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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen zu Krebszellen und Metastasierung



hans76
02.08.2006, 14:53
Liebe Experten.
Mir ist da so einiges unklar betr. Krebszellen.
1. Gibt es beim Prostatakarzinom unterschiedliche Krebsarten oder nur eine mit unterschiedlicher Agressivität?
2. Wenn sich Krebszellen über die Prostatakapsel hinaus ausbreiten, was wohl über das Lymphsystem (oder auch über das Blut?) erfolgt, haben dann die Metastasen die gleiche Krebsart? D.h., wachsen sie dann ebenso schnell oder langsam wie die in der Prostata?
3. Wenn sich Krebszellen über das Lymphsystem (oder das Blut) ausbreiten, wieso dann nicht auch bei der Biopsie, wenn eine entsprechende Anzahl in die Lymph-oder Blutbahn gelangt?
Vielen Dank im Voraus für die Aufklärung!
Hans76

Jörg (O)
02.08.2006, 22:13
Hallo Hans76,
zu 1: es gibt nur einen Prostatakrebs mit unterschiedlicher Aggressivtät.
Die Aggressivität des Krebses richtet sich nach seiner
Differenzierung, d.h. je weiter er sich von einer normalen
Prostatazelle entfernt, um so aggressiver ist er. Und er entdifferen-
ziert sich durch die ständigen Teilungen.
zu 2: auch die Metastasen des Prostatakrebses sind Prostatazellen.
Zur Wachstumsschnelligkeit siehe weiter unten "Wachstumsge-
schwindigkeit von Mikrometastasen".
zu 3: Es wird kontrovers diskutiert, ob die bei einer Operation oder Biopsie
in die Blutbahn gelangenen Krebszellen - und das sind nicht wenige
sondern Millionen - in der Lage sind, Metastasen zu bilden.
Bei einer Krebszelle, die sich selbstsändig aus dem Tumor herauslöst
und ihre Wanderung durch die Lyphe oder die Blutbahn beginnt,
sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, damit sie überleben kann.
Sie muß die Immunabwehr überlisten und lange Zeit ohne Nahrung
auskommen. Man geht davon aus, dass von etwa 10000 sich aus
dem Tumor herauslösenden Krebszellen nur eine überlebt.
Die aus dem Krebsverband durch Biopsie oder Op herausgerissenen
Krebszellen erfüllen die entsprechenden Voraussetzungen nicht
und werden vom Immunsystem vernichtet oder verhungern.
So die Lehrmeinung.
Gruß Jörg (O)