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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : LEF Artikel: Genistein stoppt Metastasierung



JürgenS
16.03.2008, 11:34
Durch Günter über Umwege auf einen Artikel aus dem LEF Magazin, Ausgabe März 2008, aufmerksam gemacht worden, habe ich diesen Artikel übersetzt, um ihn allen zugänglich zu machen. Manch einer mag ja denken:"Schon wieder Soja!" oder "noch ein Mausmodell!", aber für Leute mit systemischer Erkrankung sind Metastasen eben der reinste Horror, und jede auch noch so kleine Möglichkeit sollte ergriffen werden, um diese in Schach zu halten.


Life Extension Update Exclusive March 2008
Übersetzung

Genistein verhindert Prostatakrebs Metastasierung im Tiermodell

In der März 2008 Ausgabe des Cancer Research Journals werden die Erkenntnisse eines Teams der Northwestern University veröffentlicht, dass Genistein , eine in Soja vorkommende antioxidantische Verbindung, die Verbreitung von Prostatakrebs in mit canzerösem humanem Gewebe implantierten Mäusen, fast vollkommen verhinderte. Dies ist die erste Studie die zeigt, dass Genistein Prostatakrebs Metastasen in lebenden Organismen verhindern kann. Raymond C. Bergan, MD des Northwestern Robert C. Lurie Cromprehensive Cancer Centers und seine Kollegen, implantierten eine agressive Form humaner Prostatakrebs Zellen im mehrere Gruppen von Mäusen und verabreichten einigen von ihnen soviel Genistein, dass Blutspiegel vergleichbar mit denen von Menschen nach dem Genuss von Soja Lebensmitteln erreicht wurden. Während Genistein die Tumorgröße nicht verringerte, wurde die Ausbreitung der Krankheit in die Lungen – ein bevorzugtes Areal für Metastasen – um 96% reduziert, verglichen mit Tieren, denen kein Genistein zugeführt wurde. Eine Wiederholung des Experiments ergab das gleiche Ergebnis.
In einer vorhergegangenen Forschungsarbeit von Dr. Bergans Team mit Prostatakrebs Zellkulturen wurde entdeckt, dass Genistein die Ablösung der Krebstellen vom Primärtumor verhindert und die Zellinvasion blockiert. Dies wird durch die Hemmung der Aktivierung von P38 MAP Kinase Molekülen bewirkt, die wiederum bei der Aktivierung von Proteinen, die Krebszellen von Tumoren loslösen und zur Wanderung veranlassen, involviert sind. „In Kulturen kann man beobachten, dass wenn Genistein zugefügt wird, die Zellen sich platt machen um sie auszustrecken und sich an die nächstliegenden Zellen fest anheften,“ bemerkte Dr. Bergan. „Erstaunlicherweise zeigte die laufende Untersuchung, dass Tiere, die Genistein verabreicht bekamen, höhere Level von Expressionen von Genen zeigte, die in der Krebszellmigration involviert sind. Wir denken was hier passiert ist, dass die in die Mäuse eingebrachten Zellen normalerweise wandern,“ erklärte Dr. Bergan. „Wenn Genistein diese Fähigkeit einschränkt, versuchten die Zellen dies mit der Produktion von für die Migration notwendigen Proteinen zu kompensieren. Genistein verhinderte jedoch, dass diese Proteine aktiviert wurden. Dies ist wirklich eine Lektion für Wissenschaftler, die um zu testen ob eine Therapie wirkt, auf Biomarker angewiesen sind. Sie müssen sich immer vergegenwärtigen, dass Biomarker nur die eine Hälfte der Medaille sind.“ „Diese eindrucksvollen Ergebnisse lassen uns hoffen, dass Genistein eine gewisse Wirkung bei der Prävention der Ausbreitung von Prostatakrebs bei Patienten hat,“ bemerkte Dr. Bergan abschliessend. „Ernährung kann den Krebs beeinflussen, aber nicht durch Zauberei. Bestimmte Chemakalien haben einen nützlichen Effekt und wir verfügen jetzt über alle benötigten präklinischen Studien die nahelegen, dass Genistein eine vielversprechendes chemopräventives Mittel sein könnte.“

16. März 2008

Gruß
JürgenS

RuStra
16.03.2008, 13:38
habe ich diesen Artikel übersetzt, um ihn allen zugänglich zu machen.




Danke, Jürgen !!
Ich habe nun auf promann (http://www.promann-hamburg.de/Soja.htm) Deine Übersetzung aufgenommen (schau bitte mal drüber und sag mir, was ich ändern soll ..), werde den dazu passenden Abstract auch noch dort hochladen - und mich mit Dir und anderen darüber freuen, dass das Soja-Thema sich entwickelt.

Äusserst scheckig und erfrischend die Hinweise von Dr.Bergan:

"Ernährung kann den Krebs beeinflussen, aber nicht durch Zauberei."

und:

"Dies ist wirklich eine Lektion für Wissenschaftler, die, um zu testen ob eine Therapie wirkt, auf Biomarker angewiesen sind. Sie müssen sich immer vergegenwärtigen, dass Biomarker nur die eine Hälfte der Medaille sind.“

Das zeigt ganz gut, wie unterkomplex viele unserer Debatten hier nach wie vor sind. Ob es sich um die einfachsten stofflichen Messungen handelt, oder schon die eher selten durchgeführten Biomarker-Messungen, z.B.aus dem Programm von Bonkhoff, oder auch die Ploidie-Messung usw.:
Es sind immer noch mehrere weitere Dimensionen im Spiel, als man denkt.

Selbst wenn ich eine Hochregulation der für die Migration verantwortlichen Proteine habe: Nutzt alles nichts, wenn sie nicht AKTIVIERT werden. Was aber heisst das ??? ==> UND SCHON haben wir den nächsten Grundsatz-Diskussionsfaden, der noch nicht geschrieben wurde.
Ich werde mich aber heute erst nochmal mit der Inflammation beschäftigen u. nicht das nächste Fass aufmachen.

Schönen Sonntag!
Rudolf