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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HB: Wie oft muss man während der HB den PSA kontrollieren?



Senza
03.05.2008, 20:15
Hallo liebe Forumsteilnehmer,

wie oft muss nach Beginn der HB eigentlich der PSA Wert kontrolliert werden?

Mein Vater hat vor 1 Woche die 3-Monatsspritze (Cyproteronacetat + Trenantone) bekommen und der Arzt hat meinem Vater gesagt, er solle dann in drei Monaten wieder zur Kontrolle erscheinen (PSA 14, 4+4=8 und G III)

Ist es nicht irgenwie komisch, dass der Arzt keine engere Kontrolle verordnet? Er hat auch bloss eine Zintigrafie (schreibtmandasso?) verordnet (o.B.), aber keine extra Untersuchung fuer die Lymphknoten.

Wie heisst eigentlich die Lymph-Untersuchung? Der Arzt meint, er haette tasten koennen, dass die Lymphe nicht befallen sind. Geht das ueberhaupt?

Mich beschleicht der Verdacht, dass da dilettantisch vorgegangen wird ... zumal mein Vater nach der Biopsie eine schnlimme Sepsis erlitten hat. Wie seht ihr das?

Joachim hatte kürzlich aber geschrieben => *Den Marker LH-Wert monatlich ermitteln lassen, um die Wirksamkeit der Spritze zu kontrollieren*.

Gibt es noch weitere Werte, die ermittelt werden sollten?
Liebe Gruesse von Senza

Helmut.2
03.05.2008, 20:51
Hallo, Grüß Dich Senza,

wie oft muss nach Beginn der HB eigentlich der PSA Wert kontrolliert werden?
wegen dem Androcur<SUP>®</SUP> solltet Ihr unbedingt auf das achten: in 6 Wochen Rhythmus Blutbild mit PSA und BAP Senkung der LH-Produktion: Senkung des Testosteronspiegels. Thrombosegefahr, Lebergift!
Deshalb hätte man wenn noch nicht geschehen, ein Blutbild über das o.g. schon vor der Therapie gemacht werden sollen!

Ist es nicht irgenwie komisch, dass der Arzt keine engere Kontrolle verordnet? Er hat auch bloss eine Zintigrafie (schreibtmandasso?) verordnet (o.B.), aber keine extra Untersuchung fuer die Lymphknoten.

Laßt die Blutkontrolle beim Hausarzt machen, wenn sich der Urologe komisch benimt und eine Szintigrafie ist ja in Ordnung, so kann man die Metastasen in den Knochen feststellen wenn welche vorhanden sind!

Wie heisst eigentlich die Lymph-Untersuchung? Der Arzt meint, er haette tasten koennen, dass die Lymphe nicht befallen sind. Geht das ueberhaupt?
Lympfknoten kann man ertasten und wenn sie angeschwollen sind erst recht aber muß nicht sein, da Metastasen sein könnten können auch andere Ursachen haben?
Joachim hatte kürzlich aber geschrieben => *Den Marker LH-Wert monatlich ermitteln lassen, um die Wirksamkeit der Spritze zu kontrollieren*.
Kann man wohl auch aber wichtig ist der PSA und Testosteron Wert messen lassen, erst dann wenn der Testosteronwert nicht fallen will, kann man den LH-Wert machen lassen!
Gibt es noch weitere Werte, die ermittelt werden sollten?
Ganz wichtig die Leberwerte! wegen diesem Medikament Androcur<SUP>®</SUP>

Gutes Gelingen,
Helmut

Hans-Joachim
03.05.2008, 23:07
Hallo liebe Forumsteilnehmer,

wie oft muss nach Beginn der HB eigentlich der PSA Wert kontrolliert werden

Mein Vater hat vor 1 Woche die 3-Monatsspritze (Cyproteronacetat + Trenantone) bekommen und der Arzt hat meinem Vater gesagt, er solle dann in drei Monaten wieder zur Kontrolle erscheinen (PSA 14, 4+4=8 und G III)

Bei einem PSA von 14 und einem Gleason 8 sollte man den PSA alle 4 Wochen messen. Und zwar aus folgendem Grund: Wenn der PSA ein Marker für die Tumoraktivität ist, so zeigt seine Verdoppelungszeit die Geschwindigkeit an, mit der der Tumor wächst und immer agressiver wird.
Habe ich Ende April einen PSA von 14 und ( theoretisch, was aber bei Gleason 8 auch sein kann ) eine Verdoppelungszeit von einem Monat, dann bin ich Ende Mai bei 28, Ende Juni bei 56 und Ende Juli bei 112. Dann wird der Urologe aber dumm gucken! Ich bin gespannt, was ihm dann für eine Therapie einfällt. Denn je höher der PSA steigt, um so schwieriger wird es, eine alternative und auch wirksame Therapie zu finden. Deshalb befindet man sich auf der sichereren Seite, wenn man jeden Monat den PSA kontrolliert und nicht erst nach 3 Monaten zu denken anfängt.

Wenn man schon Blut abnimmt, muß man in jedem Fall auch Testosteron kontrollieren, und auf den LH-Wert kommt es dann sicher auch nicht mehr an. Aber das ist das absolute Minimum, auf das ich in jedem Fall bestehen würde.


Ist es nicht irgenwie komisch, dass der Arzt keine engere Kontrolle verordnet? Er hat auch bloss eine Zintigrafie (schreibtmandasso?) verordnet (o.B.), aber keine extra Untersuchung fuer die Lymphknoten.

Wie heisst eigentlich die Lymph-Untersuchung? Der Arzt meint, er haette tasten koennen, dass die Lymphe nicht befallen sind. Geht das ueberhaupt?)

Das Knochenszintigramm ( soschreibtmandasglaube ich ) zeigt an, ob Metastasen von einer Größe größer als 5 mm ( ? ) sichtbar sind. Das heißt, wenn kleinere Metastasen ( Mikrometastasen vorhanden sind ), dann werden sie durch dieses und durch die meisten anderen Verfahren nicht erkannt. Aber es ist schon mal positiv, daß man im ersten Anlauf keine Knochenmetastasen erkannt hat.

Metastasen in den Lymphknoten ( befallene Lymphknoten ) erkennt man über ein CT ( Computertomographie, die für mich schreckliche Röhre) vor allem des Beckens, weil normalerweise das Prostatacarcinom in folgender Reihenfolge streut: Lymphknoten, Knochen, Organe. Auch dieses Verfahren hat seine Grenzen, ist aber in jedem Fall aussagefähiger als ein Tastbefund.

Die Frage stellt sich allerdings, ob die Untersuchung überhaupt therapeutisch relevant für Deinen Vater ist. Die Knochenuntersuchung ja, denn wenn man hier etwas festgestellt hätte, dann müßte zusätzlich ein Bisphosphonat gegeben werden. Die Erkenntnis, daß bei deinem Vater im Augenblick Lymphknoten befallen sind, würde wahrscheinlich eventuell ( und Du merkst wie vorsichtig ich mich hier ausdrücke ) keine andere Therapie rechtfertigen. Insofern will der behandelnde Arzt aus Klugheit, deinen Vater nicht unnötig körperlich und auch geistig strapazieren


Mich beschleicht der Verdacht, dass da dilettantisch vorgegangen wird ... zumal mein Vater nach der Biopsie eine schnlimme Sepsis erlitten hat. Wie seht ihr das?)

Das ist so eine Sache. Ich kann nicht beurteilen, ob er die Sepsis nicht auch bei einem anderen Urologen bekommen hätte. Ist er denn präventiv mit einem Antibiotika behandelt worden?

Im allgemeinen ist es durchaus üblich bei einem Prostatakarzinom einen Zweitbefund und/oder eine Zweit-(Dritt-)meinung einzuholen. Die Urologen scheinen daran gewöhnt zu sein und die Krankenkassen wahrscheinlich auch. Ich würde dies ganz offen mit dem behandelnden Urologen besprechen. Allein schon seine Reaktion auf dieses Ansinnen wird zeigen, wes Geistes Kind er ist. Die erste Frage ist nur: Bei wem hole ich mir die Zweitmeinung? Hier ist der Besuch von Selbsthilfegruppen, wo man von den Teilnehmern doch unterschiedliche Meinungen über die lokalen Urologen erfragen/erhorchen kann, manchmal durchaus sinnvoll. Die zweite Frage ist, auf was soll sich der Zweit-Urologe eigentlich stützen, um seine Diagnose abzugeben? Soll das ganze Procedere, Tastbefund, Ultraschall, Biopsie nochmals ablaufen? Das will man nun wohl denn auch nicht. Deshalb macht eine Zweitmeinung nur dann Sinn, wenn man mehr über den Krankheitsverlauf weiß, und dies durch die entsprechenden Werte auch dokumentiert hat. Dann kann man vernünftig mit einem Zweiturologen reden. Deshalb zuerst einmal abwarten, wie sich hoffentlich der PSA-Wert positiv entwickelt.

Die Zwischenzeit sollte man nützen, um sich weiter zu informieren.


Joachim hatte kürzlich aber geschrieben => *Den Marker LH-Wert monatlich ermitteln lassen, um die Wirksamkeit der Spritze zu kontrollieren*.

Siehe oben.


Gibt es noch weitere Werte, die ermittelt werden sollten?

In jedem Fall das Blutbild intelligent kontrollieren. Das ist vielleicht besser aufgehoben beim Hausarzt, denn der müßte auch wissen, welche anderen Wehwehchen noch im Auge behalten werden müßten, oder beim Onkologen, den man später einmal braucht.

Weitere Werte machen nur Sinn, wenn man weiß, wie man sie interpretieren muß, und welche therapeutischen Konsequenzen sich daraus ergeben. Dazu muß man sich intensiv informieren.


In jedem Fall: genießt nun erst mal den nächsten Monat mit aller Lebensfreude und laßt ihn euch nicht durch Kleinkram vermiesen.

Alles Gute

Senza
04.05.2008, 16:26
Lieben Dank Hans-Joachim, lieben Dank Helmut,

hier im Forum wird viel davon geschrieben, dass das Biopsiematerial noch mal zusätzlich zur Genuntersuchung eingeschickt werden kann / sollte. Wozu macht man das, was kann man damit zusätzlich erfahren?
LG
Senza

Hans-Joachim
04.05.2008, 18:23
Hallo Senza,

zu obigem Thema kann ich nur den Volksmund zitieren. Siehe Titel.

Aus deiner Frage kann man erkennen, daß "Anfänger" durch manche Diskussionen und die Art wie sie geführt werden, mehr verwirrt als aufgeklärt werden. Es ist wirklich nicht einfach da durchzublicken und die Spreu vom Weizen zu scheiden.

Zwei Grundsätze gelten sicher immer:
1: Es sollten nur Aktivitäten unternommen werden, die auch therapeutisch relevant sind.
2. Alle Aktivitäten sollten dem Patienten mehr nutzen als schaden.

Nach meiner persönlichen, subjektiven, laienhaften Meinung bringt eine DNA-Zytometrie und oder eine Zweitbefundung des Biopsiematerials angesichts der Diagnose und dem Alter Deines Vaters keine Erkenntnisse, die derzeit zu einer Therapieänderung führen würden.

Aber ich bin kein Arzt, weshalb meine Meinung, wie die manch anderer Ratgeber, auch nicht ausschlaggebend sein sollte.

Alles Gute

Joachim

Senza
04.05.2008, 20:50
Hallo Joachim,

verstehe, was du meinst.
Danke!

Wir haben eine neue Diskussion zu Hause: Wo liegen die Vor- und Nachteile der Seed versus Bestrahlung von außen?

Wir haben Angst, dass es durch die Einpflanzung des "Chips" wieder zu einer Entzündung kommen kann (mein Vater hatte durch die Biopsie eine schwere Sepsis erlitten). Sein CRP-Wert ist dauernd erhöht. Ist das eine übliche Sache bei Prostata-Patienten?

Liebe Grüße
Senza

Hans-Joachim
05.05.2008, 09:10
Hallo Senza,
bezüglich Seeds kannst Du von Herrn Dr. Kahmann im Forum http://www.onmeda.de/foren/forum-prostatakrebs/list.html sachkundig mehr erfahren.
Über IMRT ist hier im Forum schon einiges geschrieben worden.

Gruß Joachim

Senza
17.06.2008, 22:55
Hallo, liebe Forumsteilnehmer,
mein Vater will sich nicht so intensiv mit den Therapieformen und der ganzen Theorie befassen. Drum weiß ich auch nicht mal, wie die Strahlenbehandlung genau heißt, mit der er letzte Woche im Offenbacher Krankenhaus benadelt wurde.

Ich weiß nur, dass man ihm für rund 70 Min 12 winzige strahlende Stäbchen an die Prostata geführt hat. Das ganze soll in 14 Tagen ein 2. mal stattfinden. Anschließend sollen 25 Bestrahlungen von außen folgen.

Ich mache mir Sorgen, weil mein Vater durch die Androgenentzugstherapie ziemlich geschwächt ist. Und seit der Bestrahlung noch mehr. Alles fällt ihm schwer. Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Erschpfoepfung.

Meine Fragen:
Was haben wir, nein besser: was hat er im Zuge der Bestrahlungen von außen zu erwarten?
Wie sehr wird ihn das zusätzlich belasten? Schwächen?
Manchmal frage ich mich, ob sein Leben nicht lebenswerter wäre, wenn er gar keine Therapie begonnen hätte. Er selbst stellt sich die Frage auch.

Nächste Frage: Wenn der 3. Zyklus mit den 3-monats-Depots abgeschlossen ist => geht es dann kräftemäßig überhaupt wieder bergauf? Wird es je wieder berauf gehen KÖNNEN?

Ich danke euch jetzt schon für eure Antworten und wünsche euch einen schönen Abend.

Anonymous1
18.06.2008, 02:51
Hallo, liebe Forumsteilnehmer,
mein Vater will sich nicht so intensiv mit den Therapieformen und der ganzen Theorie befassen. Drum weiß ich auch nicht mal, wie die Strahlenbehandlung genau heißt, mit der er letzte Woche im Offenbacher Krankenhaus benadelt wurde.

Ich weiß nur, dass man ihm für rund 70 Min 12 winzige strahlende Stäbchen an die Prostata geführt hat. Das ganze soll in 14 Tagen ein 2. mal stattfinden. Anschließend sollen 25 Bestrahlungen von außen folgen.

Ich mache mir Sorgen, weil mein Vater durch die Androgenentzugstherapie ziemlich geschwächt ist. Und seit der Bestrahlung noch mehr. Alles fällt ihm schwer. Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Erschpfoepfung.

Meine Fragen:
Was haben wir, nein besser: was hat er im Zuge der Bestrahlungen von außen zu erwarten?
Wie sehr wird ihn das zusätzlich belasten? Schwächen?
Manchmal frage ich mich, ob sein Leben nicht lebenswerter wäre, wenn er gar keine Therapie begonnen hätte. Er selbst stellt sich die Frage auch.

Nächste Frage: Wenn der 3. Zyklus mit den 3-monats-Depots abgeschlossen ist => geht es dann kräftemäßig überhaupt wieder bergauf? Wird es je wieder berauf gehen KÖNNEN?

Ich danke euch jetzt schon für eure Antworten und wünsche euch einen schönen Abend.

Hallo Senza,

die Behandlung Deines Vaters nennt sich als Oberbegriff Brachytherapie. Da gibt es etliche Varianten, die Deines Vaters ist die

Kombinierte HDR-Afterloading-Brachytherapie mit perkutaner Strahlentherapie

Für Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom gibt es die Möglichkeit der Kombination eines Afterloading-Verfahrens (übersetzt: „Nachladeverfahren“) mit einer perkutanen Strahlentherapie (von außen, übersetzt: „durch die Haut“). Voraussetzung hierfür ist ein Prostatavolumen von weniger als 50 ml und beschwerdefreies Wasserlassen.
Ist eine solche Therapie möglich, wird zunächst mit der Vorbereitung für die äußere Bestrahlung begonnen, es erfolgt die erste Simulation. Dieser erste Schritt der Bestrahlungsplanung wird mit speziellen Durchleuchtungsgeräten durchgeführt und dient der Vermessung sowie der Festlegung der Lagerung. Der Bereich für die nachfolgende Planungscomputertomographie wird festgelegt und wichtige Ausgangsmarkierungen auf der Haut eingezeichnet. Ab diesem Zeitpunkt ist es wichtig, dass die Markierungen beim Duschen nicht abgewaschen werden.
Nach Anfertigung der Planungscomputertomographie wird durch Strahlentherapeuten und Medizinphysiker ein Bestrahlungsplan erstellt. Dieser Bestrahlungsplan wird individuell für jeden Patienten angefertigt. Organe wie Blase oder Enddarm werden durch Lamellen („Multi-Leaf-Technik“) von der Bestrahlung abgeschirmt. Die verordnete Dosis wird auf die Prostata zentriert.
Die Behandlung beginnt zunächst mit dem Durchführen der ersten Afterloading-Bestrahlung. Diese Bestrahlung erfolgt meist stationär. In Vollnarkose werden unter Ultraschallkontrolle durch den Enddarm 8-12 spezielle Hohlnadeln parallel zum Enddarm in die Prostata eingeführt. Zur Kontrastmittelfüllung der Blase muss vorübergehend ein Dauerkatheter gelegt werden. Nach Röntgenkontrolle erfolgt dann die Bestrahlung computer- und maschinengesteuert durch ein Afterloading-Gerät. Die strahlende 192-Iridium-Quelle fährt jede einzelne Nadel ab und bestrahlt nach einem zuvor durch einen Medizinphysiker ermittelten Bestrahlungsplan. Der Eingriff dauert ca. 1 Stunde, die Bestrahlungszeit liegt bei ca. 10 Minuten. Anschließend werden alle Nadeln entfernt, so dass vom Körper zu keiner Zeit Strahlung ausgeht.
Einige Tage später wird dann die insgesamt knapp 6 Wochen dauernde perkutane Strahlentherapie eingeleitet, für die bereits zuvor ein Bestrahlungsplan angefertigt wurde. Vorher wird nochmals in einer Simulation die Bestrahlung erprobt und kontrolliert, wodurch die Bestrahlungsfelder auf die Haut projiziert und eingezeichnet werden. An jedem Werktag erfolgt die Bestrahlung an einem Linearbeschleuniger. Die Prostata wird zielgenau von mehreren Seiten bestrahlt.
Die Durchführung der Bestrahlung dauert zwei bis fünf Minuten. Die Behandlung wird von medizinisch-technischen Assistenten/-innen durchgeführt. Während der Therapie hört man lediglich das Betriebsgeräusch des Linearbeschleunigers.
Nach Abschluss der äußeren Bestrahlung wiederholt sich die Afterloading-Bestrahlung. Danach ist die Strahlentherapie beendet und die Nachsorge beginnt. (Quelle: Marien-Hospital Düsseldorf)

Natürlich hat diese Behandlung wie auch die Hormontherapie und auch wie jede andere Behandlung Nebenwirkungen, - entsprechend dem grundsätzlichen Gedanken "keine Wirkung ohne Nebenwirkung". Zu dieser körperlichen Belastung kommt auch der seelische Druck mit der Bewältigung der Krankheit. Hier können liebevolle Angehörige viel Gutes bewirken. Also ruhig mal den Papa ordentlich drücken und ihm Mut und Zuversicht vermitteln.

Alles Gute
Dieter

Senza
22.06.2008, 16:32
Ganz herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.

Was die Bestrahlungen betrifft, hätte ich noch eine Nach-Frage:

Mein Vater ist von der ersten Afterloading-Brachytherapie so sehr geschwächt, dass es ihm schwerfällt, einfach nur den Garten zu durchqueren. Ist das normal?
Außerdem hat er plötzlich 3x täglich Stuhlgang.
Wir sind unsicher, ob das alles so sein soll.

Die extreme Schwäche .... liegt die an dem Eingriff oder an der begleitenden Hormontherapie? Wir reden uns und meinem Vater ein, es sei die Hormontherapie, die ihn so lähmt. Aber stimmt das auch?

In der nächsten Woche soll er zum 2. Afterloading-B. Wird ihn das noch mehr umhauen? Sollte erlieber warten, bis er wieder mehr Kräfte hat?

Und wie wirkt sich die ganz normale Bestrahlung auf den Körper aus, die danach folgt? Macht die auch müde?

Und wie ist es, wenn nach 9 Monaten die Hormonbehandlung vorbei ist? Regeneriert sich der Körper dann wieder ein wenig?


Danke für eure Antworten.
LG
Senza

Anonymous1
22.06.2008, 17:47
Ganz herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.

Was die Bestrahlungen betrifft, hätte ich noch eine Nach-Frage:

Mein Vater ist von der ersten Afterloading-Brachytherapie so sehr geschwächt, dass es ihm schwerfällt, einfach nur den Garten zu durchqueren. Ist das normal?
Außerdem hat er plötzlich 3x täglich Stuhlgang.
Wir sind unsicher, ob das alles so sein soll.

Die extreme Schwäche .... liegt die an dem Eingriff oder an der begleitenden Hormontherapie? Wir reden uns und meinem Vater ein, es sei die Hormontherapie, die ihn so lähmt. Aber stimmt das auch?

In der nächsten Woche soll er zum 2. Afterloading-B. Wird ihn das noch mehr umhauen? Sollte erlieber warten, bis er wieder mehr Kräfte hat?

Und wie wirkt sich die ganz normale Bestrahlung auf den Körper aus, die danach folgt? Macht die auch müde?

Und wie ist es, wenn nach 9 Monaten die Hormonbehandlung vorbei ist? Regeneriert sich der Körper dann wieder ein wenig?


Danke für eure Antworten.
LG
Senza

Hallo Senza,

Hormontherapie macht einen gewöhnlich durchgehend groggy. Lustlos, schlapp, müde, wie unter einer Glocke. Dazu häufige Schweißausbrüche und oft auch emotionales Auf und Ab. Da dies nicht auf ein Nachlassen der körperlichen Fitness zurückzuführen ist, sondern psychisch bedingt ist durch das weggenommene Testosteron, kann man nur mit viel Willenskraft dagegen angehen. Ein mit HT sehr erfahrener Betroffener hat es so ausgedrückt: Hormontherapien sind kein Zuckerschlecken. Die momentane Müdigkeit Deines Vater wird m.E. vorwiegend auf die HT zurückzuführen sein. Besondere Wetterbedingungen wie z.B. Hitze oder Schwüle verstärken das alles.

Wie stark die Bestrahlung beiträgt, kann ich nicht einschätzen. Sicher werden sich einige Männer mit eigenen Erfahrungen finden.

Gruß Dieter

Senza
22.06.2008, 20:37
Lieber Dieter! Ganz herzlichen Dank!
Senza

Patrick
23.06.2008, 18:29
Hallo Senza,

aufgrund des Alters deines Vaters kann man, glaube ich, nichts im Behandlungsablauf als Normal betrachten.

Ich habe insgesamt 3 Eingriffe im Afterloading fast ohne jegliche Nebenwirkungen überstanden und das nach den bei mir vorher erfolgten
äusseren Bestrahlungen sowie eine OP zur Entnahme der Lymphknoten.
Allerdings war ich zum Zeitpunkt der Bestrahlung gerade 50 also 30 Jahre jünger wie dein Pa.

Ich glaube dass das Alter deines Vaters sowie der momentane physische und psychische Stress ihn ganz schön mitnimmt, dazu kommt noch Vollnarkose, die zwar nur eine leichte ist aber trotzdem Stresst.
Die äusseren Bestrahlungen sollten eigentlich ( immer wieder vom sonstigen
Zustand ausgehend ) auch keine "großen" Nebenwirkungen haben, aber jeder reagiert anders darauf... häufiger Harndrang und Stuhlgang sind die häufigsten Nebenwirkungen klingen aber bald nach der Bestrahlung wieder ab.

Bzgl der Verschiebung der 2ten. Afterloading-Dosis werden die Ärzte wohl abraten. Das kplt. Therapiekonzept beruht auf dem zeitlich aufeinanderwirken der Bestrahlungskombinationen. Du musst wissen, durch die Bestrahlung soll die DNA der Tumorzelle so geschädigt werden das sie die Funktion der Teilung verliert, da sich Tumorzellen aber in bestimmten Intervallen teilen wird die Bestrahlung über fast 30 Einheiten gelegt um wirklich alle Zellen " zu erwischen". Ein Absetzen / Verschieben des Afterloadings kann daher die fatalen Folgen haben das sich Tumorzellen wieder regenerieren und die Bestrahlung überleben und somit die ganze Therapie gescheitert ist.
( Ich hoffe ich habe das einigermaßen Richtig und Verständlich wiedergegeben )

Du solltest mit den Ärzten ggf. auch Hausarzt deines Vaters reden wie man ihn ggf. mit Aufbaupräparaten / Vitaminen unterstützen kann. Aber die Strahlentherapie sollte er ,wenn irgendwie möglich, nicht Unterbrechen.

Viel Glück für euch !

Bernhard A.
23.06.2008, 19:03
Hallo Senza !

Kann mich Patrick´s Erklärungen anschließen. Habe ebenfalls die gleiche Behandlung hinter mir. Insbesondere die Afterloading hat bei mir gar keine Nebenwirkungen hinterlassen. (war mit 52 Jahren z.Z. der Behandlung auch wesntlich jünger) Durch die Äußere Bestrahlung wurde ich in der Endphase etwas müde.
Die HB sehe ich ebenfalls als Ursache für die momentane Schwäche Deines Vaters. Bei mir wurde nur eine 6-monatige HB verordnet.
9 Monate halte ich bei der Schwäche Deines Vaters für zu lang. Nach Ablauf der 1. Dreimonats-Spritze sollte Dein Vater besser auf Einmonats-Spritzen umsteigen. Damit wäre ein schnellerer Abbruch der HB möglich.

Gruß
Bernhard A.

Senza
26.06.2008, 21:12
Lieber Patrick, lieber Bernhard,

superlieben Dank für eure Ausführungen!
Kommen die Lebensgeister denn wenigstens ein wenig wieder zurück, wenn die HT abgeschlossen ist?

Herzlichst
Senza

Patrick
27.06.2008, 15:37
Hallo Senza,

ich sage mal JA !
Allerdings sollte, wie schon beschrieben, mit den Ärzten deines Vaters bzgl. einer Unterstützung des Allgemeinbefindens ( Vitamine, Aufbaustoffe ) gesprochen werden.

Ich hatte lediglich eine 3-Monatsspritze bekommen und hatte während der
Wirkungsdauer eigentlich nur die Beschwerden der Hitzewellen.

toi toi toi für deinen Vater