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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufstätigkeit nach RPE



Dorothee
11.04.2008, 16:06
Hallo liebe Mitstreiter,
mein Mann (47 J.) hat sich am 31.3.08 einer RPE unterzogen (pT3b pNo Mo G3 Ro, Gleason-Score 5+5=10), und uns (und seinen Arbeitgeber) beschäftigt die Frage, ob er jemals wieder in seinem Beruf als Rettungsassistent arbeiten kann, da dies mit schwerem Heben verbunden ist.

Allein das Gepäck zum Patienten beträgt 35 kg. Weiterhin müssen die Kollegen zu zweit die Patienten tragen, da kommen schnell mal 150 kg zusammen.

Wir glauben, dass er diesen Beruf nicht mehr ausüben kann. Einen Antrag auf Feststellung des GdB haben wir gestellt.

War schon jemand in ähnlicher Lage? Wie schätzt Ihr das ein?

Beste Grüße
Dorothee

Helmut.2
11.04.2008, 18:56
Hallo, Liebe Dorothee

mein Mann (47 J.) hat sich am 31.3.08 einer RPE unterzogen (pT3b pNo Mo G3 Ro, Gleason-Score 5+5=10),
Da hat das Schicksal kräftig zugeschlagen, meine Liebe!

Dein Mann sollte sich diesen harten schressigen Job nicht mehr an tun aber im Rettungsdienst gibt es doch noch andere Möglichkeiten z.B. Schreibtisch Arbeiten, denn den Beruf als Rettungsassistent kann Er nur ausführen wenn Er wirklich ein Harter Brocken ist also psychisch sehr stabil!

Aber beachtet, daß dein Mann noch einige schwere Hürden zu nehmen hat und eine Arbeitsunfähigkeitsrente ist hier allemal trin aber leider mit bestimmten % Abzügen.

Wir glauben, dass er diesen Beruf nicht mehr ausüben kann. Einen Antrag auf Feststellung des GdB haben wir gestellt.
Mit 100% Schwerbehinderung könnt Ihr bestimmt rechnen und somit Kündigungsschutz! Bitte mit dem Bundesbeauftragten (http://www.berlin.de/ba-neukoelln/verwaltung/behindertenbeauftragter/bund.html)für Schwerbehinderten Kontakt aufnehmen!

Wünsch Euch alles Glück auf Erden
Helmut

ottogerd
11.04.2008, 20:24
Dorothee, ich würde die Hoffnung nicht so schnell aufgeben. Bei gutem Heilungsverlauf kann das vielleicht gehen.

Ich bin 56 und vor einem Jahr operiert worden und fühle mich inzwischen in keinster Weise mehr in irgend einer Form behindert. Trainiere mehrfach die Woche im Fitnesstudio auch mit Gewichten, laufe, mache intensiv Sport und die Grenzen gibt mir eher meine Bandscheibe vor als die OP.

Den Rettungsdienst kenne ich aus meiner freiwilligen Zeit beim RK gut. Sicher sehr anstrengend, keine Frage, aber warum soll das nicht gehen. Ich würde erste mal abwarten, nach einem Jahr sieht das vielleicht ganz anders aus. Und es ist ja doch auch vielleicht nicht so, dass man da ununterbrochen solche körperlichen Höchleistungen erbringen muss. Das sind Belastungspitzen und dazwischen wieder Pausen oder Fahrten im Auto.

Ich bin auch zu keinem Zeitpunkt auf die Idee gekommen, mir einen Schwerbeschädigtenausweis zu besorgen, das hätte mich psychisch mehr belastet als alle andere. Und de fakto bin ich das ja aucht nicht und habe auch beschlossen die Krankheit abgeschlossen zu sehen und ignoriere sie.

Wir haben alle eine böse Krankheit, aber keinen Grund die Hoffnung aufzugeben, dass es nach der OP nicht so ist wie vorher. Inzwischen kenne ich eine ganze Menge Leute, die das hinter sich haben, ist ja erstaunlich wie viele sich so im Bekanntenkreis outen. Da gehen viele wieder anstrengenden Berufen nach. Sicher wird das nicht allen gelingen, aber von vorherein würde ich nicht aufgeben.

Viel Erfolg.

Dorothee
11.04.2008, 21:35
Vielan Dank, Helmut.2 und Ottogerd,
mein Mann ist psychisch stabil und optimistisch, von der Seite sehen wir kein Problem.
Jedoch habe ich doch Bedenken, weil hier in Berlin die Einsatztätigkeit doch so aussieht, dass die Kollegen 12 Stunden lang nunmehr fast pausenlos im Einsatz sind. Da ist auch mal mehrere Stunden keine Toilette in der Nähe.

Ein bestünde auch die Möglichkeit, dass er im Innendienst tätig wird. Das müsste dann ärztlich begründet werden. Ich weiß nicht, ob das generell so gesehen wird.
Viele Grüße
Dorothee

Helmut.2
11.04.2008, 22:24
Hallo Dorothee,

Ein bestünde auch die Möglichkeit, dass er im Innendienst tätig wird. Das müsste dann ärztlich begründet werden. Ich weiß nicht, ob das generell so gesehen wird.
In jedem Fall werden es die Ärzten so sehen, denn ...
dass die Kollegen 12 Stunden lang nunmehr fast pausenlos im Einsatz sind. Da ist auch mal mehrere Stunden keine Toilette in der Nähe.
Ist unmöglich nach einer so schweren Operation!

Nehmt mit dem Bundesbeauftragten Kontakt auf wie ich schon oben beschieben habe und Ihr werdet sehen es wird schon werden!

Gruß, Helmut

ottogerd
12.04.2008, 19:41
Sorry Helmut, dass ich widerspreche, aber ich denke man sollte die Hoffnung nicht so schnell aufgeben.

Das mit der Toilette, bitte wo ist das Problem. Wenn deine OP gelungen ist, dann sollte das kein Problem darstellen, auch Stunden nicht. Die ersten Wochen natürlich, aber das gibt sich bei den meisten schnell, wenn der OP gut gearbeitet hat und dann ist das wie vorher.

Ich möchte unsere Krankheit nicht verharmlosen - wirklich nicht - aber ich denke man sollte doch eher Mut machen, als schwarz sehen.

In DL erkranken jährlich Tausende die nach erfolgreicher OP ein ganz normales Leben weiter führen.

Natürlich sind die ersten Wochen nach der OP schlimm, ich bin auch nachhause und war völlig deprimiert, aber das verbessert sich mit riesen Schritten.

Leider hört man von den vielen positiven Fällen hier viel zu wenig, aber das ist nun mal die große Mehrzahl und wohl auch ein Zeichen, dass sie mit der Krankheit abgeschlossen haben.

Also Kopf hoch, das wird schon. In einem Jahr schleppt dein Mann wie früher. Ich drück die Daumen.

Dorothee
13.04.2008, 14:35
Vielen Dank noch einmal für die Antworten. Ich denke, das werden wir in den nächsten Wochen alles noch einmal überdenken, zusammen mit dem Arbeitgeber, der meinem Mann gern entgegenkommen würde.
Viele Grüße
Dorothee

meni.li.
16.04.2008, 02:31
Hallo Dorothee!
Hatte 8/2005 in etwa die selbe schlechte Ausgangssituation wie Dein Mann. (Siehe mein Profil )
Heute bin ich fitter denn je dank regelmäßigem Sport (Joggen), Wasseranwendungen (Heiß -kalt) und Freude am Leben trotz OP, Chemo und Hormontherapie.
Liebe Grüße und für die Zukunft Alles Gute,
Klausi

Dorothee
16.04.2008, 22:23
Hallo Klausi,
vielen Dank für Deine aufmunternden Worte. Ich hoffe, dass es meinem Mann auch bald so gut geht.
Dir wünschen wir weiterhin alles Liebe und Gute.
Dorothee