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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kieferknochennekrose



WinfriedW
25.06.2008, 10:40
Angesichts der umfangreichen Knochenmetastasierung ist Zometa in meinen Augen unumgänglich, und zwar mit einer Infusion pro Monat. Das müsste u. U. noch mit der Krankenversicherung geregelt werden; ich bin mit der Praxis in Deutschland nicht vertraut.Bei nachgewiesenen Knochenmetastasen übernimmt die deutsche GKV die Kosten von Zometa® (Zoledronsäure) selbstverständlich und ohne jede Diskussion.

Ich habe gestern ohne merkliche Nebenwirkungen meine 37. Zometa-Infusion erhalten. Mein Urologe bezweifeld zunehmend, dass die weitere Gabe von Zoledronsäure noch einen therapeutischen Nutzen hat. Er befürchtet vielmehr, dass sich irgendwann Nebenwirkungen (Kieferknochennekrose) einstellen könnten. Ich selbst fürchte weniger die Nebenwirkungen des Medikaments als das Aufflammen meiner z. Zt. ruhenden Knochenmetastasen.

Zu diesem Thema hätte ich gerne deine Meinung erfahren, Jürg.

WW

shgmeldorf,Werner Roesler
25.06.2008, 13:51
Bei nachgewiesenen Knochenmetastasen übernimmt die deutsche GKV die Kosten von Zometa® (Zoledronsäure) selbstverständlich und ohne jede Diskussion.

Ich habe gestern ohne merkliche Nebenwirkungen meine 37. Zometa-Infusion erhalten. Mein Urologe bezweifeld zunehmend, dass die weitere Gabe von Zoledronsäure noch einen therapeutischen Nutzen hat. Er befürchtet vielmehr, dass sich irgendwann Nebenwirkungen (Kieferknochennekrose) einstellen könnten. Ich selbst fürchte weniger die Nebenwirkungen des Medikaments als das Aufflammen meiner z. Zt. ruhenden Knochenmetastasen.

Zu diesem Thema hätte ich gerne deine Meinung erfahren, Jürg.

WW

Hallo Winfried,

die Nebenwirkung Kieferosteonekrose kommt nur beim Einsatz von Aminobisphosphonaten vor !

Ihr, Dein Uro und Du, könntet ja einmal über einen Wechsel des Wirkstoffes sprechen.

Gruß Werner R.

WinfriedW
25.06.2008, 14:36
Hallo Winfried,

die Nebenwirkung Kieferosteonekrose kommt nur beim Einsatz von Aminobisphosphonaten vor !

Ihr, Dein Uro und Du, könntet ja einmal über einen Wechsel des Wirkstoffes sprechen.Hm, soweit ich informiert bin ist Zometa das einzige nachweislich wirksame Bisphosphonat, das gegen Knochenmetastasen bei Prostatakrebs zugelassen ist. Kennst du ein anderes, Werner?

WW

jürgvw
25.06.2008, 15:15
Hallo Winfried

Als Antwort auf Deine Frage habe ich einen neuen Thread eröffnet, da das Problem mit der Ursprungsfrage nicht direkt zu tun hat.

Wie Dein Urologe machte sich auch meine Onkologin Gedanken über die Möglichkeit, dass Zometa eine Kieferknochennekrose auslösen könnte. Sie schlug mir deshalb vor einigen Monaten vor, Zometainfusionen nur noch alle zwei Monate statt monatlich durchzuführen. Ich akzeptierte das, ohne von der Lösung begeistert zu sein.

Bei der letzten Kontrolle mit MRI Mitte Mai zeigte sich, dass sich zwei neue, etwa reiskorngrosse Knochenmetastasen entwickelt hatten (falls sie nicht schon länger da waren und mit den soeben ersetzten Geräten meiner Klinik nur nicht entdeckt wurden!). So oder so stellte mir meine Onkologin die Frage nach dem „wie weiter“, und ich entschied mich ohne Bedenken für die Wiederaufnahme der monatlichen Infusionen. Gezählt habe ich sie übrigens nicht, aber es dürften um die 30 sein.

Dann aber führte ich ein Gespräch mit meiner Zahnärztin und stellte mit Vergnügen fest, dass diese über das Problem der Kieferknochennekrose bestens im Bild war. Nach ihren Informationen und Erfahrungen entsteht sie immer nur ausgehend von einer Entzündung. Sie behandelt daher Patienten und Patientinnen, die unter Zometa stehen, und sich zum Beispiel einen Zahn ziehen lassen müssen, grundsätzlich mit Antibiotika und überwacht den Heilungsprozess engmaschig. Wir haben vereinbart, künftig meine Zähne (sie sind in gutem Zustand) halbjährlich zu kontrollieren, wobei Kronen und Stiftzähne besonders überwacht werden, da sich dort unvermerkt Entzündungen entwickeln könnten. Bei Zahnfleischentzündungen müsste ich mich so rasch wie möglich bei ihr melden, um eine Therapie einleiten zu können.

Beste Grüsse

Jürg

HansiB
26.06.2008, 09:51
Hallo Jürg,

bei meinen "ruhenden" Metastasen reduziere ich schon lange Zometa. Zahnnekrose scheint auch ein Problem an "bearbeiteten" Zähnen zu sein.

Auch die gleichzeitig "Einnahme" von Zometa und Chemo scheint ein Problem zu sein. Ich habe auch relativ gesunde Zähne, lass aber nicht unnötig an den Zähnen "rummachen" und lasse eine Zahnlücke im hinteren Bereich, ich muss nicht mehr auf Brautschau gehen.

Die regelmässige CRP Kontrolle, die ich mache, gibt mir auch eine gewisse Sicherheit, auch sonst.

Gruß Konrad

HansiB
26.06.2008, 09:58
Hallo Winfried,

auch du machst dich rar, ich hoffe es geht dir gut, was macht "Reichle" und deine Studienerfahrungen.

Habe gestern Fosamax, ich denke auch an meine Osteoporose, nach EAV "getestet" recht gut geeignet werde es einige Zeit einnehmen.

Gruß Konrad

WernerS
26.06.2008, 15:09
Ihr, Dein Uro und Du, könntet ja einmal über einen Wechsel des Wirkstoffes sprechen.

Siehe hierzu Urologe fs vom 12.05.08:

"Im Anwendungsbereich Osteoporose sind die Biphosphonate gleichwertig.
Bei Knochenschmerzen gibt es graduelle Unterschiede.
Apoptotische Wirkung auf die PK-Zelle hat ausschliesslich Zoledronsäure."

Gruß
WernerS

shgmeldorf,Werner Roesler
26.06.2008, 15:33
Hm, soweit ich informiert bin ist Zometa das einzige nachweislich wirksame Bisphosphonat, das gegen Knochenmetastasen bei Prostatakrebs zugelassen ist. Kennst du ein anderes, Werner?

WW

Hallo Winfried,

in der Tat ist "Zometa" das für die Behandlung des fortgeschrittenen PCa zugelassene Bisphosphonat.

Die Nebenwirkung Kieferosteonekrose wird in der Fachliteratur nur marginal dargestellt, mit Angaben von 1 -4 % der damit behandelten Patienten. Es gibt inzwischen auch an der Charite`in Berlin ein Zentralregister, welches diese Komplikation der Anwendung erfasst.

Es wird beim Eintreten dieser Nebenwirkung von ärztlicher Seite als praktische Vorgehensweise empfohlen, vor der recht komplizierten zahnärztlich- chirurgischen Behandlung, Zometa gegen orales Clodronat auszuwechseln.

Übrigens eine weitere wichtige Nebenwirkung bei der Anwendung von Zoledronat ist die Nierentoxizität !

Gruß Werner R.

Nachtrag: Wenn Dein Arzt - Winfried - den weiteren therapeutischen Nutzen von Zoledronat bezweifelt, dann könnte er Dir vielleicht doch ein anderes Bisphosponat empfehlen, denn dann könnte durchaus wieder ein positiver Effekt auftreten. Er müsste es natürlich auch kompetent begründen und verordnen.

HansiB
26.06.2008, 19:08
Hallo Freunde,

ich habe nach 3 jähriger Zometaeinnahme noch nie deswegen Schmerzen gespürt und meine Niernwerte sind ausgezeichnet.

Man sollte natürlich die Nierenwerte regelmäßig beobachten (selbst ist der Mann, auch bei Laborwerten). Bei mir sind auch die EAV-Werte der Niere ausgezeichnet. Aber an so einen Hokus Pokus glaubt ihr ja nicht.

Grausige Nierenwerte kenne ich von Freunden mit Hochtherapien.

Gruß Konrad

WinfriedW
26.06.2008, 21:01
... Aber an so einen Hokus Pokus glaubt ihr ja nicht.Wohl wahr! (http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/02/Essay_Lambeck)

Mich würden eher deine Kreatinin-Werte interessieren.

WW

HansiB
27.06.2008, 10:41
Hallo Winfried,

ich lebe gut mit meinem Hokus Pokus und sonstigem Firlefanz.

Mein Kreatininwert am 8.10.07 0.98 am 21.11.07 0,65 am 24.4.08 0.81 mg/dl (< 1.3).
Mein AP ist bei 55 U/l. Mein LDH bei 185 U/l, CRP < 1,0, Blutzucker 96. Meine HP und ich sind zufrieden, alles mit Hokus Pokus. Ich kenne Werte von Hochtherapierten da graust es mir, noch lange nicht so lange dabei, mit viel bescheideneren aPCa.

Gruß Konrad

Anonymous1
27.06.2008, 12:58
Ich kenne Werte von Hochtherapierten da graust es mir, noch lange nicht so lange dabei, mit viel bescheideneren aPCa.


Hallo Konrad,

Du hast mit ca. 800 PSA angefangen, Deine Erkenntnisse zu sammeln. Bei diesen Anfangsbedingungen war nicht viel mit "Hochtherapie". So bist Du zwangsläufig zur Hormontherapie gekommen und hast Dich seitdem wacker geschlagen. Das wünsche ich Dir mit fest gedrückten Daumen weiterhin!

Aber: Man sollten jedem, bei dem eine "Hochtherapie" noch erfolgsversprechend ist, die Durchführung dazu zugestehen. Und man sollte denjenigen auch zur Therapie ermuntern, wenn es denn seine eigene Absicht auch ist, therapieren zu lassen. Und so sollte man auch jedem einräumen, wenn er das so möchte, sich nicht oder völlig anders therapieren zu lassen. Der Prostatakrebs ist eine sehr persönliche Angelegenheit, das habe ich gelernt inzwischen. Ich kann mir gut vorstellen, dass mit Deinem Anfangsbefund und Deiner Therapie viele andere Männer möglicherweise einen viel schlechteren Verlauf gehabt hätten.

Gruß Dieter