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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Avodart- PSA



Stefanie
24.03.2008, 11:02
Eine klitzekleine Frage. Mich beschäftigt immer noch der rasante PSA Anstieg zwischend en letzten zwei Messungen (zwischenzeitlich bestätigt mit Neumessung) und dabei fiel mir auf, dass das Avodart Privatrezept längere Zeit zurücklag. Auf Nachfrage erklärte mir mein Paps, dass der Uro es nicht länger für nötig hielt.

Es heißt ja Avodart halbiert die PSA Werte um ca. 50 %. Gilt das eventuell auch noch in unseren Regionen? Ist damit der hohe gemessene Wert erklärbar?

Avodart nehmen wir seit dem Urologenwechsel wieder ein. Der neue urologe hat es ihm wieder mitgegeben! Damit müßte der nächste PSA Wert ja wieder deutlich geringer ausfallen? Oder hab ich da was falsch verstanden?

Wie immer dankbar für schnelle Antworten und Mitüberleger:-)

Stefanie

Helmut.2
24.03.2008, 11:49
Hallo, Liebe Stefanie,

Avodart nehmen wir seit dem Urologenwechsel wieder ein. Der neue urologe hat es ihm wieder mitgegeben! Damit müßte der nächste PSA Wert ja wieder deutlich geringer ausfallen? Oder hab ich da was falsch verstanden?
Das ist sehr wohl denkbar, daß deines Vaters PSA-Wert bei der nächsten Messung niedriger ausfallen wird wie die letzte Messung ergeben hat! Aber, ich kann jetzt nicht auf die schnelle sagen, wer auf der DVD "Prostatakrebs Seminar Bad Reichenhall" gesagt hat, daß Avodart bei dem Einen gut ist aber bei den Anderen eben nicht! Es kommt immer auf die vergangenen Therapien darauf an!
Ich meine, es wäre Prof. Dr. Helmut Bonkhoff in einer, am Ende seiner zwei Vorträge gewesen! Du hast doch die DVD (http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_content&task=view&id=352&Itemid=149) doch auch, höre sie doch nochmal an!
Alles Gut, Helmut

Stefanie
24.03.2008, 12:36
Nein, die DVDs habe ich nicht.
Aber am Ende wäre es ja eigentlich egal und die höheren PSA-Werte stimmen, da unter Avodart ja nur der Wert geringer ist, nicht aber die tatsächliche Krebsmasse.
Oder?

Stefanie

Helmut.2
24.03.2008, 15:37
Stefanie, liebes,

Nein, die DVDs habe ich nicht.
Aber am Ende wäre es ja eigentlich egal und die höheren PSA-Werte stimmen, da unter Avodart ja nur der Wert geringer ist, nicht aber die tatsächliche Krebsmasse.
Oder? Stefanie
Dies DVD solltest Du dir schnellstens besorgen und lasse Dich nicht von Reinardo beeinflussen wegen seine negativen Bewertung dieser DVD!

Es ist nicht egal und um ein schöneren PSA-Wert zu erhalten ist in deines Vaters Situation die Einnahme von Avodart nicht die richtige Option! Weil Avodart gut ist für eine vergrößerten Prostata aber nicht gut bei einem aggressiven PCa! Hier empfiehlt Prof. H. Bonkhoff Toremifen!

Ich habe mir extra die DVD nochmals angehört! Bestelle sie und das gleich Morgen!
Grüß Dich, Helmut

Harro
24.03.2008, 17:35
Wozu ist Avodart

Hallo, Helmut,
Weil Avodart gut ist für eine vergrößerte Prostata


das mag dafür auch gut sein. Aber eigentlich ist doch Avodart als Reduktasehemmer dafür zuständig, daß Testosteron nicht zu Dihydrotestosteron in der Prostata umgewandelt wird, und zusätzlich hilft es, den Testo-Spiegel hoch zu halten. Ich habe das erfolgreich mit Proscar praktiziert, während Ludwig als Dauermedikament auf Avodart schwört.

"Mancher hält sich für eine Leuchte und hat doch keinen Schimmer"
(gilt ausdrücklich nicht für Dich, Helmut und für keinen Forumsbenutzer)

Gruß Hutschi

Helmut.2
24.03.2008, 18:51
Grüß Dich Harald,

das mag dafür auch gut sein. Aber eigentlich ist doch Avodart als Reduktasehemmer dafür zuständig, daß Testosteron nicht zu Dihydrotestosteron in der Prostata umgewandelt wird, und zusätzlich hilft es, den Testo-Spiegel hoch zu halten. Ich habe das erfolgreich mit Proscar praktiziert, während Ludwig als Dauermedikament auf Avodart schwört.

Dann sieh bzw. höre dir nochmals den Vortag "Entstehung und Prävention des Prostatakarzinoms" von Prof. Dr. Helmut Bonkhoff noch mals an und zwar von der Stelle als Er seinen Vortrag beendete und das DIA "Pathogenese - Prävention" erscheint und ein Fragesteller mit drei Endlosfragen unter anderem über DHT an Prof. Dr. H. Bonkhoff, Antwort, ab hier!

während Ludwig als Dauermedikament auf Avodart schwört.
Wenn Ludwig Gut beraten ist, wird er diese Aussage von Prof. Dr. H. Bonkhoff, überdenken und eine andere Strategie aufbauen müssen!

"Mancher hält sich für eine Leuchte und hat doch keinen Schimmer"
(gilt ausdrücklich nicht für Dich, Helmut und für keinen Forumsbenutzer)

Ja, das ist ein guter Spruch und daß Du in hier zitierst und entschuldigt Dich gleich dafür, daß es keinen von uns betrifft?
Ich halte mich nach dem Volksmund: Selbstbekenntnis ist der beste Weg zur Besserung!
Mach es gut, mein Lieber
Helmut

LudwigS
24.03.2008, 19:35
Grüß Dich Harald,

Dann sieh bzw. höre dir nochmals den Vortag "Entstehung und Prävention des Prostatakarzinoms" von Prof. Dr. Helmut Bonkhoff noch mals an und zwar von der Stelle als Er seinen Vortrag beendete und das DIA "Pathogenese - Prävention" erscheint und ein Fragesteller mit drei Endlosfragen unter anderem über DHT an Prof. Dr. H. Bonkhoff, Antwort, ab hier!

Wenn Ludwig Gut beraten ist, wird er diese Aussage von Prof. Dr. H. Bonkhoff, überdenken und eine andere Strategie aufbauen müssen!



Hallo Helmut, was genau meinst du bzw. warum sollte ich mir eine andere Strategie einfallen lassen müssen.

Eigenes Testosteron am oberen Ende des Normalbereiches wie bei einem 20-Jährigen ist nach meinem Wissenstand das Wünschenswerte.

Dass die Langzeiteinnahme von Proscar oder Avodart bei BPH kritisch zu bewerten sei ist mir neu.

Gruss Ludwig

Helmut.2
24.03.2008, 23:58
Hallo Ludwig,

Dass die Langzeiteinnahme von Proscar oder Avodart bei BPH kritisch zu bewerten sei ist mir neu.
Bei einer BPH = benigne Prostatahyperplasie - gutartige Prostatavergrößerung hat Er nichts einzuwenden Avodart od. Proscar einzunehmen aber wie gesagt, Jene Männer die Prostatakarzinom noch haben sollten Toremifen nehmen, dies wäre die bessere Option!

Am besten Du hörst dir die DVD nochmals an! Lasse Dich nicht aus dem Konzept bringen und nehme das ein, was dein Bauchgefühl verrät!

Gruß, Helmut

WinfriedW
25.03.2008, 13:18
@Stefanie

Avodart, ob ich es nun nehme oder nicht, hat auf meinen PSA-Wert, der, nachdem ich keine Prostata mehr habe, ausschließlich aus den Metastasen kommt, keinerlei messbare Auswirkung. Daher nehme ich es nicht mehr.

Bei dem PSA-Wert deines Vaters würde ich mannigfaltige Metastasen erwarten. Habt ihr mal die Bildgebung bemüht, um zu ermitteln, wo der Feind sitzt, Stefanie? Ich finde es überraschend, dass dein Vater doch offenbar so relativ schmerzfrei ist.

WW

HansiB
25.03.2008, 15:31
Hallo Stefanie, hallo Winfried,

ich nehme es auch nicht. Bei mir mit Prostata und Metastasenlast ist der PSA bei 14. Trotz Malignitätszunahme, liegt das an den ruhenden Metatsasen, oder am funktionierenden Immunsystem, oder der allgemeinen Gesundheit?

Für Stefanies Vater, wäre eine Kontroll-DNA nach bisheriger HB und vor der neuen Medikation sinnvoll.

Hallo Winfried, sehen wir uns am 3. April beim Sepp, ich fahre hin.

Gruß Konrad

Klaus (A)
25.03.2008, 17:13
Avodart, ob ich es nun nehme oder nicht, hat auf meinen PSA-Wert, der, nachdem ich keine Prostata mehr habe, ausschließlich aus den Metastasen kommt, keinerlei messbare Auswirkung. Daher nehme ich es nicht mehr.
WW

Winfried,

Möchte doch noch einmal auf die obige Aussage zurückkommen:
Man sollte schon der Klarheit willen mit erwähnen, dass diese Aussage nur bei hormon-unabhängigen PK gilt (und zwar dann auch für diejenigen, die noch eine Prostata haben).
Klar.....bei Operierten stammt das PSA nur von Metastasen oder Rezidiven; wenn dann aber die PK-Zellen noch hormonabhängig sind (was ja sehr oft noch der Fall ist), dann kann die Avodart/Proskar Einnahme immer noch genau so sinnvoll sein wie bei Nicht-Operierten (z.B. nach ADT3 als "Erhaltungstherapie".....siehe Strum).

Klaus

Stefanie
25.03.2008, 18:43
Also, mein Paps kann einfach leichter auf die Toilette gehen, wenn er Avodart nimmt. Eigentlich hatte ich nur vermutet, dass Avodart die PSA Werte bisher verfälscht hat und der wahre PSA ohne Avodart deshalb so hoch ist.

Morgen gehts los mit den neuen Medikamenten. Wir fühlen uns immer noch sehr gut aufgehoben.

Stefanie

WinfriedW
25.03.2008, 19:04
Also, mein Paps kann einfach leichter auf die Toilette gehen, wenn er Avodart nimmt. ...Das ist ein Argument!

Unabhängig von der Frage, ob der Betroffene von der Einnahme von Proscar oder Avodart profitiert, dürfte die Formel, wonach 5-alpha-Reduktase-Hemmer den PSA-Wert halbieren, eher nicht für Männer unter antiandrogener Therapie gelten. Dein Vater, Stefanie, ist erstens hormonrefraktär und befindet sich zweitens unter antiandrogener Therapie. Vor diesem Hintergrund habe ich wenig Hoffnung, dass die PSA-Explosion alleine vom Absetzen von Avodart herrührt. Unabhängig davon kann ich letztendlich nicht ausschließen, dass die Einnahme eines 5-alpha-Reduktase-Hemmers, evtl. kombiniert mit anderen Medikamenten auch in dieser Situation einen Vorteil bringen könnte, aber das ist spekulativ. Nach meine persönlichen Erfahrung lässt sich ein PSA-Progress allein durch Avodart weder aufhalten noch abschwächen.

WW

WinfriedW
26.03.2008, 10:04
@Stefanie

Durch die 5-alpha-Reduktase wird Testosteron zu dem potenteren Dihydrotestosteron (DHT) umgebildet. Avodart oder auch Proscar hemmen diesen Prozess und führen so normalerweise zu einer Schrumpfung der Prostata. Nachdem dein Vater therapiebedingt einen sehr niedrige Testosteron-Wert aufweist, ist es fraglich, ob Avodart tatsächlich noch einer Verkleinerung der tumorösen Prostata bewirkt. Alleine der Testosteronentzug führt schon zu einer Schrumpfung des gesunden Prostatagewebes. Andererseits gibt es vermutlich kein anderes Leiden, bei dem Placebos so gut wirken wie bei Miktionsproblemen. Wie dem auch immer sei, wichtig ist, dein Vater erfährt Erleichterung.

Der Umstand, dass ich mir bei ähnlich fataler Ausgangsposition wie bei deinem Vater die Prostata mit dem Muttertumor habe entfernen lassen, hat immerhin den Vorteil, dass ich heute meine Blase problemlos entleeren kann und so vor allen Dingen ruhige Nächte habe. Außerdem reduziert sich damit die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor in die benachbarten Organe einwächst. Diese Entscheidung habe ich damals in diesem bzw. noch im alten Forum breit diskutiert. Mir wurde unter Hinweis auf Dr. Leibowitz und die Mäuseexperimente von Dr. Judah Folkman entgegengehalten, wenn die Krebszellen lokal in der Prostata durch operative Entfernung (oder Bestrahlung) bekämpft würden, kein Angiostatin mehr erzeugt würde, welches das Wachstum von Metastasen hemme. Folglich würden die Metastasen nach der lokalen Maßnahme exponentiell wachsen. Insofern sei die Prostatektomie oder die Bestrahlung kontraproduktiv, wenn nicht absolut sicher gestellt ist, dass keine metastasierten Krebszellen im Körper sind. Diese Diskussion hat bei mir damals einige Verunsicherung ausgelöst.

Wenn ich mir die heutige Situation deines Vaters anschaue, Stefanie, dann ist festzustellen, dass der Muttertumor einen Teufel tut und jedenfalls nicht seine eigenen Metastasen hemmt, allenfalls wirft er neue.

Der inzwischen verstorbene Wil de Jongh schrieb im Dez. 2001 unter anderem in einem Forumsbeitrag, dass Proscar die Wachstumsfaktoren VEGF und IGF-1 hemme. Ob dieses gesichert ist weiß ich nicht und ob es für Avodart in gleicher Weise gilt, schon gar nicht. Auf dieser Schiene wäre es aber denkbar, dass von diese Medikamenten auch in weit fortgeschrittenen, hormonrefraktären Stadien noch einen Vorteil bewirken - alles sehr spekulativ.

WW

PeterP
27.03.2008, 00:19
Hallo Freunde,
bedenkt bei den Betrachtungen hormonabhängig - ...unabhägig - ....refräktär immer, das Tumore keine homogenen Gebilde sind. Auch der "hormonrefraktäre" hat nur einen mehr oder weniger großen Anteil an wirklich refraktären Zellen.
Insofern haben Avodart oder Proscar durchaus noch eine Berechtigung, auch wenn die Wirkung vielleicht nicht mehr so stark ist. (Auch der Effekt der Halbierung des PSA dürfte dann nicht mehr so eindeutig sein. Aber ich weiß nicht, ob diese Frage überhaupt jemand exakt beantworten kann)
Man behält z.B. auch bei hormonrefraktären Männern in der weiteren Behandlung noch die LHRH-Spritze bei.
Grüße,
PeterP

WinfriedW
27.03.2008, 10:01
... Halbierung des PSA dürfte dann nicht mehr so eindeutig sein. Ich vermute, Peter, dass die Halbierung des PSA ohnehin nur für Männer mit normalen Testosteronwerten gilt, die also außer Proscar oder Avodart keine weitere hormonelle Manipulation durchführen. Wenn das Testosteron therapeutisch auf Kastrationsniveau abgesenkt ist, wird diese Formel nicht mehr gelten, denke ich.


Man behält z.B. auch bei hormonrefraktären Männern in der weiteren Behandlung noch die LHRH-Spritze bei.Das ist, nach der Devise: "haben wir immer so gemacht", jedenfalls die Mehrheitsmeinung, wobei es allerdings auch abweichende Meinungen gibt. Ich persönlich bin mir z. B. nicht sicher, noch von der LHRH-Spritze zu profitieren. Vermutlich hätte ich ohne diese einen etwas höheren PSA-Wert. Ob es meine Prognose verschlechtern würde, ist unklar und die Ärzte wissen es offenbar auch nicht wirklich.

WW

WinfriedW
29.03.2008, 16:22
Hallo Winfried, sehen wir uns am 3. April beim Sepp, ich fahre hin.Sorry, bin leider verplant.

WW