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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nach Percutane / Brachy-Afterloading & ADT3: Wie geht es nun weiter?



kristian
10.04.2008, 11:55
Hallo liebe Mitkämpfer,

Ende Mai werde ich meine (mit gutem Ergebnis durchgeführte) ADT3 unterbrechen, und plante die Erhaltungstherapie mit Avodard. Inzwischen bin ich etwas verunsichert, weil ich von Dr. E. folgende Hinweise erhielt:

1. HINWEIS: Wenn Sie den PSA – Nadir von < 0,05 ng/ml mindesten 1 Jahr gehalten haben kann man eine Pause einlegen – d.h. das LHRH-A ( die Spritze ) weglassen.

Heißt das, ich sollte auch ruhig weitermachen mit einer ADT2 mit Casodex und Avodart?

2. HINWEIS: Es gibt eine ganze Reihe von Medikamenten die man in der „ off phase“ diskutieren kann um damit den zu erwartenden PSA –Anstieg zu verlangsamen.

Eigentlich hatte ich mir das so schön einfach vorgestellt nach dem “Lehrbuch“: ADT3 und anschließend Avodard. Welche „ganze Reihe von Medikamenten“ ständen denn da überhaupt zur Wahl?

Meine weitere Frage: Im Buch von Dr. Strum wird empfohlen, bei einem PSA-Wert von 2,5 ng wieder „einzusteigen“. Andere Meinungen besagen, man könne ruhig noch zuwarten bis etwa 10 ng.

Ich bin inzwischen unschlüssig, wie weiter zu verfahren ist. Mein behandelnder Arzt fand eigentlich schon die ADT3 übertrieben, er ist für Avodard als Erhaltungstherapie.

Jetzt hoffe ich auf Eure Meinungen, Erfahrungen, Hinweise

Michael A.
10.04.2008, 14:18
1. HINWEIS: Wenn Sie den PSA – Nadir von < 0,05 ng/ml mindesten 1 Jahr gehalten haben kann man eine Pause einlegen – d.h. das LHRH-A ( die Spritze ) weglassen.

Heißt das, ich sollte auch ruhig weitermachen mit einer ADT2 mit Casodex und Avodart?

Hallo Kristian,

Normalerweise wird in der Pause der ADT auch das Casodex weggelassen.


2. HINWEIS: Es gibt eine ganze Reihe von Medikamenten die man in der „ off phase“ diskutieren kann um damit den zu erwartenden PSA –Anstieg zu verlangsamen.Was Dr.E. mit weiteren Medikamenten meint weiß ich nicht. Ich nehme seit
2,5 Jahren 2 Esslöffel Granatapfel- Elixier tgl. ein.

Alles Gute, Michael A.

HansiB
10.04.2008, 15:26
Hallo Kristian,

ich würde mir eine Kontroll-DNA-Z machen lassen, um zu beurteilen, was aus der Muliploiden DNA nach den Jahren Therapie geworden ist. Das wäre für mich eine Grundlage einer weiteren Therapie, bzw. Unterbrechung. Das Material, wäre aus einer FNAB zu beurteilen.

In der Regel ist es so, daß Casodex umdreht und nicht mehr funktioniert, bei mir, wie bekannt, nach 7 - 8 Monaten. Du bist allerdings anders therapiert.

Gruß Konrad

kristian
10.04.2008, 17:54
Hallo Michael A, HansiB,
Der Hinweis nach "weiteren Medikamenten" durch Dr. E. hat ja auch mich irritiert - er meint keinesfalls Ergängzungs-Nahrungsmittel, denn dafür hat er in seiner Praxis eine Expertin mit Verkaufsabteilung.

Den Hinweis auf eine weitere Kontroll-DNA-Z finde ich interessant, weil ich diesen Gedanken bereits seit einigen Wochen hin und her überlege. Zum einen ist das ein teurer Spaß, mein Krankenhaus-Urologe in Düsseldorf berechnet die Kosten einer 12-Stanzen-Biopsie. Eine solche habe ich im Beisein von PROF. DR. BOECKING in 2006 schon einmal machen lassen.
Was könnte sich nach der ADT3 da geändert haben im Hinblick auf mögliche neue Erkenntnisse?
Durch Deinen Anstoss, HansiB, werde ich in der kommenden Woche diese Frage mit Prof. Boecking zu klären versuchen.

HansiB
10.04.2008, 19:46
Hallo Kristian,

hast du nichts von unserem "Ausflug" nach Hamburg / Lütjensee gelesen und von meiner erheblichen Verschlechterung der Malignität evtl. auch durch die HB.

Sag Herrn Prof. Böcking einen schönen Gruß von mir (Konrad / Lütjensee). Das muss bei dir nicht auch so sein, aber bei der multiploiden DNA würde mich eine Veränderung, auch durch die Bestrahlung sehr interessieren. Eine Stanzbiopsie würde ich nie als Kontrolle machen, nur eine Feinnadelbiopsie (FNAB).

Viel Glück, Konrad

kristian
12.04.2008, 15:35
....hast du nichts von unserem "Ausflug" nach Hamburg / Lütjensee gelesen und von meiner erheblichen Verschlechterung der Malignität evtl. auch durch die HB....

Nein, hiervon habe ich nichts gelesen. Auch beim Suchen hier im Forum bin ich nicht darauf gestossen. Wie komme ich an die Information?

Heribert
12.04.2008, 16:46
Hallo Kristian,
lies zunächst mal das (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showpost.php?p=13385&postcount=6), um im Folgenden einen Einblick zu bekommen warum sich 6 Männer mit verschiedenen Ausgangslagen einer FNAB mit anschließender DNA-Zytometrie unterzogen. Das erklärt auch, warum Dir HansiB diesen Hinweis gab.

Gruß, Heribert

ganther
14.04.2008, 14:01
Hallo Kristian und Mitkämpfer,

auch ich möchte meine schon am 16.10.06 begonnene ADT3 beenden, obwohl mein PSA-Nadir mit <0,03ng/ml erst am 08.12.07 eintrat. Ich meine, 20 Monate sind nun genug, auch wenn meine ADT3-Nebenwirkungen bisher gering waren!

Auf Anraten von Dr. F.E. soll auch ich die ADT3 weiterführen.

Nach RPE 8/2000 (pT3b, G3b, Gl3+4, R1, N0, M0) und IRMT Anfang 2006 hätte ich nun gerne in Erfahrung gebracht, wie mein, leider sicherlich peritetradiploides Verteilungsmuster aussieht.

Eine Feinnadelbiobsie aus der Rezidivmasse ist nicht möglich, ebenso die zytologische Aggressivitätsbestimmung aus alten Stanzbiobsien.

Kann man aus den Gewebeschnitten von 8/2000 eine DNA-Zytometrie vornehmen?

Die kritischen Anmerkungen in der GEK-Broschüre und auch im Forum zur ADT3 sind nun alles andere als beruhigend zu bezeichnen und erschweren die weitere Therapie-Wahl!

Eine Vielzahl meiner Leidensgefährten mit einem ähnlichen med. Hintergrund werden sicherlich ebenso unschlüssig sein!

Nun, vielleicht kann mir der eine oder andere doch einen einen Wink geben!

Gruß, ganther

kristian
14.04.2008, 18:07
Hallo Ganther,
auf S. 147 des Strum-Buches heißt es: "....dass die beeindruckendsten Ergebnisse bei Patienten erzilt wurden, die einen PSA-Rückfall nach einer RP, einer RT oder nach beiden Behandlungen erlitten und die IAD ALS NÄCHSTE THERAPIE WÄHLTEN. Die durchschnittliche behandlungsfreie Phase für diese Patienten hat fünf Jahre überschritten und ihr Ende ist noch immer nicht erreicht (Abb. 60)."
Natürlich müssen bei der Bewertung der eigenen Chancen die individuellen Werte und Therapieverlauf berücksichtiget werden.

kristian
14.04.2008, 18:13
Hallo Heribert,

Zitat: um im Folgenden einen Einblick zu bekommen warum sich 6 Männer mit verschiedenen Ausgangslagen einer FNAB mit anschließender DNA-Zytometrie unterzogen.

Danke für Deinen Hinweis den ich mir nochmals angesehen haben. Selbst bin ich unsicher in der Bewertung meiner Gesamtlage, dürfte eigentlich ebenfalls die ADT3 nicht machen. Nach dem Telefonat mit Professor Böcking hoffe ich auf die individuelle persönliche Erleuchtung.
Es bleibt das Fragezeichen im Hinblick auf die Andeutungen des Dr. E. zu den Optionen nach ADT3.

ganther
14.04.2008, 21:36
Hallo Kristian,

vielen Dank für Deine Mail und den Strum-Hinweis!

Ich habe sogleich ins Regal gegriffen und die Seite 147 aufgeschlagen und siehe da, ich fand eine Lesezeichen!

Ganz sicher habe ich also diesen Abschnitt schon mal gelesen!

Aber das Dilemma ist halt, dass auch andere Aussagen im Forum existieren, die gerade für Hochrisikofälle eine eingeschränkte ADT3 favorisieren, weil u.U. das aggressive Verteilungsmuster sich nachteilig entwickeln könnte.

Nun, ich bleibe dran, denn irgendwie muß ich eine Entscheidung finden!

Grüsse nach Alicante von

ganther