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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Uro-Präsident fordert Neupositionierung seiner Disziplin



Wolfgang aus Berlin
22.03.2008, 13:43
Liebe Mitglieder und Leser des Forums,

manchmal lohnt es sich, eine Presseerklärung zu lesen. Diese ist auf der Internetseite des BPS zu finden (http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_content&task=view&id=383&Itemid=149 ) und zeigt interessante Forderungen von Professor Dr. Reinhold Horsch, amtierender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU).

Hier einige Zitate:

"„Es ist Zeit für neue Impulse!“ ...

„Die Urologie stand lange unter dem Einfluss der konservativen Chirurgie. Seit Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wird unser Fachgebiet sehr stark durch die Medizintechnik geprägt und technische Fortschritte führten zu neuen, revolutionären Behandlungsmethoden wie ESWL, PNL, URS, Laser, Laparoskopie und Da Vinci. Hier haben wir uns Fachkompetenzen erarbeitet, die es aufzuzeigen und herauszustellen gilt. Doch haben wir über viele Jahre hinweg vorwiegend diese operative Kompetenz, die unzweifelhaft ist, in den Vordergrund gestellt. Die entsprechende Dokumentation der Ergebnisse (Studien) war in der Vergangenheit allerdings nicht befriedigend.
„Zukünftig dürfen wir uns aber nicht nur auf den operativen Bereich beschränken, sondern wir müssen uns verstärkt sowohl mit der Prävention urologischer Erkrankungen als auch mit der medikamentösen Tumortherapie befassen. ...


Das Programm des 60. DGU-Kongresses, der vom 24. bis 27. September 2008 unter der Leitung von Professor Horsch im Internationalen Congresscenter in Stuttgart stattfindet, wird diese inhaltliche Neuorientierung widerspiegeln. Unter dem Motto „Kompetenzen erhalten – Zukunft gestalten“. Zitat Ende

Gruß
Wolfgang

hartmuth
22.03.2008, 16:02
Hallo Wolfgang,

mal sehen, was sich tatsächlich Umwälzendes ergeben wird im Anschluß an solche Ausführungen. Soweit die Tendenz erkennbar ist, Verkrustetes aufzubrechen, läßt dies immer aufhorchen. Die doch großen Unterschiede in der Anwendung therapeutischer Optionen über die Ländergrenzen hinweg sind augenfällig und deuten darauf hin, dass es länderspezifisch so etwas wie eine "Therapiekultur" gibt, die historisch gewachsen ist, eine eigene Tendenz entwickelt sich beständig zu reproduzieren, für die technische und personelle Kapazitäten aufgebaut wurden, die ihre Berechtigung täglich beweisen müssen. Die bloße Existenz der Apparaturen drängt zu ihrer Nutzung und die "Patientzufuhr" aus den urologischen Praxen klappt hervorragend. Reinardo hat in dieser Richtung schon einige Male sich gesellschaftskritisch geäußert und ich kann dagegen nichts einwenden.

Erstaunlich für mich jedenfalls der Hinweis auf die wohl auch aus Präsidentensicht vernachlässigte medikamentöse Therapie. Soweit es sich auch um die ADT handelt, darf man dies wohl als Reflex unübersehbarer Entwicklungen in den USA und Japan verstehen.

Grüße
Hartmut

Harro
22.03.2008, 18:32
Interesse für Ploidie in Japan

Hallo, Wolfgang, hallo Hartmut, Prof. Böcking hatte schon anläßlich unseres Treffens in Hamburg erwähnt, wie groß das Interesse für die Ploidie in Japan sei und dass man sich dort ganz gezielt dieser zusätzlichen Diagnosemöglichkeit widmen wird und hierfür Personal nicht nur für die FNAB sondern eben auch zur Fähigkeit der Abgabe eines Zytologischen Gutachtens ausbilden wird, indem sie dann von den besten Zyto-Pathologen auch geschult werden. Nur dann ergibt das Ganze ja auch einen Sinn. Es wird auch bei uns hoffentlich bald der Groschen fallen.

"Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn verleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten als den Andersdenkenden"
(Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph)

Gruß Hutschi

HansiB
22.03.2008, 19:29
Hallo Freunde,

ich dachte immer, ich wäre der Oberoptimist, da bin ich skeptisch das sich was ändert. Neue Medikamente ist gemeint Chemo und "neuem" Medikament.

Schöne Ostern, Konrad

Harro
22.03.2008, 20:21
Daueroptimist

Lieber Konrad, es muss einmal hier im Forum ganz deutlich zum Ausdruck kommen, was für ein geduldiger, mutiger und tapferer Kämpfer Du bist. Ich erinnere mich noch gut an den Morgen nach dem Frühstück in Hamburg, als Du Dich frohgemut mit Deiner lieben Frau auf eine einwöchige Nordsee-Ostsee-Tour begeben hast, um mal eben nach dem Motto "ich bin dann eben mal weg" abzuschalten vom Dauerthema PCa. Immerhin ahntest Du schon, dass Deine neuen Befunde weniger günstig ausfallen würden. Aber, anstatt in Trübsal zu blasen, hast Du weiter unentwegt Leuten, die weit besser dran sind als Du, Mut zugeflüstert. Du bist nicht der Oberoptimist, Du bist der unverbesserliche und unübertroffene Über-Optimist. Bleib Du nur Deiner Linie treu. Als Vorbild kannst Du schon lange Lorbeeren einheimsen.

"Der Glatzkopf, der die Glatze fönt, hat mit dem Schicksal sich versöhnt"

Gruß Hutschi