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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Werteanalyse



susc24
01.06.2008, 08:26
Guten Tag alle miteinander,

ich hatte Euch noch einen ausführlichen Bericht nach der Untersuchung von meinem Pa bei Dr. FE versprochen.
Natürlich auch mit dem Hintergedanken, das Ihr mir noch so den ein oder anderen Wert erklären könnt.

Anamese vom 20. Mai 2008
Kommt zur Zweiten Stellunggnahme bei bekanntem Prostatkrazinom. Allgemeinzustand gut - etwas schlapp. Kribbeln in den Füßen, pelziges Gefühl. Miktion geht gut. Braucht ca. 1-2 Vorlagen/Tag. Medikamente: Zometa, ansonsten derzeit keine.

Befund
Abdomen weich, Nierenlager frei. Äußeres Genitale unauffällig - Scrotum leer. Bruchpforten geschlossen. Rektal sehr derbe Platte - weit nach kranial zu tasten.

Sonografie
Die rechte Niere zeigt ein regelrechtes sonografisches Reflexmuster. Die linke Niere fehlt. Harnblase ist wenig gefüllt. Regelrechte Kontur.

Labor Werte
PINP Prokollagen Typ I N- 113.8 15 - 59 +
ICTP Kollagentelopep 84 74 - 114
DHEA 73.32 33 - 249
ANDR Androstendin 1.14 0.6 - 3.1
CHRA Chromogranin A 105 19 - 98 +
Teos Testosteron größer 0.1 2.8 - 8.0 -
LH 5.51 1.5 - 9.20
NSE 12.74 bis 16.3
CEA 2.0 bis 4.5
SPP Prostataphosphat 12.2 bis 3.5 +

Optionen

Östrogentherapie mit Estradurin i.m. oder Estraderm 100 TTS
Ziel: Wir streben einen Estradurin-Blutspiegel von 300pg/ml an. Bei der transdermalen Applikation können allerdings bis zu vier Plfaster täglich erfoderlich werden.
Die Östrogentherapie kann mit Low dose Ketokonazol und Trimcinolon kombieniert werden.
Experimentell . Hochdosierte Avodarttherapie, Axura.
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Morgen steht ein Besuch bei unserer zuständigen Onkologin an. Ich möchte natürlich gerne mit Ihr über diese Second line Therapie sprechen, hab mir auch schon alles zurecht gelegt, hoffe das Sie mit uns am gleichen Strang zieht.

Kann mir sonst noch jemand Auskunft über die jeweiligen Werte geben?
Vielen Dank

Susanne

LudwigS
01.06.2008, 09:22
PINP Prokollagen Typ I N- 113.8 (15 - 59)+
Sensitiver Knochen-Metastasenmarker

ICTP Kollagentelopep 84 (74 - 114)
Knochen-Metastasenmarker

DHEA 73,32 (33 - 249)
Testosteronvorstufe aus den Nebennieren

ANDR Androstendin 1.14 (0.6 - 3.1)
Testosteronvorstufe aus den Nebennieren

CHRA Chromogranin A 105 (19 - 98) +
Zellprodukt vermehrt bei Krebszellen, Erhöhung auch bei Nierenproblemen möglich

Teos Testosteron größer 0.1 (2.8 - 8.0) -

LH 5.51 (1.5 - 9.20)
Hormon der Hypophyse

NSE 12.74 (bis 16.3)
Zellprodukt vermehrt bei Krebszellen, speziell neuroendocrine Zellen

CEA 2.0 (bis 4.5)
Zellprodukt vermehrt bei Krebszellen, ein Marker 1. Wahl aber bei Tumoren des Magen-Darm-Bereiches.

SPP Prostataphosphatase 12.2 (bis 3.5) +
Knochen-Metastasenmarker


Obwohl der LH-Pegel im Normbereich liegt, möchte ich folgenden Zusammmhang bei Orchiektomie erwähnen:

<dl><dd class="western" style=""> Eine Orchiektomie bewirkt einen stärkeren Knochenabbau als eine Therapie mit LHRH-Agonisten (Enantone, Trenantone Zoladex).
</dd><dd class="western" style="margin-bottom: 0cm;"> Im Vergleich mit der Orchiektomie führt eine Therapie mit LHRH-Agonisten zu einer Erhaltung der Mineralisation des Knochens und zu einem geringeren Verlust an Knochenosteoid. Bei einer Orchiektomie reagiert der Körper auf den Testosteronmangel mit einer vermehrten Ausschüttung von LH und FSH aus der Hypophyse. Die hohen LH- und FSH-Spiegel sind ebenfalls mit einer erhöhten hypophysären ACTH-Produktion verbunden. Diese erhöhten ACTH-Spiegel führen zu einer erhöhten Produktion von Cortisol. Das erhöhte Cortisol wiederum bewirkt eine Suppression der für die Knochenneubildung verantwortlichen Zellen (Osteoblasten). Diese hormonellen Veränderungen finden bei einer Therapie mit LHRH-Agonisten oder mit Östrogenen nicht statt. Bei diesen Therapien ist die LH- und FSH-Produktion erniedrigt und es unterbleibt eine Stimulation der Hypophyse.</dd></dl>Gruss Ludwig