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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reha-Klinik????



Gabriel
13.01.2009, 12:46
Hallo,

schreibe im Auftrag meines Vaters.
Mein Vater ist noch im Krankenhaus, die OP fand letzte Woche statt. Nun möchte er nach dem Krankenhausaufenthalt in die Reha-Klinik zur Abschlußbehandlung. Die Klinik, die wir bereits vor der OP ausgesucht haben, ist in Bad Wildungen. Das Problem ist aber, dass d. BVA bzw.LVA kein Vertrag mit der Klinik hat und die Kosten für die Abschlußbehandlung nicht übernehmen möchte.
Hatte jemand bereits das gleiche Problem??? An wen kann ich mich wenden??? Wie teuer ist denn so eine Abschlussbehandlung???

Vielen Dank für die Antworten

LG Nicole

Rolf.K
13.01.2009, 15:14
Hallo Nicole,
Du meinst sicher eine Anschlussheilbehandlung ( AHB), die nach einer OP gemacht werden kann, die von der Deutschen Rentenversicherung (früher BfA / LVA) bezahlt wird. Es stehen dem Patienten 2 Rehas innerhalb eines Jahres nach OP zu.
Ich habe schon beide hinter mir und kann die KMG Klinik Silbermühle, Millionenweg 3, 19395 Plau am See, Tel. 038735-880 empfehlen. Das liegt südlich von Schwerin, direkt am Plauer See. Ich bin dort medizinisch gut betreut worden und habe mich auch sonst sehr wohl gefühlt.

LG Rolf

Manfred D.
13.01.2009, 21:00
Hallo Nicole,

grundsätzlich steht jedem PCa-Patieten nach der OP, der Strahlentherapie und der Chemotherapie eine Anschlussheilbehandlung, AHB oder Reha zu, die von der Rentenversicherung, früher BfA und LVA, bezahlt wird. Wie es sich bei privat Versicherte bzw. Beamte verhält oder besser gesagt, wer da der Kostenträger ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Fest steht, dass auch für diese Gruppe eine Kostenübernahme gewährt wird.

Eine AHB muss beantragt werden, das in der Regel bereits von der (OP)-Klinik durch den Sozialdienst übernommen wird. Diese Dienste machen auch Vorschläge was die "Reha-Klinik" in der näheren Umgebung angeht. Das bedeutet, dass man sich ausser, dass man einer solchen Anschlussheilbehandlung zustimmen muss, sich um nichts kümmern muss. So jedenfalls war es bei mir!

In unserem Raum (Hessen) haben die Kliniken Hartenstein in 34537 Bad Wildungen-Reinhardshausen und hier wiederum die Klinik Wildetal, Mühlenstrasse 8 einen guten Ruf. Ich selbst war nach der OP zur AHB und ein Jahr später zum "Nachsorgeaufenthalt" dort und war jedesmal sehr zufrieden. Mein Eindruck ist, dass man von sehr kompetentem Personal betreut wird, was nicht nur im Medizinischem sondern auch im Bereich der "OP-Beinträchtigungen" (Inkontinenz, etc.) äusserst wichtig ist.

Ob Deinem Vater die Anreise von Hamburg ? nicht zu weit erscheint, muss er selbst entscheiden. Ich jedenfalls habe einige Mitpatienten aus dem "Hohen Norden" (Kiel, Flensburg, Berlin, usw.) angetroffen.

Hier, falls benötigt, die Kontaktdaten:

Tel.: 05621-880, Fax.: 05621-881027,
www.kliniken-hartenstein.de (http://www.kliniken-hartenstein.de), e-Mail.: verwaltung@klinik-wildetal.de

Viele Grüße und alles Gute für Deinen Papa

Manfred D.

roterlars
14.01.2009, 13:26
Hallo,
die Kosten einer AHB Maßnahme (Reha) belaufen sich auf ca. 120-130 Euro am Tag. Bei mind 21 Behandlungstagen kommt da eine ordentliche Summe zusammen.
In den Anfangszeiten der modernen Kontinenztherapie war Bad Wildungen und Prof. Otto und vor allen Dingen sein damaliger Physiotherapeut das Maß aller Dinge.
Das hat sich heute geändert. Die meisten AHB Kliniken mit urologischen Abteilungen sind mit den Wildunger Methoden bestens vertraut.
Es muss also nicht immer Bad Wildungen sein.
Wendet euch an euren Stationsarzt oder den Sozialdienst , die können euch mit Sicherheit eine vernünftige Alternative anbieten. Im Zweifel fragt doch mal die nächste Selbsthilfegruppe.

Gruss

Lars

WinfriedW
14.01.2009, 17:17
... Die Klinik, die wir bereits vor der OP ausgesucht haben, ist in Bad Wildungen. Das Problem ist aber, dass d. BVA bzw.LVA kein Vertrag mit der Klinik hat und die Kosten für die Abschlußbehandlung nicht übernehmen möchte. ...Ich war im Jahr 2006 in der Klinik Wildetal in Bad Wildungen mit dem Chefarzt Dr. med. Winfried Vahlensieck Der Klinikwunsch wurde vom Sozialdienst des Krankenhauses so beantragt. Die Kostenübernahme war für mich als gesetzlich Versicherter problemlos.

Vielleicht rufst du mal in der Klinik an, ob sich seit 2006 bezüglich der Kostenübernahme etwas geändert hat.

WW

silver dollar
15.01.2009, 10:17
Die Klinik, die wir bereits vor der OP ausgesucht haben, ist in Bad Wildungen. Das Problem ist aber, dass d. BVA bzw.LVA kein Vertrag mit der Klinik hat und die Kosten für die Abschlußbehandlung nicht übernehmen möchte.
LG Nicole
Hallo Nicole,
die (DRV LVA) haben sicher eine Vereinbarung mit der Bad Wildunger
Reha Klinik, Problem ist nur, wenn die die Kosten uebernehmen, dann duerfen die auch die Klinik nach deren Ermessen bestimmern, man kann als Patient zwar Wuensche aeussern, aber das wars auch schon.

Gruss

WinfriedW
15.01.2009, 12:51
Hallo Nicole,
die (DRV LVA) haben sicher eine Vereinbarung mit der Bad Wildunger
Reha Klinik, Problem ist nur, wenn die die Kosten uebernehmen, dann duerfen die auch die Klinik nach deren Ermessen bestimmern, man kann als Patient zwar Wuensche aeussern, aber das wars auch schon.

GrussDas stimmt so nicht!

Dazu das Sozialgesetzbuch:

§ 9 Abs. des Sozialgesetzbuches IX
Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten

Absatz 1: Bei der Entscheidung über die Leistungen und bei der Ausführung der Leistungen zur Teilhabe wird berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten entsprochen. Dabei wird auch auf die persönliche Lebenssituation, das Alter, das Geschlecht, die Familie sowie die religiösen und weltanschaulichen Bedürfnisse der Leistungsberechtigten Rücksicht genommen; im Übrigen gilt § 33 des Ersten Buches. Den besonderen Bedürfnissen behinderter Mütter und Väter bei der Erfüllung ihres Erziehungsauftrages sowie den besonderen Bedürfnissen behinderter Kinder wird Rechnung getragen.


§ 33 des Ersten Buches
Ausgestaltung von Rechten und Pflichten

Ist der Inhalt von Rechten oder Pflichten nach Art oder Umfang nicht im einzelnen bestimmt, sind bei ihrer Ausgestaltung die persönlichen Verhältnisse des Berechtigten oder Verpflichteten, sein Bedarf und seine Leistungsfähigkeit sowie die örtlichen Verhältnisse zu berücksichtigen, soweit Rechtsvorschriften nicht entgegenstehen. Dabei soll den Wünschen des Berechtigten oder Verpflichteten entsprochen werden, soweit sie angemessen sind.


Natürlich muss eine Rehaeinrichtung die in diesem Gesetz genannten Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit erfüllen.

WW

silver dollar
15.01.2009, 12:59
Das stimmt so nicht!

Dazu das Sozialgesetzbuch:

§ 9 Abs. des Sozialgesetzbuches IX
Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten
Absatz 1: Bei der Entscheidung über die Leistungen und bei der Ausführung der Leistungen zur Teilhabe wird berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten entsprochen.

§ 33 des Ersten Buches
Ausgestaltung von Rechten und Pflichten

Dabei soll den Wünschen des Berechtigten oder Verpflichteten entsprochen werden, soweit sie angemessen sind.


Natürlich muss eine Rehaeinrichtung die in diesem Gesetz genannten Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit erfüllen.

WW
wer lesen kann ist klar im Vorteil

der $9 geht von den berechtigten Wuenschen des Leistungsberechtigten aus, das bestimmst weder Du noch der Antragsteller sondern da legt sich der Leistungstraeger fest ob / wie / etc berechtigt er das sieht. Laesst sich zwar per Einspruch, notfalls per Gericht angehen, aber das war es auch schon
der$33 gibt ebenfalls nicht mehr her als der §9

also halt mal den Ball flach und gib umsetzbare Ratschlaege / Kommentare nur dann wenn die wie in diesem Leistungsfall auf nicht zu diskutierendem juristischen Boden sind.

WinfriedW
15.01.2009, 15:09
...also halt mal den Ball flach und gib umsetzbare Ratschlaege ...Ich würde dich bitte, die Aggression aus deinen Beiträgen herauszunehmen!

Von wegen: "wer lesen kann ist klar im Vorteil."

Der Leistungsberechtigte ist der Patient mit Anspruch hat auf die Rehamaßnahme. Das Gesetz sagt klar aus, dass auf dessen berechtigte Wünsche Rücksicht zu nehmen ist. Bezogen auch die Deutsche Rentenversicherung Bund wird dieses nach meiner Erfahrung, solange es sich bei der Wunschklinik um einen Vertragspartner des Rentenversicherungsträgers handelt, auch so gehandhabt.

Ich gehe davon aus, dass die Klinik Wildetal in Bad Wildungen beim Rentenversicherungsträger unter Vertrag steht. Zumindest war es früher so. In sofern sollte es kein Problem sein, die AHB dort durchzuführen. Um dies abzuklären würde ich dort einfach mal anrufen!

Der Antrag zur AHB wird normalerweise vom Sozialdienst der Klinik gestellt. Dort kann nach Absprache mit dem Patienten ein Klinikwunsch angegeben werden. Diesem Wunsch folgt der Leistungsträger in aller Regel.

Tut er es nicht, auch das habe ich schon praktiziert, kann der Leistungsberechtigte unter Hinweis auf die einschlägigen Paragraphen des Sozialgesetzbuches Widerspruch einlegen. Leider verzögert dadurch das Verfahren ein wenig. Meine Erfahrung ist, dass der Rentenversicherungsträger auf einen solchen Widerspruch so reagiert, dass der dem Leistungsberechtigten eine Liste der Vertragskliniken zur Auswahl zusendet. Ich hatte mir übrigens damals die Habichtswald-Klinik in Kassel Bad-Wilhelmshöhe gewünscht. Diese steht beim Rentenversicherungsträger nicht unter Vertrag. Deshalb stellte er sich quer.

WW

silver dollar
15.01.2009, 15:31
quote
.....nach meiner Erfahrung, solange es sich bei der Wunschklinik um einen Vertragspartner des Rentenversicherungsträgers handelt, auch so gehandhabt.

Tja zwischen Vorschrift, Deiner Erfahrung und dem was raus kommt gibt es bedauerlicherweise Unterschiede

quote
Der Antrag zur AHB wird normalerweise vom Sozialdienst der Klinik gestellt. Dort kann nach Absprache mit dem Patienten ein Klinikwunsch angegeben werden. Diesem Wunsch folgt der Leistungsträger in aller Regel.

Wie Du dem Themas entnehmen kannst tut es in dem Fall die DRV nicht und nun ?? jede Regel hat Ausnahmen

quote
Meine Erfahrung ist, dass der Rentenversicherungsträger auf einen solchen Widerspruch so reagiert, dass der dem Leistungsberechtigten eine Liste der Vertragskliniken zur Auswahl zusendet

und nun Deine Erfahrung klappt leider nicht in diesem Fall

quote
Ich würde dich bitte, die Aggression aus deinen Beiträgen herauszunehmen!
Von wegen: "wer lesen kann ist klar im Vorteil."

ich bleibe bei meinem Statement, Deine Erfahrung ist prima hilft aber in dieser Einzelfallentscheidung nicht weiter, zwischen berechtigt und Rechtsanspruch haben die dafuer Zustaendigen leider Welten gelegt.
Den Ratschlag versuch es per Telefon bei der Klinik und oder der DRV, Du bist berechtigt, aber nene Rechtsanspruch daraus abzuleiten klappt nicht vermisse ich bei Deinem Beitrag.
q.e.d.e.

WinfriedW
16.01.2009, 12:23
@silver dollar

Quatsch!


... Die Klinik, die wir bereits vor der OP ausgesucht haben, ist in Bad Wildungen. Das Problem ist aber, dass d. BVA bzw.LVA kein Vertrag mit der Klinik hat und die Kosten für die Abschlußbehandlung nicht übernehmen möchte. ..Ich weiß nicht, welche Klinik Gabriel alias Nicole für ihren Vater ausgesucht hat. Bei der Klinik Wildetal in Bad Wildungen gehe ich jedenfalls davon aus, dass sie bei der Deutschen Rentenversicherung Bund unter Vertrag steht. Zumindest war dies im Jahr 2006 so. Aber es gibt weitere Kliniken in Bad Wildungen, die möglicherweise nicht alle einen Vertrag mit dem Rentenversicherungsträger haben. Die Klinik Wildetal ist aber für Kassenpatienten sicher eine gute Wahl.

Ich weiß auch nicht, woher Gabriel alias Nicole die Information nimmt, dass der Rentenversicherungsträger die Kostenübernahme verweigert. Nachdem die OP erst letzte Woche stattfand kann ich mir nicht vorstellen, dass über den Reha-Antrag überhaupt schon entschieden ist, denn der Sozialdienst des Krankenhauses stellt den Antrag erst nach der OP, wenn der Patient wieder einigermaßen ansprechbar ist und der Kostenträger entscheidet dann sehr kurzfristig.

WW


Nachtrag:
Die Leistungsträger der Klinik Wildetal in Bad Wildungen findet man
hier (http://www.kliniken-hartenstein.de) -> Klink Wildetal -> weitere Informationen.