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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Contergan - vom Schlafmittel zum Krebsmedikament



Harro
07.08.2008, 10:03
Text gelöscht

WernerS
08.08.2008, 16:32
Hallo Harald,

ich habe dazu etwas im ehemaligen Forum gefunden. Der Artikel steht unter Nr. 9898552:



Re: Nochmal Thalidomit , RalfD, 26.03.06, 15:32
Liebe Mitstreiter,

das englische Abstract der Studie ist sicher etwas schwerverdauliche Kost, darum hier die Übersetzung:

"Thalidomid regelt die Sekretion von prostataspezifischem Antigen aus LNCaP-Zellen hoch
Dixon SC, Kruger EA, Bauer KS, Figg WD.
Medicine Branch, Division of Clinical Sciences, National Cancer Institute, National Institutes of Health, Bethesda, MD 20892, USA.
Es wurde gezeigt, dass Thalidomid in vitro und in vivo spezies- und stoffwechselabhängige antiangiogene Aktivität hat, was darauf hindeutet, dass es ein Potezial beim Behandeln Angiogenese-abhängiger Erkrankungen wie solider Tumore hat. Ausgehend von vielversprechenden vorklinischen Studien sind jetzt mit Thalidomid klinische Phase-II-Studien bei Prostata-, Gehirn- und Brustkrebs und dem Karposi-Sarkom aufgenommen worden. Allerdings ist der antiangiogene Wirkungsmechanismus weitgehend ungelöst, ebenso wie seine Wirkungsweise bei der Tumor-assoziierten Gen-Expression, Zytokin-Sekretion usw. Wir haben die Wirkung von Thalidomid untersucht bei: 1) der Sekretion von prostata-spezifischem Antigen (PSA) bei menschlichen hormonabhängigen Prostatakrebs-Zelllinien, 2) dem Wachstum und der Lebensfähigkeit menschlicher Prostatazellen und 3) differenziellen Gen-Expressionsprofilen von mit Thalidomid behandelten menschlichen Prostatazellen gegenüber unbehandelten Zellen. Eine menschliche androgenabhängige Prostatakarzinom-Zelllinie (LNCaP) und eine menschliche androgenunabhängige Prostatakarzinom-Zelllinie (PC-3) wurden fünf bis sechs Tage lang mit Thalidomid 0,6, 6 bzw. 60 µg/ml inkubiert. Das von den LNCaP-Zellen sekretierte PSA wurde mit einem kommerziellen enzymatischen Immuno-Assay gemessen. Die Lebensfähigkeit von sowohl LNCaP- als auch PC-3-Zellen wurde mit denselben Thalidomid-Konzentrationen untersucht. Ferner wurde die differenzielle Gen-Expression von mit Thalidomid behandelten LNCaP-Zellen mit derjenigen unbehandelter Zellen verglichen, wobei ein kommerzielles cDNA-Expressions-Array für Humankrebs verwendet wurde. Thalidomid zeigte im Vergleich mit unbehandelten Vergleichszellen eine zytostatische Wirkung bei LNCaP-Zellen, aber keine nennenswerte Wirkung bei der Lebensfähigkeit von PC-3-Zellen. Ein Vergleich von Arrays zur cDNA-Expression, die mit thalidomidbehandelten LNCaP-cDNA-Proben gekreuzt worden waren, deutete darauf hin, dass Thalidomid die Expression von Genen, d. h. Vitronectin, die an der Angiogenese beteiligt sind, herauf- oder herunterregulieren kann, aber diese differenziellen Wirkungen erfordern weitere Überprüfung. Thalidomid hat über eine Dosierungsbandbreite an LNCaP-Zellen in vitro eine nichttoxische, zytostatische Wirkung und eine signifikante PSA-Sekretion der Zelle gezeigt. Darüberhinaus deuten erste Daten von cDNA-Nukleinsäure-Arrays von mit Thalidomid behandelten LNCaP-Zellen darauf hin, dass Thalidomid ein potenzielles angiogenes Modulatorprotein, das Vorprodukt zu Vitronectin, hochreguliert, was letzten Endes eine Verbindung zwischen der antiangiogene Aktivität von Thalidomid und der Modulation angiogener vaskulärer Integrin-Signalwege herstellen könnte."

Das ist allerdings immer noch etwas schwere Kost.

Ralf


Habe ich bisher Thalidomid umsonst geschluckt ? Da das Medikament in meinen Medikamentenmix eingebunden war und ist, kann ich über die Wirkung nichts aussagen. Aber: Zu Beginn der Einnahme war ich schon hormonrefraktär.

Im Zuge einer Therapieveränderung, die ich vor kurzem vorgenommen habe, werde ich Thalidomid absetzen.

Gruß
WernerS