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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Seit zwei Jahren inkontinent - wer weiß Rat



gustav
25.12.2008, 14:24
Hallo liebe Mitstreiter,
ich wünsche allen eine frohe Weihnacht und ein gesundes Jahr 2009.

Hier mein Problem :

Ich wurde vor zwei Jahren operiert (Siehe mein Profil) und leide noch immer an Inkontinenz.
Prof. Otto von der Quellentalklinik in Bad Wildungen Reinhardshausen hat mit eine Tablettenkur mit Yentreve verschrieben. Nach einem Vierteljahr sehe ich keine signifikante Verbesserung.
Von einer Bekannten habe ich den Rat erhalten, mich an Prof Stief von der Urologischen Klinik in München Großhadern zu wenden.
Wer kann mir einen Rat geben ?

BurgerH
25.12.2008, 15:05
Hallo Gustav,

das wird wohl auf einen künstlichen Schließmuskel hinauslaufen.

Wenn Du willst, kann ich Dir Betroffene aus unserer Gruppe nennen, die sich zu dieser Operation entschlossen haben und Dir gerne von Ihren Erfahrungen berichten.

Gruß

Hansjörg Burger
Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar e.V.

Heribert
25.12.2008, 16:43
Hallo Gustav,
Hansjörg hat Dir die Ultima ratio zum Inkontinenzproblem genannt. Vor 4 Wochen habe ich an einem Symposium in Wuppertal teilgenommen, in welchem einige Betroffene, von ihren Erfolgen berichtet haben, deren Beckenboden mittels Schlinge angehoben wurde. Der Vortragende Urologe, Dr. Betz, berichtete von einer etwa 70%igen Erfolgsaussicht, wenn Stress- bzw. Aktivitätsinkontinenz besteht.
Schau mal hier (http://urologie-ratingen.de/index.php/inkontinenz.47.html), ob man Dir dort helfen kann.
Dr. Betz berichtete weiter, dass diese Methode nur dann Erfolg verspricht, wenn noch eine Restschließmuskeltätigkeit, so wie bei Dir, vorhanden ist. Ansonsten müsse man einen künstlichen Sphinkter implantieren.
Alles Gute und ich hoffe, dass Dein Problem auf einfache Weise gelöst werden kann.

Herzliche Grüße und noch schöne Feiertage
Heribert

Helmut.2
25.12.2008, 17:46
Hallo, grüß Dich Gustav,

und leide noch immer an Inkontinenz.Es tut mir Leid, daß Du das noch hast aber HWLPORTA (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showpost.php?p=31420&postcount=1) hat über das Medikament Solifenacin hier berichtet und es ist bei Dir, meine ich, einen Versuch wert!

Du must bedenken, daß wir alle, zwei verschiedene Nervensysteme (http://www.schmidett.de/RLSTeil3/Nervensyst.html) haben und gerade beim äußeren Harnschließmuskel spielen beide Nervensysteme eine Rolle!
Das Nervensystem als Steuerungssystem (https://www.cornelsen.de/sixcms/media.php/8/10747_077_81.pdf)

Wenn also bei Dir der Parasympathikus Nervensys. am Harnschließmuskel ungleich mehr zur Geltung kommt wie der Sympathikus Nervensys. dann kann es durch aus sein, daß der Harnschließmuskel bei Dir, für Dich unwillentlich leicht öffnet und deshalb würde ich Dir das o.g. Medikament empfehlen!

Alles Gute für Dich
Helmut

Anonymous2
26.12.2008, 08:30
In der von mir geleiteten Selbsthilfegruppe habe ich immer wieder Betroffene, die ebenso leiden. Nach den gesammelten Erfahrungen würde ich folgenden Weg einschlagen:
Einen Urologen in einer Klinik konsultieren und dort feststellen lassen worauf die Inkontinenz tatsächlich zurückzuführen ist. Der Urologe sollte mit diesen Untersuchungen/Ursachenforschung Erfahrungen haben. Entweder ist der verbliebene Schließmuskel defekt ( durch die Totaloperation oder andere Ereignisse die u.U. in keinem Zusammenhang mit der OP stehen) oder es gibt einen anderen Grund. Therapie dann das Anbringen eines Bändchens/Schleife um das evtl. abgesachte System anzuheben oder ein künstlicher Schließmuskel.
Ich habe eine Reihe von Männern in der Gruppe, die entsprechend erfolgreich therapiert wurden und sehr zufrieden sind. Meine Empfehlung daher: Schnellstens den Grund ermitteln lassen und dann zur Tat schreiten. Medikamente usw. lösen das Problem nicht und kosten nur Zeit. Manche Urologen beschreiten die angezeigten Therapien nur sehr zögerlich ! Dann ist die eigene Entschlußkraft gefordert.

HansiB
26.12.2008, 09:11
Hallo Freunde,

als nicht Selbsthilfegruppenleiter, würde ich unter anderem empfehlen, wenn erforderlich abzuspecken und den Bauchumfang zu reduzieren. Wobei die Hauptüberlegung ist, ob überhaupt zu operieren sinnvoll ist. Jetzt werden einige böse sein.

Gruß Konrad

Heribert
26.12.2008, 10:29
Lieber Konrad,
warum sollte man bei Deiner Sichtweise böse sein? Du kannst allerdings nicht vorschreiben, was der Einzelne unter Lebensqualität versteht. Ich selbst sehe in der Askese auch kein erstrebenswertes Leben. Diesbezüglich kann man nur erwidern, "Jedem das Seine". Das hindert nicht daran, für Gustav eine erfolgreiche Terapie zu finden.

Herzliche Grüße
Heribert

HansiB
26.12.2008, 10:44
Lieber Heribert,

da gibt es einen Unterschied, ich klage nicht, wegen evtl. Probleme, eher wegen Ignoranz.

Aber du wirst mir zugestehen, an dem Übergewicht ist viel dran. Askese tut nicht weh, wenn es hilft, oder wenigsten im Kopf hilft, du weisst was ich meine ist viel gewonnen. Auch Eichhorn hat eine Ernährungsempfehlung aus Amerika mitgebracht. Nicht viel Neues aber immerhin.

Gruß Konrad

Helmuth41
21.01.2009, 10:56
Lieber Gustav,
ich bin im August 2007 in Herne operiert worden und war zur AHL in der Quellental-Klinik.Da ich im Juli 2008 immer noch inkontinent war habe ich mich entschlossen, mir in der Stadtklinik in Bad Wildungen vom Privat-Dozent Dr.Heuser die Advance-Schlinge
implantieren lassen.Bis heute bin ich zufrieden.Vorraussetzung ist, dass der Schließmuskel dafür geeichnet ist und die Inkontinenz nicht zu groß ist. Dies stellt Dr. Heuser in einer Untersuchung fest. Ich brauchte vor der OP. ca 4 Vorlagen. Ich habe Dr. Heuser im Internet kontaktiert und er hat prompt geantwortet.
Vielleicht nimmst Du mal mit ihm Kontakt auf.
Liebe Grüße aus dem Sauerland
Helmut

Harro
21.01.2009, 11:31
Noch etwas ausführlicher

Hallo, Gustav, bitte, lies auch mal hier (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=4376)

"Wenn du kritisierst wirst, dann musst du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat"
(Bruce Lee)

Gruß Hutschi