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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : vielleicht weiss noch jemand Rat ?



ina777
01.03.2008, 13:50
Liebe Mitstreiter,

hallo ich schreibe hier im Namen meines Onkels oder für meinen Onkel, der 75 Jahre ist und mich quasi großgezogen hat und dessen Zustand uns/ mir sehr zu schaffen macht.... und sich immer mehr verschlechtert.

Vielleicht weiss hier jemand weiter - ob die Möglichkeit bestünde - vielleicht mit einer neuen Medikation - ihm noch etwas Lebensqualität für einige Monate zu schenken.

Sein Urologe hat ihm die Hoffnung (und er klammert sich nun natürlich an jedem Strohhalm) mit dem Medikament Honvan gemacht (was angeblich durchschnittlich 4,5 Monate lebensverlängernd sein soll), jedoch wurde der Betrieb dessen - aus wirtschaftlichen Gründen - eingestellt und ich hab stundenlang hier vor dem Rechner gesessen und versucht irgendjemand zu finden, der noch Restbestände dessen hat oder das Medikament noch vertreibt. Jedoch vergeblich....

Im Augenblick ist mein Onkel im Krankenhaus zu Schmerzbestrahlung und angeblich auch zur stationären Behandlung mit Honvan.
Dedoch teilte ihm dann dort, der behandelnde OA an, dass damit nicht mehr behandelt wird. Was zu erneuten Tränen führte!

Vielleicht weiss hier jemand Rat!
Wir wären für jede Hilfe dankbar, da die ganze Family völlig verzweifelt ist - aber wahrscheinlich geht dies den meisten hier so....

Seine Anamnese ist in meinem Profil anbei
Danke im voraus

Heribert
01.03.2008, 14:59
Hallo Ina,
je nach Stabilität der Leberwerte und der Blutwerte (Hämoglobin) könnte auch noch als Therapie Ketokonazol in Verbindung mit Triamcinolon in Frage kommen, um wenigstens einen vorübergehenden Stopp der Tumorausbreitung zu erreichen.
An Honvan noch heran zu kommen, halte ich für fast aussichtslos.
Ich bin hier nicht der Experte, um Ratschläge bei weit fortgeschrittenen PCa weiter zu geben. Ich bin aber sicher, dass sich hier noch der eine oder andere Betroffene meldet.

Dir und Deinem Onkel alles Gute
Heribert

jürgvw
01.03.2008, 21:51
Hallo Ina,

die Firma Juerns Pharma teilte mir auf meine Anfrage hin am 12.06.2006 mit, dass sie Honvan, selbstverständlich gegen Rezept, liefern könnte. Ob das heute noch so sei, das kann ich leider nicht sagen, doch kann am Montag bei der Firma

http://www.juers.com/

direkt nachgefragt werden.

Zum Vorgehen wurde mir damals mitgeteilt:

"Sie müssen mit Ihrem Rezept zu einer Apotheke Ihrer Wahl gehen, die das Präparat dann bei uns bestellen kann. "

Deinem Onkel wünscht alles Gute

Jürg

Andreas S.
02.03.2008, 00:32
Hallo Ina,

Honvan ist ein sehr problematisches Östrogen-Medikament, das zu Thrombosen und Embolien führen kann, wenn nicht eine gleichzeitige Blutverdünnung (Warfarin) stattfindet, und selbst dann ist es nicht sicher. Nicht viele Ärzte haben Erfahrung damit. Alternativ wären vielleicht Östrogenpflaster eher angebracht.
Ich würde Heriberts Vorschlag aufgreifen und mich über die Threapie mit Ketoconazol in Verbindung mit Triamcinolon informieren, die in einem Fall wie dem Deines Onkels durchaus Erfolg versprechen könnte. Diese Therapie am besten in Begleitung eines versierten Uro-Onkologen.

Gruß,
Andreas S.

PeterP
02.03.2008, 01:12
Hallo Ina,
nach dem Profil Deines Onkels nimmt er jetzt wieder Casodex.
Das sollte er weglassen, man vermutet, das die Tabletten den entarteten PCA-Zellen als Nahrung dienen.
Es sollte auch einmal ein Wechsel der LHRH-Spritze versucht werden. Das kann eine beträchtliche Wirkung haben. Zum Ausprobieren sind dann die 1Monats-Spritzen geschickter.
Neben Nizoral kann auch Actos, Celebrex oder auch Östrogen oder Thalidomid noch Wirkung gegen den PSA-Anstieg haben.
Für die Verbesserung des Zustandes und gleichzeitig als Therapie kann Vitamin-C hochdosiert intravenös eine gute Wirkung haben.
Aber Ihr benötigt einen guten Spezialisten. Euer Uro scheint mir mit diesem Fall überfordert zu sein.
Alles Gute,
PeterP

ina777
14.03.2008, 16:52
Hallo liebe Mitstreiter,

mein Onkel ist seit heute nun stationär zur Schmerzbestrahlung aufgenommen, da er heute morgen im Bad aufgrund eines Schwächeanfalls im Bad zusammengebrochen ist und meine Tante ihn nicht mehr hochgebracht hat, da er total fertig am Badefußboden lag. Mit gemeinsamen Kräften - nach ihrem Anruf - schafften wir es dann.

Wahrscheinlich war die ambulante Behandlung der Schmerzbestrahlung zu belastend für ihn.
Inzwischen sieht es so schlimm aus: er schafft es nicht mehr ohne Unterstützung von der Haustüre zum direkt davor parkendem Auto zu laufen;
Schwitzt 3 Schlafanzüge in der Nacht durch - ist nur noch müde - und wie schon oben geschrieben, jede größere Bewegung ein Qual, da er so schwach ist.
Mein Sohn, der 17 Monate ist, isst noch mehr als er im Augenblick.
Medikamente - außer Mistel-Inj. bekommt er nun nicht mehr.

Das schlimme ist zu sehen zu müssen!!!!

An alle, die bisher so nett geantwortet haben, vielen vielen Dank soweit

Viele liebe Grüße

Ina