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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studie: Kassenpatienten warten länger



Harro
23.04.2008, 17:23
Hallo, Forumsfreunde, über die obige Studie wurde in "Die Rheinpfalz" berichtet:

Laut den Ärzten gäbe es aber keine Qualitätsunterschiede in der Behandlung. Kassenpatienten müssen im Durchschnitt dreimal so lange auf einen Termin beim Facharzt warten wie privat Krankenversicherte.Das geht aus einer veröffentlichten Studie der Universität Köln hervor. Für die Untersuchung der Universität Köln wurden im Frühjahr 2006 insgesamt 189 niedergelassene Facharztpraxen kontaktiert. Die Tester gaben sich entweder als Kassen- oder Privatpatienten zu erkennen. Gezählt wurden dann die Werktage, die zwischen dem Anruf und dem vergebenen Termin lagen. Die Terminwünsche bezogen sich auf Allergietest, einen Lungenfunktionstest, eine Pupillenerweiterung, eine Magenspiegelung, einen Hörtest und eine Magnetresonanztomographie des Knies. Der größte Unterschied in absoluten Zahlen ergab sich für die Magenspiegelung, auf die Privatpatienten im Durchschnitt 11.9 Werktage, Kassenpatienten 36.7 Werktage warten mussten.
"Die Kollegen vergeben die Termine unter medizinischem Gesichtspunkt, unabhängig davon, ob der Patient privat oder gesetzlich krankenversichert ist", betonte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Köhler. Er räumte ein, es gebe Unterschiede im Service, nicht aber in der Behandlung. Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Hoppe, sagte, Privatpatienten und Kassenpatienten würden qualitativ gleich behandelt. Die Wartezeiten erklärte er damit, dass "oftmals die vorgebenen Budgets vor Ende des Quartals ausgeschöpft sind". Viele Ärzte behandelten ihre Patienten in den letzten Tagen des Quartals kostenlos oder versuchten, nicht akut notwendige Behandlungen auf das nächste Quartal zu verlegen. Die längeren Wartezeiten seien also die Folge einer staatlich vorgegebenen Unterfinanzierung des Gesundheitswesens. Der Sozailverband VdK kritisierte, die Terminvergabe nach Kassenzugehörigkeit zu steuern, sei "Zweiklassenmedizin der schlimmsten Weise".

Da ist man (Mann) ja fast versucht, möglichst immer erst zum Ende eines Quartals zum Onkel Doktor zu gehen, wenn man es nicht besonders eilig hat oder es nicht so dringend ist.

"Fürchte nicht schwere Arbeit, fürchte leere Reden"
(Aus China)

Gruß Hutschi