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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kennst sich jemand mit Diagnostik aus?



Conny1974
25.10.2009, 20:25
Hallo,
bin neu hier und suche Hilfe im Bereich von medizinischer Diagnostik. Es geht um meinen Vater(66), im Jahre 2002 an Prostatakrebs erkrankt, seit dem einen langen Leidensweg durchgemacht und nun zum 7 mal in diesem Jahr aus dem Krankenhaus entlassen. Er wird glaube ich wohl nicht mehr lange leben, hat bei seinem Krankenhausaufenthalt einen künstlichen Darmausgang bekommen und einen Dauerkatheder. Nun habe ich den Entlassungsbericht vor mir liegen und verstehe nur wieder mal Bahnhof, hier mal die Werte, vielleicht kann mir jemand die übersetzen?
Rektumstenose K62,4
Prostatakarzinom C61
Lymphknotenmetastasen kleines Becken c77,5
Tumoranämie d63.0
Makrohämaturie r31
Lymphödem Unterbauch und Skrotum bds 189.0
Herzinsuffiziens 150,9
Essentielle Hyptertonie i10.90
Spinalkanalstenose im Lumbalbereich m48.06

Da er sich in einem sehr schlechten Allgemeinzustand befindet wird keine Chemo mehr gemacht er bekommt Spritzen namens Zoladex s.c. verabreicht. PSA bei 98,33 die anderen Werte kenne ich nicht! Die Nieren stauen durch den Tumor und es sollen noch Röhrchen gelegt werden. Ich glaube, daß schafft er nicht mehr!

Hat jemand eine Vorstellung, ob er sich schon im Endstadium befindet? Wie könnten wir ihn helfen oder was könnten wir ihm geben, damit es ihn etwas besser geht?

Vielen Dank für Eure Antwort!
Conny

RalfDm
25.10.2009, 23:19
Hallo Conny,

die Zahlenangaben hinter den einzelnen Benennungen sind ein Code gemäß der internationalen Klassifikation der jeweiligen Erkrankung und haben hier keine Bedeutung. Ich übersetze hier mal die Angaben, wo erforderlich:

Rektumstenose - Verengung des Enddarms
Prostatakarzinom
Lymphknotenmetastasen kleines Becken
Tumoranämie - tumorbedingter Mangel an roten Blutkörperchen (möglicherweise ist das Knochenmark befallen und kann nicht mehr genügend Blutkörperchen bilden)
Makrohämaturie - viel Blut im Urin
Lymphödem Unterbauch und Skrotum bds - die Lymphbahnen im Unterbauch und im Hodensack beidseits sind geschwollen (wohl durch die Metastasen verursacht)
Herzinsuffiziens - das Herz ist angegriffen
Essentielle Hyptertonie - schwerwiegender Bluthochdruck
Spinalkanalstenose im Lumbalbereich - der Rückenmarkskanal ist im Lendenbereich verengt (möglicherweise durch eine Metastase in der Wirbelsäule).

Ich fürchte, das sieht sehr nach Endstadium aus, und Dein Vater hat nicht mehr lange zu leben. Ihr solltet hier (http://www.dgpalliativmedizin.de/) (unter Adressen) nach einer ambulanten oder stationären Palliativstation in Eurer Nähe suchen. Dort sind die Spezialisten für Schmerzbehandlung und die Betreuung des Erkrankten in der letzten Lebensphase. Medizinisch könnt Ihr nichts für ihn tun, aber bestimmt psychisch. Gebt Deinem Vater das Gefühl, dass Ihr da seid, wenn er jemanden braucht.

Ihm und Euch alles Gute!

Ralf

Daniel Schmidt
26.10.2009, 13:48
die Zahlenangaben hinter den einzelnen Benennungen sind ein Code gemäß der internationalen Klassifikation der jeweiligen Erkrankung und haben hier keine Bedeutung.
So ist es.
Die sind bloss da, damit die Krankenkasse mit dem Krankenhaus einfacher abrechnen kann.
Der Arztbrief ist mittlerweile auch die Rechnung geworden. Klingt traurig, oder?

Conny1974
28.10.2009, 19:31
Hallo,
danke erstmal für Deine rasche Antwort! Findest Du, daß die Spritzen mit Zoladex überhaupt noch Sinn ergeben? Hat seit dieser Spritze ganz wenig Appetit und ist nur noch kaputt und müde! Nun wissen wir nicht, was wir tun sollen, ob wir ihn ins Krankenhaus bringen sollen oder ob wir weiter versuchen sollen, ihn zu Hause zu belassen?! Ist echt eine schwere Entscheidung, weil ich nicht weiß, ob mein Gewissen damit klar kommt, , daß er langsam verhungert (auch wenn er das wahrscheinlich will?!). Man ist so hilflos!!!