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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA Wert über 100 -austherapiert? -



Merci62
30.05.2008, 15:41
Hallo, ich bin neu hier im Forum und brauche eure Hilfe. Meinem Vater (72) hat man vor 5 Jahren Prostatakrebs diagnostiziert, inoperabel. Nebengewebe bereits befallen, deshalb wurde das nicht operiert. Dann hat er alle drei Monate die Spritze bekommen und die schlägt jetzt nicht mehr an, sagt der Arzt. Deshalb bekommt er nun Chemotherapie jede Woche 1 x und das erst mal 8 Wochen lang, dann Pause und dann noch mal 8 Wochen. Das wäre nur noch "palleativ" hat der Arzt gesagt. Ich muss hinzufügen, das er im Moment noch keine Knochenmetastasen hat. Aber sein Allgemeinzustand ist nicht sehr gut. Er hat Herzprobleme und ist immer schlapp, müde und kreidebleich.
Ich lese mich hier durch, aber da sind so viele Fachausdrücke, die ich nicht verstehe....:-( Ist eine Heilung noch möglich? Wie stehen sein Chancen und seine Lebenserwartung?

WinfriedW
30.05.2008, 16:46
Hallo, ich bin neu hier im Forum und brauche eure Hilfe. Meinem Vater (72) hat man vor 5 Jahren Prostatakrebs diagnostiziert, inoperabel. Nebengewebe bereits befallen, deshalb wurde das nicht operiert. Dann hat er alle drei Monate die Spritze bekommen und die schlägt jetzt nicht mehr an, sagt der Arzt. Deshalb bekommt er nun Chemotherapie jede Woche 1 x und das erst mal 8 Wochen lang, dann Pause und dann noch mal 8 Wochen. Das wäre nur noch "palleativ" hat der Arzt gesagt. Ich muss hinzufügen, das er im Moment noch keine Knochenmetastasen hat. Aber sein Allgemeinzustand ist nicht sehr gut. Er hat Herzprobleme und ist immer schlapp, müde und kreidebleich.
Ich lese mich hier durch, aber da sind so viele Fachausdrücke, die ich nicht verstehe....:-( Ist eine Heilung noch möglich? Wie stehen sein Chancen und seine Lebenserwartung?Nein, eine Heilung war bereits vor 5 Jahren nicht mehr möglich und ist es jetzt erst recht nicht.

Chemotherapie heißt vermutlich Taxotere? Der Allgemeinzustand deines Vaters wird sich dadurch sicher verschlechtern. Ob's das Leben verlängert, ist ziemlich unklar.

Alternativ fällt mir das ein, was hier als "Regensburger Protokoll" (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=26723&postcount=1) gehandelt wird. Oder man setzt ganz auf alternative Therapien, wohlweislich mit offenem Ausgang. Das Leben ist endlich!

WW

HansiB
01.06.2008, 19:26
Hallo Winfried,

das offene Ende haben einige von uns, mit oder ohne schulmedizinischen Therapien. Ohne hat den Vorteil, keine Nebenwirkungen und ein vorzügliche LQ zu haben, wenn sonst allwes i.O. ist. Die Frage ist was ist besser?

Ich habe einige nach Chemo kennen gelernt, mit nur geriger, kurzer "Hilfe".

Gruß Konrad

PeterP
01.06.2008, 22:40
Hallo Merci62,
so hoffnungslos, wie es dargestellt wird, ist der Fall Deines Vaters nicht!
Leider wird in der Schulmedizin aber gerne halbherzig nach Schema F therapiert und dann aufs Abstellgleis geschoben.

Dein Vater ist in das hormonunabhängige Stadium gekommen, das leider nach mehrjähriger durchgehender Hormonblockade zu erwarten ist. Das heist aber noch lange nicht, das er auch schon hormonrefraktär ist. D.h. komplett hormonunabhängig.
Man kann durch klugen Einsatz sog. Secondline-Hormonpräparate in diesem Stadium u.U. noch über längere Zeit ein weiteres Fortschreiten der Krankheit hinauszögern. Es ist aber nicht garantiert und es liegt viel am Geschick und der Intuition des behandelnden Arztes.
Du schreibst, das der Vater bereits sehr schlapp und und in schlechter Verfassung ist. Aus Deiner Beschreibung geht nicht hervor, ob er bereits Chemo erhält und dies eine Folge ist oder ob sie erst angewendet werden soll.

Man hätte auf keinen Fall bei Deinem Vater unter der Hormonbockade warten dürfen, bis der PSA-Wert bereits wieder auf 100 angestiegen ist. Falls das unter Beobachtung durch Euren Arzt eingetreten ist, wäre es eine Schlamperei..
Es besteht in diesem Stadium ein hohes Risiko für die Bildung von Knochenmetastasen und Dein Vater kann von Glück reden, das dies noch nicht eingetreten ist. Dieser Umstand verbessert die Gesamtsituation Deines Vaters erheblich.
Falls die Chemo schon am Laufen ist, wie lange dauert sie schon an und wie weit ist der PSA-Wert bereits gefallen? Bei guter Reaktion sollte man sich einen Abbruch gut überlegen. Es besteht die Möglichkeit, im Anschluss eine Erhaltungstherapie mit den o.g. Präparaten durchzuführen.

Falls die Chemo noch nicht begonnen hat, würde ich sehr gut hinterfragen, ob sie bei dem Allgemeinzustand des Vaters zu rechtfertigen ist. Bei der vorgesehenen wöchentlichen Low-Dose-Chemo kann diese auch in der Anfangsphase abgebrochen werden, wenn starke Nebenwirkungen eintreten.
Es sollte dann unbedingt wie bereits erwähnt, eine Secondline Hormontherapie versucht werden. Auch das bereits von WinfriedW erwähnte "Regensburger Protokoll" dürfte eine sehr hoffnungsvolle und schonendere Alternative sein.
Alles Gute für Deinen Vater,
Peter