PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hilfe, PK Befund mit 44 Jahren II



VThorsten
30.07.2006, 19:27
Hallo liebe Forumsschreiber und Leser,

bin nun 45 Jahre und wieder Teilnehmer am täglichen Leben.

ich möchte erstmal Allen danken im alten Forum :
@WinfriedW, @Helmut(I), @LudwigS, @RalfD, @Christian (L), @Wilhelm, @SHG Itzehoe, @Urologe
und vielen Anderen, die mir mit Rat zur Seite standen. Ich hoffe ich habe keinen vergessen, sonst sorry.

Dass ich mich erst jetzt wieder melde, liegt einfach daran, dass von Anfang Mai bis Juli meine Welt reichlich rotierte, RPE+DHB+ AHB.

Ich habe das erlebt was hier im Forum so oft beschrieben wurde.
Bin von Arzt zu Arzt gerannt und alle wollten an die "heiße Kartoffel", meine Prostata, nicht ran.
Es hat bei mir über 9 Wochen gedauert, bis ich einen patientenorientierten Urologen gefunden habe!! ( Dieser Tipp kam hier aus dem Forum !! Klinikum Buch bei Berlin)
Dieser ist einfach klasse. Ein Urologe, der sehr schnell sah, dass bei den Voruntersuchungen das ein und andere noch fehlte. Seine so ziemlich ersten Worte waren: "egal, wie Sie sich entscheiden, ich/wir werden Sie begleiten.
Auf diese simplen Worte habe ich lange Zeit warten müssen.

Wie Ihr aus meinem Profil ersehen könnt, bin ich nun doch LRPE irt,.
Bei mir war es etwas anders als sonst hier im Forum, mich wollte keiner mehr operieren und dies mit den unterschiedlichsten Begründungen.Die Prostata sei zu groß oder die Erkrankung schon zu weit fortgeschritten. Es war alles dabei. Dies war für mich die verrückteste Zeit, denn kein Arzt / Uro konnte mir eine vernünftige Therapie vorschlagen, außer ein bisschen Bestrahlen und/ oder einfache Hormonblockade.

Doch das ist nun endlich vorbei:
Wichtig war meinem Urologen und mir die mechanische Trennung der Darm-Prostata-Blasen- Situation.
Es wurde davon ausgegangen ( von mehrfachen Untersuchungen gestützt), dass es Verwachsungen an Darm -Prostata und Blase -Prostata bereits gibt, es hat zum Glück "nur" an der Blase Verwachsungen im Blasenboden gegeben( somit positive Schnittränder). Eine Bestrahlung ( Prostataloge) ist im Moment nicht geplant, da wir von einer systemischen Erkrankung ausgehen.
Zur Zeit machen sich bei mir die ein- und anderen Nebenwirkungen der DHB bemerkbar, diese sind gut auszuhalten.( Auch dies hatte ich vorher hier im Forum gelesen. Diese Infos waren sehr gut)
Die mir sehr wohl vorher bekannten Folgen der OP wie Inkontinez und errektile Dysfunktion, beides im Moment zu 100%, nerven ein wenig. Andere erwartete Auswirkungen blieben zum Glück aus.

Mich würde mal interessieren, ob es hier im Forum ähnlich junge PKler gibt mit vergleichbaren Werten??Habe selbst kaum Leute getroffen in meinem Alter und Pk-Progress. Ich würde mich gern mal auch mit Gleichaltrigen über das Thema und die Probleme austauschen.

Bin so langsam wieder auf dem Weg der "körperlichen Ertüchtigung". Ausdauer und Kraft müssen noch gesteigert werden, ohne Testosteron geht halt auch dort nix.
( hier ist schon die Ausdauer beim Wandern und Sport gemeint und der Rest geht eh nicht mehr durch die OP) Auch der eventuell entstehende Muskelkater ist schon von einer NEUEN Dimension!
Dies soll aber kein ernsthaftes Problem darstellen.
Diesen Montag geht es wieder zum Urologen, um meinen monatlichen Serumstest zu machen.

Sonnige Grüsse aus Berlin und nochmals vielen Dank
Veit

AchimS
30.07.2006, 23:26
Hallo Veit,

das ist doch mal ein erfreulicher Beitrag trotz der besch... Ausgangslage, aus der Du Dich freischwimmen mußtest.

Du hast einen sehr konsequenten Weg gewählt, der Dir nach eingehender Information über Deine Lage als der richtige erschienen ist. Und Du hast das Glück, einen Urologen gefunden zu haben, der Dich unterstützend begleitet.

Die besten Voraussetzungen, um weiter große Fortschritte zu machen.

Du hast den Willen gezeigt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und die "körperliche Ertüchtigung" sollte Dir deshalb auch nicht schwerfallen, auch ohne Testosteron.

Ich bin selber mitten in der DHB, habe mich auch vorher schlau gemacht über die zu erwartenden Nebenwirkungen und mich von Anfang an nicht davon beeindrucken lassen. Ich habe mein Lauftraining weiter betrieben, gehe zusätzlich 2x die Woche ins Sportstudio und fühle mich körperlich nicht schlechter als vor der DHB. Im Moment schwitzen manche anderen Leute mehr als ich :-)

Du hast natürlich zusätzlich noch mit den Nebenwirkungen der OP zu kämpfen, aber ich bin sicher, bei Deiner Einstellung schaffst Du das.

Herzlichen Glückwunsch zum bisherigen Verlauf und weiterhin alles Gute.

Achim

VThorsten
02.08.2006, 09:09
Hallo Achim,
das mit dem freischwimmen wäre schon schön . . .
mir würde ein langes schwimmen schon reichen, mehr ist wohl vermessen bei den Werten.

Die auswirkungen der DHB halten sich ,zurZeit, in Grenzen. Außer Hitzewallungen so ca. 15 über den Tag verteilt, Antriebsarmut eben etwas schlaff - dagegen wird täglich 1h NordicWalking mit 80% vom Max Pulsfrequenz betrieben dies scheint mir gut zu helfen. Im Winter werde ich dann noch MukiBude, 2x die Woche, dazunehmen. Nur der entstehende Muskelkater ist von ganz neuer Dimension!! ( Muss wohl mit dem Testo-entzug zusammen hängen.

Leider hab ich wieder etwas Sorgen mit meinem Urologen,
aber dies werde ich in den nächsten Wochen, wenn ich mich wieder eingelesen habe, regeln.
Es wird einem nix geschenkt!

Also viel Mut an Alle
Grüsse
Veit

Hans-W.
02.08.2006, 09:48
Hallo Veit,
ich bin zwar etwas älter mit 53J. bei Diagnose, aber unsere Ausgangspositionen sind zumindest ähnlich (siehe Profil). Ich habe mit meinem Urlogen über die DHB gesprochen, er ist aber skeptisch weil er der Meinung ist, dass z.B. Proscar die PSA Werte künstlich senkt und ein falsches Gesamtbilt ergibt. Dieses Mittel wird auch bei gesunden Männern als Haarwuchsmittel benutzt und er sagt, er kennt Fälle, wo bei solchen Benutzern, die PCA bekamen, ein extrem bösartiger Krebs enstanden ist. Das macht mich nachdenklich.
An Achim - Sport ist für uns extrem wichtig um gegen Osteoporose entgegenzuwirken, mach weiter so. Nordic Walking und leichte Mukibude ist gut für uns. Anmerkung: normalerweise sollte dein Urologe Sorgen um dich machen und nicht umgekehrt! Setz dich durch!!!
Grüße,
Hans-W.

HWLPORTA
02.08.2006, 16:49
Hallo Hans-W.

Nachstehende Veröffentlichung relativiert die Aussage Deines Urologen, denn Proscar scheint nur bei Tumoren mit GS 7-10 und dann nur leicht die Gefahr eines Wachstums des PCa zu vergrößern.
Auch glaube ich mich zu erinnern, daß diese Ansicht inzwischen durch andere Untersuchung widerlegt wurde.

Gruß
HWL
__________________________________________________ _______

Update on chemoprevention of prostate cancer.

Klein EA, Thompson IM.

Section of Urologic Oncology, Glickman Urological Institute, Cleveland Clinic Foundation, Cleveland, Ohio 44195, USA. kleine@ccf.org

PURPOSE OF REVIEW: Prostate cancer remains the most commonly diagnosed visceral cancer in men in the United States, with almost 200,000 newly diagnosed cases in 2003. Prevention of this disease would have a major impact on disease-associated cost, morbidity, and mortality for a large segment of the population. A major advance in prevention of prostate cancer came in 2003 with the publication of the Prostate Cancer Prevention Trial. This overview summarizes the results of that trial, the design of other large-scale trials, and advances in understanding of the molecular mechanisms underlying the effect of other promising agents.

RECENT FINDINGS: The Prostate Cancer Prevention Trial demonstrated that use of finasteride is associated with a 25% reduction in the 7-year period prevalence of prostate cancer in men over age 55 years with normal digital rectal exam and initial prostate specific antigen <3.0 ng/ml. Use of finasteride was associated with a slightly higher risk of Gleason sum 7-10 tumors, some sexual side effects, and fewer urinary symptoms. A substantial body of new molecular evidence supports the existing body of clinical and epidemiological data leading to testing of vitamin E and selenium as preventative agents in men at risk for prostate cancer. Epidemiologic and molecular evidence also makes cyclooxygenase-2 inhibitors, lycopene, soy, and green tea promising agents.
<O:p
SUMMARY: Results of a population-based, randomized phase III trial demonstrates that finasteride can prevent prostate cancer. A large amount of data supports the use of other agents as potential preventatives, including selenium, vitamin E, vitamin D, other 5-alpha-reductase inhibitors, cyclooxygenase-2 inhibitors, lycopene, and green tea. Some of these agents are being tested in new large-scale phase III clinical trials.

Curr Opin Urol. 2004 May;14(3):1433-149
PMID: 15069304 [PubMed - in process

Michael A.
03.08.2006, 14:44
Hallo Hans,

lies doch mal den Artikel in der Ärztezeitung Online, über Finasterid (Proscar.) "Urologen empfehlen Finasterid zur Prophylaxe".
http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/06/13/107a1301.asp?cat=/medizin/krebs/prostatakrebs

Ich Wünsche Dir alles Gute, Gruß Michael A.