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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PET als Kassenleistung



wernerp
02.04.2008, 11:16
Immer öfter wird empfohlen, den Prostatakrebs mit bildgebenden Verfahren zu lokalisieren.
Knochenszintigrafie, CT und MRT haben Spezifitäten und Grenzen.
Sehr geeignet ist ein PET mit ausgesuchten Markern.

PET ist bei Prostatakrebs keine übliche Kassenleistung.

Doch auf Antrag mit ärztlicher Begründung gewährte mir meine Krankenkasse ein PET, allerdings nur in einer Klinik, die mit meiner Krankenkasse vertraglich gebunden ist.
Zu Beginn der Beantragung habe ich die HB mit Zoladex ausgesetzt.
Der Antrag der Klinik wurde ab Anfang Februar 2008 bearbeitet, es folgten noch Rückfragen der KK bei der Klinik und letztendlich ist als Termin der 11.April 2008 bestimmt.
Solange mache ich eine unfreiwillige Pause in der HB. Im Frühling ganz reizvoll!
Hingegen bei Mammakrebs ist ein PET eine Kassenleistung im üblichen Sinne, wir mir Mitarbeiter der KK am Telefon erläuterten.
Etwas unverständlich für mich als Mann, hat doch der Prostatakrebs Parallelen in der Genese mit dem Mammakrebs.
Ich denke, da sollte der BPS mal wirksam werden, und prüfen wie da die Rechtslage ist.
Gruß
Werner

Reinardo
07.04.2008, 14:52
Hallo Werner. Danke fuer Deinen Hinweis. Ich beabsichtige ebenfall, ein Pet-Cholin-CT bei meiner Kasse zu beantragen. Kannst Du mitteilen, womit Dein Urologe das begruendet hat? Als Privatleistung um 1.000 Euro zahlen ist ganz schoen happig. Da sollte doch mindestens ein Zuschuss drin sein.
Schon mehrmals habe auch ich im Forum angemahnt, der BPS als Patientenvertretung sollte konkrete Forderungen zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie aufstellen und diese auch hoerbar vertreten. Dazu gehoert auch eine verbesserte Diagnostik durch Pet-Cholin-CT.
Gruss, Reinardo

wernerp
07.04.2008, 22:53
Hallo Reinardo, ich würde bei meiner KK telefonisch anfragen, wie das Procedere geht. Es empfiehlt sich ein Antrag vom Facharzt, da ein Ärzteteam der KK zu entscheiden hat. Ich habe meinen Klinik- Urologen darum gebeten.
Den Wortlaut des Antrages kenne ich nicht, aber die Vorraussetzungen müssen hinlänglich sein. Vgl. meine PKH. Aber Geduld aufbringen, da Kassenpatient. Ob man viel Erfolg wünschen kann?
Gruß
Werner

RuStra
22.04.2008, 11:28
Hallo Reinardo, ich würde bei meiner KK telefonisch anfragen, wie das Procedere geht.



Hallo Werner,

ich habe soeben bei meiner Kasse, der DAK, nachgefragt, weil ein PET/CT in meiner Situation durchaus sinnvoll wäre, bevor ich wieder mit HB loslege.

Die Auskunft: Prüfen, obs genehmigt wird, kann die Kasse nur, sofern der G-BA noch nicht entschieden hat. Er hat aber entschieden. Nämlich dass beim Lungen-/Bronchialkarzinom ein PET/CT Kassenleistung ist, sonst nicht. Also gibts beim PK kein GKV-PET/CT.
Soweit die Auskunft des DAK-Mitarbeiters.

Wenn ich nun auf den G-BA-Seiten (http://www.g-ba.de/)suche, finde ich einen Beschluss vom 13.3.2008 (http://www.g-ba.de/downloads/39-261-649/2008-03-13-khk-PET-SCLC.pdf), der allerdings noch nicht in Kraft ist, zum kleinzelligen Lungenkarzinom.
Dazu gibt es ein Dokument (http://www.g-ba.de/downloads/40-268-578/2008-03-13-khk-PET-SCLC_TrG.pdf)mit den "tragenden Gründen" und eine Presserklärung (http://www.g-ba.de/informationen/aktuell/pressemitteilungen/230/) vom 14.3.

Dieser Beschluss ist offenbar zustande gekommen in Überprüfung eines Antrags der Krankenkassen vom 14.3.2003, also gut 5 Jahre her. Dieser Antrag bezog sich schon auf das kleinzellige Lungenkarzinom, mit zwei Indikationen:



Die Überprüfung der Positronenemissionstomographie bei den Indikationen
• Bestimmung des Tumorstadiums von primären kleinzelligen Lungenkarzinomen ein-schließlich der Detektion von Fernmetastasen
• Nachweis von Rezidiven (bei begründetem Verdacht) bei primären kleinzelligen Lun-genkarzinomen
gemäß § 137c SGB V wurde mit Datum vom 14.03.2003 durch die Spitzenverbände der Krankenkassen beantragt (s. u. Kapitel 3).



Da ich mir den Tag nicht verderben will, höre ich hier auf, die Chance, sich ein GKV-PET/CT auf irgendeinem Wege zu erschleichen, halte ich für abwegig, jedenfalls nichts, womit man Männern zumindest diagnostische Hoffnung machen kann.

Allerdings ist mir unklar, worauf sich solche Infos gründen, wie dass PET/CT beim Mammakarzinom gang und gäbe wären. Aber ich habe auch keinen Überblick über die gesamte G-BA- Beschlusslage, vielleicht können da die Kollegen, die im G-BA mitarbeiten, weiterhelfen.

Auf der BPS-Homepage finde ich hier (http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_content&task=view&id=365&Itemid=108) den Beitrag vom PET/CT-Symposium von 2005, sinnvoll wäre, die aktuelle Beschlusslage des G-BA in einem weiteren Beitrag zu ergänzen.

Grüsse,
Rudolf

weinreich
22.04.2008, 11:51
hallo mitstreiter

zur technikerkrankenkasse...

wollte bei der kasse ein pet-ct zur detektion von lymphknotentumoren
beantragen.
der vorgang ist hier folgender... es muß eine genaue med. begründung eingereicht werden. diese wird dann dem medizinischen dienst vorgelegt.
dieser entscheidet dann.
ansonsten gibt es noch andere verfahren.

gruss manni

Hans-W.
22.04.2008, 13:12
Hallo Werner. Danke fuer Deinen Hinweis. Ich beabsichtige ebenfall, ein Pet-Cholin-CT bei meiner Kasse zu beantragen. Gruss, Reinardo
Hallo Reinardo,
ich habe diesen Thread nur kurz überflogen und vielleicht hat jemand schon das gleiche gesagt. Es geht weniger darum, welche Kasse etwas genemigt sondern mehr darum, welche Klinik hat mit den Kassen bereits einen Vertrag für PET CT abgeschlossen. Ich war in Tübingen. Die Tübinger haben eine Abmachung mit den Kassen, wo jeder Kassenpatient ohne Mehrkosten eine PET CT Untersuchen erhalten kann. Dies geschieht mit einem kleinen Umweg in der Gesetzeslage. Man wird schein-stationär eingewiesen mit dem Wissen der Kassen. Die Differenz der Kosten wird über Privatkassen geregelt... oder so ähnlich. Der einweisende Arzt muss ein entsprechendes Formular (ist auf der Tübinger website zu finden) ausfüllen und nach Tübingen schicken und schon läuft es an.
Grüße,
Hans-W.

RuStra
22.04.2008, 19:52
...

Die Tübinger haben eine Abmachung mit den Kassen, wo jeder Kassenpatient ohne Mehrkosten eine PET CT Untersuchen erhalten kann.

...
Der einweisende Arzt muss ein entsprechendes Formular (ist auf der Tübinger website zu finden) ausfüllen und nach Tübingen schicken und schon läuft es an.
Grüße,
Hans-W.

danke für die info.
na, dann lege ich dieses formular (http://www.medizin.uni-tuebingen.de/uktmedia/Einrichtungen/Kliniken/Radiologische+Klinik-p-1299/Radiologische+Diagnostik-p-1346/PDF_Archiv-p-1347/PET_CT_Anmeldung%2B051107_de-view_image-1-called_by-ukt-original_site--original_page-3189-p-4400.pdf) meinem uro oder onko vor.
grüsse,
Rudolf

wernerp
23.04.2008, 12:59
Endlich nach mehrmaligen Ansätzen habe ich das PET am 18.April 2008 in Bad Berka erfahren, also mit relativ langer Wartezeit. Die Ärzte dort meinten, ein PET ist prinzipiell keine Kassenleistung, jedweder Tumor-Erkrankung.
Man benötigt eine Krankenhauseinweisung (vorstationär) und bekommt auch einen Transportschein. Für den einweisenden Arzt stressig, denn er fürchtet Regress. An Hand der Unterlagen gibt auch dort der Oberarzt sein ok. Demnach 3 bis 4 Filterungen: Facharzt (Klinik), „medizinischer Dienst“ der KK, einweisender Haus-Arzt und ausführendes Organ. Es geht auch so: man hat ein Bett im Krankenhaus und wird mit der Ambulanz in die Radiologie (mit PET) im Klinikum gefahren. Die Klinik-Stationen einigen sich, wer aufkommt. Aber, aber man hat bei der Einweisung Blanco abgegeben, und kommt u.U. auch selber für Kosten auf, die nicht im Katalog stehen
Gruß
Werner.