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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Therapieoptionen?



Hans (GL)
02.03.2009, 11:39
Im Wartezimmer habe ich heute von einem Fall gehört, dass die Implatation von Seeds von einer gesetzlichen Ersatzkasse aus Kostengründen abgelehnt worden ist.
Nachdem im Forum die Meinung vorherrscht, dass man alle Therapieoptionen hätte, soweit medizinisch sinnvoll, erscheint der Einfluss der Kosten in die Genehmigung neu.

Handelt es sich hier um einen Einzelfall, oder um einen Standard?
Wie unterscheiden sich die Therapieverfahren in den Kosten?

Der Patient erhält jetzt eine 3D-Bestrahlung.

Viele Grüße
Hans (GL)

BurgerH
02.03.2009, 12:00
Hallo,

die stationäre Behandlung der Brachy, also mit Aufnahme ins Krankenhaus wird normlerweise von den Kassen erstattet.

Die ambulante Behandlung, auch im Krankenhau die nicht stationäre, wird von den Kassen nach derzeitiger Lage nicht erstattet.

Mache Krankenhassen stellen sich auf den Standpunkt, dass eine Brachy eine ambulante Behandlung ist und versuchen sich mit dieser Argumentation von der Erstattung zu drücken.

Wie ich vom Patientenvertreter des BPS im G-BA erfahren habe, wird diese Frage derzeit im G-BA behandelt und wir können nur hoffen, dass in Zukunft die Brachy in jedem Fall von den gesetzlichen Kassen bezahlt wird.

Gruß

Hansjörg Burger
Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar e.V.

LudwigS
02.03.2009, 14:47
Die ambulante Behandlung, auch im Krankenhau die nicht stationäre, wird von den Kassen nach derzeitiger Lage nicht erstattet.



So absolut gilt das nicht, Hansjörg.
Dr.Kahmann in Berlin hat mit der Techniker KK vor über 3 Jahren einen Vertrag zur Kostenübernahme der ambulanten Seeds-Implantation abgeschlossen. Zwischenzeitlich sollen noch paar Krankenkassen dazugekommen sein.
Genaueres müsste man persönlich erfragen.

Ich bin vor 3 Jahren mit Überweisung dort angerückt und hatte ausser Anreisekosten und Hotelkosten für 2*ÜF (Sonderkonditionen Kahmann: 60 €/Tag) keine weiteren Kosten oder irgendwelchen bürokratischen Aufwand.

Gruss Ludwig

Patrick
03.03.2009, 20:25
Manchmal frage ich mich wirklich was für Deppen in den Vorständen der Krankenkassen sitzen und was in denen Vorgeht wenn sie das Geld der Versicherten auf der einen Seite raushauen und auf der anderen, dort wo es wirklich benötigt wird einsparen.

Bei dem bei mir durchgeführten Afterloading wurde die Behandlung auch nur
übernommen weil es sich um einen Stationären Eingriff handelte und mind.
3 Tage Klinikaufenthalt bedeutete.

Für mich hies dies:
1 Tag Abends anreisen. In die Klinik Zimmer belegen, kurzer CheckUp. Fertig
( Übernachtung )
2 Tag Morgens Beruhigungspille, Narkose, After-Loading, Wachstation,
Zimmer, kurze Visite gegen Mittag. Fertig. ( Übernachtung )
3 Tag Morgens Visite. Fertig ( Übernachtung )
4 Tag Morgens Visite. ( vor 09.00 Uhr ) Zimmer freimachen. Erledigt.

Dieses Prozedere 3 x Und jedes Mal hat es meine Kasse ca. 5.500 Euro gekostet.
Nach Aussage der Ärzte wäre eine Übernachtung nach dem Afterloading
i.O. um bei evtl. Komplikationen einschreiten zu können. Aber das würden die Kassen dann nicht übernehmen.

Also blieb ich die Tage in der Klinik, hatte zum Glück Einzelzimmer und konnte tun und lassen was ich wollte.
Aber bzgl. Kostengesichtspunkt: Vollkommen daneben !

Hajoke
13.03.2009, 19:10
Hallo Hansjörg,
<!-- / message --><!-- controls -->ich komme heute zurück auf Deinen Beitrag vom 02.03.09, in dem Du wie folgt erklärtest:

Wie ich vom Patientenvertreter des BPS im G-BA erfahren habe, wird diese Frage derzeit im G-BA behandelt und wir können nur hoffen, dass in Zukunft die Brachy in jedem Fall von den gesetzlichen Kassen bezahlt wird. Da ich für mein immer noch angängiges Verfahren gegen die AOK wegen der Kostenerstattung für die bei Dr.Kahmann im Jan.2004 durchgeführte ambulante Seedimplantation die Entscheidung des G-BA dringend benötige, wäre ich sehr interessiert, was der Patientenvertreter des BPS inzwischen zur Frage der Anerkennung der ambulanten Seedimplantation durch die gesetzlichen Krankenkassen herausbekommen hat.
Im Grunde sind wir uns doch alle einig, dass das Verfahren sowohl bei stationärer als auch bei ambulanter Durchführung gleich ist und nun endlich seit der Beantragung beim G-BA im Jahre 2002 eine Entscheidung auch für die gesetzlichen Krankenkassen bei ambulanter Behandlung mehr als überfällig ist.
Mit freundlichen Grüßen
Hajoke