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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Metronomische Chemo" Uni-Freiburg



Carola-Elke
03.07.2006, 00:43
Hallo liebe Forumteilnehmer,

kennt jemand von euch bereits den Therapieansatz der "metronomischen Chemotherapie", der an der Uni-Freiburg z.B. experimentell angeboten wird?

Ich fand dazu folgendes im Onmeda-Forum:

"Metronomische Chemotherapie bedeutet die Verwendung niedrig dosierter und kontinuierlich verabreichter Chemotherapie mit dem Ziel, die Gefäßzellen des Tumors in ihrem Wachstum zu hemmen.
Hierbei macht man sich die Eigenschaft der Chemotherapeutika, auf alle sich teilenden Zellen zu wirken, zu nutze.
In Zellversuchen konnte bereits gezeigt werden, dass zur Behandlung der Tumorgefäßzellen bis zu 10.000fach geringere Dosierungen von Chemotherapeutika notwendig sind.
Bislang verwendet die konventionelle Chemotherapie hohe Dosierungen, um eine hohe Wirksamkeit zu erreichen.
Sie behandelt damit zwar die Tumorzelle adäquat und wirkt aber nicht auf die Blutzufuhr zum Tumor ein.
Das heißt, in den für den Patienten notwendigen Therapiepausen erholen sich die Blutgefäßzellen des Tumors und versorgen diesen wieder mit Nährstoffen.
Ziel der Versuche ist es derzeit, die geeignetsten Chemotherapeutika für die kontinuierlich niedrig dosierte (metronomische) Anwendung zu finden und diesem dem Patienten zur Verfügung zu stellen.
Diese Therapie ist derzeit rein experimentell und wird z.B. von der Uni in Freiburg angeboten (von der auch dieser Text stammt) "

Vielleicht lohnt es sich in grenzwertigen und kritischen Stadien der Erkrankung, Kontakt mit der Uni-Freiburg aufzunehmen und um ein Gespräch zu bitten.

http://www.tumorbio.uni-freiburg.de/04_forschung/04_02_06.html


Viele Grüsse,

Carola-Elke

Urologe
03.07.2006, 07:57
Hallo Elke,

Metronomische Chemotherapie

unter dieser Bezeichnung behandelt Leibowitz seine Patienten schon seit Jahren mit Tax. und/oder Platin + Estramustin.

Gruss
fs

Urologe
03.07.2006, 08:06
P.S.: Es entspricht übrigens auch meinen Beobachtungen. Ich setze die low-dose-Taxotere Therapie im Rahmen einer DHB bei fortgeschrittener Erkrankung gerne frühzeitig ein, vor Allen, wenn ich schnelle Hormonunabhängigkeit erwarte (Gleason >7, kribiform, neuroendokrin ...)
Ich habe bisher darunter keinen Pat. gesehen (kommt vielleicht noch), der bisher dann wirklich hormontaub wurde.
Wichtig scheint zu sein, praktisch zeitgleich anzufangen mit HB und Chemo.
Der Wermutstropfen für Kassenpat. - low-dose-Tax. wird nicht übernommen - habe ich schon mehrfach erfolglos versucht durchzukämpfen - und jede Anwendung sind ca. 500€.

Gruss
fs

PeterP
03.07.2006, 08:26
Bedeutet das, bei einem Protokoll 3 x wöchentlich Infusion und eine Woche Pause, eine Belastung von 1500 Euro im Monat?
Der Zyklus dauert dann ja 3 -4 Monate ....
Gruß PeterP

Günter Feick
03.07.2006, 09:07
Hallo Her Dr. f. s.,

ist Ihr Kommentar zu bisher nicht erfolgter Hormontaubheit bei Patienten, welche Sie gleichzeitig mit Hormonblockade und Chemo therapieren, so zu verstehen, daß es eine Theorie hierzu gibt, die dieses Ergebnis wahrscheinlich macht?

Günter Feick

Carola-Elke
03.07.2006, 11:13
P.S.: Es entspricht übrigens auch meinen Beobachtungen. Ich setze die low-dose-Taxotere Therapie im Rahmen einer DHB bei fortgeschrittener Erkrankung gerne frühzeitig ein, vor Allen, wenn ich schnelle Hormonunabhängigkeit erwarte (Gleason >7, kribiform, neuroendokrin ...)
Ich habe bisher darunter keinen Pat. gesehen (kommt vielleicht noch), der bisher dann wirklich hormontaub wurde.
Wichtig scheint zu sein, praktisch zeitgleich anzufangen mit HB und Chemo.
Der Wermutstropfen für Kassenpat. - low-dose-Tax. wird nicht übernommen - habe ich schon mehrfach erfolglos versucht durchzukämpfen - und jede Anwendung sind ca. 500€.

Gruss
fs

Hallo fs,

heißt das, bei Privatpatienten könnten die Kosten durch die Versicherung übernommen werden?

Zu welchem Zeitpunkt der Erkrankung wird damit am besten begonnen?

Wie lange wird diese Therapie angewandt? U.U. lebenslang mit Pausen?

Ich finde dieses Konzept sehr schlüssig und würde mir wünschen, dass es für Patienten mit sicher anzunehmendem Risikopotential für ein schnelles Fortschreiten ihrer Erkrankung zukünftig regelmäßig eingesetzt würde.
Gerade die herbeigeführten gestörten Prozesse der Zellschädigungen - und regenerationen unter der konventionellen, zyklischen, hochdosierten schematischen Verabreichung der Chemotherapien im allgemeinen werden m. M. nach zu wenig berücksichtigt. Oft macht es den Eindruck, als würde mit "Kanonen auf Spatzen" geschossen.
Insofern wäre die metronomische Verabreichung eine logische Konsequenz, die daneben weniger Nebenwirkungen für den Patienten mit sich bringt und ihm mehr Lebensqualität lässt - "In Zellversuchen konnte bereits gezeigt werden, dass zur Behandlung der Tumorgefäßzellen bis zu 10.000fach geringere Dosierungen von Chemotherapeutika notwendig sind" !!!

Kommen wirklich keine anderen Substanzen in Frage als Estramustin, Taxotere und Platine?

Es ist von Chemo in Tablettenform die Rede - also so etwas wie Navelbine z.B. http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/medi_navelbine.html

Kämen Alkylantien in Frage? http://www.brustkrebs-info.de/patienten-info/index.php?datei=patienten-info/brustkrebs-therapie/chemo-alkylantien.htm

Viele Grüsse,

Carola-Elke

Carola-Elke
03.07.2006, 16:08
Hallo Günter,

ich habe inzwischen darüber etwas mehr Infos in KISP gefunden:
http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/the_chemo.html

In aller Regelmäßigkeit kommt diese Therapie wegen der Kostenerstattung über die Gesetzlichen zu spät zum Einsatz.
Wie ich fs verstehe, sollte sie zu Beginn einer HB eingesetzt werden, um genau diesen Effekt zu erzielen, den du ansprichst.
Das muss der Patient aus eigener Tasche bezahlen.
Ich denke dabei an Winfrieds Überlegungen, die in diesen Zusammenhang als adjuvanter Therapieansatz passen.
Ob eine Teilnahme in einer Studie evt. eine Lösung wäre?

Viele Grüsse,

Carola-Elke

Michael
03.07.2006, 17:21
Ich habe mich heute morgen um eine Teinahme an einer Studie bei der Uni Freiburg beworben, bzw. da nachgefragt.Nach deren Antwort melde ich mich.
Gruß
Michael