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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Therapie-Strategie



Hans-Joachim
31.03.2008, 17:22
Hallo Ratgeber,

nach meiner Diagnose im Februar 05 mit a PSa 100, G2, T3-T4, GS (3+5) 8, N 1 (3/12), M0, sank mein PSA unter Trenantone/Androcur bis Sommer 2006 auf 2,3 um bis April 07 auf 9,6 anzusteigen.Ein PET/CT in Ulm im April 07 ergab 3 vergrößerte Lymphknoten und 2 Knochenmetastasen im Sitzbereich. Ab da Eligard/Casodex(3x 5omg)/Zometa ( monatlich ) mit PSA-Abfall auf 1,7 im August 07. Seitdem PSA-Anstieg auf 5,5 im März 08. Casodex abgesetzt. ( Details sind im Benutzerprofil ersichtlich ).

Offensichtlich stehe ich vor der Frage, eine neue, rasch wirksame Therapie zu wählen. Folgende Alternativen sehe ich:

1. Flutamid + Avodart + Zometa + Eligard

2. Estradiol- Pflaster + Avodart + Zometa + Eligard + eventuell Somatostatin

3. Estramustin

4. Aminogluthetamide ( Cytraden/Orimeten) + Avodart + Zometa + Eligard

5. Regensburger Mix

6. Low Dose Ketokonazole

7. Low Dose Taxotere

Kann mir jemand von Euch meine notwendige Entscheidung durch entsprechende Hinweise erleichtern und absichern helfen?

Besten Dank im Voraus

WinfriedW
31.03.2008, 19:13
1. Flutamid + Avodart + Zometa + EligardWird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren.


2. Estradiol- Pflaster + Avodart + Zometa + Eligard + eventuell SomatostatinVielleicht


3. EstramustinEstramustin ist out. Es führt jedenfalls nicht zu einer Lebensverlängerung. Wenn mir gar nichts anderes mehr einfällt, würde ich es vielleicht versuchen.


4. Aminogluthetamide ( Cytraden/Orimeten) + Avodart + Zometa + EligardDie Vermarktung von Cytraden/Orimeten wurde im März 06 von Noavartis "aus wirtschaftlichen Gründen" eingestellt. Ich weiß nicht, ob es am Markt noch ein Präparat mit diesem Wirkstoff gibt.


5. Regensburger MixWäre einen Versuch wert.


6. Low Dose KetokonazoleAuch das kann man versuchen, wobei die Dosis nicht wirklich "Low" sein wird. Ketokonazole ist ein ziemliches Gift und nix für Leute mit schwacher Leber oder die gerne abends ein Glas Wein drinken.


7. Low Dose TaxotereWenn man die Studien bemüht, ist eine statistische Lebensverlängerung eher für die hohe Dosis belegt.

WW

jürgvw
31.03.2008, 20:24
Hallo Winfried,

da scheint Dir eine Kleinigkeit entgangen zu sein, wenn Du schreibst, eine Lebensverlängerung sei nur für die hohe Dosis alle 4 Wochen nachgewiesen. Ich zitiere aus "tellmed (http://www.tellmed.ch/tellmed/Fachliteratur/Studienbesprechungen/Docetaxel_beim_hormonrefraktaeren_Prostatakarzinom .php)":

"TAX 327: Das mediane Gesamtüberleben war 18.9 Monate mit 3-wöchentlichem Docetaxel, 17.4 Monate mit wöchentlichem Docetaxel und 16.5 Monate mit Mitoxantron (p = 0.02). Ein PSA-Abfall und eine Lebensqualitätsverbesserung wurde ebenfalls häufiger im 3-wöchentlichen Docetaxelarm beobachtet. Nebenwirkungen waren in den Docetaxelarmen häufiger.".

Beide Taxotere-Varianten schnitten also besser ab, als Mitoxantron. Übrigens wird bei der sog. low dose-Applikation von Taxotere gesamthaft sogar eine leicht höhere Dose pro Monat verabreicht, als bei der einmaligen Infusion pro Monat. Vgl. ergänzend dazu dazu die kritische Bemerkung (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=2573)des Urologen fs vom 3.11.2007 betr. low dose und high dose.

Gruss und beste Wünsche

Jürg

HansiB
31.03.2008, 21:24
Hallo Jürg,

die Meinung von Dr.fs ist bekannt, es ist aber nur seine Meinung. Einige hätten gern eine "leichte" Chemo gemacht, bekamen diese aber nicht. Mit entsprechenden Nebenwirkungen. Die kämpfen heute mit PSA von 200 und Wasser im Lungenbereich, auch das gehört zur Wahrheit.

Wie ist die Statistik für ohne Chemo, mit nur Naturheilkundlichen Hilfen, wie z.B. bei mir? Zell-Symbiose-Th. z.B.

Eine erweiterte/erneute HB dürfte bei Hans-Joachim nichts bringen, bei dem extremen PSA-Anstieg unter HB.

Eine DNA vom Biopsiematerial und eine nach HB würde mich an seiner Stelle sehr interessieren. Ich vermute, da hat die HB auch nicht viel bewirkt.

Gruß Konrad

WinfriedW
31.03.2008, 22:01
... die hohe Dosis alle 4 Wochen ...Richtigstellung: Die hohe Dosis mit 75 mg/m² wird normalerweise 3-wöchentlich verabreicht.

WW

WinfriedW
31.03.2008, 22:20
... Vgl. ergänzend dazu dazu die kritische Bemerkung (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=2573)des Urologen fs vom 3.11.2007 betr. low dose und high dose.

Hier ist sie, die Bemerkung des Urologen fs vom 3.11.2007


Hallo,

der Begriff low-dose und high-dose sind eigentlich fälschlich und irreführend.

Nimmt man eine Standardperson mit 2 qm Körperoberlfächen, dann gibt
"high-dose" 150 mg Taxotere in dreiwöchentlich,
"low-dose" 3 x 60 mg Taxotere = 180 mg in drei Wochen (dann eine Woche Pause)
Also kann von LOW effektiv nicht die Rede sein, ausserdem konnte ausschliesslich die "high-dose" in der TAX und SWOG Studie einen Überlebensvorteil zeigen, die wöchentliche Gabe aber nicht!!!

Es hat die"low-dose", die besser wöchentliche Gabe genannt werden sollte, dennoch eine Wirkung und in den o.g. Studien war tendenziell in Subgruppen-Analysen zu sehen, dass vor Allem ältere und geschwächte Menschen eher von dem wöchentlichen Protokoll profitierten.

Eine wirkliche Low-dose-Chemo ist das Protokoll der metronomischen Therapie nach Leibowitz mit 25-30 mg Taxotere/m2 alle 4 Wochen in Kompination mit Carboplatin und Estramustin.

Hier liegt aber ein ganz anderer Gedankenansatz vor: in erster Linie wird hier nicht der zytotoxische, sondern z.B. der angiostatische Effekt und die Wirkung auf Bcl2 genutzt, der in viel geringerer Dosis auftritt, wie z.B. die Klinik für Tumorbiologie bestätigt hat.

Das Regensburger Protokoll ist letztendlich auch eine metronomische Chemotherapie, die den Vorteil hat, dass man sich die Tabletten zu Hause einschmeißen kann. Vor einem Versuch nach dem Leibowitz-Protokoll mit Carboplatin und Estramustin, würde ich mich doch nach Regensburg wenden.

WW

jürgvw
01.04.2008, 01:15
Hallo WW,

sicher habe ich mich bei neinem ersten Posting geirrt. Sorry. Darum zitiere ich nun den Schluss der Besprechung von Prof. Dr. Börner; hier werden alle Aspekte berücksichigt.

Resultate

Basisdaten / Patienten


SWOG: 770 Patienten
TAX 327: 1’006 PatientenEndpunkte


SWOG: Das mediane Gesamtüberleben war 17.5 Monate im experimentellen Arm (Docetaxel und Estramustin) und 15.6 Monate mit Mitoxantron (p = 0.02). Ebenfalls signifikante Unterschiede wurden für die mediane Zeit bis zum Tumorfortschreiten (6.3 vs. 3.2 Monate) und für ein > 50% PSA Ansprechen (50 vs. 27%) beobachtet. Übelkeit und Erbrechen, Fieber in Neutropenie und kardiovaskuläre Komplikationen waren signifikant häufiger im Docetaxelarm.
TAX 327: Das mediane Gesamtüberleben war 18.9 Monate mit 3-wöchentlichem Docetaxel, 17.4 Monate mit wöchentlichem Docetaxel und 16.5 Monate mit Mitoxantron (p = 0.02). Ein PSA-Abfall und eine Lebensqualitätsverbesserung wurde ebenfalls häufiger im 3-wöchentlichen Docetaxelarm beobachtet. Nebenwirkungen waren in den Docetaxelarmen häufiger.
Zusammenfassender Kommentar

Diese beiden Studien bedeuten einen klaren Paradigmenwechsel bei der Behandlung des hormonrefraktären metastasierenden Prostatakarzinoms. Beide Studien zeigen ganz klar einen Überlebensvorteil mit einer palliativen Chemotherapie mit Docetaxel gegenüber einer Vergleichschemotherapie mit Mitoxantron. Damit zeigen zum ersten Mal gleich 2 Studien einen Überlebensvorteil mit einer Chemotherapie und dies sogar gegenüber einer anderen Chemotherapie und nicht nur gegenüber unbehandelten Patienten. Diese Resultate bedeuten umsomehr einen Fortschritt in der Behandlung dieses häufigsten Tumors beim Mann, als dass auch die Lebensqualität mit der aggressiveren Therapie (Docetaxel) verbessert werden kann. Dies, obwohl die Toxizität in den Docetaxelarmen höher war. Die Tatsache, dass zwei parallele grosse internationale Studien zum gleichen Ergebnis gelangt sind, unterstreicht dessen Wichtigkeit und Verlässlichkeit. Aus diesem Grund kann Docetaxel klar als der neue Therapiestandard beim hormonrefraktären metastasierenden Prostatakarzinom bezeichnet werden, gegen welchen alle neuen Therapiemöglichkeiten verglichen werden sollten.


Besprechung von Prof. Dr. med. Markus M. Borner, Externer Konsiliardienst, Forschung med. Onkologie/Hämatologie, Inselspital Bern.

NEJM 2004;351:1502-1520 - DP Petrylak et al / IF Tannock et al

04.04.2005 - dde

Hans (GL)
01.04.2008, 09:20
Hallo Hans-Joachim,

nach Aussage ist die Regensburger Therapie wirksamer, wenn noch keine Chemo Behandlung stattgefunden hat.

Für mich war wichtig, den Einsatz von Taxoteren hinauszuzögern.

Viele Grüße
Hans

Hans-Joachim
01.04.2008, 15:28
Hallo Hans,

Dir und allen anderen Ratgebern wie WinfriedW, Jürg, etc. herzlichen Dank für Ihre Beiträge und Bemühungen.

Allerdings bin ich - leider - noch nicht reif für eine Entscheidung. Das Eis ist mir noch zu dünn, um darüber zu gehen. Das liegt bei Gott nicht an den gut gemeinten Vorschlägen und Kommentaren.

Mein Dilemma ist. Wie aus meiner Krankengeschichte ersichtlich, neige ich dazu, zuerst "sanfte" Therapien anzuwenden, um erst einmal dieses Potential auszuschöpfen, bevor ich mich den "stärkeren" Therapien zuwende. Wie Du schreibst, ist es auch Dir " wichtig den Einsatz von Taxotere hinauszuzögern". So geht es mir auch. Wahrscheinlich ist dies eine Frage der persönlichen Mentalität.

Aber kann ich mir diese Strategie noch erlauben? Kann ich noch einmal den einfachen Androgenwechsel probieren, oder läuft mir dann die Zeit, ( sprich natürlich der PSA-Wert) davon ? Falls die sanfteren Methoden versagen, wirkt dann die härtere Tour noch, wenn mein PSA inzwischen davongelaufen ist?

Bisher habe ich einmal das Antiandrogen gewechselt. Das hat mir immerhin ein Jahr gebracht. Aber funktioniert das nochmals? Kann ich das riskieren?

Das ist hier die Frage.

Hat jemand hier schon zweimal das Antiandrogen gewechselt? Und mit welchen Erfahrungen?

Was würdest Du an meiner Stelle tun?

( Ich weiß, Du hast Deine eigenen Sorgen und ich wünsche Dir, daß Du damit möglichst lange klar kommst. Aber verstehen tust Du mich wohl schon.)

Gruß Joachim

Hans (GL)
01.04.2008, 18:51
... Falls die sanfteren Methoden versagen, wirkt dann die härtere Tour noch, wenn mein PSA inzwischen davongelaufen ist?
Hallo Joachim,

die Fragen sind schwer zu beantworten.
Die gängige Meinung ist den PSA Wert nicht zu stark ansteigen zu lassen.
Allerdings wurde auf dem Seminar in Bad Reichenhall erstmalig eine andere Meinung gehört, die jedoch nicht diskutiert wurde.



Bisher habe ich einmal das Antiandrogen gewechselt. Das hat mir immerhin ein Jahr gebracht. Aber funktioniert das nochmals? Kann ich das riskieren?

Das ist hier die Frage.

Hat jemand hier schon zweimal das Antiandrogen gewechselt? Und mit welchen Erfahrungen?
Zu dieser Frage sollten sich eher unsere Hormonspezialisten äußern.



Was würdest Du an meiner Stelle tun?

( Ich weiß, Du hast Deine eigenen Sorgen und ich wünsche Dir, daß Du damit möglichst lange klar kommst. Aber verstehen tust Du mich wohl schon.)
Bei diesen Verdoppelungszeiten weiß ich nur zu gut wie Dir zumute ist.
Nachdem Du zur Hormonbehandlung neigst empfehle ich zunächst die weiteren Antworten abzuwarten.

Ich wünsche Dir viel Nervenstärke

Hans

Hans (GL)
04.04.2008, 21:22
Hallo Joachim,

ich möchte meinen Beitrag noch ergänzen.

Ich persönlich würde den PSA Wert nicht zu weit ansteigen lassen. Zudem kann eine Therapieentscheidung mit Anlaufen einer neuen Therapie manchmal auch viel Zeit in Anspruch nehmen.

Bezüglich Hormonbehandlungen hat RuStra eine hervorragende Zusammenstellung erarbeitet:http://www.promann-hamburg.de/Texte/HB/PSAsteigt-beiHB.ppt

Meine persönliche Entscheidung ist bekannt, und ich würde sie wieder so treffen.

Ich wünsche Dir alles Gute
Hans

Hans-Joachim
12.04.2008, 16:56
Lieber Hans, liebe Ratgeber, liebe Mitleser,

inzwischen hat sich Folgendes ( auch im Benutzerprofil einsehbar ) getan:

1. Mein PSA ist vom 5. 3. mit 5,51 auf 1.4. mit 5,15 gefallen. Habe ich das Antinadrogenentzugssyndrom? Auch der NSE-Marker, der in den letzten Monaten ziemlich ausgeflippt ist, ging in den Normbereich zurück, während AP und Knochen AP ( Ostase ) auch ordentlich liegen. Mein Testosteron fiel sogar auf 0,28, ein Wert, den ich bisher nur selten erreicht habe.

2. Seit den Osterfeiertagen habe ich einmal morgens Blut im Urin. Ultraschall Niere, Blase, Harnwege war unauffällig. Infektionstest negativ, Blasenspiegelung:....." marcumarbedingte hämorraghische Veränderungen des Ephithels ( Wand ) der Prostata....". Ich habe bisher nicht gewußt, daß die langjährige Anwendung von Marcumar zu Blutungen im Urin führen kann. Wer allerdings im Beipackzettel nachliest, findet diese Nebenwirkung an erster Stelle. Ich habe auf Heparin ( Fraxodi, soll PCA-hemmend wirken ) umgestellt. Blut ist noch nicht weg, scheint aber weniger zu werden.

3. PET/CT Untersuchung Uni Ulm am 7. 4. bei Prof. Reske:

1. Bekanntes Lokalrezidiv des Prostatakarzinomes.
2. Eine ossäre Filialisierung im Bereich des Beckens ist gegenüber der Voruntersuchung progredient. Weiterhin besteht aufgrund des größeren Untersuchungsareales nunmehr auch der Verdacht auf Filialisierung im Bereich der BWS. Diese müssen jedoch im Verlauf kontrolliert werden, eine morphologische Abgrenzung von Metastasen gelingt von dieser Stelle nicht.
3. Kein Nachweis von Lungenmetastasen.
4. Eine Lymphknotenfilialisierung links iliacal ist regredient, hingegen ist ein Lymphknoten rechts iliacal gegenüber der Voruntersuchung neu aufgetreten. Weiterhin findet sich links mediastinal ein vergrößerter Lymphknoten, der metastasensuspekt ist. Die Lokalisation des Lymphknotens ist jedoch ungewöhnlich.
5. Insgesamt Progress der bekannten Metastasierung des Prostata- Karzinomes.

Befund ist zwar kein Grund zum Jubeln. Aber es hätte auch schlimmer kommen können. Wie immer irritierend, daß im Vergleich zu den Vorbefunden Lymphknoten und ossäre Metastasen kommen und gehen, ohne daß man eine Logik erkennen könnte.Wenn ich ihn richtig verstanden habe, war Prof. Reske eigentlich ziemlich zufrieden und erstaunt, daß unter der durchgeführten Behandlung die Metastasierung nicht weiter fortgeschritten ist.

Nachdem die Situation also im Moment nicht überdramatisch ist, werde ich nunmehr abwarten, wie sich mein PSA bei der nächsten Blutabnahme am 7. 5. entwickelt. Sinkt er, werde ich nochmals weiter abwarten. ( Ein Leben ohne Casodex ist auch ganz schön!?! )
Steigt er, stellt sich wieder die Frage der Therapiestrategie:

http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=3242

Kann ich mir nochmals einen Antiandrogenwechsel leisten? Ist das aussichtsreich?

Prof. Heidenreich macht in seinem sehr lesenswerten, grundlegenden Artikel über fortgeschrittenen PCA:
www.uro-news-online.de/archiv/2007/01/un0701_30.pdf (http://www.uro-news-online.de/archiv/2007/01/un0701_30.pdf)
auf Seite 31 eine diesbezüglich interessante Bemerkung:

"Die Addition eines nichtsteroidalen Antiandrogens bei erneutem PSA-Progress führt bei ca. 40 % der Patienten zu einem neuerlichen PSA-Ansprechen, ein Drittel reagiert auf die Addition eines dritten Antiandrogens nach Second-line-Androgendeprivation mit einem neuerlichen PSA-Abfall. Ansprecher auf die secundäre Hormontherapie weisen mit 92,3 % gegenüber Non-Respondern mit 23,9 % eine signifikant verbesserte 5-Jahres-Überlebensrate auf. Ebenso sprechen 80 % der Responder nach secundärer Androgendeprivation auf eine tertiäre Hormontherapie an."etc

Wenn das stimmt, sollte ich mir die Chance auf eine zumindest zeitweilig erfolgreiche, dritte Hormontherapie nicht entgehen lassen.

Wer denkt mit? Wer hat zusätzliche Infos? Das Thema, wie lange man eine Androgendeprivation durchspielen kann, sollte eigentlich viele interessieren, denn immerhin hilft es eventuell mit, die Chemo hinauszuschieben.

Nach meiner subjektiven Beobachtung wird hierzulande viel zu schnell "hormonrefraktär !" geschrieen, ohne die Facts ( Testosteronspiegel, etc. ) zu ermitteln und die Möglichkeiten nachfolgender Hormontherapien auszuschöpfen.

Interessante Antworten und ein schönes Wochenende wünscht

Joachim

Hans (GL)
13.04.2008, 16:33
Lieber Hans-Joachim,

ich bin nach wie vor nicht der Spezialist für Hormontherapien. Bei mir war der Rückgang des PSA Wertes nach Absetzen des Antiandragon unangenehm kurz. Man sollte sich frühzeitig entscheiden, um handeln zu können. Dein Testosteronspiegel sollte unter 0,10 sinken. Hilfreich könnte der Wechsel des LHRH-Agonisten sein. Möglicherweise denkst auch über die Anwendung von Ketoconalzol nach.

Sicher werden Dir die Hormon-Erfahrenen mehr Hinweise geben können.

Viele Grüße
Hans