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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erkrankungswahrscheinlichkeit für Brüder/Söhne



Oliver
21.07.2006, 11:00
Mein Vater ist vor 15 Jahren an den Folgen des Prostatakrebes gestorben, offenbar einer besonders aggressiven und schnell wachsenden Variante, denn der Krebs wurde zwischen zwei regulären jährlichen Vorsorgeterminen entdeckt. Nun ist vor wenigen Wochen auch mein Bruder (54) erkrankt (PSA 35, T4). Das aggressive Karzinom hat sich offenbar ebenfalls innerhalb weniger Monate entwickelt. Was heißt das für mich (45)? PSA-Test alle paar Wochen?
Mein Bruder erhält nach Totalentfernung der Prostata mit den üblichen Folgen (Inkontinenz, Impotenz) - dennoch zunächst PSA 4,8 - nun eine Hormontherapie, da kein Ansatz für eine Bestrahlung. Was heißt das für ihn? Bin für offene Hinweise dankbar.

Hans-W.
21.07.2006, 14:08
Hallo Oliver,
PCA scheint in deiner Familie erblich zu sein. Alle paar Wochen wäre übertrieben, aber ich würde mich jetzt alle 6 Monate untersuchen lassen an deiner Stelle. Zu deinem Bruder - T4 und postoperatives PSA 4,8 bedeutet dass der Krebs bereits die Kapsel verlassen hat und somit ist eine Hormontherapie u.a. eine sinnvolle Behandlung. Es wäre besser zu beurteilen wenn die Anfangslaborwerte (Gleason, etc.) deines Bruders zur Verfügung ständen, vielleicht kannst du diese mit dem Einverständnis deines Bruders hier veröffentlichen. Eine (anti)Hormontherapie ist in der Regel keine kurative Behandlung, kann den Krebs aber über viele Jahre in Schach halten. Ich will nicht zu viel vermuten ohne konkrete Daten. Sobald diese zur Verfügung stehen, werdet ihr eine Menge Ratschläge bekommen. Zum Schluß möchte ich nur sagen, dass jeder Fall individuell zu sehen ist und demnach auch individuell zu behandeln ist.
Alles Gute für dich und deinen Bruder,
Hans-W.

Urologe
21.07.2006, 14:38
Mein Vater ist vor 15 Jahren an den Folgen des Prostatakrebes gestorben, offenbar einer besonders aggressiven und schnell wachsenden Variante, denn der Krebs wurde zwischen zwei regulären jährlichen Vorsorgeterminen entdeckt. Nun ist vor wenigen Wochen auch mein Bruder (54) erkrankt (PSA 35, T4). Das aggressive Karzinom hat sich offenbar ebenfalls innerhalb weniger Monate entwickelt. Was heißt das für mich (45)? PSA-Test alle paar Wochen?
Mein Bruder erhält nach Totalentfernung der Prostata mit den üblichen Folgen (Inkontinenz, Impotenz) - dennoch zunächst PSA 4,8 - nun eine Hormontherapie, da kein Ansatz für eine Bestrahlung. Was heißt das für ihn? Bin für offene Hinweise dankbar.

Hallo Oliver,

zu Ihrem Bruder - ich würde vor DHB eine PET/CT veranlassen. Vielleicht ist es doch ein lokaler Prozess, der zusätzlich bestrahlt werden könnte. Wenn nicht, würde ich zusätzlich eine niedrig dosierte Chemo dazunehmen!

Bei Ihnen würde ich dreimonatlich PSA und halbjährlich transrektalen Ultraschall empfehlen. Eine zusätzliche Einnahme eines 5-alpha-Reduktasehemmers kann das Risiko etwas vermindern und die Diagnostik früher und genauer machen.

Gruss
fs

Serena28
24.07.2006, 21:32
Hallo zusammen,
mein Vater leidet seit ca 1 Jahr an Prostatakrebs.Er ist 65 Jahre alt.
Die ersten paar Monate merkten wir kaum das er krank ist ausser das er Rückenschmerzen hatte.Seit ca einem Monat geht es ihm schlecht. Er kann immoment kaum mehr laufen und seine Scmerzen sind grausam.
Morgen möchte er zum Hausarzt und sich in die Klinik einweisen.
Ich weiss nichts über seine Werte oder wie weit der Krebs in seinem
Körper ausgebreitet ist.Er redet nicht darüber und sogar seinen Ärzten hat er verboten irgendetwas zu sagen.Aber immoment sieht alles ziemlich schlimm aus. Immerhin kann er kaum laufen und hat sehr grosse Schmerzen.Warum muss er so leiden ? Wird es schlimmer ?
Es tut gut darüber zu schreiben....aber es macht mich auch noch trauriger.

Hans (GL)
24.07.2006, 22:11
Hallo Serena,

zum Einlesen wird folgender Link empfohlen:
http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/Erste_Ratschlaege.pdf

Mir ging es am Anfang ähnlich Deinem Vater. Dank meiner Frau konnte ich mich öffnen und mit der Familie und im Forum darüber reden. Das Sprichwort "Geteiltes Leid ist halbes Leid" hat durchaus seine Berechtigung.

Wir drücken Dir und Deinem Vater die Daumen

Hans

jürgvw
24.07.2006, 22:17
Liebe Serena

Da hast Du ein ganz schweres Problem aufgegeriffen: Die Männer, die - aus welchen Gründen auch immer - sich von ihren Angehörigen abkapseln und ihre Erkrankung totschweigen, und zwar auch dann noch, wenn sie offensichtlich geworden ist. Viele Angehörige der älteren Generation (ich selber gehöre nach meinen 71 Jahrringen auch in diese Gruppe) sind so erzogen, dass alles, was auch nur entfernt mit Geschlechtlichkeit und Geschlchtsorganen zu tun hat, für sie tabu ist. Andere schämen sich, natürlich zu Unrecht. Und wieder andere meinen, durch Schweigen ihren Angehörigen Sorgen ersparen zu können - und erreichen damit das Gegenteil.

Wie es mit Deinem Vater in gesundheitlicher Hinsicht weitergehen wird, das kann Dir mangels konkreter Angaben niemand sagen, doch wäre es unehrlich, aus Deiner Schilderung seines Zustandes nicht die Befürchtung herzuleiten, dass er an einem stark metastasierten Krebs leidet. Vielleicht erfährst Du im Krankenhaus ein wenig mehr, vielleicht bringst Du die Ärzte dazu, Dich und Deine Familie mindestens in den wichtigsten Punkten über den Zustand und die die Aussichten Deines Vaters zu informieren.

Sollte es wirklich schklimm aussehen (natürlich besteht Hoffnung, dass noch eine Therapie eingesetzt werden kann, die etwas bringt), dann wäre es wohl die wichtigste Aufgabe der Familie, zusammen mit den Ärzten dafür zu sorgen, dass Dein Vater wenigstens keine oder nur noch geringe Schmerzen hat.

Alles Gute wünscht Deinem Vater, viel Mut Dir und Deiner Familie

Jürg

Carola-Elke
24.07.2006, 22:24
Hallo Serena,

mich beschleicht beim Lesen deiner Zeilen der Verdacht, dass dein Vater entweder gar nicht oder völlig unzureichend behandelt wird.
Weißt du darüber Näheres?
Kein Mensch sollte in der heutigen Zeit derartig unter Schmerzen leiden, die man mit entsprechenden Maßnahmen gut kontrollieren kann.

Wie wäre es, wenn du deinen Vater, der nun, wie es scheint, aus Hilflosigkeit und Verzweiflung heraus ins Krankenhaus gebracht werden möchte, direkt ansprichst und unterstützt? Ich kann mir vorstellen, dass er dein Angebot, ihm nun besonders beizustehen, kaum ablehnen wird.

Wenn du danach Fragen hast, werden sie dir hier bestimmt beantwortet. Leider geht das, ohne nähere Einzelheiten zu kennen, nicht.

Alles Gute dir und deinem Vater wünscht,

Carola-Elke

Serena28
26.07.2006, 21:29
Hallo zusammen,
vielen dank für eure Antworten !!
Mein Vater wird nun morgen von einem Krankenwagen abgeholt und ins Krankenhaus gefahren.Sein Hausarzt war heute bei ihm und gab ihm seine Papiere für die Klinik.
Nun haben wir Hoffnung etwas mehr von seinem Hausarzt zu erfahren.
Aber ich weiss nicht ob wir das noch wissen wollen,denn immerhin sieht man das es ihm sehr schlecht geht.Vielleicht ist es am besten so,denn ich glaube im Krankenhaus kann man ihm etwas besser helfen.
Er hat einen sehr guten Urologen doch nach seiner letzten Untersuchung
musste er zu einem anderen Arzt wechseln.Ich weiss nicht mal warum.
Es ging auch alles sehr schnell...damit habe ich nicht gerechnet.Aber womit kann man eigentlich rechnen bei dieser Krankheit..ausser mit dem Tod ? Entschuldigt wenn ich es so sage...aber ich kriege es nur so mit.
Ich hoffe nur das er nicht leiden muss und das man ihm wenigstens etwas die Schmerzen nehmen kann.