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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Proskar/Avodart: PSA bei RPE'lern



Klaus (A)
06.07.2006, 17:00
Hallo Freunde,

aus gegebenem Anlass möchte ich noch einmal eine Frage ansprechen, die schon einmal im alten Forum gestellt wurde aber die nach meinen Erinnerungen nie so richtig beantwortet worden ist (obwohl sie eigentlich für die Gruppe der Operierten, die nach einem PSA Anstieg eine ADT3 mit anschliessender Proskar/Avodart Erhaltungstherapie von grossem Interese sein müsste).

Es ist bekannt, dass bei DHB'lern, die nach Abschluss der DHB eine Proskar/Avodart Erhaltungstherapie machen, die gemessenen PSA Werte verdoppelt werden müssen, um in etwa die wahren PSA Werte zu erhalten.

Die Frage lautet nun:
Ist das auch für Totaloperierte gültig oder entspricht hier bei Einnahme von Proskar/Avodart (z.B. nach ADT3 oder wenn jemand nach OP noch nie eine hormonelle Behandlung hatte und NUR Proskar/Avodart einnimmt) der gemessene PSA Wert dem "wahren" PSA Wert?

Wäre an einer Klärung dieser Frage sehr interessiert. Vielleicht hat jemand hierüber Erkenntnisse?

mathias60
03.04.2009, 19:48
Hallo,
könnte jemand diese alte Frage von Klaus (A) beantworten. Die Antwort wäre für mich im Moment von einiger Bedeutung.

Vielen Dank
mathias60




Hallo Freunde,

aus gegebenem Anlass möchte ich noch einmal eine Frage ansprechen, die schon einmal im alten Forum gestellt wurde aber die nach meinen Erinnerungen nie so richtig beantwortet worden ist (obwohl sie eigentlich für die Gruppe der Operierten, die nach einem PSA Anstieg eine ADT3 mit anschliessender Proskar/Avodart Erhaltungstherapie von grossem Interese sein müsste).

Es ist bekannt, dass bei DHB'lern, die nach Abschluss der DHB eine Proskar/Avodart Erhaltungstherapie machen, die gemessenen PSA Werte verdoppelt werden müssen, um in etwa die wahren PSA Werte zu erhalten.

Die Frage lautet nun:
Ist das auch für Totaloperierte gültig oder entspricht hier bei Einnahme von Proskar/Avodart (z.B. nach ADT3 oder wenn jemand nach OP noch nie eine hormonelle Behandlung hatte und NUR Proskar/Avodart einnimmt) der gemessene PSA Wert dem "wahren" PSA Wert?

Wäre an einer Klärung dieser Frage sehr interessiert. Vielleicht hat jemand hierüber Erkenntnisse?

Helmut.2
03.04.2009, 20:13
Hallo Mathias60,

Die Frage lautet nun:
Ist das auch für Totaloperierte gültig oder entspricht hier bei Einnahme von Proskar/Avodart (z.B. nach ADT3 oder wenn jemand nach OP noch nie eine hormonelle Behandlung hatte und NUR Proskar/Avodart einnimmt) der gemessene PSA Wert dem "wahren" PSA Wert?Wenn Du mal in mein Profil schaust, dann kannst Du beim umstellen im Jahr 2004 von Proscar auf Avodart ein kleines abfallen des PSA erkennen aber den PSA-Wert deshalb zu Verdoppeln um einen regulären Wert zu erhalten dürfte meines Erachtens der Multiplikand nicht 2 sondern eher 1,6 - 1,8 liegen! Es ist gleichgültig ob DHB, Prostatektomiert oder ST = Strahlentherapie und was noch wichtig ist, Jeder ist individuell und kann mit Anderen daher nicht verglichen werden!

Mach es Gut, Helmut

Pinguin
04.04.2009, 16:13
Einfluss von Avodart (Dutasterid) oder Proscar (Finasterid)

Hallo Mathias 60, vorab sollte man wissen, wofür man die obigen Medikamente, die beide vorrangig als 5-alpha-Reduktasehemmer, also zur Minimierung der Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron eingesetzt werden, wirklich benötigt. Für das erste Medikament dieser Link. (http://www.prostata-info.de/fb.435.0.html) Auch für Proscar ein Hinweis. (http://medikamente.onmeda.de/Medikament/PROSCAR++5+mg+Filmtabletten/med_wirk-medikament-10.html)

Da Testosteron zu etwa 5 % auch in den Nebennieren produziert wird und andererseits Dihydrotestosteron auch im Gewebebereich außerhalb der Prostata entsteht, kann die Unterdrückung durch eben die beiden Reduktasehemmer sinnvoll sein, weil Dihydrotestosteron für die Metastasenbildung mit verantwortlich ist. Die Beeinflussung der PSA-Werte dürfte minimal bei diesen beiden Medikamenten voneinander abweichen. Die von Helmut angegebenen Werte kann man wohl so annehmen. Es gibt übrigens etliche Forumsbenutzer, die besonders Avodart täglich einnehmen, um vor allem den Testosteronwert im günstigen und gleichmäßigen Bereich zu halten. Die Beeinträchtigung der Libido soll erträglich sein. Ich selbst habe nach DHB auch bis zur IMRT täglich Proscar eingenommen. Es gibt auch Forumsfreunde, die täglich, also morgens und abends je 1 x Avodart einsetzen. Bitte, gib uns einen Hinweis, warum dieses Medikament für Dich im Moment von Bedeutung ist.

Klaus (A)
04.04.2009, 17:47
Hallo Mathias60,
Wenn Du mal in mein Profil schaust, dann kannst Du beim umstellen im Jahr 2004 von Proscar auf Avodart ein kleines abfallen des PSA erkennen aber den PSA-Wert deshalb zu Verdoppeln um einen regulären Wert zu erhalten dürfte meines Erachtens der Multiplikand nicht 2 sondern eher 1,6 - 1,8 liegen! Es ist gleichgültig ob DHB, Prostatektomiert oder ST = Strahlentherapie und was noch wichtig ist, Jeder ist individuell und kann mit Anderen daher nicht verglichen werden!


Hallo Helmut,

Multiplikant 1,6 - 1,8 ..... das ist doch reine Spekulation.

In der vielen Literatur, die ich gefunden habe, wird sich bezüglich der Verdoppelung des gemessenen PSA Wertes unter Avodart/Proskar Einnahme meistens nur auf die Behandlung von BPH Patienten bezogen, aber zumindest basieren diese Untersuchungen IMMER auf Patienten, die noch alle ihre Prostata haben !
Wie bekannt, reduzieren die Alpha-Reduktasehemmer das Volumen der (vergrößerten) Prostata. Bei reduziertem Volumen wird logischerweise auch das PSA reduziert.

Ganz anders ist es doch offensichtlich bei Operierten, die keine Prostata mehr haben!
Ich hatte auf die von mir vor langer Zeit die aufgeworfene Frage eigentlich nie eine gut begründete Antwort erhalten.
Ich selbst bin der Meinung, dass bei RPE'lern durch Avodart/Proscar die gemessenen PSA Werte nicht verdoppelt werden sollten.

Die Frage ist wirklich von Interesse, ein Beispiel:
PSA steigt Jahre nach OP an; jemand beginnt z.B. bei PSA von 3.0 eine ADT3. Nach längerer ADT3 Pause (wobei weiter in der Pause Avodart geschluckt wird) steigt PSA wieder an; der Betroffene will nächsten ADT3 Zyklus beginnen, wenn PSA wieder den Ursprungswert von 3.0 erreicht hat. Ist der Referenzwert jetzt 3.0 oder 1.5 (wegen Avodart)??

Klaus

Helmut.2
04.04.2009, 19:35
Lieber Klaus (A)

Multiplikant 1,6 - 1,8 ..... das ist doch reine Spekulation.Sind wir doch alle Spekulanten was unseren Krebs betrifft oder? Leider habe ich mein Buch "Ein Ratgeber zum Prostatakrebs" von Dr. Stephen B. Strum meinem Arzt ausgeliehen, damit Er weiß warum ich die DHB mit Abarelix (Plenaxis) + Casodex 50 mg + Avodart machen möchte und sie wird am 08.04.09 gestartet!
In der vielen Literatur, die ich gefunden habe, wird sich bezüglich der Verdoppelung des gemessenen PSA Wertes unter Avodart/Proskar Einnahme meistens nur auf die Behandlung von BPH Patienten bezogen, aber zumindest basieren diese Untersuchungen IMMER auf Patienten, die noch alle ihre Prostata haben !Du wirst wohl lange in der Literatur suchen müssen, daß normalerweise nicht Prostatektomierte Männer Proscar oder Avodart einnehmen, das kennt man nur bei der DHB und danach als Erhaltungstherapie, was eigentlich nicht ganz so stimmt!
wenn PSA wieder den Ursprungswert von 3.0 erreicht hat. Ist der Referenzwert jetzt 3.0 oder 1.5 (wegen Avodart)??Ursprungswert PSA 3,0 ng/ml x 1,5 (Multiplikand) =4,5 ng/ml. Natürlich, kann ich es Dir nicht beweisen und wie oft wurde darüber schon im 1. , 2. jetzt hier im 3. Forum geschrieben und heiß darüber spekuliert!

Wie hieß der Slogan von Uwe Peters "Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Alles Gute für Dich,
Helmut

hartmuth
04.04.2009, 23:19
Hallo Klaus,
wenn ich Dr. Strums Ausführungen zu seinen Studien zur IADT (im von Helmut erwähnten Buch) richtig verstanden habe, so macht er bei der Beurteilung der Frage, bei welchem PSA-Stand PSA-Rezidiv-Patienten die ADT wieder aufnehmen sollten, keinen Unterschied zwischen ektomierten und nichtektomierten Patienten: Bei ADT2-Patienten war sein Kriterium 5,0 ng/ml, bei ADT3-Patienten 2,5 ng/ml (siehe S. 144ff).
Der biologische Begründungszusammenhang für die Halbierung der PSA-Werte unter Finasterid würde mich auch interessieren. Mir scheint jedoch, viele Patienten erfahren diese Halbierung gar nicht bzw in weniger starkem Ausmaß.
So ist bei mir, als ich als PADT-Patient mit 2 Monaten Verzögerung ein Finasterid zusätzlich einnahm, der PSA nicht etwa rascher gefallen, sondern das Gegenteil trat ein: Da die Verstoffwechslung von Testosteron zu DHT unterdrückt wurde, "staute" sich das Testosteron, stieg über 4 Monate wieder leicht an und der PSA-Rückgang verlangsamte sich. Die PSA-Verlaufskurve machte einen leichten Knick "nach oben" statt wie eigentlich zu erwarten "nach unten". Wieviel PSA-Reduktion das Finasterid bei mir tatsächlich bewirkt, vermag ich nicht zu beurteilen, da mir die Einflußgrößen nicht bekannt sind. Inzwischen habe ich von Finamed auf Avodart gewechselt.

Grüße von Hartmut

meni.li.
05.04.2009, 01:04
Hallo liebe Forumteilnehmer !
Bin operiert!
Habe Proscar und Avodart 2008 ausprobiert, keines der beiden Mittel hatte irgendeinen Einfluß auf meinen PSA Verlauf.
Und was hab ich mich verrückt gemacht weil mir mehrfach gesagt wurde:

" PSA unter Prosar oder Avodart ist immer doppelt so hoch"

Halbwertzeit laut Hersteller:
Proscar ca. 6 Std.
Avodart ca. 4-6 Wochen

Auf die Potenz hatte es einen negativen Einfluß.

Bin nicht der Meinung vorbeugend irgendetwas zu nehmen wenn keine Wirkung bewiesen ist.

Auch hatten sie überhaupt keinen Einfluß auf die Zellteilung meiner Metastase.

Positiv wirkte die Ernährungsumstellung und Stärkung des Imunsystems.


Gruß Klausi.

mathias60
05.04.2009, 10:36
@ Olav und alle

Avodart wurde mir verordnet, nachdem nach erfolgter RPE der PSA-Wert bei der ersten Messung nach Entlassung aus der Klinik bei 0,8 ng/ml lag. Die Überlegung war, zu erproben, ob vielleicht gutartiges Restgewebe stehengeblieben ist (Schnittränder tumorfrei) und auf die Einnahme von Avodart reagiert.
Der PSA-Wert sollte dabei engmaschig alle 14 Tage kontrolliert werden. Wenn das PSA stagniert oder steigt, war Bestrahlung mit begleitender Hormonbehandlung vorgesehen.
Resultat ist ein tendenziell fallender Wert bis auf 0,6 ng/ml am 24.03.
Der Urologe sprach von vorläufiger Entwarnung und Zeitgewinn bei regelmäßiger Kontrolle. Überlegungen meinerseits, eine Zweitbefundung durchführen zu lassen, bezeichnete er als nichtrelevant für die weitere Therapie. Bei Recherchen im Internet stieß ich auch auf Meinungen von Experten, daß Dutasterid evtl. auch zur Apoptose von Krebszellen führt. Das wurde natürlich als Alternative zu radikaleren Therapiemethoden von mir dankbar angenommen.

Natürlich machte ich mir Gedanken, was bei einer evtl. Bestrahlung eigentlich bestrahlt werden sollte. In diesem Zusammenhang konsultierte ich mehrere weitere Ärzte aller relevanten Fachrichtungen und erhielt fast genau so viele verschiedenen Meinungen zum weiteren Vorgehen. Danach tendierte ich auch durch ausgesprochene Empfehlungen in diesem Forum zu einer PET/CT. Da hierfür nach Expertenmeinung ein PSA-Wert von 1,5 - 2,0 ng/ml für fundierte Aussagen notwendig ist, war ich wieder bei der Wirkung von Avodart angelangt. Habe ich jetzt einen PSA-Wert von 0,6 oder 1,2 ng/ml?

Als Alternative zur PET/CT wurde mir eine neue Methode der MRT, die sich Ganzkörper-Diffussionsbildgebung (DWIBS) nennt und bei der der PSA-Wert keine Rolle spielt, empfohlen. Diese ließ ich dann in der Caritas Klinik Saarbrücken durchführen, wobei auf Empfehlung des zuständigen Professors 2 Tage vorher eine Becken-CT gemacht wurde.

Die DWIBS blieb ohne Befund, bei der Becken-CT wurde ein entzündeter Lymphknoten von 16 mm endeckt. Daraufhin konsultierte ich meinen Operateur, der eine Entfernung dieses und weiterer Lymphknoten vorschlug, dem ich auch zustimmte. Am Tag der Klinikaufnahme schlug er mir überraschenderweise vor, vor der Operation eine PET/CT (DWIBS kannte er nicht)zur weiteren Diagnostik machen zu lassen. Ich sollte mir das überlegen, er wäre aber auch bereit, mich ohne zu operieren.

Fragen die sich mir stellen:

1. Habe ich bis jetzt Zeit versäumt mit der Einnahme von Avodart und Beobachtung des PSA-Verlaufs?

2. Kann ich es mir leisten, bis zum Anstieg des PSA-Wertes auf 2,0 ng/ml weitere Zeit verstreichen zu lassen?

3. Was ist mein realer PSA-Wert?

MfG
mathias60

Pinguin
05.04.2009, 14:35
Hallo mathias60, bitte lies vorab den Link aus diesem (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showpost.php?p=30672&postcount=14) Beitrag.

Aus meinen Aufzeichnungen, die ich unter dem Titel "Mein Leben mit Prostatakrebs" erfasst habe, folgender Auszug unter Beachtung, dass ich nach DHB nur noch Proscar eingesetzt habe:

13. September 2006 PSA 5.10 ng/ml Testo 3.80 µg/l

21. September 2006 PSA 6.03 ng/ml Testo 4.92 µg/l

(hier muss erwähnt werden, dass der Urologe spätabends am 18.September 2006 DRU + TRUS durchgeführt hatte und sein Labor die Werte ermittelte = alle anderen Werte immer in meinem Stammlabor)

19. Oktober 2006 PSA 7.79 ng/ml Testo 6.87 µg/l

(hier habe ich entsprechend Empfehlung Dr. Strum mal vom 21.9.2006 bis zum 19.10.2006 täglich 2 x Proscar eingenommen)

Es stieg also sowohl PSA als auch Testosteron an. Die Erklärung hierfür hat Hartmut schon in etwa angedeutet.

Nun lies bitte auch noch den Link Text aus diesem (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showpost.php?p=30673&postcount=15) Beitrag von Ralf.


Fragen die sich mir stellen:

1. Habe ich bis jetzt Zeit versäumt mit der Einnahme von Avodart und Beobachtung des PSA-Verlaufs?

2. Kann ich es mir leisten, bis zum Anstieg des PSA-Wertes auf 2,0 ng/ml weitere Zeit verstreichen zu lassen?

3. Was ist mein realer PSA-Wert?

MfG
mathias60

Deine obigen Fragen vermag ich als Betroffener und Nichtmediziner nur so zu beantworten: Frage 1. ein klares nein. Frage 2. Ich würde weiterhin Avodart bevorzugen und das PSA alle 4 Wochen überprüfen. Frage 3. Es ist wirklich nur Spekulation mit dem Multiplikator. Ich habe diese Verdoppelungsrechnerei nie berücksichtigt. Mein PSA war immerhin kurz vor der IMRT bei 8.86 ng/ml und hätte dann 17.72 sein müssen. Wer weiß es??
Es mag aus heutiger Sicht vermessen klingen, wenn ich Dir rate, trotz der inneren Unruhe und Ungewissheit ruhig Blut zu bewahren. Einen anderen Ratschlag habe ich aber auf Grund der Fakten nicht anzubieten. Ich hoffe, auch Du stehst das nervlich durch mit dem hierzu unbedingt notwendigen und nie versiegenden Optimismus.

Pinguin
05.04.2009, 16:13
Hallo mathias60, hier noch eine Ergänzung (http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/prostata/default.aspx?sid=354425) aus einer anderen Quelle, die schon die von Dr. Strum mit erwähnten Studienergebnisse über Finasterid (Proscar) beinhaltet. Schon in diesem (http://www.prostatakrebs-bps.de/extern/magazin/BPS_Magazin_02_2004.pdf)BPS-Magazin von 2004 ist berichtet worden über Proscar + Avodart.

Klaus (A)
05.04.2009, 16:58
Hallo mathias60, hier noch eine Ergänzung (http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/prostata/default.aspx?sid=354425) aus einer anderen Quelle, die schon die von Dr. Strum mit erwähnten Studienergebnisse über Finasterid (Proscar) beinhaltet. Schon in diesem (http://www.prostatakrebs-bps.de/extern/magazin/BPS_Magazin_02_2004.pdf)BPS-Magazin von 2004 ist berichtet worden über Proscar + Avodart.

Hallo,

danke für die Quelle "Ergänzung" !!

Hier steht nämlich die Antwort:

"Finasterid senkt jedoch nicht die PSA-Produktion von malignem Gewebe. Steigt der PSA-Wert aufgrund eines malignen Tumors, so gilt die Regel nicht mehr, daß Finasterid den Wert halbiert. "

Da bei einem Prostatektomierten PSA NUR von malignem Gewebe produziert wird (wenn man von dem relativ seltenen Fall einmal absieht, dass gutartiges Gewebe zurück geblieben ist), ist also meine Annahme richtig:
Bei einem RPE'ler ist bei der Einnahme von Proskar/Avodart (Erhaltungstherapie) während ADT3 Pause der gemessene PSA Wert NICHT ZU VERDOPPELN !!

Klaus

mathias60
05.04.2009, 17:36
Hallo olav,

vielen Dank für Deine Antwort und die Links.
Was ich unter Berücksichtigung der vielen mir unbekannten Begriffe in diesen Artikeln herauslese, ist die Meinung der beteiligten Autoren, daß bei der Anwendung von Finasterid und besonders Dutasterid Krebszellen zerstört werden. Es ist zwar vorwiegend von BPH und Prävention die Rede, aber ich hoffe das das auch für RPE zutrifft. Dann würde mein Urologe also gar nicht so falsch liegen.

Gruß
mathias60

PS: Habe das mit der "Ergänzung" jetzt erst gelesen.damit wäre dann zumindest das mit dem PSA-Wert geklärt.

Pinguin
05.04.2009, 20:19
Hallo Klaus, zugegebenermaßen war ich selbst an der Beantwortung der von Dir schon im Jahre 2006 ohne Ergebnis gestellten und von mathias60 wieder aktivierten Frage interessiert. Eine gewisse Hartnäckigkeit zahlt sich immer aus. Tatsächlich schwebt mir schon seit einiger Zeit vor, trotz meines jetzigen PSA-Wertes von 0.25 ng/ml in absehbarer wieder mit der Einnahme eines Reduktasehemmers wegen DHT zu starten. Der letzte DHT-Wert (September 2008) lag bei 265 ng/l (Referenz 250-1000). Im Mai 2008 (also 1 Jahr nach IMRT) hatte ich allerdings noch einen Wert von 694 ng/l. Bei Auftreten eines Rezidiv ist ohnehin von mir geplant, sofort wieder mit Casodex (aber nur 50 mg täglich) + Avodart gegenzusteuern. Man darf sich nie sicher wähnen, aber trotzdem Gelassenheit bewahren.

hartmuth
05.04.2009, 22:50
"Finasterid senkt jedoch nicht die PSA-Produktion von malignem Gewebe. Steigt der PSA-Wert aufgrund eines malignen Tumors, so gilt die Regel nicht mehr, daß Finasterid den Wert halbiert. "

Mir scheint dies eine plausible Erklärung, die auch meinen PSA-Verlauf nach Einnahme eines Finasterids erhellt. Danke dem Lieferant der Quelle!

Wenn obige These richtig ist, sind die PSA-Verläufe vieler PADT/DHB-Patienten aus meiner Sicht neu zu bewerten: Der einem Rezidiv geschuldete PSA-Anteil darf nicht einfach verdoppelt werden, um zur vermeintlich "realen" PSA-Größe zu kommen. Und dieser Anteil ist jener, der über den altersbedingten, verdoppelten Wert hinausgeht.

Olav schreibt:

Mein PSA war immerhin kurz vor der IMRT bei 8.86 ng/ml und hätte dann 17.72 sein müssen.
Genau dieses gilt demnach nicht mehr, und auch Dr. Strum müßte seine Aussagen relativieren bzw.präzisieren.

Grüße Hartmut

mathias60
06.04.2009, 10:59
Hier noch eine Dissertation zu diesem Thema

http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=983734283&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=983734283.pdf

Gruß mathias60

Klaus (A)
06.04.2009, 17:55
Genau dieses gilt demnach nicht mehr, und auch Dr. Strum müßte seine Aussagen relativieren bzw.präzisieren.


Hatte vor etwa 3 Jahren mit Dr. Strum E-Mail Kontakt bez. der PSA Verdoppelungsfrage bei RPE'lern.
Er hatte mir damals bestätigt, dass seine Beschreibung der PSA Verdopplung in seinem Buch sich NUR auf die Nicht-Operierten bezieht.
In dem Abschnitt, in dem er über die besonders guten Ergebnisse der ADT3 bei RPE'lern berichtet, spricht er überhaupt nicht über die PSA Verdopplung während Proskar/Avodart Erhaltungstherapie.
Damals meinte er nur, dass es diesbezüglich noch keine Erkenntnisse gibt aber dass er überzeugt, dass die PSA Verdopplung bei RPE'lern nicht anzuwenden ist.

Klaus

Klaus (A)
06.04.2009, 18:08
Hallo Klaus, zugegebenermaßen war ich selbst an der Beantwortung der von Dir schon im Jahre 2006 ohne Ergebnis gestellten und von mathias60 wieder aktivierten Frage interessiert. Eine gewisse Hartnäckigkeit zahlt sich immer aus. Tatsächlich schwebt mir schon seit einiger Zeit vor, trotz meines jetzigen PSA-Wertes von 0.25 ng/ml in absehbarer wieder mit der Einnahme eines Reduktasehemmers wegen DHT zu starten. Der letzte DHT-Wert (September 2008) lag bei 265 ng/l (Referenz 250-1000). Im Mai 2008 (also 1 Jahr nach IMRT) hatte ich allerdings noch einen Wert von 694 ng/l. Bei Auftreten eines Rezidiv ist ohnehin von mir geplant, sofort wieder mit Casodex (aber nur 50 mg täglich) + Avodart gegenzusteuern. Man darf sich nie sicher wähnen, aber trotzdem Gelassenheit bewahren.


Olav,

habe die Messung von DHT lange mit meinem Arzt diskutiert; klar, DHT fällt ab, wenn man die Alpha-Reduktase-Hemmer schluckt. Aber man sollte sich immer in Erinnerung rufen, dass man ja das DHT im Blutserum misst während für die PK Wirkung die DHT Konzentration in der PK ZELLE massgebend ist. Insofern sollte man vielleicht nicht zu stark auf die Grenzwerte schielen.

Übrigens hatte ich auch einmal vor Jahren nur Avodart für einige Monate geschluckt. Auswirkungen auf mein PSA waren nicht festzustellen.

Klaus

hartmuth
06.04.2009, 20:10
Danke, Klaus, für die klärenden Zeilen Dr. Strums Studien betreffend.

Man darf davon ausgehen, das ein 5-Alpha-Reduktase-Hemmer in der Regel das DHT reduziert. Nur wenige werden dies jedoch messen lassen. Aus meiner Sicht sollte man dies jedoch tun, um die Wirksamkeit des Medikamentes zu verifizieren. Hier gilt dasselbe wie bei der Testosteronmessung.

Wen es interessiert: Meine DHT-Werte im Serum bewegten sich seit Einnahme von Finamed (ein Finasterid) um die 20 ng/l. Seit ich im Oktober 2008 auf Avodart gewechselt habe, ging der Wert sukzessive auf 10 ng/l (März 2009) zurück. Wenn man von einem Idealwert von < 0,2 ng/ml beim Testosteron unter Androgendeprivation ausgeht und ferner die Annahme einer 10fach höheren Wachstumsstimulierung von DHT zugrundelegt, müßte der Idealwert für DHT bei Anwendung von 5-alpha-Reduktase-Inhibitoren bei < 0,02 ng/i = 20 ng/l liegen. Insofern "passen" meine 10 ng/l.
Freilich, wie die Werte in der Prostata aussehen, steht auf einem anderen Blatt. Gute Serumswerte sind aber auch gute Voraussetzungen für gute Androgendeprivation in der Prostata.

Grüße Hartmut