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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : DHB - Steigender Testosteronwert



KlausSch
17.07.2006, 14:00
Hallo liebe DHB - Experten,

seit dem 6.4.06 bekomme ich die DHB. Medikamente: Eligard 7,5
Casodex 150 mg
Avodart 0,5 mg

PK festgestellt 3/95, Grad G1a, < 5% Flächenanteil, hochdifferenzierbar

Therapie: Beobachten und Warten, seit 2 J. Avodarteinnahme
Re-Staging 11/05 - PET/CT mit Cholin C11, befallen beide Prostatalappen, vermtl. T2c

DHB Verlauf: 06.04: aPSA / aT 7,59 - 3,52
10.05: PSA / T 1,18 - 0,33
07.06 PSA / T 0,5 - 0,36
05.07. PSA / T 0,21 - 0,49

Der steigende T-Wert macht mir Sorgen. Erwäge den Wechsel von Eligard auf Zoladex. Um das zu bestätigen, möchte ich den LH-Spiegel messen lassen, sollte < 0,1 sein.
Mein URO ist z.Zt. bis zum 7.8. in Urlaub, die nächste Spritze ist aber am 2.8. fällig. Sein Stellvertreter ist von diesem Medikamentenwechsel nicht überzeugt, hat aber veranlasst, den Hormonspiegel messen zu lassen, wobei er nicht sagen konnte, ob das Labor den LH Wert messen kann. Außerdem benötigt das Labor 3 Wochen zur Bestimmung.
Wer kann mir einen Ratschlag geben, bzw. ein Labor im Raum Frankfurt nennen.?

Vielen Dank für Eure Antwort Klaus

Urologe
17.07.2006, 17:44
Hallo Klaus,

die Histologie ist in sich nicht stimmig. G1a unter 5% dürfte eigentlich praktisch keine PSA-Erhöhung machen - ist die Diagnose nach einer Prostataaushobelung gestellt worden?

Dann würde ich aus dem Restgewebe der Prostata eine Biopsie machen lassen - so wurde bei meinem letzten Patienten aus G1a G3 und Gleason 8

Danach sollte die Therapie reevaluiert werden, denn die PSA fällt mir zu langsam.

Gruss
fs

KlausSch
17.07.2006, 18:14
Hallo fs,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Wie Sie schon richtig vermuten, ist die Histologie 3/1995 aus dem Material einer TURP gemacht worden.

8/1996 und 2/1999 sind zwei Biopsien mit negativen Befund gemacht worden.

Ist Ihre Antwort so zu verstehen, daß bei einer erneuten Biopsie mit den angeführten Werten G3 und GS 8 eine DHB nicht mehr sinnvoll ist.?

Kann der langsame PSA-Abfall auch eine Ursache des Testosteronanstiegs sein?

Für eine Antwort wäre ich dankbar

Gruß Klaus

Urologe
17.07.2006, 19:41
Hallo Klaus,

das nicht, aber man(n) würde überlegen, die DHB zu ergänzen - z.B. Taxotere

Gruss
fs

PeterP
19.07.2006, 00:52
Hallo Klaus,
der LH-Spiegel soll nicht <0,1 sein, sondern <1,0 . Der PSA-Wert soll <0,1 werden.
Gruß PeterP

KlausSch
19.07.2006, 10:34
Hallo, fs, Ulrich und Peter,

vielen Dank für Eure Beiträge.
Taxotere werde ich mit meinem URO besprechen, das Labor BIOVIS war ein voller Erfolg, alle gewünschten Werte können innerhalb von 4 Tagen bestimmt werden und durch die LHRH-Spritze muß der LH-Serumspiegel nicht wie ich falsch angegeben habe < 0,1, sondern < 1,0 heruntergeregelt werden.

Viele Grüße Klaus

DieterV
19.07.2006, 18:07
Hallo Klaus,
ich würde mir da aber noch keine große Sorgen machen.

Ich habe vor 5 Jahren im 3/01 die DHB begonnen. aPSA6,4; GS7(4+3) lt Zweitbefund Helpap (Erstbefund GS5(2+3), 1 von 3 Stanzen positiv + 3 Stanzen extraprostatisch. T1c.

im 4/06, also 4 Jahre nach DHB-Ende war mein PSA unter Proscar 3,08 bei einer PSA-Verdoppelungszeit von ca 50 Monaten! Trotz des hohen GS.

Ganz sicher hat Urologe fs schon Recht, aber selbst wenn dein GS etwas höher sein sollte, braucht man nicht gleich Taxotere.

ich würde also geduldig noch weitere Werte messen und solange der PSA-Wert weiter fällt, beobachten.

Dass der Testosteonwert wieder etwas gestiegen ist, würde ich nicht so hoch bewerten. Da gibt es ganz sicher auch Schwankungen!
Mein Testo schwankte auch während der DHB zwischen 0,3 und 0,52.

Viele Grüße
Dieter

cligensa
21.07.2006, 22:18
Hallo Klaus,<o></o>
da bleiben natürlich einige Fragen offen. Z.B. auch, wie alt Du bist.<o></o>
Wenn man von der Situation ausgeht, die sich durch das Restaging im November 05 ergeben hat, dann stellt sich natürlich die Frage, wie hoch war denn der PSA-Wert vor dem Restaging? Noch früher: wie hoch war denn der PSA-Wert bevor Du Avodart erhalten hast und wie war der Verlauf davor und auch in den zwei Jahren seit dem? Ich nehme mal an, dass Du Avodart deswegen erhalten hast, weil wieder Probleme beim Wasserlassen entstanden sind, die TURP-Maßnahme also nicht mehr ausreichend gewirkt hat, die Prostata könnte wieder zugewachsen sein. Das bedeutet jedoch, dass Du wegen Avodart mit großer Wahrscheinlichkeit den PSA-Wert vom April 06 verdoppeln mußt, also ca. 15 ng/ml. Das ist aber auch der einzige Wert seit der PK-Diagnose in 1995, den Du genannt hast. Aus nur einem Wert kann man kaum therapeutische Schlüsse ziehen. Eine Verlaufsbestimmung des PSA-Wertes wäre deswegen sehr aufschlußreich, weil bei einem Auf und Ab der Hinweis auf eine Prostatitis auch eine Erklärung für einen etwas höheren PSA-Wert wäre. Dann müßten die 5% befallener Gewebeanteil aus dem Jahre 1995 nicht unbedingt mit der Höhe des PSA-Wertes in diesem Jahr in Verbindung stehen. Eine langwierige Prostataentzündung nach TURP dürfte nicht ganz ungewöhnlich sein und man muss ja immer damit rechnen, dass der PSA-Wert sowieso ein relativ unsicherer Kantonist ist. Verlaufsmerkmale des PSA sind immer viel aufschlußreicher als nackte Zahlenwerte. Der PSA-Abfall innerhalb der letzten 3 Monate DHB, auch mit doppelten Werten ist gar nicht so schlecht, obwohl diese Verdoppelung durch Dutasterid bei Anwendung von Hormonblockade angeblich wohl nicht so einfach gelten soll. Noch erscheint mir die DHB durchaus als Normalfall zu wirken. Auch mehr als 4 Monate bis zum Wert < 0,1 ng/ml sind üblich, 4 Monate sind der Normalfall.<o></o>
Eine Biopsie, wie sie Dr. FS vorschlägt ist ganz sicher eine gute Idee, um herauszubekommen, welche Aggressivität, also Gleason Score, hier vorliegt, jedoch jetzt bei einer laufenden Hormonblockade wäre das wohl leider nicht mehr sehr aufschlußreich. Da müßten pathologische Spezialisten ran, die aber auch nur bedingt etwas sagen könnten. Noch ist also kein G3 oder ein Gleason 8 manifestiert, das ist auch keine notwendige Konsequenz, jeder Krebs ist anders. Unter diesen recht unsicheren Diagnosevoraussetzungen dürfte also die Entscheidung, schon jetzt zu überlegen, ob eine gering dosierte Chemotherapie mit Taxotere eingesetzt werden sollte noch nicht so vorrangig, obwohl Dr. Leibowitz ja seine Strategie immer darauf aufbaut: stärkste verfügbare Waffen zum frühest möglichen Zeitpunkt einzusetzen um dann mit einer Erhaltungstherapie lange therapiefreie Pausen zu ermöglichen. Vielleicht wirkt die DHB erst mal ganz gut. Wegen des T-Anstieges brauchst Du Dir m.E. auch nicht so viel Gedanken zu machen, er ist schon recht nahe am Kastrationslevel. Außerdem hat sich herausgestellt, dass nur ganz besondere und nicht die in den Labors üblichen Testverfahren solche überaus geringen T-Level messen können. Es gibt bei Gynäkologen gelegentlich die Notwendigkeit, Testosteronlevel bei Frauen zu messen. Auch von daher ist bekannt, dass mit üblichen Labortests diese ganz geringen T-Werte nicht genau gemessen werden können. Dazu gab es vor einiger Zeit einen wissenschaftlichen Bericht.<o></o>
Ich wünsche Dir erst mal einen vollen Erfolg mit der DHB.<o></o>
Grüße<o></o>
Christian<o></o>

HansiB
24.07.2006, 17:23
Da kann ich Dieter nur Recht geben, auch mir wurde vor Monaten schon eine Chemotherapie empfholen. Ich habe mir mal wieder die Negativwirkungen und -berichte aus dem alten Forum von Roro, Bill, Georg, Carola, Udo, Erika angeschaut und bin froh, dass es bei mir anscheinden noch ohne geht.