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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA und Metastasierung



wassermann
20.06.2006, 19:13
Halo,
mal wieder eine Milchmädchen-Frage:
Sind eigentlich Fälle bekannt, in denen Beschwerden verursachende Knochenmetastasen nicht von einem erhöhten PSA-Wert (z.B. über 0,1 nach RPE, ohne HB) begleitet werden? Ein Urologe lachte über die Frage. Hätte ein Szintigramm eine solche Metastase nicht vor ein paar Monaten bereits erkennen müssen?

Weitere Frage:
Gibt es Faktoren, die das Egebnis der PSA-Messung nach RPE, also bei der Nachsorge, beeinflussen können, z.B. Infekte o.ä.?

Danke für eure Infos

Urologe
20.06.2006, 22:05
Hallo,

also Knochenmetastasen sind extrem selten bei PSA unter 10, aber unter bestimmten Konstellationen durchaus möglich (höchste Gleasonscores 9-10, neuroendokrine Tumoren).
Die Szintigrafie hinkt auch etwas hinterher. Eine PET Untersuchung ist in der Regel ca. sechs Monate früher im Nachweis.
Meistens sind allerdings dann andere Laborparameter deutlich erhöht, wie z.B: PAP, Ostase, alkalische Phosphatase,ggf. CGA und NSE.

Ich persönlich habe noch keine Metastase bei PSA unter 0.1 gesehen in 20 Jahren und ich habe eine ganze Menge PK-Patienten

Gruss
fs

wassermann
22.06.2006, 16:17
Vielen Dank für die Antwort.
darf ich nochmal auf die andere Frage, die der Beeinflussbarkeit der PSA-Messung (POSTOPERATIV) durch andere Faktoren, zurückkommen?

Darf ich den Umstand, dass nur der Fachmann antwortet (dankenswerterweise), auf einen Mangel diesbezüglicher Erfahrungen zurückführen? Oder scheint die Fragestellung so abwegig?

Ich bedaure im übrigen etwas, dass sich das Forum zusehends zu einer Plattform für tatsächliche oder selbsternannte Spezialisten entwickelt, die sich so manchen -oft interessant zu lesenden- Streit liefern. Mir als medizinischem Laien, der seinen Krebs bislang nicht zum Hobby gemacht hat und immer noch der Illusion nachhängt, dass noch so viel theoretisches Wissen nicht die Erfahrung eines Urologen (oder Onkologen etc), der Hunderte oder gar Tausende Fälle gesehen und/oder behandelt hat, wettmachen kann, fehlt oft der Aspekt des simplen Erfahrungsaustauschs. Letztlich haben wir doch alle - je nach Krankheitsstadium- nur eins im Sinn: Werde ich den Krebs los und/oder wie lange kann ich noch "gut" damit leben? Hierfür brauchen wir Therapien, und derer gibt es bekanntlich zahlreiche. Praktische Erfahrungen, ehrlich dargestellt, Ängste, Nöte, Hoffnungen oder Erfolge zu lesen, kann manchen vielleicht oft mehr helfen als rechthaberisch vertretene Standpunkte. Mir gefällt der solidarische Grundton im Forum, aber im Prinzip spricht doch jeder von seinem Einzelfall, oder? Wer behandelt schon andere?!
Ich lebe mit Gesunden, von Leidensgenossen höre ich nur hier, das würde ich gerne ein bisschen mehr tun.
Ich getraue mir kaum, einen Beitrag zu schreiben, da ich mich in keiner Weise auf der wissenschaftlichen Höhe der das Forum bestimmenden Diskutanten befinde.

Nichts für Ungut!

Wassermann

Helmut
22.06.2006, 18:47
Danke Wassermann,

dem kann ich mich nur ausnahmslos anschließen!

Alles Gute
Helmut

helmut (i)
22.06.2006, 18:49
Liebe Forumsteilnehmer, lieber Dr. fs!

Zum Thema Knochenmetastasen und PSA folgende Frage:
Bei einem Verwandten wurde ein Tumor in der Brust-WS festgestellt.Nähere Details der Diagnose fehlen noch. Er wurde vor ca 10 Jahren trotz eines PSA-Wertes von 45 wegen PK operiert und anschließend 6.5 Jahre lang mit einer durchgehenden HB behandelt. Auch nach Absetzen der HB blieb PSA bei 0.
Kann es sich hier um eine bisher unauffällige Metastase handeln? Gibt es M. die kein PSA absondern?

Viele Grüße
Helmut

astral
22.06.2006, 19:53
Danke Wassermann,
aus der Seele gesprochen.
Alles Gute!
Astral

KlausUwe
22.06.2006, 19:54
Hallo lieber Wassermann .

Dein Beitrag hat mich sehr beeindruckt. Das Forum so empfinde ich brauchen Leute wie Dich. Egal ob man mit wissenschaftlichen Beiträge mithalten kann. Wichtig ist es doch persönliche Erfahrungen mitzuteilen.

Jeder sollte sich hier im Forum an Beiträgegen beteiligen.

Gruss
UWE

Urologe
22.06.2006, 20:45
Vielen Dank für die Antwort.
darf ich nochmal auf die andere Frage, die der Beeinflussbarkeit der PSA-Messung (POSTOPERATIV) durch andere Faktoren, zurückkommen?

Hallo,

es ist schon mehrfach über die generelle Beeinflussbarkeit des PSA-Test (gilt auch für andere Werte) beschrieben worden.

1. Abhängigkeit vom "Wässerungszustand - Trinken" bei der Abnahme = Verdünnungseffekt.
2. Probleme bei der BLutabnahme (zu langes Venenstauen führt zum Austritt von Wasser in das Gewebe = Blut dickt ein
3. Stehenlassen der Probe = PSA bindet sich an alpha1-Makroglobulin und ist nicht mehr messbar
3. fehlerhafte Messung
4. .......

Die üblichen Veränderungen (Radfahren, Sex...) da habe ich bei Prostatektomierte nie (verständlicher Weise) Beeinflussung gesehen.

Gruss
fs

Urologe
22.06.2006, 20:50
Zum Thema Knochenmetastasen und PSA folgende Frage:
Bei einem Verwandten wurde ein Tumor in der Brust-WS festgestellt.Nähere Details der Diagnose fehlen noch. Er wurde vor ca 10 Jahren trotz eines PSA-Wertes von 45 wegen PK operiert und anschließend 6.5 Jahre lang mit einer durchgehenden HB behandelt. Auch nach Absetzen der HB blieb PSA bei 0.
Kann es sich hier um eine bisher unauffällige Metastase handeln? Gibt es M. die kein PSA absondern?

Hallo Helmut,

ungewöhnlich ist es schon, aber nicht unmöglich. Vor Allem neuroendokrine PKs (s. Wil) schütten praktisch kein PSA aus.

Hier wären die Knochenmetastasenparameter zu bestimmen - AP, Ostase, CGA, NSE, CEA, PAP.

Es kann sich aber durchaus auch um einen Zweittumor handeln - WIRKLICHE Sicherheit würde nur eine Gewebeprobe bringen.

Gruss
fs

Günter Feick
23.06.2006, 09:15
Hallo Wassermann,

mehrere Möglichkeiten der Beeinflussung des PSA Wertes wurden Dir von Dr. f. s. mitgeteilt. Hinzufügen möchte ich die Möglichkeit der PSA Veränderung durch Nahrung oder ihrer Ergänzungsmittel. Phytoöstrogenhaltige Nahrung (Soja, Mistel, Granatapfel, etc.) kann den PSA Wert verändern.

Zu Deiner Bewertung der Beiträge in diesem Forum schreibe ich Dir ein paar Gedanken in der Rubrik „Plauderecke“ unter dem Titel „Wassermann und Krebs".

Gruß

Günter Feick

wassermann
24.06.2006, 10:56
Habe in der Plauderecke geantwortet.
gruß
wassermann

zuerij
24.06.2006, 14:27
Hallo Wassermann,
Einiges, das Du in Deinem Beitrag in Worte umsetzt, schiwrrte mir hie und da durch den Kopf, wenn ich das Forum besuchte, bzw. scannte. Mich dünkt es nicht mehr so ausgeprägt wie im "alten" Forum, wo man viele Beiträge ohne Konsultation eines medizinischen Lexikons als hoffungsloser Outsider erlebte.
Ich finde, kritische Patienten sind notwendig, dies ist eine Hauptrolle dieses Forums. Aber: noch so vieles angelesene Wissen ersetzt kein medizinisches Studium bzw. Praxis.
Ich halte mich mit Kommentaren sonst eher zurück, und wenn ich fühle, ich könnte einem "Neuen" von Nutzem sein, benütze ich meist den direkten Message- Kontakt.
Einen schönen Sonntag wünsche ich allen, hier ists sonnig und heiss, ideales Badewetter....
Z.