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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA Wert gering aber Knochenmetastasen



M.Jahn
27.03.2008, 11:24
Hallo liebes Forum,

mein Name ist Mathias Jahn und bin stellvertretend für meinen Vater hier. Mein Vater ist 65 Jahre alte und bei ihm wurde im September 2005 Prostatakrebs festgestellt. Der PSA Wert lang damals bei ca. 100. Dieser Wert ist auch innerhalb kurz Zeit sehr stark gestiegen, erste Messung war wohl 7, 2 Wochen später die schon besagten 100. Ihm wurde die gesamte Prostata entfernt, laut Patalogie hatte der Krebs angeblich noch nicht gestreut, konnte aber auch nicht ausgeschlossen werden. Nach der Reha bekam er vorsorlich Bestrahlung und eine Hormontherapie. Im August 07 wurdeni Metastasen im Lendenwirbelbereich festgestellt, der Urologe hat im darauf Zometa verordnet. Der gemesene PSA Wert lag bei 0,3. Mein Vater hatte des öfteren bei Urologen wegen sein Knochenschmerzen vorgesprochen, daraufhin bekam er nur ein Schmerzmittel und die Aussage ,dass das vom Zometa komme und er damit leben müsse. Da die Schmerzen immer schlimmer geworden sind und er auch in der Bewegung immer mehr eingeschränkt worden ist, habe ich ihm einen Termin bei einem Onkologen gemacht. Der Onkologe war über die Arbeitsweise des Urologen sehr erschüttert, hat ihn gleich zum ct geschickt. Dabei wurde festgestellt, dass sich fast im gesamten Wirbelbereich Metastasen gebidet haben. Auch in der Leber wurden Metastasen festgestellt. Ab Montag bekommt er wieder Bestrahlung an den am stärksten betroffenen Regionen und danach noch eine Chemo wegen der Leber. Was mich verwundert, warum ist der PSA Wert so gering, trotz der großen Ausbreitung der Metastasen, lag auch bei der letzten Messung bei nur 0,24. Hängt das damit zusammen, dass die Prostata komplett entfernt worden ist? Welche Behandlungsmethode ist für meinen Vater jetzt noch geeignet, offensichtlich hat das Zometa die Ausbreitung ja nicht verhindern können. Besten Dank im Vorraus, Mathias Jahn.

Anonymous1
27.03.2008, 12:06
Hallo liebes Forum,

mein Name ist Mathias Jahn und bin stellvertretend für meinen Vater hier. Mein Vater ist 65 Jahre alte und bei ihm wurde im September 2005 Prostatakrebs festgestellt. Der PSA Wert lang damals bei ca. 100. Dieser Wert ist auch innerhalb kurz Zeit sehr stark gestiegen, erste Messung war wohl 7, 2 Wochen später die schon besagten 100. Ihm wurde die gesamte Prostata entfernt, laut Patalogie hatte der Krebs angeblich noch nicht gestreut, konnte aber auch nicht ausgeschlossen werden. Nach der Reha bekam er vorsorlich Bestrahlung und eine Hormontherapie. Im August 07 wurdeni Metastasen im Lendenwirbelbereich festgestellt, der Urologe hat im darauf Zometa verordnet. Der gemesene PSA Wert lag bei 0,3. Mein Vater hatte des öfteren bei Urologen wegen sein Knochenschmerzen vorgesprochen, daraufhin bekam er nur ein Schmerzmittel und die Aussage ,dass das vom Zometa komme und er damit leben müsse. Da die Schmerzen immer schlimmer geworden sind und er auch in der Bewegung immer mehr eingeschränkt worden ist, habe ich ihm einen Termin bei einem Onkologen gemacht. Der Onkologe war über die Arbeitsweise des Urologen sehr erschüttert, hat ihn gleich zum ct geschickt. Dabei wurde festgestellt, dass sich fast im gesamten Wirbelbereich Metastasen gebidet haben. Auch in der Leber wurden Metastasen festgestellt. Ab Montag bekommt er wieder Bestrahlung an den am stärksten betroffenen Regionen und danach noch eine Chemo wegen der Leber. Was mich verwundert, warum ist der PSA Wert so gering, trotz der großen Ausbreitung der Metastasen, lag auch bei der letzten Messung bei nur 0,24. Hängt das damit zusammen, dass die Prostata komplett entfernt worden ist? Welche Behandlungsmethode ist für meinen Vater jetzt noch geeignet, offensichtlich hat das Zometa die Ausbreitung ja nicht verhindern können. Besten Dank im Vorraus, Mathias Jahn.

Hallo Mathias,

bist Du sicher, dass Dein Vater neben Zometa nicht auch noch eine hormonelle Behandlung erhält: Zum Beispiel eine Drei-Monats-Depot-Spritze zur Testosteronabsenkung. Das wäre dann eine der möglichen Erklärungen für den relativ niedrigen PSA-Wert.

Gruß Dieter

M.Jahn
27.03.2008, 12:24
Hallo Mathias,

bist Du sicher, dass Dein Vater neben Zometa nicht auch noch eine hormonelle Behandlung erhält: Zum Beispiel eine Drei-Monats-Depot-Spritze zur Testosteronabsenkung. Das wäre dann eine der möglichen Erklärungen für den relativ niedrigen PSA-Wert.

Gruß DieterHallo Dieter,

ganz sicher bin ich mir nicht, er hat auf alle Fälle ein Hormontherapie bekommen, weiß aber nicht, wann er die letzte Spritze bekommen hat.

Gruß Mathias

WinfriedW
27.03.2008, 15:18
@Mathias

Interessant wäre der Gleason Score. Es gibt auch Tumore, die nur wenig oder gar kein PSA produzieren oder sich unter Therapie so verändern, dass sie kein PSA mehr abgeben. Diese Tumore gehören eher zu der aggressiveren Sorte. Denkbar ist natürlich auch ein Zweittumor, der mit der Prostata gar nichts zu tun hat. Wurde dies denn abgeklärt. Das Prostatakarzinom metastasiert normalerweise nicht vorranging in die Leber, aber ausgeschlossen ist natürlich nichts.

Zometa würde ich auf jeden Fall weiter machen. Wenn die Hormontherapie nicht mehr greift, bleiben vermutlich nur Zytostatika in der einen oder andern Form.

WW

M.Jahn
28.03.2008, 20:19
Hallo Winfried,

habe jetzt den patologischen Befund bekommen der nach der Operation erstellt worden ist.

Histologie: Invasives azinäres Adenokarzenom der Prostata in beiden Prostataseitenlappen mit Einbeziehung des Apex und erreichen des Resektionsrandes im Apexbereich und im linken Seitenlappen unten dorsal und ventral. Der Tumor bricht in Perineuralscheiden und in vereinzelte Lymphgefäße ein. Die rechte Samenblase wird infiltriert. Der Blasenrandschnitt enthält ebenfalls Tumorinfiltrate.
Klassifikation: ICD-O-C 61. M 8140/3.
G IIb, Gleason Score: (4+3) =7.pT3b. L1, V0, R1

Mein Vater nimmt täglich eine Hormontablette, diese scheinen ja noch gut zu wirken, da PSA sehr gering. Was mir Sorgen macht ist halt die massive Ausbreitung der Metastasen. Laut letzten Befund von Mitte März kann ein zweit Tumor ausgeschlossen werden. Hoffe das er auf die Bestrahlung gut anspricht und die Chemo gut verträgt.

RuStra
28.03.2008, 20:59
Hallo Winfried,

habe jetzt den patologischen Befund bekommen der nach der Operation erstellt worden ist.

Histologie: Invasives azinäres Adenokarzenom der Prostata in beiden Prostataseitenlappen mit Einbeziehung des Apex und erreichen des Resektionsrandes im Apexbereich und im linken Seitenlappen unten dorsal und ventral. Der Tumor bricht in Perineuralscheiden und in vereinzelte Lymphgefäße ein. Die rechte Samenblase wird infiltriert. Der Blasenrandschnitt enthält ebenfalls Tumorinfiltrate.
Klassifikation: ICD-O-C 61. M 8140/3.
G IIb, Gleason Score: (4+3) =7.pT3b. L1, V0, R1

Mein Vater nimmt täglich eine Hormontablette, diese scheinen ja noch gut zu wirken, da PSA sehr gering. Was mir Sorgen macht ist halt die massive Ausbreitung der Metastasen. Laut letzten Befund von Mitte März kann ein zweit Tumor ausgeschlossen werden. Hoffe das er auf die Bestrahlung gut anspricht und die Chemo gut verträgt.


hallo Mathias,

ich habe mir durchgelesen, was Du gestern geschrieben hast.
Ich meine, dass viel viel mehr getan werden müsste, um das Leben Deines Vaters zu retten. Und ich glaube nicht daran, dass Strahlentherapie hier und da was bringt.
Wenn Du schreibst, dass der Onkologe über die Arbeitsweise des Urologen sehr erschüttert war, so ist die Arbeitsweise des Onkologen zwar weitergehend und die wirkliche, bedrohliche Lage offenlegend, aber in Bezugu auf die therapeutischen Massnahmen reicht nicht aus, was der Onko macht bzw. für richtig hält.

Nur zum Vergleich: Auch ich hatte mit Gleason 4+3 eine Samenblaseninfiltration, aber schon 3 Jahre früher, in 2002. Bis heute habe ich keine nachgewiesenenen Metastasen, weder Lymph- noch Knochen-Mets. Dein Vater hat auf jeden Fall einen aggressiveren Krebs-Typ als ich, sollte man vermuten.

Was ich meine für Deinen Vater: Neben der schulmedizinischen Therapie-Schiene gibt es es die naturheilkundlichen Ansätze. Krebs, auch im fortgeschrittenen, metastasierten Stadium, ist eine im Prinzip physiologisch nachvollziehbare Veränderung von Stoffwechsel und Regulation. Vor allem auf Zell-Ebene, aber auch auf Gewebs-Ebene.
Du findest hier im Forum viele Hinweise in diese Richtung.
Neben der längerfristig orientierten Debatte ist aber aktuell das Sofort-Notprogramm zu diskutieren, wie die Metastasierung zu stoppen ist.
Was würde ich in dieser Situation tun, ist eine blöde Frage, ich weiss es nicht. Was würde ich evtl. für sinnvoll halten in der Situation Deines Vaters, soweit ich sie verstanden habe? Infusions-Therapie, gezieltes Hunger-Programm im Sinne der drastischen Kohlehydrat-Reduzierung, Fischöl-EPA-, Curcumin-, Resveratrol-Supplementierung bis zum Anschlag, Fraxiparin-täglich-spritzen und: Um mein Leben laufen, aber erst, wenn die Schmerzen im Griff sind.

Grüsse aus HH,
Rudolf

M.Jahn
28.03.2008, 21:19
Infusions-Therapie, gezieltes Hunger-Programm im Sinne der drastischen Kohlehydrat-Reduzierung, Fischöl-EPA-, Curcumin-, Resveratrol-Supplementierung bis zum Anschlag, Fraxiparin-täglich-spritzen
Hallo Rudolph,

danke für die schnelle Antwort, zu o.g. Therapieansatz, welche Mittel sind da zu Empfehlen? Kannst du näher auf die genannten Mittel eingehen. Fraxiparin, was ist das? Verschreibt das der Arzt oder bekommt man das nur auf eigene Rechnung und was bewirkt es?

Mathias

RuStra
28.03.2008, 23:21
Hallo Rudolph,

danke für die schnelle Antwort, zu o.g. Therapieansatz, welche Mittel sind da zu Empfehlen? Kannst du näher auf die genannten Mittel eingehen. Fraxiparin, was ist das? Verschreibt das der Arzt oder bekommt man das nur auf eigene Rechnung und was bewirkt es?

Mathias

Fraxiparin ist der Markenname des niedermolekularen Heparins, das sich als überlebensverlängernd bei hormonrefraktärem PK erwiesen hat. Du kannst hier (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=3117&highlight=heparin) den Diskussionsfaden von Werner Roesler nachlesen, der diese Studie, koordiniert von Prof. Harenberg in Mannheim, dort beschreibt.
Die Wirkung ist anti-angiogenetisch: verhindernd, dass sich Blutgefässe bilden - eine wirksame Massnahme gg. Met-Wachstum.

Was Fraxiparin privat kostet, weiss ich nicht - aber es sollte im Falle Deines Vaters einfach vom Onko oder sonst einem Arzt verschrieben werden können, schliesslich gibt es Studien, schliesslich geht es um die Bekämpfung von Metastasen mit einem absolut plausiblen Konzept. Allerdings müsste es mit dergleichen Begründung auch ein Kassen-Rezept für qualitativ hochwertiges Fischöl geben.

Ansonsten schau mal hier (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=3052&highlight=tisso)oder hier (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=427&highlight=tisso) oder hier (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=1638&highlight=tisso)nach.

grüsse,
Rudolf

ps.: wie es aussieht, habe ich Sonntag nachmittag frei - wenn Du willst, ruf mal an: 040 / 692 13 8 31

WinfriedW
29.03.2008, 10:20
... Fraxiparin, was ist das? Verschreibt das der Arzt oder bekommt man das nur auf eigene Rechnung und was bewirkt es?Fraxiparin (http://www.netdoktor.de/medikamente/100008706.htm) oder auch Fraxodi (http://www.netdoktor.de/medikamente/100010999.htm). Fraxodi ist konzentrierter, hält länger an als Fraxiparin und muss nur einmal täglich, während Fraxiparin zweimal täglich gespritzt werden muss.

Ich bin mal etwas vorsichtiger mit meinen Formulierungen als Rudolf. Es spricht einiges dafür, dass niedermolekulare Heparine die Bildung von Metastasen hemmen. Genaueres werden wir hoffentlich wissen, wenn Prof. Harenberg seine Studie ausgewertet hat.

Fischöl kann natürlich schon deshalb nicht auf Kassenrezept verschrieben werden, weil es sich dabei nicht um ein verschreibungspflichtiges Medikament handelt. Im Unterschied dazu sind Fraxiparin und Fraxodi verschreibungspflichtig und können zu lasten der GKV verordnet werden. Ob's euer Arzt dann auch tut, ist eine andere Frage. Niedermolekulare Heparine sind zugelassen zur Thromboseabwehr, auch prophylaktisch, wenn ein erhöhtes Thromboserisiko besteht. Bei einem metastasierten Tumorpatienten besteht immer ein erhöhtes Thromboserisiko.

Ich habe mit meinen Ärzten lange und erfolglos über Heparin verhandelt bis mir schließlich im Oktober letzten Jahres durch einen Zufallsbefund eine Lungenembolie als Folge einer tiefen Beinvenenthrombose bescheinigt wurde. Seither bekomme ich Fraxodi verschrieben.

WW

RuStra
30.03.2008, 20:07
Hallo Rudolph,

danke für die schnelle Antwort, zu o.g. Therapieansatz, welche Mittel sind da zu Empfehlen?

Ein Nachtrag und Querverweis:

Schau mal hier (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=25465#post25465) - die Debatte um Inflammation + Krebs ist im metastasierten Zustand besonders wichtig.

In dem neuen Artikel heisst es:

"Die gängige Chemo- und Strahlentherapie zielt einzig darauf ab, Krebszellen
abzutöten. Nach den neuen Erkenntnissen aber sollte man zusätzlich die Entzündung dämpfen."

Rudolf

M.Jahn
31.03.2008, 21:40
Die Frage ist nur mit welchem Mittel. In dem Artikel war unteranderem von Aspirin und Kurkuma als Entzündungshemmer die Rede.

WinfriedW
31.03.2008, 22:47
Die Frage ist nur mit welchem Mittel. In dem Artikel war unteranderem von Aspirin und Kurkuma als Entzündungshemmer die Rede.Oder z. B. COX-2 Hemmer, wie Celebrex® oder Arcoxia®.

WW

RuStra
01.04.2008, 09:31
Oder z. B. COX-2 Hemmer, wie Celebrex® oder Arcoxia®.

WW

hallo Winfried,

schon schon, aber lass uns diese Debatte in dem Inflammations-Thread führen. mal eben so dieses oder jenes hier hingeworfen, bringt wenig, wir diskutieren z.B. die Celebrex-Empfehlung ja auch schon jahrelang, s.Leibowitz' Vitamin-Liste.
also lass uns während der woche diesen spektrum-Artikel lesen, analysieren, fragen dazu aufschreiben - ich rechne mir einfach die chance aus, dass wir hier endlich mal einen besseren diskussions-stand und im ergebnis bessere dokumente -auf der BPS-homepage- hinbekommen können.

Rudolf