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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gewichtszunahme



Hans-Joachim
14.07.2006, 18:48
Seit Februar 2005 nehme ich wegen aPSA 108, T3-T4, G3, N3M0 ( PK-Story im Profil ) die 3-Monatsspritze Trenantone und 2 x 50 mg Androcur. Die üblichen Nebenwirkungen wie Verlust der Libido, Fatigue, Hitzewallungen, Muskelschwäche, Depression, Penisverkleinerung habe ich mehr oder weniger tapfer ertragen und weggesteckt. Ich führe dies hauptsächlich auf eine für meine Verhältnisse intensive sportliche Betätigung - Sportstudio, Radfahren, Wandern - zurück, was meinen Allgemeinzustand erheblich verbessert hat. Insgesamt fühle ich mich sehr wohl. Als bekennender Badener geniesse ich fast lebenslang mein tägliches Fläschchen Wein und habe darauf auch nicht nach der PK-Diagnose verzichtet.

Im Februar 2005 betrug mein Gewicht 107 kg, heute wiege ich 117 kg, was meine sportlichen Ambitionen mit allen damit zusammenhängenden Konsequenzen allmählich einzuschränken beginnt.

Wer hat ähnliche Erfahrungen?

Wie kann man diese unaufhörliche Gewichtszunahme stoppen?

Würde ein Wechsel von Androcur auf Casodex hilfreich sein? Ich möchte allerdings auch nicht, solange der PSA fällt, eine funktionierende Therapie abbrechen?

Hans-W.
14.07.2006, 19:30
Hallo H.-J.,
Gewichtszunahme bei Hormonblockade ist eine bekannte Nebenwirkung, das hätte dir dein Urologe eigentlich schon sagen können - meiner hat's getan. Was kannst du tun? Du betreibst ja schon viel vernünftigen Sport - da bleibt meiner Meinung nach nur noch eine Ernährungsumstellung auf weniger Fleisch (besser Fisch), mehr Gemüse, Salat, etc.. Pass auf, dass du keine Gynäkomastie entwickelst, auch eine unangenehme, mögliche Nebenwirkung, die mit Bestrahlung zu verhindern ist, wenn aber da, nicht reversibel ist. Mach weiter mit dem Sport!! Ich würde deswegen nicht auf ein anderes Medikament wechseln solange es wirkt. Casodex (nehme ich) hat übrigens sie gleiche Nebenwirkung. Auf der leichten Seite, so stelle ich mir einen Badener bei Genuß von seinem Wein vor:
Beste Grüße aus der Eifel,https://img.web.de/v/mail/html_mail/smileys/smileys/smileys32.gif (http://javascript<b></b>:parent.window.opener.insertImageLinkFromPopup('ht tps://img.web.de/v/mail/html_mail/smileys/smileys/smileys32.gif'); top.window.close();)
Hans-W.

HansiB
05.08.2006, 14:55
Hallo Hans-Joachim,

als Nachbar (ohne gelbe Füße) und als Hochriskiopatient mit guten Therapieerfolgen möchte ich Dir ein paar Ratschläge geben.
Dein Gewicht zu reduzieren ist sehr empfehlenswert. Als erstes würde ich den Weinkonsum reduzieren. Ein Viertele Trollinger (muss nich sein) am Tag reicht auch. Dann würde ich die Ernährung auf möglichst vegetarische und qualitativ hochwertige Produkte umstellen.
Mein HB-Beginn am Anfang mit Casodex hat Sturzdurchfälle ausgelöst und dadurch habe ich schon einiges an Gewicht verloren.

Kontrolliere Deine Cholesterin-Werte. Sport ist sehr gut.
Hast Du in Pforzheim Kontakt mit der SHG? Das wäre sehr zu empfehlen.

Dein PSA-Wert ist recht hoch und sehr schnell gestiegen. Der Abfall ungenügend, den GS 3 + 5 (8) würde ich durch eine DNA-Zytometrie kontrollieren lassen.
Versuche Zometa gegen die Osteoporose bzw. HB zu bekommen - ist unbedingt erforderlich.
Hängt der Bandscheibenvorfall mit den "morschen" Knochen und Deinem Gewicht zusammen? Warum hast Du Selen abgesetzt? Lass Deinen Wert messen. Bei mir ist er ernährungsbedingt über dem Referenzwert, was sehr empfohlen wird. Woraus besteht Dein Antioxidanzien-Cocktail?

Ich hole mir vieles über meine Ernährung und hatte auch kaum Nebenwirkungen während der HB und musste dementsprechend keinerlei Medikament nehmen, um den Nebenwirkungen entgegen zu wirken.

Achte auf Dein Brustwachstum. Eine profilaktische Bestrahlung hätte am Anfang vor Beginn der HB erfolgen sollen.

Hans-Joachim
07.08.2006, 12:35
Hallo HansiB,

vielen Dank für Deine Ratschläge.
Ob mein PSA-Rückgang ungenügend ist, kann ich nicht so eindeutig beurteilen.
Die Diskussion hierüber ist doch sehr verwirrend. Ob Strum mit seinem 0,05 Grenzwert recht hat, ist so eindeutig nicht erwiesen und basiert nach meiner vagen Erinnerung auf relativ geringen Patientenzahlen, die auch nicht nach Gleason-Score differenziert sind. Manche sagen, es genügt 0,1 andere sogar 4,0. Je nachdem, wem man glaubt, kommt man dann unter gewaltigen Erfolgsdruck, der sicherlich auch nicht gerade förderlich für die Psyche und den PK ist. Ich habe viele PK-Storys gesehen, die einen sehr schnellen PSA-Abfall aber auch einen ebenso schnellen Anstieg erleben mussten. Immerhin fällt mein PSA, Gott sei es gedankt, noch und wie Du meinem Profil entnehmen kannst, sind alle anderen Marker, die ich regelmäßig messen ließ, im ordentlichen Bereich. Aber was ist beim Testosteron richtig:? 0,20 oder 0,50?
Interessant ist für mich auch, daß ich im Gegensatz zu fast allen hier veröffentlichten PK-Storys Androcur und nicht Casodex als Antiandrogen einsetze. Obwohl die Experten behaupten, die Wirkung sei die gleiche, könnte es in der Praxis vielleicht doch Unterschiede geben.
Außerdem nehme ich weder Proscar noch Avodart.Auch diesbezüglich ist mir trotz intensivem Studium nicht klar geworden, ob es sich bei der Einnahme dieser Medikamente lediglich um ZahlenKosmetik oder um eine wirkliche Senkung des PSA-Wertes handelt. Auch Du scheinst Dir in Deiner PK-Story (siehe Profil ) über die Beurteilung dieses Sachverhaltes nicht sicher zu sein.
Sehr dankbar wäre ich Dir, wenn Du mir erklären könntest, welchen therapeutischen Benefit ich von einer DNA-Zytometrie haben könnte. Mit Gleason (3+5) 8 und 4 befallenen Lymphknoten, weiß ich, daß ich so oder so auf mehr oder weniger geschickte Art Hormontherapie betreiben muß und mir schlicht und einfach nichts anderes übrigbleibt. Könnte die DNA-Zytometrie zu dem Ergebnis kommen ( mit welcher Sicherheit ), daß ich doch operieren,doch bestrahlen oder doch neoadjuvante low-Dose Chemo betreiben sollte? Wer hilft mir?
Ich nehme zwar kein Zometa aber Fosamax mit Calcium und Vitamin D.Auch hier folgende Situation: Knochendichtemessung: 75 % des Altersdurchschnitts allso Osteoporose, aber PyrilinksTest: kein Hinweis auf Knochenabbau, regelmäßig gemessener Knochenmarker KnochenAP liegt im Normbereich.
Je länger ich die Hormontherapie betreibe, umso bewußter wird mir, welch überragende Bedeutung die Erhaltung einer ausreichend guten Lebensqualität für mich hat. Aus diesem Grunde nehme ich auch keine Nahrungsergänzungsmittel, deren Wirkung ich nicht beurteilen kann, die mich aber vielleicht zusätzlich mit Nebenwirkungen belasten und beeinträchtigen. Aus dem gleichen Grunde versuche ich mir die Freude am Leben zu erhalten, indem ich mich nicht allzusehr kasteie und solange es geht meine guten und schlechten Gewohnheiten aufrechtzuerhalten.

Ich glaube für mich persönlich, daß es letztendlich unmöglich ist, gegen eine Krankkeit, sein Schicksal, gegen Gott zu kämpfen. "Gekämpft und doch verloren." Sondern, daß man versucht, so gut wie möglich mit seiner Krankkeit zu leben.

Ich wünsche allen gute PSA-Werte