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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kontinenz und Erektion nach Op.



Günter Feick
21.07.2006, 01:11
Liebe Mitstreiter,

hier die Übersetzung eines Berichtes aus einem amerikanischen Forum, von einem Mann, Jim Matras, der seine eigenen Erfahrungen mit der Wiedergewinnung der Kontinenz und der erektilen Funktion einem Mitbetroffenen, Dennis, weitergibt -

Günter Feick

Übersetzung -

Hi Dennis,

zuerst zur Inkontinenz; vergiß bitte nicht, dass jeder Fall anders geartet ist, und viel hängt ab von Deinem Zustand vor der Op. Nach vier Wochen benutzte ich eine „Frauen-Tages-Mini-Einlage“ in der Hälfte aufgeschnitten aus Komfortgründen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich vier Tropfen pro Tag feststellen. Nach sieben Wochen konnte ich Gewichte stemmen und Ausfallschritte machen. Nach neun Wochen habe ich mich endlich getraut die “Mädchen Einlagen” wegzulassen, die ich als Sicherheitsmaßnahme für einige Zeit benutzt hatte. Ich habe `ne Menge Kunststücke von meinem Arzt und der MTA gelernt und hier im Forum hat es auch eine große Zahl an guten Tips, um die Kontinenz schnell zurück zu gewinnen. Fall Du Dichtheitsprobleme hast beim Aufstehen aus einer Sitzposition, dann ist es wahrscheinlich Stressinkontinenz. Man hat mir erklärt - das Aufstehen nach dem Sitzen ist die schwierigste „Kontinenzübung“. Ich denke, sogar nach Rückgewinnung der Kontinenz wie sie von unseren Ärzten definiert wird, werden viele von uns noch eine gewisse Stressinkontinenz haben. Nach 10 Wochen verliere ich noch immer etwas Urin wenn ich auf dem Boden sitze (muß die Muskulatur etwas anders belasten). Das gleiche passiert wenn ich kräftig niese, huste oder lache und ich vorher seit geraumer Zeit nicht auf dem Tö war. Obwohl einige sagen sie seien trocken, war ich frustriert wenn ich bemerke, daß mich ein Tropfen unkontrolliert verließ. Wahrscheinlich keine große Sache, aber anders als es mal war und eine Erinnerung an die Zeit direkt nach der Op. Mir wurde gesagt, ich solle nicht öfter als einmal pro drei Stunden zur Toilette gehen. Erschien mir riskant anfänglich. Innerhalb von drei Tagen konnte ich Kaffee trinken und vier Stunden ohne Toilettenbesuche aushalten.

Nächtens, so sagte man mir, solle ich mich einfach umdrehen und weiterzuschlafen versuchen, wann immer ich meinte zur Toilette gehen zu müssen, es sei denn es wäre unumgänglich. Nach zwei Nächten habe ich durchgeschlafen, nach Entfternung des Katheters.

Erektionen – mein lieber Mann..... keine Empfindungen während einiger Monate. Du hättest alles Mögliche mit mir machen können bevor Du meine Aufmerksamkeit hättest gewinnen können. Die Nervenregeneration dauert lange und ist ein schrittweiser Prozess für die meisten von uns. Einige sind etwas besser dran. Ich war 51 Jahre zum Zeitpunkt der Op.
Meine Prostata war sehr klein, so klein, daß der Pathologe es kaum glauben konnte, daß der Urologe den PCa gleich mit der ersten Biopsie gefunden hatte.

Die nervenschonende bilaterale Op. war perfekt und wurde von einem der Besten seines Faches durchgeführt. Meine präoperative erektile Funktion war die eines interessierten 25jährigen. Direkt nach der Op bekam ich Levitra, und Spritzen damit die Blutzirkulation, die durch die Op in Mitleidenschaft gezogen war, sich wieder verbessern konnte. Jetzt, nach neun Monaten können wir ermutigende Zeichen wahrnehmen. Seit einigen Wochen nehme ich nun Cialis. Denke ich hätte dieses Präparat früher nehmen sollen – weniger Nebenwirkungen, fühlte mich fast wie früher, während des ganzen Tages. Meine Frau und ich waren sehr bewegt von dieser Wirkung. Ich denke die meisten von uns brauchen ungefähr ein Jahr, um eine akzeptable erektile Funktion wiederzugewinnen. Nochmal, einige Glücklichere schaffen es zu einem früheren Zeitpunkt. Mein Arzt sagte mir, wenn Du Fortschritte nach 6 Monaten bemerkst, solltest Du geduldig sein, es wird sich wieder einstellen. Bei uns wird es schätzungsweise zwei Jahre dauern. Der verdammte PCa nimmt uns eine Menge und gibt es uns nur langsam zurück und das nur nach einem harten Kampf. In der Zwischenzeit ist die Regel – nutze oder verliere es. Wenn wir es nicht schaffen ausreichende viel Blut durch den Penis zu befördern, mit Hilfe von Medikamenten, ist die Gefahr groß, daß durch unzureichende Durchblutung die Erektionsbefähigung auf Dauer geschädigt bleibt, unwiederkehrbar.

Jim Matras