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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Brustwachstum (Gynäkomastie) durch Avodart?



RalfDm
12.09.2008, 23:17
Gestern Morgen erhielt ich den Anruf eines Mannes, dem sein Arzt gegen seine benigne Prostatahyperplasie Avodart verschrieben hatte (der Anrufer hat keinen PK). Der Patient las zunächst den Beipackzettel und nahm dann Abstand davon, eine Kapsel zu schlucken, denn dort stand unter "Nebenwirkungen":
"Häufig: ... Schwellung und/oder erhöhte schmerzhafte Druckempfindlichkeit der Brust (Gynäkomastie)".
Mir war nicht bekannt, dass dies ein ernsthaftes Problem mit der Einnahme von Avodart (ebenso Proscar bzw. Finasterid-Generika) wäre. Da der Anrufer im Internet in diesem Zusammenhang ein Zitat von Dr. Strum gefunden hatte, dass ich mal irgendwo wiedergegeben hatte ("Ich liebe Avodart") kam die Sprache auf diesen, und ich versprach dem Anrufer, bei Dr. Strum anzufragen, ob er bei seinen Patienten häufig Gynäkomastie als Folge der Einnahme von Avodart beobachte.
Nachmittags hatte ich die Antwort von Dr. Strum, die sicher auch hier von Interesse sein dürfte:

"SS: The slight increase in testosterone seen by blocking DHT with a 5AR
inhibitor like proscar or avodart is not enough to cause gynecomastia.
Nevertheless, the patient needs to be aware of what his baseline breast
tissue looks like and if there is any change over time then to check
estradiol levels and start on an aromatase inhibitor like Arimidex 1mg 2-3
times per week. I have not had to do this with any patient but you never
know.

Übersetzung:
Stephen Strum: Der leichte Testosteronanstieg, der beim Blockieren des DHT (Dihydrotestosterons) mit einem 5AR-Hemmer wie Proscar oder Avodart beobachtet wird, reicht nicht aus, um eine Gynäkomastie zu verursachen. Trotzdem sollte der Patient sich merken, wie sein derzeitiges Brustgewebe aussieht, und falls dort sich über die Zeit eine Änderung zeigt, seinen Östradiolspiegel kontrollieren und anfangen einen Aromatase-Hemmer wie Arimidex 1 mg, zwei bis dreimal pro Woche, einzunehmen. Ich habe dies noch bei keinem Patienten machen müssen, aber man weiß ja nie."

Ralf