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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studie für Hormontherapierte (Neurodendokrine Marker)



BurgerH
04.06.2008, 10:50
Hallo Freunde,

ich möchte Euch auf eine Studie im Klinikum Mannheim aufmerksam machen, die für alle, die unter einer Hormontherapie stehen, interessant ist.

Das erste Ziel der Studie ist es, rechtzeitig eine Entwicklung des Prostatakrebses zu einem neuroendokrinen Prostatakrebs zu entdecken. Zum Glück sind diese teuflischen und sehr aggressiven Krebse sehr selten.

Das zweite Ziel ist es, rechtzeitig die Entwicklung zu einem hormonrefraktären Prostatakrebs festzustellen.

Die Studie ist nur beobachtend. Die Hormontherapie wird weiterhin vom erstbehandelnden Arzt durchgeführt. Die Studienteilnehmer müssen alle drei Monate sich im Klinikum Mannheim Blut abnehmen lassen, das auf die Expression von neuroendokrinen Serumsmarkern untersucht wird.

Interessenten wenden sich bitte direkt an Frau Simone Zendler vom Studiensekretariat der Urologie des Klinikums Mannheim unter der E-Mail-Adresswe: simone.zendler@uro.ma.uni-heidelberg.de oder direkt unter der Telefon-Nr. 0621/383-4973.

Gruß

Hansjörg Burger
Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar e.V.

Reinardo
04.06.2008, 11:29
hallo Hans-Jörg. Ein weiterer Hinweis darauf wie bedenkenlos Hormontherapie verordnet und wie ohne einen Funken Zweifel und Kritik dies von der Selbsthilfe akzeptiert wird. Prostatakrebs ist unbehandelt ein gemischt differenzierter Krebs, der sich nur in seinen weniger malignen Komponenten durch Hormontherapie zurückdrängen lässt. Zurück bleibt eine höher maligne Krebspopulation, die dann auch schneller wächst und metastasiert und in eine gefährliche Krankheitssituation - hormonrefraktär - einmündet.
Beobachten könnte man diesen Prozess durch regelmässige DNA-Analysen (per FNABs), verhindern nur durch Abbruch der Therapie oder deren zeitliche Begrenzung, wie u.a. Leibowitz es praktiziert.
Warum diskutiert Ihr das nicht mal in der SHG?
Gruss, Reinardo

LudwigS
04.06.2008, 12:35
hallo Hans-Jörg. Ein weiterer Hinweis darauf wie bedenkenlos Hormontherapie verordnet und wie ohne einen Funken Zweifel und Kritik dies von der Selbsthilfe akzeptiert wird. Prostatakrebs ist unbehandelt ein gemischt differenzierter Krebs, der sich nur in seinen weniger malignen Komponenten durch Hormontherapie zurückdrängen lässt. Zurück bleibt eine höher maligne Krebspopulation, die dann auch schneller wächst und metastasiert und in eine gefährliche Krankheitssituation - hormonrefraktär - einmündet.
Beobachten könnte man diesen Prozess durch regelmässige DNA-Analysen (per FNABs), verhindern nur durch Abbruch der Therapie oder deren zeitliche Begrenzung, wie u.a. Leibowitz es praktiziert.
Warum diskutiert Ihr das nicht mal in der SHG?
Gruss, Reinardo


Hallo Reinardo,

Zitat Leibowitz
Auszug aus "Des Kaiser neue Kleider":

Hormonblockade führt zu natürlichem programmiertem Zelltod.
Es liegen Berichte vor, dass 6-8 Monate Hormonblockade zur Vorbereitung der Operation bei ca. 40% der Männer vollständiges Verschwinden aller Prostatakrebszellen bewirkt.
Diese Patienten unterzogen sich im Anschluss an eine 6-8 Monate Hormonblockade (eine zweifache, also noch nicht einmal die dreifache) einer radikalen Prostatektomie.

Ich zweifle zwar an, was Leibowitz hier schreibt, aber wenn wir das mal ernst nehmen, dann tritt die Apoptose bereits in der ersten Leibowitz-Runde auf und damit produziert auch Leibowitz dieses von dir beschrieben negative Szenario.

Die verbleibenden hormonunabhängigen Zellen - wenn man sie denn findet - mit der DNA-Zytometrie zu beobachten ist sicher medizinisch interessant.
Ob der Betroffene das auch so empfindet - da habe ich meine Zweifel.
Es sei denn, er spielt in deiner Altersklasse.

Gruss Ludwig

cligensa
10.06.2008, 18:17
Lieber Reinardo, lieber Ludwig,
fragt doch mal einen aufrichtigen Chirurgen, besser noch einen Uropathologen, bei wie viel Patienten nach einer (möglichst etwas längeren HB) vor der RP keine Krebszellen mehr gefunden worden sind. Das kommt gar nicht so selten vor. Das muß allerdings selbst bei einer pathologischen Untersuchung nicht heißen, dass sich später nicht doch noch welche sich entwickeln. Die Ausgangssituation, die umgehende Therapie und das Alter des Patienten sind natürlich ganz wesentlicher Faktoren.

Hier zwei Aussagen, die nicht von Leibowitz stammen:

<!--[if !supportLists]-->•<!--[endif]-->“Zeitig angewandte HB rettet Leben und kann sogar Heilung des Prostatakrebses bewirken.<o></o>
<!--[if !supportLists]-->•<!--[endif]--> Wenn ich einen Vortrag halte, pflege ich zu fragen, wie viele der Anwesenden glauben, dass die frühe Hormonblockade eine Heilung des Prostatakrebses bewirkt. Ich bin dieser Meinung”
<o></o>
E. David Crawford<o></o>
Prof. and Chief Urologic Onc.<o></o>
<st1></st1><st1></st1>Telephone interview for Onc. Times
<o></o>
<o>und:</o>
<o></o>
<!--[if !supportLists]-->•<!--[endif]-->“Früher Einsatz der HB wirkt lächerlich gut”
<!--[if !supportLists]-->•<!--[endif]--> Man soll auf eine zeitige Anwendung der HB dringen und nicht warten, bis die Krankheit weiter fortgeschritten ist.

Sir Richard Peto<o></o>
European Oncology Conference<o></o>
September 22, 2003

<o></o>
Diese beiden in den USA bekannten und gestandenen Urologen haben sicher ihre Erfahrungen eingebracht.
Grüße
Christian

jürgvw
10.06.2008, 20:43
Hallo Reinardo,

es wäre erfreulich, wenn Du wohl über HB diskutieren, sie aber nicht immer pauschal diskreditieren würdest. Ich begann die ADT2 im Herbst 2000 bei PSA > 200 und Lymphknotenmetastasen, und die Therapie bescherte mir bis im Frühling 2006 ein Leben praktisch ohne Einbusse an Lebensqualität. Wobei ich davon ausgehe, dass der Verlust der Libido im Vergleich zum Verlust des Lebens nicht ins Gewicht fällt. Dank Chemo und Keto stehe ich zur Zeit, also fast 8 Jahre nach der Diagnose , bei PSA 0.54.

Dieses Beispiel aus der Praxis möge die Ausführungen von Christian ergänzen.

Gruss

Jürg

HansiB
11.06.2008, 08:41
Hallo Freunde der HB,

bei mir hat die 2HB wie bekannt, nach 8 Monaten nicht mehr funktioniert. Als ich dann mit der 3HB begann, man soll ja so stark wie möglich dagegen kämpfen, beschleunigte sich der PSA Anstieg.

Erst das Absetzen von Casodex, bei einem PSA von 4,91 brachte einen PSA Abfal (mein 2. Nadir) von 0,6. Leider fing ich zu schnell mit Flutamid an und der PSA stieg erneut. Mitlerweile bin ich seit ca. 12 Monaten ohne Medikamente. Mir geht es ausgezeichnet, ohne Mondgesicht, etwas untergewichtig, aber topfit. Ich verlasse mich nur noch auf meine Körperfunktionen.

Die HB hat meinen PSA stark, nicht genügend gesenkt, aber die Malignität in der Prostata von X-Ploid auf jetzt nach 3,5 Jahren auf Multi-Ploid verschlechtert. Trotzdem haben sich die Aktivitäten in den Metastasen regelmäßig reduziert. Das alles ist durch den PSA nicht nachweisbar gewesen.

Die Meisten HBler mit weiterem Fortschritt, wissen gar nicht, wie es in der Prostata mit der Malignität ausschaut, der PSA ist wirklich nicht alles.

Gestern hatte ich 2 Betroffene am Tel. mit 1. grausigem Chemoversagen und kaputtem Körper und 2. riesen Problemen durch die Gabe von Zometa und Taxotere hintereinander, mit Kreislaufversagen und Ohnmacht, bei einem durch Th. shon geschwächtem Körper. Für mich ein erneute Abschreckung der schulmedizinischen Tätigkeit. Wie kann man so mit Patienten umgehen, die sich nicht wehren und alles über sich ergehen lassen.

Gruß Konrad

Friedhelm
13.06.2008, 09:37
hallo Hans-Jörg. Prostatakrebs ist unbehandelt ein gemischt differenzierter Krebs, der sich nur in seinen weniger malignen Komponenten durch Hormontherapie zurückdrängen lässt. Zurück bleibt eine höher maligne Krebspopulation, die dann auch schneller wächst und metastasiert und in eine gefährliche Krankheitssituation - hormonrefraktär - einmündet.
Gruss, Reinardo

Hallo Reinardo,

welche Konsequenzen sollte man denn Deiner Meinung nach daraus ziehen, wenn OP und ST versagt haben??
Lieber alles wachsen lassen und mal sehen was passiert?

Deine Antwort würde mich sehr interessieren.

Gruß

Friedhelm

ganther
17.06.2008, 09:24
Hallo Friedhelm,

so wie ich Reinardo verstehe, bemängelt er, daß vor allen anderen diagnostischen Maßnahmen zunächst eine DNA-Analyse per FNABs favorisiert werden sollte!

Im BPS-Heft 3, 2004, wird die Bedeutsamkeit der DNA-Zytometrie von Herrn Dr. Samsel ausführlich beschrieben.

Für die, die sich einer OP unterzogen haben, ist dieser Zug gewissermaßen abgefahren, da die Rezidivmasse für die DNA-Zytometrie meines Wissens ungeeignet, bzw. nicht lokalisierbar ist!

Gruß

Otto