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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lokalrezidiv ?



meni.li.
19.11.2008, 01:29
Hallo erfahrene Teilnehmer im Forum brauche Eure geschätzte Meinung!

Hab heute das Ergebnis meiner PET CT Untersuchung erhalten:

Lokalrezidiv

1 Lymphknoten 15x8mm


PSA oktober 08 2,37 unter avodart

Seit 1 Monat Avodart abgesetzt und nun nur diese geringe Steigerung ?????

PSA Nov 08 2,75

Bis Oktober Veropplungszeit ca. 3,5 Monate
Im November " " ca, 5 Monate

Das versteh ich nicht. Hab gedacht das allein das Weglassen von Avodart , bei einer Halbwertzeit von ca. 3-5 Wochen, das PSA um 50% ansteigen lassen müßte oder zumindest einen größeren Einfluß hätte.

Welche Erklärung habt Ihr?

Da die Verdopplungszeiten seit über einem Jahr relativ konstant und im Nov, sogar niedriger sind, trotz Gleason 9, könnte es sich doch auch um ein lokales Rezidiv handeln ?

Was meint Ihr? Und wie würdet Ihr damit weiter verfahren ?

Hab am Donnerstag Termin bei meinem Prof.

Gruß Klausi

meni.li.
19.11.2008, 01:58
Hallo, hab noch was Wichtiges vergessen!

Seit einem Monat hab ich mein Lauftrainig auf 6 Km, jeden zweiten Tag, erhöht.

Und danach jedesmal Heiß und Eis Dusche fürs Immunsystem.

Vielleicht hat das einen Einflu0 aufs Immunsystem, Krebs ????

Gruß Klausi

HansiB
19.11.2008, 08:20
Hallo Klausi,

mit der Verdoppelung unter Avodart bei mir, habe ich so meine Probleme. Ich konnte das früher bei der Einnahme von 2 Avodart, bzw. Avodart + Proscar, sowie aktuell mit mehreren bis zu 7 Avodart / Tag nicht erkennen.

Der PSA steigt normal weiter, ob mit oder ohne. Auch durch das frühere längere Absetzen, konnte eine Veränderung dadurch nicht gesehen werden. Ich kontrolliere das wirklich konsequent.

Wie ist bei dir DHT, wie entwickelt es sich längerfristig, warum hast du Avodart abgesetzt? Eine Erhöhung von Avodart, siehe Strum, wäre zu überlegen.

Gruß Konrad

hartmuth
19.11.2008, 10:12
Hallo Klausi,
deine Beobachtung, das Avodart betreffend, überrascht mich nicht. Ich hatte schon länger starke Zweifel an der Aussage, Finasterid oder Dudasterid würden den PSA-Wert halbieren. Sicherlich durfte man dies ohnehin nie als feste Größe annehmen.
Als ich nach 2 Wochen HB2 Finamed (ein Finasterid) hinzugenommen habe, machte die PSA-Verlaufskurve nicht nur keinen Knick nach unten, was zu erwarten gewesen wäre, sondern im Gegenteil verlangsamte sich der Abfall und die Kurve flachte ab. Gleichzeitig stieg das Testosteron über 3 Monate hinweg wieder an.
Es gab noch weitere Einzelbeispiele im Forum, wo ich genau diese angenommene 50%-Wirkung unter die Lupe nahm, und auch dort bestätigte sich dies nicht. Leiderhabe ich die Beispiele nicht mehr parat. Vielleicht melden sich die entsprechenden Betroffenen.
Dir alles Gute, Hartmut

Anonymous1
19.11.2008, 12:40
Hallo Klausi,

theoretisch könnte die Tatsache, dass Du eine 6-monatige Taxotere-Chemo gemacht hast, eine Rolle spielen bei Deinem jetzigen PSA-Verlauf bzw. Anstieg. Die wichtigere Frage für Dich ist aber, welche Behandlung Du jetzt wählen sollst. Ich könnte mir vorstellen, dass Dir Deine Ärzte zur erneuten HB raten. Etwas anderes kann ich mir auch nicht vorstellen, denn neben dem durch PET dargestellten Lokalrezidiv ist ja auch das Lymphsystem betroffen. In den letzten 1 - 2 Jahren ist ziemlich eindeutig festgestellt worden, dass die durch PET festgestellten (größeren) Lymphknoten zwar oft richtig erkannt, aber weitere meist kleine befallene Knoten oft nicht erkannt wurden. Einer dieser Patienten, die zu diesen Feststellungen beigetragen haben, bin ich selbst.

Gruß nach Oberfranken
Dieter

meni.li.
19.11.2008, 22:01
Hallo Dieter!

Hab mit Prof. Böcking telefoniert. Er meint das ein gleichmäßiger PSA Anstieg mehr für eine lokales Rezidiv und eine steil ansteigende im kürzer werdende Verdopplungszeit für ein systemisches Rezidiv sprechen.

Werd das alles Morgen mit meinem Uro besprechen und mich wieder melden.

Gruß Klausi.





Da liegt für mich die Frage, wieviel PSA produziert eine Krebszelle?
Oder noch besser wieviel PSA bei Gleason 9 wie bei mir.
Doch da muß ich mir erstmal den Krebsherd rausoperieren lassen und zur Untersuchung einschicken um zu sehen aus was sich das Ding zusammensetzt.

meni.li.
19.11.2008, 22:45
Hallo Konrad und Hartmuth!
DHT ist in der letzten Zeit unter Avodart leicht gestiegen. Nach Absetzten vor 4 Wochen hab ich leider keinen Wert messen lassen. Mach ich wieder. Es ist oft schon wie verhext mit den Werten. Muß da wirklich Alle konsequent im Auge behalten.
Werde berichten!
Ob ich Avodart u. Proscar wieder nehme weiß ich noch nicht. Wenn sich der Anstieg weiter so verlangsamt müßte es ja an meinem gesteigerten Sportprogramm und den Heiß u. Eis Duschen (Abkühlung im See) liegen. Vielleicht wirkt das ja entzündungshemmend motiviert das Imunnsystem zu neuen Strategien.
Im Jan. 08 war ich ca. 4 Wochen krank, da hatte ich eine PSA Verdopplungszeit von 36 tagen sonst ca. 120 tage und seit 1 Monat ca.150 tage.



Bin über die momentane Entwicklung einfach nür "glücklich"

Wünsche Euch und mir das Alles so lange wie möglich so bleibt wie es ist.

Gruß Klausi.

Daniel Schmidt
23.11.2008, 12:59
Hallo,

ich habe etwas Schwierigkeiten mit dem PET-Befund.
Heisst es Lokalrezidiv + LK-Rezidiv?
Oder handelt es sich nur um ein Lokalrezidiv und einen vergrösserten aber nich Cholin-aufnehmenden Lymphknoten?

Darüber hinaus fehlen noch ein paar wichtige Infos:
Was war das pT-Stadium? Wieviele Lymphknoten waren bei der OP befallen, wieviele wurden entfernt?


Bei einem Rezidiv lokal und/oder im Lymphknoten wäre prinzipiell wenn nichts Anderes zu sehen ist auch an eine Strahlentherapie zu denken.

meni.li.
24.11.2008, 14:53
Hallo Herr Schmidt !
Habe nun den Befund vor mir liegen.
15/8mm messende Raumforderung im Breich der dorsalen Blasenwand, fraglich intraversikal. Befund verdächtig auf ein lokales Rezidiv (bei R1 resektion) bzw. ein lokales lymphknotenrezidiv. Ergänzende Zystoskopie zur Lage-Abklärung empfohlen.
Unauffälliger knöcherner Status, keine ossären Metastasen.
Regelrechter Organstatus thorakal und abdominell.
mein Uro macht am 3.12.08 Blasenspiegelung, will wenn was in der Blase ist soviel wie möglich entnehmen und danach rät er mir zu einer Bestrahlung der "Raumforderung"!
Tumorklassifikation
pT3b, L1 ,V0 ,pN1, lokal R0 Stadium 4
Diagnose pT3bpN1M0 Gleason 9
links 9 Lymphknoten entnommen 0/9
rechts 12 """""" """" 1/12 Solitäre 1cm große regionäre lymphknotenmetastase mit z. T. Lymphknoten-kapsel überschreitendem Wachstum mit Lymphangiosis carciomatosa.

Ausgedehnte Carcinominfiltrate im Bereich der vesikalen und urethralen Resektatflächen. Tumorfreie linke Samenblase. Rechte Samenblase fakal carcinominfiltriert. Tumorfreie Ductus deferentes. das carcinom hat die Prostata total ersetzt bzw. infiltriert.
Meine Frage als Laie ?
Bestrahlt man das mit IMRT oder Hifu oder????????
Nur diese Stelle ???????????
Kann man Nebenorgane vor Strahlen schützen oder ist das in diesem Fall zweitrangig?????
Danke für Ihr Interesse !!!!

Gruß Klausi

Daniel Schmidt
24.11.2008, 15:12
Hallo.

Eine Strahlentherapie kommt bei dieser Konstellation prinzipiell in Frage.
Allerdings ist das Ganze etwas kompliziert:

1. Problem: Wo ist das Rezidiv? Wenn das Rezidiv die Blasenwand inflitriert hat, dann hat man im Falle einer Strahlentherapie die Gefahr vor Ort einige Komplikationen zu verursachen. Bis zu einer Fistel ist alles möglich und deswegen finde ich den Schritt Ihres Urologen, das Ganze erstmal zu inspizieren und soweit möglich zu entfernen, gut.

2. Problem: Sie hatten einen Lymphknotenbefall. Patienten mit Lymphknotenbefall sind in allen randomisierten Studien zur Wertigkeit der postoperativen Strahlentherapie ausgeschlossen worden. Man weiss, dass solche Patienten ein höheres Risiko für weitere Metastasen haben, deswegen propagieren viele Urologen eine Hormontherapie ohne Strahlentherapie bei solchen Patienten.

Der Tumor an sich würde schon die Kriterien erfüllen, damit man eine postoperative Strahlentherapie empfiehlt. Aufgrund des "komisch" liegenden fraglichen Rezidivs und der Lymphknotenmetastasierung wird die Wertigkeit einer Strahlentherapie allerdings in Frage gestellt.

Man muss wohl den Zystoskopiebefund abwarten.

Ich würde eine Hormontherapie nach der Zystoskopie empfehlen, Dauer mindestens 1 Jahr. Eine Monotherapie sollte genügen, sie können sich mit Ihrem Urologen auf Spritzen oder Tablette einigen.
Eine Strahlentherapie kann man machen. Wenn das Rezidiv die Wand inflitiriert hat, liegt ein höheres Risiko für Fisteln, Strikturen, usw. Wenn es ausserhalb liegt, ist es vorteilhaft. Wenn es die Wand inflitrieren soll, würde ich noch etwas abwarten mit der Bestrahlung, vielleicht 6 Monate und erst dann damit beginnen. Evtl. schrumpft das Rezidiv zurück und hinterlässt eine Narbe an der Blasenwand, so dass die Gefahr einer Fistel geringer wird.
Ob man nur das Rezidiv bestrahlen soll oder die Lymphbahnen mitmachen sollte, ist schwierig zu beantworten. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen sollen, machen Sie lieber die Lymphbahnen mit. Es ist aber nur eine persönliche Meinung, harte Daten gibt's weder für die eine noch die andere Methode.

meni.li.
25.11.2008, 19:31
Hallo Herr Dr. Schmidt !

Danke für Ihren fachlichen Rat und die persönliche Beurteilung.

Das hilft mir schon mal wieder ein großes Stück weiter. Vorallem das Sie mir als Strahlentherapeut nicht nur zur Bestrahlung raten sondern Ihrer Verantwortung
gerecht werden.

Meine Hochachtung für Ihren "Ehrenamtlichen Einsatz in diesem Forum"!

Viele Worte führen oft ins Leere
drum nur das Eine und das Wäre...Danke
............. Gruß Klausi................der Oberfranke.