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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwachpunkt des Forums/Forum schließen?



RalfDm
09.11.2008, 17:19
Im Zusammenhang mit Knuts Gedanken


Ich möchte deshalb dies zum Anlass nehmen, einen großen Schwachpunkt des Forums anzusprechen. Die hier nach der Diagnose Prostatakrebs Ratsuchenden wollen sich vergewissern, ob sie mit den Vorschlägen ihres Urologen auf dem richtigen Weg sind. Da sie neu im Forum sind, ist für sie jede Antwort gleichgewichtig. Sie können nicht unterscheiden zwischen den wertvollen Hinweisen eines RuStra oder LudwigS und den unbedeutenden von JoScho.
kam mir diese PN wieder in den Sinn, die ich vor einigen Wochen - genauer gesagt, am 16.10. - von einem Forumsmitglied erhielt:

"Ich Verfolge dieses Forum nun schon seit meiner Erkrankung .Anfangs sehr Interessiert,nach meiner OP nur noch Selten.Was ich aber Heute Abend hier Lesen musste hat mich Fassungslos gemacht.Es ist meine Ernste Überzeugung(und nicht nur meine, sondern auch Führende Ärzte auf diesem Gebiet sind der gleichen Meinung) das diese Forum von Rechtswegen geschlossen werden sollte.Die vielen selbst ernanten Fast Urologen/Onkologen haben mit ihren Darstellungen insbesondere den Neulingen gegenüber, den einen oder anderen an den Rand des Suizit Getrieben.Ich bitte Sie in Zunkunft Steuernd einzugreifen,und solche Menchen Permanent aus dem Forum zu Entfernen die erkennbar nicht wissen was Sie Dort für einen Ireperabelen Schaden Anrichten."

Nach einigem Nachdenken habe ich dem Benutzer wie folgt geantwortet:

"Hallo Herr xyz,

danke für Ihre Ausführungen. Sie müssten aber schon konkreter werden, welche Aussagen Sie gestern Abend so geschockt haben, ich kann nichts Außergewöhnliches erkennen.
Das gemeinsame Diskussionsforum von BPS und KISP zum Prostatakrebs ist ein Ort, wo Patienten untereinander Meinungen, Erfahrungen und Informationen austauschen können. Jedem Teilnehmer ist klar, dass er - bis auf drei oder vier Ausnahmen - nicht mit Ärzten korrespondiert, sondern mit medizinischen Laien und Patienten wie ihm selbst. Entsprechend sind im Forum getätigte Aussagen zu werten.
Es gibt genügend viele deutschsprachige Patienten-Arzt-Foren zum Prostatakrebs, wo ärztlicher Rat eingeholt werden kann, der sich aber in der Regel kaum von den Aussagen des jeweils behandelnden Arztes unterscheidet.
Dass freier Meinungsaustausch unter Patienten manchen Ärzten ein Dorn im Auge ist, überrascht nicht. Sie sind die Zustände von vor zehn und mehr Jahren gewohnt, als sie mit unangefochtener Autorität ihren Patienten sagen - besser gesagt vorschreiben - konnten, was diese zu tun und zu lassen hatten.
Wenn Sie das Forum schließen wollen, dann müssten Sie auch gleich die mittlerweile 190 dem BPS angehörenden Selbsthilfegruppen schließen, in denen ein Meinungsaustausch stattfindet, der sich - anders als das Forum - jeder öffentlichen und ärztlichen Beobachtung und Kontrolle entzieht.
Wir sind der Meinung, dass unser Forum eine wichtige Aufgabe erfüllt. Dies beweisen die in knapp 2 1/2 Jahren nunmehr fast 30.000 geschriebenen Beiträge, die sicher nicht allen Qualitätskriterien genügen mögen, aber doch oft Rat- und Informationssuchenden weiterhalfen.
Die Forumsbenutzer sind durchweg erwachsene Menschen in reiferem Alter und mit entsprechender Lebenserfahrung. Wir können wohl erwarten, dass sie die Spreu vom Weizen zu trennen vermögen.
Eine Zensur, wie von Ihnen angefordert, werden wir jedenfalls nur in extremen Fällen ausüben.

Beste Grüße und alles Gute,"

Ich möchte beide PNs hier zur Diskussion stellen.

Ralf

Heribert
09.11.2008, 18:44
Hallo Ralf

....
Sie können nicht unterscheiden zwischen den wertvollen Hinweisen eines RuStra oder LudwigS und den unbedeutenden von JoScho.

Ob es in diesem Fall angebracht war, solche Vergleiche aufzustellen, möchte ich nicht weiter kommentieren


"Ich Verfolge dieses Forum nun schon seit meiner Erkrankung .Anfangs sehr Interessiert,nach meiner OP nur noch Selten.Was ich aber Heute Abend hier Lesen musste hat mich Fassungslos gemacht.Es ist meine Ernste Überzeugung(und nicht nur meine, sondern auch Führende Ärzte auf diesem Gebiet sind der gleichen Meinung) das diese Forum von Rechtswegen geschlossen werden sollte.Die vielen selbst ernanten Fast Urologen/Onkologen haben mit ihren Darstellungen insbesondere den Neulingen gegenüber, den einen oder anderen an den Rand des Suizit Getrieben.Ich bitte Sie in Zunkunft Steuernd einzugreifen,und solche Menchen Permanent aus dem Forum zu Entfernen die erkennbar nicht wissen was Sie Dort für einen Ireperabelen Schaden Anrichten."

Zunächst handelt es sich um ein subjektives Empfinden eines Einzelnen, der möglicherweise wirklich mit den physiologisch/anatomischen Abläufen bei den unterschiedlichen Diagnostikverfahren und den daraus resultierenden Therapiemöglichkeiten überfordert ist. Die Rückschlüsse, die er daraus auf Neubetroffene projeziert stufe ich unter "starker Tobak" ein.

Ganz besonders in den letzten Tagen, wurde wieder deutlich, wie oft Neubetroffene von ihren Ärzten mit der Krebsdiagnose allein gelassen werden,
http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=4109
oder sehr einseitig beraten sind.
http://forum.prostatakrebs-bps.de/showpost.php?p=32110&postcount=31
Wie sonst ist es zu verstehen, dass sie sich Rat in Foren wie in diesem suchen? Es stellt sich deshalb auch nicht die Frage ob Antworten aus unseren Reihen immer kompetent und erschöpfend sein müssen, da der/die FragestellerIn entweder die Erfahrungen bei seinem Arzt bestätigt haben möchte, oder Quellen erfahren möchte umfassender informiert zu werden.

Wie der Einzelne diese Antworten verwertet und ggf. auf seine Situation bezieht bleibt ihm überlassen, da er im allgemeinen hier vielschichtige Informationen aus verschiedenen Sichtweisen Betroffener erhält. Deshalb kann ich, genau wie Du darin keine Gefahr erkennen.

Herzliche Grüße
Heribert

Schorschel
09.11.2008, 19:26
...ich vertrete schon die Auffassung, dass in diesem Forum, manche sich
zum Urologen machen wollen....

Das sehe ich nicht so. Vielmehr wird versucht, Mitbetroffene zu motivieren, sich zu informieren, damit sie bei ihren Theraieentscheidungen mitreden können statt nur relativ hilflos zuzuhören.

Auf einfache Fragen geht hier kaum jemand ein.

Das habe ich bislang eigentlich nicht beobachtet. Hast Du Beispiele dafür?


Hallo Heinz!

Siehe meine Anmerkungen oben im Zitat.

Gruß

Schorschel

jürgvw
09.11.2008, 20:42
Hallo Kollegen,

mir scheint, dass in der bisherigen Diskussion ein Aspekt noch nicht oder nur ansatzweise angesprochen wurde, und zwar jener der Formulierung von Antworten.

Wenn eine Antwort so abgefasst ist, dass die darin enthaltenen Ratschläge wie Vorschriftem wirken, dass der Standpunkt des Antwortenden quasi als unanfechtbare Wahrheit erscheint, dann ist das ebenso unerfreulich, wie wenn ein Herr Dr. X. nur gerade von einer Therapie spricht, obwohl es deren zwei oder drei gäbe.

In dem Sinne könnten wir uns bemühen, unsere Antworten gelegentlich vorsichtiger abzufassen. Deutlich und klar dürfen sie trotzdem sein.

Gruss an alle

Jürg

spertel
10.11.2008, 13:49
Richtig Jürg

...und ich würde noch etwas ergänzen wollen.

Oftmals wird Neubetroffenen aus der Distanz empfohlen, den Urologen zu wechseln, weil der Urologe eine Maßnahme nicht so trifft wie man es selbst gerne hätte.

Niemand von uns war bei diesen Patientengesprächen dabei und man sollte sich hüten, hier Keile zwischen behandelnden Urologen und Betroffenen zu treiben.
Dass heißt aber nicht, dass man sich nicht verschiedene Meinungen anhören sollte.

Gruss

Spertel

RuStra
10.11.2008, 19:17
Oftmals wird Neubetroffenen aus der Distanz empfohlen, den Urologen zu wechseln, weil der Urologe eine Maßnahme nicht so trifft wie man es selbst gerne hätte.

Niemand von uns war bei diesen Patientengesprächen dabei und man sollte sich hüten, hier Keile zwischen behandelnden Urologen und Betroffenen zu treiben.


Hallo spertel,

die Empfehlung, den Arzt des Vertrauens zu suchen, möglichst den Künstler, der sich mit PK auskennt, ist so alt wie die Vorstellung des "empowered patient", der wir erklärtermassen als BPS anhängen.

Wenn sich Neubetroffene an uns wenden und gleich von einem zeitlichen Druck berichten, weil der OP-Termin schon festgelegt ist, und ihnen dieser Druck aber unangenehm ist, dann kann es schnell passieren, dass die Empfehlung, den Arzt zu wechseln, ausgesprochen wird.
Meine Erfahrung aus der BPS-Hotline ist, dass wir vor allem eine wichtige Rolle spielen, nämlich Neubetroffenen die Hektik zu nehmen.

Rudolf

spertel
10.11.2008, 19:30
@Rudolf

Dass ihr da eine wichtige Rolle spielt habe ich niemals angezweifelt und würde mir dies auch nicht anmaßen...warum auch ?

Ich will ja auch nicht ausschließen, dass der Rat den Azt zu wechseln hin und wieder nötig erscheint, aber nicht dann, wenn der Urologe es ablehnt, einen für die Therapie völlig irrelevanten Laborwert zu bestimmen.

Solche Ratschläge hat´s hier auch schon gegeben.

Beste Grüsse

Spertel