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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA 20-30 G-S= 4+4=8 Rat + Hilfe



Ewald-EL
08.04.2008, 16:12
Einen guten Tag an alle -informierten- Mitstreiter.

Habe gerade meine gesamte Histologie eingestellt und bitte doch um fachliche Beiträge zu dem Thema:

"Welche Therapieform kommt bei meinem Fall in Frage" ??

Bin ab Donn. 10.04.08 für einige Tage im UKM MS zwecks laproskop. Lymphadektomie. Danach sollen weitere Empfehlungen erfolgen...

Gespräche (ausgiebig mit intensivster US + Tastbefundung)mit den Urologen haben die Empfehlung hierzu ergeben.

Gespräche mit den Radilogen haben die Empfehlung ergeben sich mit IMRT und anschl. evt. HDR-Brachy Afterloading Bestrahlungstherapien behandeln zu lassen.

Was sagt das Forum dazu? Bin scheinbar der berühmte Grenzfall.

Benötige ich DNA meiner Biopsien, Cholin-PET-CT?
(KnochenSzintigramm + Darmspiegelung waren "unauffällig")

Körperlich fit, durch eine Vorsorgeuntersuchung zufällig P-CA-Patient.

Herzlichen Dank für Tips. Ewald-EL

Urologe
08.04.2008, 16:25
Hallo Ewald,

Zitat Bonkhoff: Auf Grund der hohen Tumorlast und der geringen Differenzierung besteht ein hohes Risiko auf eine systemische Erkrankung!

Eine laparoskopische OP ist wegen der begrenzten Lymphknoten-OP NICHT die erste Wahl für Sie!!!

In Ihrer Situation ist eine PET vor Therapieentscheidung unbedingt zu erwägen.

Tendenziell halte ich die Kombination HDR + EBRT für die bessere Wahl

Gruss
fs

LudwigS
08.04.2008, 16:59
......und ich die Kombination aus ADT3 + HDR + EBRT oder ADT3 + LDR (Seeds) + EBRT wobei ich mit der lokal-regionären Bestrahlung erst nach Monaten beginnen würde.

Wie Howard Waage aus Kalifornien

http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=8892&highlight=Howard#post8892

Gruss Ludwig

PeterP
13.04.2008, 01:30
Hallo Ewald,
eine PET-CT liefert mit Sicherheit einen besseren Status Deiner Erkrankung wie eine lapraskopische Lymphknoten-Untersuchung.
Neben der DNA-Zytologie solltest Du alle diagnostischen Möglichkeiten der Gewebeuntersuchungen nutzen. Informiere Dich dazu mal auf der Internetseite von Prof. Bonkhoff (Berlin).
Alles Gute,
PeterP

hartmuth
13.04.2008, 08:50
Hallo Ewald,

bei Deinen Ausgangsdaten mußt Du einfach von einer systemischen Erkrankung ausgehen. Ein PET-CT ist sicherlich richtig, doch kleinere Mikrometastasen kann auch dieses Verfahren nicht erkennen. Deshalb: Kann das PET nichts erkennen, bedeutet das noch keine Entwarnung.
Ich würde die Diagnoseseite ausschöpfen wie Peter vorschlägt und meine, dass Ludwigs Empfehlung einer Kombination begründet ist, auf jeden Fall mit einer ADT3 zu beginnen, um systemische Wirksamkeit zu erreichen. Auch schafft die adjuvante ADT bessere Voraussetzungen für eine evtl. HDR oder LDR.
Deine Laparoskopische OP ist evtl. schon gelaufen (10.4., ?). Den begrenzten Nutzen sehe ich wie meine Vorredner.

Ich wünsche Dir alles Gute und die richtige Entscheidung.

Gruß
Hartmut

WernerS
13.04.2008, 13:44
Hallo Ewald,

PeterP schrieb:
Neben der DNA-Zytologie solltest Du alle diagnostischen Möglichkeiten der Gewebeuntersuchungen nutzen. Informiere Dich dazu mal auf der Internetseite von Prof. Bonkhoff (Berlin).


Peters Ausführungen kann ich nur zustimmen. Deinem Profil konnte ich entnehmen, dass du schon eine Zweitbefundung bei Prof. Bonkhoff hast durchführen lassen. Hast du auch Tumormarker von ihm bestimmen lassen ?
Hat er dir Medikamentenvorschläge gemacht ? Falls nicht, spreche mit Prof. Bonkhoff. Ich halte vor allem die Feststellung der Tumormarker für sehr wichtig. Für die genannten Zusatzinformationen musst du allerdings bezahlen. Prof. Bonkhoff wird dich darüber informieren.

Schau dir bitte mein Profil an. 2006 war mein Material in Berlin.

Ich wünsche dir alles Gute.

WernerS

PeterP
13.04.2008, 23:14
Hallo Ewald,
habe mir gerade Dein Profil angeschaut und gesehen, dass Du erst vergangenen Monat mit der Diagnose "überfallen" wurdest. Mir ging es vor drei Jahren genauso - im gleichen Alter mit nahezu identischen Ausgangswerten.
Man benötigt natürlich auch einige Zeit, um so etwas zu verdauen. Noch mehr Zeit benötigt man, um sich mit den ganzen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen und sich in diese Materie einzuarbeiten.
Die Empfehlungen, die Du jetzt bekommen hast sind sehr gut und stehen auch im Einklang zueinander. Das Therapieschema, das Dir Ludwig in Stichworten aufgezeichnet hat, dürfte das Sinnvollste sein, was in dieser Situation zu empfehlen ist.
Ich habe das ähnlich gemacht, aber noch eine Chemo hinzugenommen. Ob das auch für Dich sinnvoll ist, kann Dir z.B. Prof. Bonkhoff sagen. Da ich mit meiner Therapie bisher außerordentlich erfolgreich war, möchte ich Dir raten, Dich auch einmal mit meinem Profil auseinanderzusetzen.
Gleichzeitig möchte ich Dir auch noch den "Ratgeber zum Prostatakrebs" von Dr. Strum empfehlen, der auf der Startseite des Forums vorgestellt ist. Es ist wohl derzeit das beste Buch für uns PCA-Betroffene. (Falls Du es nicht sowieso schon hast)

Noch etwas zur PET-CT: Mikrometastasen kann sie natürlich auch nicht erkennen, das kann z.Zt. kein Verfahren bei uns. Aber sie ist bedeutend sensitiver wie das Knochenszintigramm, das auf Skelettmetastasen ausgerichtet ist. Es geht jetzt bei Dir aber auch darum, ob schon eine Ausbreitung in Samenblase, Lymphknoten etc. stattgefunden hat. Mit Kapselinfiltration und Deinem Gleason besteht ein rel. hohes Risiko für LK-Befall. Das wollte man bei Dir ja auch mit der vorgeschlagenen lapraskopischen LK-Entfernung feststellen. Nur hat die PET-CT den Vorteil, dass sie den ganzen Körper untersucht und nicht nur ein paar Lymphknoten.

Wichtig: Die Verletzungen durch die Biopsie müssen ganz ausheilen, bevor eine PET-CT gemacht wird. Ich glaube, es waren mindestens 6 Wochen. Ebenso soll für diese Untersuchung der PSA-Wert noch nicht durch Hormonblockade unterdrückt sein.

Viele Grüße
Peter

Ewald-EL
14.04.2008, 21:41
Danke liebe Leute im Forum,

das ist ja gewaltig was Man/n für Infos von Euch erhält.

Das Sondieren dieser Ratschläge -die sich sehr oft tw. ein wenig gegensätzlich zu denen unserer fachärztl. Berater zeigen- ist für uns "Fast-Laien" recht schwierig.

Div. Ärzte (1x Prof. von Prostatacentrum, 1x Chafarzt eines anderen P-Centrums und unser Uro nebst Vertretung über Ostern) haben uns ALLE vom PET-CT abgeraten !!! WARUM?

Deren Erklärung: "Auf dem Pet-CT werden soviele Falschinfos projeziert, daß wir als Ärzte "ethisch" nicht mehr operieren dürfen und Sie als Patient sich oft nicht mehr operieren lassen, obwohl noch Chancen auf eine kurative Behandlung bestehen könnten!

Warum kommen diese gleichlautenden Antworten aus so vielen ERFAHRENEN Richtungen, die z.T. kein wirtschaftliches Interesse an meiner OP haben, weil sie die OP z.B. nicht selber ausführen (Unser URO), oder aber so gefragt sind, dass sie einzelne OP´s nicht aufschwatzen müssen.

Welche Erfahrungen könnt ihr mir geben / können Sie mir geben? DANKE!

Lieber Gruß Ewald-EL

PeterP
16.04.2008, 23:52
Hallo Ewald,
was da unter dem Deckmantel von Schulmedizin und urologischen Richtlinien praktiziert wird, ist hart an der Grenze.....
Selbstverständlich stehen da handfeste wirtschaftliche Interessen dahinter. Vom Tabletten verschreiben ist noch keiner reich geworden, wohl aber mit Operationen. Irgendwie schiebt man sich die Bälle wohl auch gegenseitig zu...
Urologen sind durchweg gelernte Chirugen, die natürlich auch dementsprechend einseitig ausgerichtet sind. Man muss aber auch zugestehen, daß die Urologie ein großes Betätigungsfeld ist und die Ärzte mit dem Spezialgebiet Prostatakrebs einfach überfordert sind. Das ist nicht schön, aber man muss es einfach in gewisser Weise so akzeptieren - und sich dementsprechend verhalten.
Das man Dir von - man sollte meinen qualifizierter Seite aus - versucht, die PET-CT auszureden, ist rundweg eine Riesensauerei, die bei Deiner Ausgangssituation eigentlich mit nichts zu entschuldigen ist.
Offensichtlich haben die Leute Angst davor, das durch die PET-CT Dinge ans Tageslicht kommen, die ihre starrsinnige Therapieempfehlung als Irrtum entweihen.
Was ich Dir hier schreibe, sind harte Worte. Aber ich habe dieses Desaster am eigenen Leibe über Monate selber erleben müssen. Überall nur die einstimmige Empfehlung zur OP - über Monate, in denen eigentlich schon therapiert hätte werden können.
Ob Du es glaubst oder nicht: Im "Multidisziplinären Urologischen Beratungszentrum Heidelberg", wie es sich großkotzig nennt, wollte mir der beratende Urologe erzählen, das ein Gleason 4+3 besser ist als 3+4 !!!
Von der gleichen Qualität war dann auch der Rest der Beratung.
Obwohl Heidelberg einen guten Namen hat, ist man offensichtlich selbst in solchen anerkannten wissenschaftlichen Zentren nicht vor herben Reinfällen sicher.

Eine radikale OP, wenn NACHGEWIESEN ist, das sich das Geschwür noch innerhalb der Kapsel befindet und nervenschonend operiert werden kann, ist bestimmt eine gute Sache mit einer guten Heilungschance.
Wenn das aber nicht mehr der Fall ist, muss sowieso das ganze Szenario Hormontherapie, Bestrahlung und evtl. auch Chemo - je nachdem teilweise oder auch komplett - durchgespielt werden. Zu deren Nebenwirkungen gesellen sich dann noch die der Operation, 100%-ige Impotenz und zumindest teilweise Inkontinenz. (Tolle Aussicht mit 54)
Ob die vielgepriesene "Reduzierung von Tumormasse" dann wirklich ein Vorteil war, ist nach wie vor mit einem Fragezeichen versehen.
Lass Dich nicht verunsichern und bestehe auf den notwendigen Untersuchungen!
Liebe Grüße
Peter

wassermann
17.04.2008, 07:55
Eine radikale OP, wenn NACHGEWIESEN ist, das sich das Geschwür noch innerhalb der Kapsel befindet und nervenschonend operiert werden kann, ist bestimmt eine gute Sache mit einer guten Heilungschance.
Wenn das aber nicht mehr der Fall ist, muss sowieso das ganze Szenario Hormontherapie, Bestrahlung und evtl. auch Chemo - je nachdem teilweise oder auch komplett - durchgespielt werden. Zu deren Nebenwirkungen gesellen sich dann noch die der Operation, 100%-ige Impotenz und zumindest teilweise Inkontinenz. (Tolle Aussicht mit 54)


Hallo Ewald,
dass du dich hier im Forum, und wohl nicht nur hier, umsiehst und gezielte FRagen stellst, zeigt doch schon, dass du Antworten deiner Ärzte hinterfragst und deinen Therapieweg bewusst einschlagen willst. Ebenso wirst du sicher mit den hier gemachten Vorschlägen umgehen, die teils auf erworbenen wissenschaftlichen Kenntnissen, teils auf eigenen Erfahrungen beruhen.
In diesem Sinne sind Aussagen wie die oben zitierte zu relativieren. Es gibt sehr wohl Untersuchungen mit ermutigenden Ergebnisssen, die für RPE bei T3 Tumoren gute Erfolgsaussichten bestätigen. Die Chancen sind freilich geringer als bei einem 1c-Tumor... T3 ist nicht T3, auch hier sind graduell entscheidende Unterschiede in der Ausbreitung vorhanden. Also bitte auch hier differenzieren, was rein diagnostisch z.Z. noch schwierig ist.
Die Nebenwirkungen der OP sind freilich eine ernstzunehmende Gefahr, aber keineswegs als gegeben hinzunehmen. Ich leide unter KEINER! Bin weder inkontinent, noch impotent noch siech! OP-Ergebnisse wie das meine (bzgl. der Nebenwirkungen) werden im Forum gerne als Hirngespinst oder Lüge belächelt. Man möge glauben, was man will, ich WEISS es.
Die Mediziner-Schelte kann ich so auch nicht akzeptieren. Meine Erfahrungen sind überwiegend positiv, auch wenn teilweise hier vorgebrachte Fälle haarsträubend sind.
Die von deinen Ärzten vorgebrachten Warnungen vor falsch-positiven PET-Ergebnissen würde ich durchaus ernst nehmen, handelt es sich doch um Leute, die damit Erfahrung haben. Im Forum schreiben wir meist mit der Grundlage von theoretischem Wissen und eigener Erfahrung. Andererseits muss man deine individuelle Ausgangssituation berücksichtigen: Hoher Gleason und vor allem hohes PSA!
Du steckst also in einem Dilemma: Führt deine PET zu einem Ergebnis, das den Verzicht auf "kurative" Maßnahmen verhindert und dieses stellt sich als falsch heraus, hast du eine große Chance verspielt. Verzichtest du darauf und lässt dich operieren und das etwa mit einem N1-Ergebnis, hast du eben genau diese Therapie u.U. umsonst und mit zusätzlichen Belastungen unternommen.
Diese Entscheidung musst du selbst treffen, Angst machen gilt nicht, von keiner Seite! Vielleicht solltest du die Diskussion nochmals mit einem Urolgen deines Vertrauens und zwar nicht allgemein, sondern mit klarem Verweis auf deine spezifische Ausgangslage führen.

Alles Gute
Wassermann

Schorschel
17.04.2008, 09:05
Hallo Ewald!

Lass' Dich durch den forumstypischen Hickhack bitte nicht beeinflussen!

Ich kenne absolut niemanden hier im Forum, der eine erfolgreiche OP "gerne als Hirngespinst oder Lüge belächelt". Es ist einfach nur albern, so etwas zu schreiben, zumal Erfolg oder Nicht-Erfolg leider erst nach vielen Jahren feststehen.

Was dagegen von Vielen - auch von mir - scharf kritisiert wird, ist die reflexartige Routineempfehlung vieler Urologen (oft verbunden mit psychischem Druck) zur OP, und das am besten gleich nächste Woche, ohne dass wichtige differentialdiagnostische Untersuchungen auch nur im Ansatz durchgeführt wurden. Wenn man sich für eine OP entscheidet, sollte das - unabhängig vom konkreten Krankheitsstadium - eine sehr bewusste Entscheidung sein, die auf maximaler Kenntnis der Situation beruht. Das gilt natürlich nicht nur für die OP...

Entscheidend - und manchmal buchstäblich lebenswichtig - ist es, dass man seinen individuellen Krebs in seinen Ausmaßen, seiner Aggressivität und seiner gesamten Biologie möglichst intensiv kennenlernst. Nur dann kannst Du die in Deiner Situation optimale Entscheidung treffen (wobei auch dann immer noch Unsicherheiten verbleiben, aber die kann man so weit wie möglich reduzieren).

Das PET-Cholin-CT gehört bei Deiner Ausganssituation m.E. zwingend zum diagnostischen Prozess. Ich finde die Ansicht Deiner Ärzte, dass man etwas nicht machen sollte, weil man es später ja vielleicht fehlinterpretieren könnte, hanebüchen und ein ziemliches Armutszeugnis, das diese Herren sich da ausstellen.

Wäge alle Ratschläge hier im Forum nochmal ab, und dann wünsche ich Dir viel Erfolg, wofür Du Dich auch immer entscheidest.

Herzliche Grüße

Schorschel

Harro
17.04.2008, 09:45
Gründlich abwägen

Hallo, Ewald, man muss schon ein mündiger Patient sein, wenn man wirklich seine eigene Meinung zu irgendeiner Therapie mit einbringen will. Die aufmunternden und Mut machenden Ausführungen von Schorschel kann ich nur unterstreichen. Auch ich rate Dir, sorgfältig das Für und Wider gegeneinander abzuwägen, um dann die Entscheidung für Dich zu treffen, von der Du ganz persönlich überzeugt bist. Der Umgang mit einem Prostatakrebs ist leider auch im gewissen Sinne ein Glücksspiel, weil jeder PCa anders gelagert ist. Ich wünsche Dir ganz persönlich ein glückliches Händchen für die für Dich richtige Therapiewahl.

"Es gibt keinen Ausweg, den der Mensch nicht beschreitet, um die tatsächliche Arbeit des Denkens zu vermeiden"
(Thomas Alva Edison)

Gruß Hutschi

knut.krueger
18.04.2008, 19:23
Hallo Ewald,

wir hatten kurz Deine Krankheitsgeschichte in der Plauderecke

http://forum.prostatakrebs-bps.de/showpost.php?p=26023&postcount=1

verhandelt. Auf Anregung von Wassermann schreibe ich nun meine Antwort wieder in Deinem Thread. Mir geht es nur um die Aussage von Wassermann

Du wirst wissen, dass ich Ewald sicher nicht bei diesen Werten blind eine RPE empfehlen würde, andererseits liegt in einer radikalen Therapie - nach allgemeinem aber von einigen nicht akzeptiertem Verständnis - seine einzige Heilungschance. Auf dieses Dilemma habe ich ihn hingewiesen und apodiktische Äußerungen zu relativieren versucht.

Diese möchte ich relativieren, und zwar sehe ich in Deinem Fall mehr die Heilungschance in der Strahlentherapie wie von fs und LudwigS vorgeschlagen. Der Grund ist, dass bei einer Strahlenbehandlung das Drumherum von der Prostata gratis mit behandelt wird und somit eine größere Heilungschance als bei der Ektomie besteht. Hinzu kommt, dass bessere Aussichten als bei der Ektomie gegeben sind, die Impotenz zu vermeiden.

Gruß Knut.

Ewald-EL
18.04.2008, 22:51
Beeindruckt von den guten und netten Ratschlägen möchte ich dem Forum mitteilen, daß ich mich Heute nochmals mit meinen Uros, meiner Frau beraten habe und die OP in einem Prostata-Centrum vom -Chefarzt (Prof.)persönlich- (wie schon geplant/terminiert) durchführen lassen werde. Als seeeehr erfahrener Chirug begebe ich mich ganz in seine Hand und überlasse ihm die Entscheidung während der OP -nach Entnahme der Lymphen und path. Untersuchung- die RPE durchzuführen, oder aber zu dem Zeitpunkt abzubrechen...

Der evt. Nachteil, Lympadenektomie mit "großer, offener OP", der hoffentliche Vorteil, die Möglichkeit einer kurativen Behandlung mit Entfernung des CA durch einen der fähigsten - erfahrensten Chirugen!!!!

Alle weiteren Wege bleiben mir somit erhalten. Die Gefahr einer Inkontinenz sehe ich weniger als die (sichere) Gefahr der Impotenz... aber die hat man nach Bestahlung etc. und Hormon doch auch seeeeehr oft ! ODER ???

"Leben statt Lieben" aaaaaber die Liebe meiner Lieben bleibt!!!

Das PET-CT hab ich noch nicht vergessen... da überlege ich ob ich das nicht noch "heimlich" machen lasse bevor ich am kommenden Freitag ins Uni-Klinikum fahre und mich am 28.04. operieren lasse...

Schaun wir mal. Informiere Euch aber gerne.

Gute Nacht für Heute Ewald-EL

PeterP
20.04.2008, 14:15
Hallo Ewald,
unsere Parallelen sind bemerkenswert!
Auch ich hatte vor 3 Jahren so gedacht. Ich war damals bereits schon mit meinem Koffer im Krankenhaus Sigmaringen zur OP angereist, hatte schon Eigenblut gespendet und und und..
Auch ich hatte "heimlich" eine PET-CT in Ulm machen lassen, deren Befund dann genau an diesem Tag ankam.
Mir gab der Zufall dann ein paar Wochen Bedenkzeit - sonst hätte ich die OP damals machen lassen.
Ich weis nicht, ob es besser oder schlechter gewesen wäre. Genau wie hier im Forum sagen die einen so - die anderen so. Es gibt keinen "goldenen" Weg. Es gibt nur den, für den Du dich letzten Endes entscheidest und an den Du dann auch 100%-tig glauben musst!
Mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen und möchte Dich auch nicht mehr umstimmen.
Nur eines: Lasse die PET-CT wirklich auch machen, es könnte sehr sehr wichtig sein.
Ich drücke Dir die Daumen für den 28.04.
Peter

Andreas S.
20.04.2008, 17:26
Hallo Ewald,



"Leben statt Lieben" aaaaaber die Liebe meiner Lieben bleibt!!!
Nicht gewußt? Du bleibst auch ohne Nerverhalt orgasmusfähig, und für die Erektion gibts SKAT, MUSE und die Pumpe.

Daher besser:

Leben UND Lieben!

Gruß,
Andreas

Ewald-EL
27.04.2008, 14:20
So liebe Freund und Mitsteiter, jetzt gehts los...

Freitag Aufnahme im Uni-Klinikum -mit allem Drum und Dran.

War noch für Gestern-Heut auf Heimaturlaub und "fahre jetzt ein".

Bin Montagmorgen 28.04. der 1. OP-Patient...

Demnächst mehr ...versprochen! Lieber Gruß Ewald-EL

Harro
27.04.2008, 14:34
Kopf hoch

Hallo, Ewald, halt die Ohren steif, wir wünschen Dir kollektiv gutes Gelingen.

"Image ist ein Bild, dem man immer ähnlicher werden muss"
(Peter Sellers, britischer Filmschauspieler)

Gruß Hutschi

Ewald-EL
08.05.2008, 18:59
...da bin ich wieder!!!

RPE mit gr. Lymphkontenentfernung am 28.04.2008 von Prof Hertle, UNI-MS und Team durchgeführt.

Postoperativ am 8. (!!!) Tag auf "häusliche Pflege" nach daheim entlassen
(habe ich dann Abends bereut, da ich ohne die klinikmöglichen starken Schmerzmittel ca. 21. Uhr eine Überempfindlichkeit im Hoden Eichelbereich zu spüren bekam, dass ich "nicht ein noch aus wußte".
Schmerzmittel der Güte hatte ich durch (guten) Hausarztkontakt und Apotheke dann ab ca. 23 Uhr. Die Probleme habe ich bis Heute nicht richtig im Griff... Urin absolut klar und o.B. kein Fieber etc. haben mich dann aber zum Entschluß geführt, daß ich mit Medikamenten bis zum Freitag besser zu Hause -im Bett- verbringe als i.d. Klinik.

Wiedervorstellung am 09.05. (MORGEN) zwecks Kontrastmitteltest und ggf. Entfernung des Katheders wurde am 06.05. (Entlassung) vereinbart.

...aber DAS WICHTIGSTE: wir erfahren Morgen den path. Befund und haben eine Aussprache über die weitere Vorgehensweise entspr. dem Befund der entfernten Organe-...
(darauf sind wir natürlich bei meiner Vorgeschichte gespannt was die Path. über die Lymp + Prostata zuberichten wissen)

Drückt uns die Daumen für Morgen Gruß Ewald-EL

HansiB
08.05.2008, 19:57
Hallo Ewald,

ich drücke dir die Daumen, ob das richtig war, was du mit Problemen, hinter dich gebracht hast? Der Befund wird in der Regel nicht besser!

Gruß Konrad

Ewald-EL
12.05.2008, 20:02
Hallo liebe "Leidensgenossen" mit Partnerinnen,
wünsche frohe Pfingsten (gehabt zu haben).

Am 3. Tag nach dem bekanntgeben meines path. Befundes / Diagnose
(s. unten) bin ich eigentlich sehr zufrieden daß ich die RPE haben durchführen lassen:
Bei den GS+PSA Werten aber 23 Lymphen ohne Befall deutet (nach ärtzl. Meinung) auf einen sehr agressiven Tumor hin, der innerhalb "kurzer Zeit" gewachsen ist... und sehr gut daß der raus ist ! ???

Auf jeden Fall habe ich jetzt einiges Neues zu lernen (Beckenbodengymn.)
und habe noch mind. 1 Jahr Behandlung vor mir...

Eine evt. AHB wg. Beckenbodentraining und Erholung etc. sollte vor den weiteren Behandlung erfolgen!
In dieser 20. Kw. 2008 erfolgen Gespräche mit meinem regionalem Urologenteam und ggf. mit weiteren Fachärzten / Abteilungen.

Wünsche Euch einen schönen Abend Ewald-EL

Folgend unten die exakten Daten meiner letzten 14 Tage = RPE etc.
Danke Euch /Ihnen für jede aufschlußreiche Kommentierung!!!

22.04.2008 Zytologisches Gutachten Prof. Böcking:
Stanzbiopsien vom 10.03.08 zur diagn. DNA-Bildzytometrie:
Nach enzymatischer Zellvereinzelung, Eichung mit 35 Fibroblasten und Messung von 430 Tumorzellen, zeigt sich neben einer peridiploiden Stammlinie bei 2c eine weitereralativ breite peritetraploide Stammlinie bei 4,18c sowie einzelne Werte bis 9c.
Damit liegt in diesem Fall ein sogen. peritetraploides DNA-Verteilungsmuster vor. (entspricht Typ B n.Tribukait 1993)

25.04.2008 Urolog. Labor:
PSA. 19,79 ng/ml
freies PSA 0,69
Quotient F/T PSA: 0,03

28.04.2008 RPE UKM Münster Prof. Hertle + Team
02.05.2008 Entfernung der Wunddrainage
03.05.2008 Entfernung der peridualen "Schmerzpumpe"
05.05.2008 Entlassung in "häusliche Pflege"
(Katheder hat daheim Probleme bereitet)

09.05.2008 Wiedervorstellung beim Prof. Hertle mit Entfernung des Dauerkatheders nach Zystogramm und:
Histologie / Besprechung der pathologischen Befunde:
23 Lympknoten entfernt / ohne Fremdinfiltrate
Prostata Makroskopie:
Vesikuloprostatektomiepräparat von 7x6x5cm = 77gr. (ohne Samenblase 63 gr.) Schnittflächen knotiges teils holzhartes Prostatagewebe. (Prostata links: 1. Samenblase und D. deferens 2. Bezug zur Samenblase, 3. vesikaler RR, 4. vesikale Scheibe, 5. Richtung Mitte 6. mittlere Scheibe II, 7. Mitte ventral, 8. Mitte dorsal, 9. mittlere Scheibe I ventral, 10 mittlere Scheibe I dorsal, Richtung apikal, 12. dorsal, 13. apikale Scheibe ventral, 14.apikaler RR)
(Prostata rechts: 15. Samenblase und D. deferensw, 16. Bezug zur Samenblase, 17. vesikaler RR, 18. vesikale Scheibe, 19. Richtung Mitte., 20. mittlere ScheibeII, 21. Mitte ventral, 22. Mitte dorsal, 23. mittlere Scheibe I. ventral, 24. dorsal, 25. Richtung apikal, 25. dorsal 27. apikale Scheibe, 28. apikaler RR)
Prostata Mikroskopie:
ausgedehnte dorsal, überwiegend jedoch links die ges. Hälfte einnehmende Tumorinfiltrate durch ein kribriform, teils solide wachesendem Tumor mitfokal muzinösen Anteilen sog. einzelner siegelringzellartiger Zellformationen. Der Tumor infiltriert beidseitig tief die Kapsel und zeigt immer wieder kapselüberschreitendes Wachstum, beidseits. Die linke Samenblase ist fast bis zur Spitze vollständig infiltriert. Auch hier neben der Samenblase Tumorinfiltration nachweisbar, an dieser Stelle auch Infiltration des chirurgischen Präparatrandes im Fettgewebe. Daneben finden sich im Tumor insbesondere im mittl. Drittel eine eitrig einschmelzende Entzündung, massenhaft segmentkernige Granulozyten mit zum Teil Gewebeeinschmelzungen, die den Tumor mit einbeziehen und auch ausgedehnte periprostatische entzündliche Infiltrateaufweisen, links mehr als rechts.
Diagnose:
Vesikuloprostatomiepräparat mit einsem beidseitigen schlecht differenzierten Adenokarzinom der Prostata mit iefer Kapselinvasion beidseits und herdförmig kapselüberschreitendem Wachstumund flächenhafter Infiltration der li. Samenblase und im perivesikulären Weichgewebe Inflitration des chirugischen Präparatrandes. Daneben ein schwere eitrig-abszedierende Prostatitis links mehr als rechts. Mikrofokal high gerade-PIN-lesion rechts.
Verschlüsselung:
Tumorstadium: pT3b pN0 (0/23) L0 V1 R1
Geason Score: 4 + 5 = 9
Malignitätsgrading nach Helpap: III b
Tumorvolumen 25 ccm
Kommentar:
Keine Infiltration der Detrusormuskulatur oder der Harnblase.
Ärtzliche Empfehlungen entsprechend der Diagnose:
1. zusätzliche Bestrahlung von außen
(ca. 8 Wochen, 5x wöchentlich)
2. zusätzliche Hormontherapie
("3-Mon.-Spritze für 1 Jahr)