer 0261 4984444 an, wo du weitere Infos erhältst (oder direkt von der Charité).
Viel Glück!
Ruggero

kalloc
15.06.2006, 14:50
Hallo Peter,
Du bist 54 Jahre alt und fragst Dich, ob Du den Fackelzug bei einer "wahrscheinlichen" Überlebenszeit von 10-15 Jahren überhaupt machen sollst. Du hast wahrscheinlich keinen langsam wachsenden Altmännerkrebs, sondern auf Grund Deines Alters eine agressivere Variante, die ja wohl auch nicht mehr im Anfangsstadium ist. Da Dein sonstiger Gesundheitszustand nicht erwarten lässt, dass Du an einer anderen Krankheit als dem Krebs stirbst, solltest Du in Deine Erwägungen einbeziehen, dass die Lebensqualität in der letzten Krankheitsphase wirklich nicht toll ist. Du solltest wirklich keine Zeit verlieren und so rasch wie möglich eine Behandlung beginnen. Ob die von Deinem Urologen vorgeschlagene Therapie die richtige ist, solltest Du im Gespräch mit Fachleuten an Kliniken, die entsprechende Erfahrungen aufweisen abklären. Im Rhein-Main-Neckar-Gebiet gibt es ja einige davon. Schau Dir doch mal die Websites der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg, der Fachkliniken in OF, HU, F, MZ oder HD an. Du hast da sicher keinen Spatz in Dir, sondern wahrscheinlich einen veritablen Geier.

Wünsch Dir alles Gute für die richtige Entscheidung, Kalloc

peter s
15.06.2006, 15:34
Hallo Kalloc,
auch Dir vielen Dank für Deine Meinung, Ihr habt ja alle Recht, ich muß
was tun, ich bin leider noch so geschockt, ich habe es erst vorgestern erfahren, und habe Angst vor allen Untersuchungen und Therapien die
auf mich zukommen.Ich habe keinen Apetitt mehr und fast alles macht mir kein Spass mehr.
Ich hoffe dieser Zustand legt sich bald, damit ich mit kühlen Kopf an die
sache herangehen kann.
Vorerst Danke für deine Info.

Gruß Peter S

MartinW
15.06.2006, 18:05
Hallo Peter,

keine einfache Sache diese Diagnose zu verarbeiten, aber du kannst reagieren. Informiere dich über die einzelnen Therapiemöglichkeiten und informiere dich über die Vor- und Nachteile und die jeweiligen Prognosen.
nützlich ist hier sicher der "Forumsextract" und der "erste Rat". Du kannst mit den einzelnen Spezialisten reden über die jeweilige Methode die jeder bevorzugt(Kostenübernahme sicher tlw. privat). Die Gruppenleiter der Selbsthilfegruppen sind hier gute Ansprechpartner. Jede Therapie hat Einbußen in der Lebensqualität und du mußt dir deine persönliche Liste erstellen was dir wichtig ist. Alles sehr allgemein, aber erst wenn du einen Überblick hast kannst du dich entscheiden und dann auch zu dieser Entscheidung stehen. Aber du hast sicher nicht die Zeit wie die älteren Mitbetroffenen, also handeln ist angesagt. Ich wünsche dir die für dich richtige Entscheidung und die Kraft diese zu tragen,
alles Gute
Martin

Reinardo
15.06.2006, 20:27
Hallo Peter.

Auf die psychische Komponente wird allseits leider wenig eingegangen, weder seitens der Urologen noch von Mitbetroffenen oder anderen Gesprächspartnern. Wer die Diagnose "Prostatakrebs" bekommt, steht zunächst unter schwerem Schock, leider oft verbunden mit einem (vorübergenden) Aussetzen der Urteilskraft und der Bereitschaft, die erste beste angebotene Therapie als Ausweg anzunehmen.
Du wirst aber hier im Forum auf Mitbetroffene treffen, die diesen Zustand seit langem überwunden haben und ihre Therapie mit kühlem Kopf planen und mit der gleichen ruhigen Überlegung und Umsicht durchziehen wie wenn sie ein Haus bauten oder eine Maschine konstruieren würden.

Angst und Panik verschwinden in dem Masse, wie man sich mit der Krankheit und den Therapieoptionen auseinandersetzt.

Das Wort "Krebs" ist eigentlich schuld, weil man damit Siechtum und Tod verbindet. Hätte unsere Erkrankung einen anderen Namen, wäre die psychische Katastrophe halb so gross. Dabei ist Prostatakrebs der am langsamsten wachsende und mit vielfältigen Optionen am besten therapierbare Krebs. Er hätte deshalb eigentlich einen besseren Namen verdient.

Also lass man den Kopf nicht so hängen. In maximal 6 Wochen hast Du den Ausnahmezustand überwunden, kannst wieder lachen und Pläne machen wie jeder andere nicht betroffene Mensch.

Alles Gute, Reinardo

Carola-Elke
15.06.2006, 23:09
In maximal 6 Wochen hast Du den Ausnahmezustand überwunden, kannst wieder lachen und Pläne machen wie jeder andere nicht betroffene Mensch.

Alles Gute, Reinardo

Hallo Reinardo,

da bist du aber sehr optimistisch.
Ich erlebe es ganz anders, wenn ein rel. junger Mann an PK erkrankt, sich behandeln lässt, gut informiert ist und regelmäßig zur Nachsorge geht.
Die Angst bleibt!
Ihm sind die Zukunftsperspektiven völlig abhanden gekommen, denn man muss immer mit einem Rezidiv rechnen, selbst wenn man sich "kurativ" hat behandeln lassen. Die Zeiträume zwischen 5 und 10 Jahren bieten dabei evt. einen Rahmen, alles andere darüber hinaus ist spekulativ und vom Einzelfall abhängig, genauso wie von den persönlichen Vorstellungen eines jeden Betroffenen, was seine Zukunftspläne VOR der Diagnose anbelangt.
Die Diagnose verändert in jedem Fall das Leben - bei manchen sicherlich auch zum bewussteren Nachdenken, und das schließt Zukunftsperspektiven, die die natürliche durchschnittliche Lebenserwartung betrifft, eher aus.

Viele Grüsse,

Carola-Elke

HerriS
16.06.2006, 10:21
Hallo Peter,
ich habe ein ähliches Krankheitsbild wie Du mit 53 Jahren erhalten und wurde mit Afterloading + Äußerer Bestrahlung in Offenbach behandelt.

Wenn ich Dir mit Antworten auf Fragen von Dir helfen kann, lass es mich wissen.

Gruß HerriS

PeterP
25.06.2006, 22:57
Hallo PeterP an PeterS!
letztes Jahr traf es mich mit demselben Cleason Score, aber dem doppelten PSA. Deinen ersten Schock hast Du hoffentlich überwunden und auch Infos gesammelt.
Was jetzt bei Dir aber wichtig ist: Die besten Möglichkeiten exakt zu sehen, wie weit fortgeschritten die Sache ist, bietet entweder die PET-CT oder die spektrale MRT! Die Probleme dabei sind aber folgende: Die s-MRT kann nicht direkt nach der Biopsie gemacht werden (einige Wochen Wartezeit, die Du nicht tatenlos vergehen lassen wirst). Die PET-CT muß vor der Hormonblokade erfolgen, weil die HB die PET-CT-Messung verfälscht.
Ggf. also erst in einem viertel Jahr die s-MRT machen, falls die Hormonblockade schon begonnen wurde. Nur, aber auch nur so kannst Du einen evtl. Kapseldurchbruch, Samenblasenbefall oder auch befallene Lymphknoten in der Prostataloge diagnostizieren lassen. Die Biopsie macht da mehr oder weniger Zufallstreffer.
Dementsprechend kannst Du dann das weitere Vorgehen planen.
Grüße
Peter Pohlmann

peter s
26.06.2006, 10:00
Danke Peter P
für deine Ausführungen.
Mein Schock habe ich noch immer nicht überwunden, aber durch viele
Mitbetroffene im Forum und deren gute Ratschläge fällt es etwas leichter
damit umzugehen, einen Mitbetroffenen werde ich am 05.07.06 in Offenbach/M. in einer Selbsthilfegruppe persönlich kennenlernen und
und mit einem Bernhard A, tausche ich mich per E-Mail aus.
Nochmals an alle, die gute Ratschläge geben und gegeben haben
Vielen Dank!

Viele Grüsse Peter S

BarryS
27.06.2006, 19:09
Hallo PeterS-
Ich habe in Sept.05 2x Afterloading in Offenbach durchgemacht und dann 25 x Perkutan vor Ort in Fulda. Kontakt jederzeit möglich.Gruss BarryS

fstlev
02.07.2006, 19:30
Hallo Carola-Elke
Du hast, meiner Meinmung nach, in fast allen Punkten recht! Aber. . "wieder lachen und Pläne machen wie jeder andere Mensch" kann ich durchaus und das lasse ich mir niemals nehmen! Natürlich bleibt die Angst! Aber sie darf nicht übermächtig werden, sie darf nicht das Leben in jeder Sekunde bestimmen! Weiß man, ob ich nicht andere gesunde Zeitgenossen, oder vermeintliche Gesunde, überlebe!? Ich war gerade 56 als man mir im letzten Herbst die Diagnose gestellt hat. Nach OP, Radiatio und HT, sehe ich keinen Grund aufzugeben. Natürlich ist ein Rezidiv möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich. Aber die Zeit arbeitet für uns! Ich bin voller Hoffnung, dass sich die Lebenserwartung auch für mich und meine Leidensgenossen jeden Tag erhöht. Dank unserer Ärzte, unserer Forschung und all den Menschen, die nicht die Flinte ins Korn werfen! Wir wollen doch sehen, wie die Deutsche Elf sich 2010 in Südafrika schlägt! Aber sicher!

PeterP
02.07.2006, 21:28
Hallo Peter S,
wenn Du die Partin-Tabellen studierst und mit Deinem PSA und Gleason hineingehst, dann findest Du die Wahrscheinlichkeiten für Organbegrenztheit, Lymphknotenbefall etc. Dann findest Du vielleicht eine Wahrscheinlichkeit von z.B. 10% und denkst, das Du da wohl nicht drunter bist. Wenn Du aber letztendlich doch der eine unter 10 bist, kann eine falsch angesetzte Therapie fatale Folgen haben!
bei der Operation wird man die Lymphknoten anschauen und verdächtige gleich mit entfernen. Du erhälst dann noch ergänzende Therapie(n). Ob die OP dann die richtige Wahl war, wirst Du irgendwann, vielleicht erst Jahre später merken.
Wählst Du die Bestrahlung, und man "vergisst" einen oder mehrere maligne Lypmphknoten, weil man die einfach noch nicht festgestellt hatte, entsteht eine sehr dumme Situation, weil man dann nicht weiß, warum das PSA nicht runtergeht. Wegen der langen Ansprechdauer nach Bestrahlung vergehen dann aber einige Wochen der Unsicherheit.
Das alles kannst Du vermeiden, wenn Du vorher eine PET-CT oder (bei schon begonnener Hormonblockade) eine S-MRT machen lässt.
Es bringt möglicherweise eine leider sehr brutale Wahrheit an den Tag und kostet obendrein eine Stange Geld, aber es ermöglicht eine Therapie ohne böse Überaschungen.
Eine neoadjuvante HB (aber dann richtige ADT3) sollte für eine optimale Wirkung mindestens! 6 Monate gehen, besser noch länger (es existieren hierzu sehr aufschlußreiche Studien). Dann siehst Du auch gleichzeitig, Du einen guten PSA-Nadir unter 0,1 erreichst (und auch hältst!). Das ist dann schon ein gutes Zeichen. Aber sei Dir nicht zu Sicher, das es auch so kommt. Ich "hänge" im Moment bei 0,7 und komme wohl ohne zusätzliche Chemo nicht klar.
Es bleibt Dir aber dann auf jeden Fall genügend Zeit, Deine nachfolgende Therapie zu überdenken oder anhand weiterer biologischer Tests zu planen.
Hast Du Dich schon einmal mit den Aufsätzen von Dr. Leibowitz auseinandergesetzt? Wenn nicht, empfehle ich es Dir.
Gruß PeterP

Günter Feick
03.07.2006, 09:22
Hallo PeterP,

möchte Dich fragen, welchen Informationsgewinn Peter S durch die von Dir erwähnte eMRT mit Spektroskopie erzielen könnte?

Günter Feick

PeterP
03.07.2006, 22:08
Hallo Günter,
Peter S tappt im Moment völlig im Dunkeln, wie die Sache bei ihm tatsächlich aussieht. Er weiß im Moment nur, daß er einen mit Gleason 4+3 bereits sehr fortgeschrittenen und agressiven Untermieter hat, auch wenn das PSA noch nicht sehr hoch ist. Aber selbst das sollte zu Misstrauen veranlassen. In einer Stanze befinden sich 17 mm befallenes Gewebe, also auch schon eine ganz schöne Ausbreitung. Man redet doch von einem kastaniengroßen Organ?
Wie soll er aber damit eine sinnvolle Therapieentscheidung treffen?
Anhand der Spektralen Bildgebung der S-MRT lassen sich Umrisse und Ausbreitung des Karzinoms in der Prostata sehr gut erkennen. Auch ein Befall der Samenblasen oder LK-Befall in der Prostataumgebung wird sichtbar.
Wenn sich alles noch innerhalb der Prostata abspielt, kann er sogar über eine OP unter kurativer Absicht nachdenken.
Andernfalls liefert das Bild sehr gute Aussagen für den zu erwartenden Bestrahlungsunmfang und evtl. zu bestrahlende LK.
Falls er sich für eine Bestrahlung entscheidet, wird man ohnehin vorher eine PET-CT oder S-MRT für den Bestrahlungsplan machen. Aber dann sind die Würfel ja schon gefallen.
Grüße
PeterP

Günter Feick
03.07.2006, 22:20
Hallo PeterP,

der Nachweis befallener Lymphknoten mit eMRT und Spektroskopie ist nach meinem Verständnis nicht möglich. Könntest Du bitte mitteilen, in welcher Radiologie Dir dieses Diagnoseergebnis in Aussicht gestellt wurde?

Günter Feick

PeterP
05.07.2006, 08:48
Hallo Günter,<O:p</O:p
In diversen Publikationen hatte ich das schon gelesen und auch im Buch von Dr. Strum, Ratgeber zum Prostakrebs, wird auf Seite 57 über die spektrale MRT geschrieben: "...... neue radiologische Methode, um Bilder der Prostata, der Prostatakapsel und der Lymphknoten um die Prostata zu erhalten". Im Buch wird auf das Goethe-Uni in Frankfurt-Main hingewiesen. Es gibt aber mittlerweile schon mehr Institute. Von München weiß ich es auch.<O:p></O:p>
Für eine erste Untersuchung reicht der Bereich in der unmittelbaren Umgebung der Prostata im allg. aus, weil die normale Ausbreitung über die regionären LK in weiter entfernte Bereiche geht. Das muß aber nicht immer so sein, wir haben gerade aktuell im Forum einen Fall, wo es direkt in die Lunge ging. <O:p</O:p
Das ist aber höchst selten. <O:p</O:p
Sollte aber ein lokaler LK-Befall festgestellt werden, kann dann immer noch im Rahmen einer PET-CT der ganze Körper abgesucht werden.<O:p</O:p
Es ist aber gerade in der ersten Zeit nach der (bestätigten!) PSA-Messung ein verflixtes Problem: <O:p</O:p
Du wirst zur Biopsie gedrängt, aber nach dieser musst Du ca. 2 Monate warten, bis eine S-MRT wegen der Verletzung möglich ist. Das ist je nach Höhe des PSA-Wertes schon eine geraume Zeit, den meisten fehlen dazu die Nerven!<O:p</O:p
Also gilt es in dieser Situation unbedingt einen kühlen Kopf bewahren und vor der Biopsie auf die S-MRT drängen. Auch wenn man wegen der Terminsituation eine Zeit lang darauf warten und selber bezahlen muss. <O:p</O:p
Möglicherweise erübrigt sich danach sogar die Biopsie! Die dabei stattfindende Ausschwemmung von Krebszellen ist kein unumstrittenes Thema.<O:p</O:p
Wer dann eine Hormonblockade als erste Maßnahme anstrebt, ggf. auch nur um Zeit zu gewinnen, muss beachten, dass dann keine PET-CT mehr möglich ist. <O:p</O:p
<O:p</O:p
Viele Grüße<O:p</O:p
PeterP<O:p</O:p

Schorschel
05.07.2006, 08:53
<O:p</O:p
Also gilt es in dieser Situation unbedingt einen kühlen Kopf bewahren und vor der Biopsie auf die S-MRT drängen. Auch wenn man wegen der Terminsituation eine Zeit lang darauf warten und selber bezahlen muss. <O:p</O:p
Möglicherweise erübrigt sich danach sogar die Biopsie!
PeterP<O:p</O:p

Hallo Peter!

Bitte vergiss nicht, dass die MRT in der Schulmedizin immer noch als "experimentelle Methode" eingestuft wird, deren Bildgebungswert bezweifelt wird.

Die MRT möglicherweise als Ersatz für eine Biospie anzusehen, halte ich persönlich für höchst riskant, um es sehr vorsichtig auszudrücken.

Viele Grüße

Schorschel

mike1160
06.07.2006, 17:37
Hallo Peter,

viele Infos und Tipps haben dich erreicht, wenige davon zum Thema OP.
Deshalb will ich dir über meine Erfahrungen berichten:

Meine PK-Hisorie:

1. M.S. (1960)
2. Diagn: 11/2005; bPSA 6,48;
3. Prost.Vol. 44ml;
4. T3a G3 N0 (0/12) M0; RO-Resektion (gesichert)
5. GS(4+4)8
6. Therap.: 25.11.2005 RP + pelvine Lymphadenektomie bds.
7. PSA-Verlauf (Abbott)
10.01.2006 < 0,1
23.05.2006 < 0,1

Ich bin noch wesentlich jünger als du, mein Befund war auch schon bei der Stanze im günstigsten Fall als T3a zu werten und der Tumor war nicht klein.

Trotzdem habe ich mich operieren lassen, weil ich zum einen mit einem großen Tumor im Bauch nicht gut klar gekommen wäre und ich zum anderen dem späteren Operateur (einer der besten, Namen nenne ich dir gerne) von allen konsultierten Ärzten am meisten vertraute. Ich bereue es (ungeachtet des weiteren Verlaufs) nicht:
Ich bin trocken, kann normalen Sport machen (Laufen und Skifahren), fühle mich derzeit gut und mit Skat/ Pumpe und viel Phantasie meiner Frau und mir komme ich auch mit mit der Impotenz relativ gut klar.

Dies nur als Beispiel, dass eine OP in diesem Stadium in Betracht kommt, auch wenn sicherlich vieles bedacht werden muss.

Weiter Infos gerne per Mail, wenn du magst.

Alles Gute für Dich!

Michael

PeterP
07.07.2006, 12:12
Hallo Peter,
Hallo Schorschel,
das die S-MRT und auch die PET-CT von der der deutschen Schulmedizin noch nicht anerkannt ist, wissen wir und darum müssen wir sie auch selber zahlen. Aber es sind meines Wissens die einzigen derzeit in Deutschland verfügbaren Methoden, einen malignen Befall bildhaft darzustellen, bzw. bildhaft zu diagnostizieren. Was die vielgepriesene Biopsie zu leisten vermag, geht gerade wieder in einem aktuellen Beitrag hier im Forum hervor!
In USA ist die PET-CT schon länger Standard.

Als ich in meinem letzten Beitrag schrieb "Auf die Biopsie kann dann evtl. verzichtet werden" meinte ich die ganz einfachen Fälle im Anfangsstadium, wo der Tumor noch sehr klein ist und die Biopsie sehr oft danebengeht. Aber das gehört auch nicht hierher, das möchte ich einmal an anderer Stelle im Forum zur Dikussion stellen.
Für unsere Grade ist die Biopsie absolut unverzichtbar, da neben Cleason und der Zellbeschaffenheit auch noch andere wichtige Parameter untersucht werden können!

Gruß PeterP

Günter Feick
07.07.2006, 22:14
Hallo PeterP,

das PET-CT Verfahren ist auch in den USA kein Standard. Habe gerade in der letzten Woche hierzu einen Gedankenaustausch mit einem amerikansichen PCa Forum geführt. MRT mit endorektaler Spule wird in Deutschland auch von einer Kasse gezahlt, nach Überweisung durch Facharzt.

Günter Feick

wassermann
08.07.2006, 10:20
hallo Mike 1160,

schön, dass du den für dich richtig scheinenden Weg gewählt hast. Es sieht so aus, als wärest du mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden. Mir geht es dabei ganz ähnlich (s.Profil).
Nimmst du seit der OP irgendwelche Medikamente oder Nahrungsergänzungen? Wurdest du adjuvant bestrahlt?
Hast du hypersensitive PSA-Messung vorgenommen oder genügt dir <0,1?
Entschuldige meine Ignoranz: was bedeutet "Abbott"?
Möchtest du zusätzlich noch etwas unternehmen?
Alles Gute
Wassermann

PeterP
09.07.2006, 14:56
Hallo PeterS,
Hallo Günter,
habe nach dem kritischen Beitrag von Günter und nachdem ich eine private Nachricht von einem Teilnehmer erhalten habe, bei dem die spektr. eMRT kräftig daneben lag, das alte Forum durchsucht. Dort sind auch Beiträge, die zur Vorsicht mahnen.
Zur PET-CT liegen allerdings keine negativ-Meldungen vor. Ich habe selber die PET-CT machen lassen, mit einwandfreier Diagnose.
Ich werde jetzt eine Anfrage zu gewonnenen Erfahrungen mit S-MRT und PET-CT an anderer Stelle ins Forum stellen.
Aber dennoch immer bedenken, daß die pathologische Begutachtung der Biopsie nur das umfassen kann, was auch mit den Stanzen getroffen wurde. Vor diesem Hintergrund bietet eine der genannten Untersuchungen immer eine enorm wichtige Info über eine mögliche weitere Ausbreitung.

Nach meinen letzten Informationen war die spektrographische e-MRT immer selbst zu bezahlen (ca. 800 Euro). Sollte das nicht mehr der Fall sein, wäre das sehr zu begrüßen.
PeterP

Bernhard A.
09.07.2006, 15:08
Hallo Peter !

Meine MRT S Untersuchung in Frankfurt (Prof. Vogel; 06.2005) wurde nach Überweisung meines Urologen von meiner gesetzlichen Krankenkasse ohne jeden Kampf bezahlt. Mich hat die Untersuchung ein Stück weiter gebracht, für die Beurteilung meines damaligen "Ist-Zustandes".

Gruß
Bernhard A.