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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wartezeit bis zur Behandlung



MartinaP
11.07.2006, 16:13
Hallo,
mein Name ist Martina und man hat bei meinem Vater (66J) Anfang Mai einen erhöhten PSA - Wert (etwas über 7) festgestellt. Daraufhin wurde Anfang Juni eine Biopsie vorgenommen, wo ein Karzinom festgestellt wurde(was er dann per Telefon erfahren hat). Dann wurde nochmals der PSA - Wert getestet, der dann aber schon bei über 20 lang. Danach ging es zum Knochensyntigram und Radiologen, und jetzt wartet er darauf das der behandelnde Urologe, mit dem er aber seit Beginn der Untersuchungen nur telefonisch Kontakt hatte, aus dem Urlaub zurückkehrt und er einen Termin zur Besprechung machen kann. Ist es denn normal das fast 3 Monate vergehen, bis eine Behandlung beginnt.
Ich kann leider keine näheren Angaben machen, das ich nicht mehr weiß.
Ich wäre dankbar, wenn der eine oder andere sich äußern würde, da ich diesen langen Zeitraum einfach nicht verstehen kann.
Mfg Martina

Michael A.
11.07.2006, 18:14
Hallo Martina,

Prostatakrebs wächst in der Regel sehr langsam,deshalb hat Dein Vater Zeit sich gründlich zu Informieren. Der schnelle PSA Anstieg nach der Biopsie kommt höchstwahrscheinlich von dieser selbst, man sollte schon ca 6 Wochen warten bis nach einer Biopsie der PSA Wert bestimmt wird. Wenn Du den Befund hast setz doch alle Werte ins Forum, (T Station Gleason score Prostata Volumen) dann bekommt Ihr bestimmt einige Ratschläge von den Provis hier im Forum.
Schau Dir doch bei: http://www.prostatakrebse.de/
Unter Texte Nr. 13 "Bei mir wurde Prostakrebs festgestellt- was nun? Von Ralf Rainer Damm an. Da ist alles Wichtige beschrieben.
Ich Wünsche Deinem Vater alle Gute.
Gruß Michael A.

Wafren
13.07.2006, 09:17
Hallo Martina,
keine Sorge wegen der Wartezeit. Ich bin 70 Jahre alt und meine Tochter heisst auch Martina. Im Okt. 05 wurde bei mir ein PSA 4,9 festgestellt. Auf Rat meines Urologen im Mai 06 Wiederholung des PSA Wertes. Nun wieder 4,91 ng/ml. Daraufhin erfolgte eine Biopsie. Ergebnis 18.05. Prostatakarzinom.
Tumor pT1c G2 (Gleason-score 3+3=6) Ich fiel in ein tiefes schwarzes Loch, aus dem ich mich langsam befreien konnte. (Stundenlang Erfahrungen u. Berichte im Forum gelesen.) Dann bekam ich einen Tipp eines Leidgenossen, der mir riet, mich in Hamburg UK Eppendorf operieren zulassen. Ich meldete mich sofort in der priv. Martiniklinik zur OP (Prostataentfernung) an. Das klappte auch. OP Termin 04.07.06 - Entlassung 07.07.06. Trage noch einen Katheter, der am 19.07. entfernt wird. Fühle mich seit gestern noch wohler; seitdem mir mitgeteilt wurde, dass der Tumor die Prostata nicht verlassen hat.
Also d.h. keine weitere Therapie. (Histologie: pT2c, N0, Gleason Grad 3+4)
Sollte das bei Deinem Vater ähnlich aussehen, dann würde ich zu dem Geschilderten raten!
Alles Gute für Deinen Vater,
LG Wafren

ruggero1
13.07.2006, 09:49
Hallo Martina,
wahrscheinlich kommt dein Vater nicht an die Stanzen der Biopsie heran, sonst könnte er bereits mit zusätzlichen Untersuchungen daran anfangen. Ich habe es als sehr hilfreich empfunden, eine DNA-Bildzytometrie in Auftrag gegeben zu haben, die praktisch nur diploide Zellkerne ergab. Ich habe daraufhin erst einmal von allen "normalen" Methoden wie OP und Bestrahlung Abstand genommen und werde ein Jahr lang versuchen, mit alternativen Methoden über die Runde zu kommen - aktives abwartendes Beobachten. Bisher ist mein PSA-Wert auch recht stabil (er ist im Vergleich zur Zeit vor der Biopsie sogar leicht zurück gegangen). Ich weiß nicht, wie dein Vater auf die Krebsnachricht reagiert hat, aber er hat sicherlich noch Zeit, sich mehr Informationen einzuholen und dann eine entsprechende Entscheidung zu fällen. Sollte er übrigens eine DNA-Zytometrie durchführen lassen, müsste dabei möglichst auch eine CGA-Bestimmung vorgenommen werden.
Alles Gute
Ruggero

PeterP
23.07.2006, 11:26
Hallo Martina,
diese lange Wartezeit ist naturlich ärgerlich. Auch wenn das PCA ein relativ langsames Ding ist, ist es nicht nötig, daß so lange n i c h t s passiert.
Auf den Urologen zu warten, macht auch nur bedingt Sinn, denn die sind meist nur auf die OP eingestellt und wollen meist auch gar keine weiteren Untersuchungen machen. Das ist traurig, man könnte auch sagen, eine frevelei, aber es ist leider so.
Also besser gleich handeln, zumal Du das sowieso selber in die Wege leiten mußt:
1. Die Biopsieproben sind in dem Labor aufbewahrt (konserviert) wo sie ausgewertet wurden. Dieses Labor hat auch den Befund geschrieben, der z.Zt. beim Uro in frieden ruht. Es müßte ausfindig zu machen sein, welches Labor das war. Dort bekommst Du auf Anruf ohne jede Probleme Deinen Befund auch persönlich mitgeteilt.
Auch der Hausarzt kann dies ohne weiteres erledigen.
2. Du kannst dann von D i r , bzw. Deinem Vater aus beim Labor weitere Tests anfordern (BCL-2, Gewebe-CGA, DNA-Zytologie, P27 etc. etc., je nach dem was aufgrund des Befundes u. U. sinnvoll ist. Diese Test sind im allg. selbst zu bezahlen, kosten aber rel. wenig (ca. 50 Euro pro Test, variiert von Labor zu Labor). Der Nutzen daraus kann aber von elementarer ! Bedeutung für die weitere Vorgehensweise sein, kann gravierende Fehlbehandlungen oder Monate unvollständiger Therapie ersparen. (Ich weiß, wovon ich rede!)
3. Anhand dieser Ergebnisse ist es dann allein Eure Entscheidung, wie Ihr weiter vorgeht. Aber dazu bietet das Forum sehr gute Unterstützung, die wirklich empfehlenswert ist.
Viel Glück für das weitere
Peter Pohlmann

Detlef
24.07.2006, 16:35
Hallo Wafren!
Ich habe Deinen Beitrag gelesen und freue mich das es Dir wieder gut geht. Könntest Du mir die genaue Adresse der Klinik mitteilen, ich wäre Dir sehr dankbar! Die besten Wünsche für die Zukunft, Detlef aus Burg!