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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Androgenrezeptor, doppelte Rolle



RuStra
23.08.2008, 12:30
Ein Artikel in ScienceDaily, hier (http://www.promann-hamburg.de/Texte/HB/Resistenz/Sciencedaily-20080822.pdf)abgelegt, verweist auf interessante Arbeiten einer Gruppe von Forschern an der Rochester-Uni, um Dr.Chang:

Das ist wieder ein Schlag gegen die klassische Auffassung, dass die bösen Androgene schuld sind und dass man sie nur blocken müsse, um PK-Wachstum aufzuhalten:

"The androgen receptor acts differently in different cells in prostate tissue," said Chang. "It's always been assumed that blocking the
androgen receptor will stop all prostate cells from growing, but we have found that that's not the case."

"Der Androgenrezeptor wirkt in den verschiedenen Prostata-Zellschichten unterschiedlich", sagte Chang.
"Es ist immer angenommen worden, dass durch Blockung des Androgenrezeptors PK-Wachstum gestoppt wird, aber wir haben herausgefunden, dass das nicht der Fall ist."


Androgenrezeptoren haben im Stroma (Bindegewebe) eine wachstumsfördernde und in der Basalzellschicht der Epithelzellen eine tumorunterdrückende Wirkung.

AR-Blockung bewirkt also auf der einen Seite ein Stoppen des Wachstumsimpulses aus dem Stroma heraus, aber auf der anderen Seite durch die Blockung der auf Hemmung angelegten Wirkung des AR im Epithelgewebe eine Lockerung der Wachstumsbremse.
Nicht gut.

Nun dürfte vielleicht bei dem einen oder der anderen das Interesse etwas mehr geweckt sein, Bonkhoff und Reichle zusammen zu diskutieren, oder?

Cheers,
Rudolf

Klaus (A)
23.08.2008, 13:39
Hallo Rudolf,

ja, es ist z.ZT. viel im Gange in der Erforschung der molekularen Zusammenhänge, Rezeptoren..........

Wenn Du so enthusiastisch Auszüge aus dem Chang-bericht zitierst, dann solltest Du aber der Klarheit und Wahrheit wegen auch einen anderen sehr wichtigen Satz aus dem Bericht zitieren, der da lautet:

"The researchers stress that the results are based on laboratory studies and on findings in mice, and it's to soon to know yet wether the findings apply directly to prostate cancer in men".

In Deutsch:
"Die Forscher weisen daraufhin, dass die Ergebnisse auf Labor Untersuchungen an Mäusen basieren und dass es zu früh ist, daraus zu schliessen, dass die Ergebnisse direkt auf PK in Männern anwendbar sind."

Ich habe in den letzten Jahren schon von so vielen interessanten "Mäuse-Studien" gelesen, von denen man dann nie mehr etwas gehört hatte, dass mein Enthusiasmus bez. solcher Studien jetzt in Grenzen hält!!

Grüsse Klaus

RuStra
23.08.2008, 14:50
Ein Artikel in ScienceDaily, hier (http://www.promann-hamburg.de/Texte/HB/Resistenz/Sciencedaily-20080822.pdf)abgelegt, verweist auf interessante Arbeiten einer Gruppe von Forschern an der Rochester-Uni, um Dr.Chang



Bei der Suche nach Chang-Papieren finde ich einen Hinweis bei Bonkhoff und ein Papier aus 2007 im PubMed, das ich hier (http://www.promann-hamburg.de/Texte/HB/Rezeptor/Chang-epitARlack-2007.pdf) abgelegt habe.


Zitat daraus:

"A key signature of the adult normal prostate gland is the lack of proliferation even in the presence of growth stimulating androgens. This is in contrast to benign prostate hyperplasia and prostate cancer, in which epithelial cells acquire the ability to proliferate.

Here, we show two seminal findings in the area of cell biology.

First, we report in vivo and in situ that in mature prostatic epithelium, AR is critical for maintaining the differentiated phenotype and overall homeostasis of the gland.

Moreover, selective removal of AR signaling in luminal and basal epithelial cells stimulates mitogenesis of the otherwise growth quiescent adult prostate."


Ein charakteristisches Kennzeichen der erwachsenen normalen Prostata ist es, dass auch in Anwesenheit von wachstumsstimulierenden Androgenen eine Proliferation nicht stattfindet, im Gegensatzu zur benignen Prostatahyperplasie und zum Prostatakrebs, bei denen die Epithelzellen zur Proliferation übergehen.

Wir zeigen hier zwei grundlegende Ergebnisse der Zellbiolgie.

Zum einen zeigen wir in vivo und in situ, dass im reifen Prostataepithel der Androgenrezeptor für die Ausprägung der Zell-Differenzierung und die gesamte Drüsen-Hömöostase da ist.

Darüberhinaus zeigen wir, dass die Entferung des AR-Signalwegs in luminalen und basalen Epithelzellen die Mitogenese der ansonsten wachstumsneutralen Prostata bewirkt.



grüsse,
Rudolf

RuStra
11.10.2008, 19:30
Ich habe nun
die beiden Papiere der Chang-Gruppe von August diesen Jahres im Volltext.

Sollte sich jeder, der sich mit Androgenrezeptoren beschäftigt, diese blockieren will oder meint, mit Medikamenten deren angebliches Wachstums-Futter unterdrücken und dadurch den PK bekämpfen zu wollen, etwas genauer anschauen.

Einmal
Targeting the stromal androgen receptor in primary prostate tumors at earlier stages (file:///c:/RudolfKrebs/HH/PM/Texte/HB/Rezeptor/Chang-200808-StromaAR.pdf),
hier (http://www.promann-hamburg.de/Texte/HB/Rezeptor/Chang-200808-StromaAR.pdf) abelegt.

Zum anderen
Androgen receptor is a tumor suppressor and proliferator in prostate cancer (file:///c:/RudolfKrebs/HH/PM/Texte/HB/Rezeptor/Chang-200808.pdf)
hier (file:///c:/RudolfKrebs/HH/PM/Texte/HB/Rezeptor/Chang-200808.pdf) runterzuladen.

grüsse,
Rudolf

hartmuth
11.10.2008, 22:49
HAllo Rudolf,
danke für deine Links. KAnnst Du mal nachprüfen: Der zweite Link geht nicht zum Artikel. DAnke und Gruß Hartmut

RuStra
12.10.2008, 11:07
HAllo Rudolf,
danke für deine Links. KAnnst Du mal nachprüfen: Der zweite Link geht nicht zum Artikel. DAnke und Gruß Hartmut

bei mir schon.
das ganze ist auf der promann-Rezeptor-Seite:

http://www.promann-hamburg.de/Rezeptor.htm

falls es nicht klappt, kann ich Dir den Artikel per mail schicken ...