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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HB noch anzuwenden?



dietmar
04.08.2008, 15:28
Bitte um Aufklärung:
Was bedeutet ein "schlecht differenzierter Tumor"?
Ist dieser hormontaub oder nur hormonsensibel?

Danke,
dietmar
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HansiB
04.08.2008, 17:34
Lieber Dietmar,

mein Stanzmaterial war Ende 2004 "-ausgedhnte Anteile eines wenig differenzierten Kribriform und nur gering glandulär wachsenden Carcinoms mit Ausdehnung auf das miterfasste Fettgewebe" aus nur 3 Stanzen.

Das war einmal vor einigen Jahren mit "nur" einem GS 4+4 = 8, damals X-Ploid, mitlerweile ist der Primärtumor multiploid, aber bei ruhenden Metastasen. Aber der Patient ist top fit, auch das ist wichtig.

Mein PSA stieg nach 8,5 Monaten 2 HB wieder an, nach einem Nadir von nur 1,12.

Gruß Konrad

Anonymous1
04.08.2008, 18:02
Bitte um Aufklärung:
Was bedeutet ein "schlecht differenzierter Tumor"?
Ist dieser hormontaub oder nur hormonsensibel?

Danke,
dietmar


Hallo Dietmar,

je mehr ein Tumor "schlecht differenziert" ist, desto mehr hat sich das Gewebe in seiner Struktur vom normalen, gesunden Zustand hin zum bösartigeren, schlechteren Zustand entwickelt.


Die Malignität (Bösartigkeit) des Prostatakarzinoms hängt vom Tumor-Typ ab und davon, wie stark sich Gewebearchitektur und Zellen vom normalen Ursprungsgewebe in der Prostata unterscheiden: Bei geringen Abweichungen spricht man von einem hoch differenzierten (= wenig entdifferenzierten) Tumor, bei starken Abweichungen von einem stark entdifferenzierten (= schlecht differenzierten) Tumor. Und die Malignität des Tumors steigt mit seiner Entdifferenzierung. Diese zeigt sich an unregelmäßigen Zellen und einem ungeordneten Wachstumsmuster (z.B. kribriform = siebförmig). Mikroskopisch und mit verschiedenen Spezialverfahren lassen sich somit zahlreiche Unterformen des Prostatakarzinoms voneinander abgrenzen.Trotzdem wird in den meisten Fällen der Tumor auf Hormon-Therapie ansprechen und der PSA-Wert absinken, - so wie bei Dir. Solange das passiert, ist der Tumor hormonsensibel, aber leider funktioniert diese hormonelle Behandlung nur für begenzte Dauer.

Gruß Dieter

Heribert
04.08.2008, 18:46
Hallo Dietmar, noch eine Ergänzung zu Dieters treffender Darstellung.


Trotzdem wird in den meisten Fällen der Tumor auf Hormon-Therapie ansprechen und der PSA-Wert absinken, - so wie bei Dir. Solange das passiert, ist der Tumor hormonsensibel, aber leider funktioniert diese hormonelle Behandlung nur für begenzte Dauer.

Warum das so ist, kannst Du bei Prof. Bonkhoff (http://www.prostapath.org/deutsch/d-ef-NeDifferenzierung.html)nachlesen. Einige Wissenschaftler sehen sogar eine Gefahr darin, die Hormonblockade durchzuführen bis das PSA wieder ansteigt, weil angenommen wird, dass die noch hormonsensiblen Tumorzellen, lediglich Platz machen für die hormontauben, viel aggressiveren Zellen.
Es ist also richtig von Dir, Dich jetzt nach alternativen zur HB umzuschauen.

Gruß Heribert

dietmar
04.08.2008, 19:59
Hallo lieber Heribert,

welche wären das?
Um viele Ratschläge, auch von anderen Lesern, wird gebeten.

dietmar

Urologe
09.08.2008, 18:09
Hallo Dietmar,

Gleason 10 Tumore sollten immer mit HB3 behandelt werden, weil sie sehr schnell hormontaub werden und dazu sollte frühzeitig, ggf. begleitend eine niedrig dosierte Chemotherapie erwogen werden.
In der Kombination kann ein frühzeitiges taubwerden verzögert werden.

eine HB1 ist absolut ungenügend.

Gruss
fs