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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hildegard von Bingen



Ulrich
09.07.2006, 13:53
Wegen Differenzen mit der Forenadministration wurde der Beitrag von mir gelöscht.

Oskar CH
09.07.2006, 14:23
Hallo Ulrich

Es täte mich schon interessieren, was Du an einem einzelnen Tag so alles schluckst und einreibst um Deine Mitochondrien zu pflegen. Zu Deiner Frage nach der Hildegard-Medizin eine Antwort die ich auf: http://www.promed-ev.de/modules/wfsection/article.php?articleid=39 gefunden habe.

Gruss Oskar CH

Steckbrief Hildegard-Medizin

Benannt nach der Benediktiner-Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179), Urheberschaft nicht völlig geklärt. Ab den 1970ern verschiedene Autoren, vor allem Hertzka und Strehlow.


Grundideen:

- Die Natur halte Heilmittel gegen alle Krankheiten bereit, worunter pflanzliche, tierische und mineralische seien. Empfohlen wird besonders die "(Halb-)Edelsteintherapie", wonach die Steine in Wasser gelegt werden und dieses Wasser dann zugeführt wird.

- Eine richtige und maßvolle Ernährung sei sehr wichtig. Gewürzen und Kräutern werden gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Besonders gesund seien Fenchel, Eßkastanie, Sellerie und unter den Getreiden der Dinkel.

- Fasten spielt eine große Rolle. Daneben werden Schröpfen, Aderlass, die Moxibustion (das Abbrennen von Kräutern direkt auf der Haut oder an einer Nadel, die in der Haut steckt) und verschiedene Wasseranwendungen empfohlen.

- Einhaltung ausreichender Ruhe und Besinnungszeiten

- Gebet und Meditation


Zu beachten:

- Die Zuordnung von pflanzlichen und anderen Zubereitungen zu Krankheiten ist willkürlich. Eine Heilwirkung ist nicht belegt.

- Die propagierte "Edelsteintherapie" (s. auch dort) entstammt magischen mittelalterlichen Vorstellungen. Eine behauptete "gesundheitsfördernde" "Energie-Übertragung" ist nicht nachweisbar.

- Eine besondere gesundheitsfördernde Wirkung von Dinkel, Sellerie, Fenchel und Eßkastanie jenseits des ernährungsphysiologischen Werts ist nicht belegt.

- Eine gesundheitsfördernder Wert von Schröpfen, Moxibustion und Aderlass ist nicht belegt. Schröpfen und Moxibustion können zu Hautschäden führen. Aderlass ist nur als Blutspende sinnvoll. Wasseranwendungen haben neben der subjektiven Steigerung des Wohlbefindens und einer vorübergehenden Durchblutungsförderung keinen belegten Nutzen.

- Längeres Fasten ohne ärztliche Aufsicht kann schädlich sein.

Fazit:

Die unter dem Begriff "Hildegard-Medizin" gesammelten medizinischen Verfahren, die auf mittelalterlichen und mystischen Vorstellungen beruhen, sind nicht geeignet, bei Krankheiten Besserungen jenseits eines Placebo-Effekts zu erzielen. Nicht definierte Präparate werden mit diesem Begriff belegt und gewinnbringend überteuert vertrieben. Bei ernsthaften Erkrankungen besteht die Gefahr einer Therapieverschleppung. Moxibustion und Schröpfen können Hautreizungen und -schäden hervorrufen ohne nachweislich eine gesundheitlich vorteilhafte Wirkung zu haben. Von einer Eigentherapie nach den Grundideen der "Hildegard-Medizin" ist bei Beschwerden ernsterer Natur dringend abzuraten.


Prädikat: Nicht zu empfehlen