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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bin verzweifelt!!!



Andrea
11.08.2006, 22:24
Hallo,

meine Name ist Andrea und leider hat mein Vater ein Prostatakarzinom.
Vor ca. 2 1/2 Jahren wurde dieser Befund im Krankenhaus gemacht.
Die Prostata wurde nicht entfernt. Die Knochen wurden geröngt, aber
diese waren bis jetzt immer Metastasenfrei, trotz "Ziehen" seiner Beine.
Sein PSA - Wert wurde regelmäßig von seinem Arzt überprüft und er bekommt eine Hormontherapie mit "Casodex" . So ging es ihm eigentlich immer recht gut.
Ende letzten Jahres hat er jedoch einmal eine kurze Chemo mit Tabletten
bekommen, da der PSA Wert angestiegen war. Danach hatte er wieder
einen geringeren Wert. Doch nun fühlt er sich in letzter Zeit nicht mehr
so besonders gut. Er hat nur noch eine Niere, und die tat ihm vorgestern
sehr weh. Er hat dann Antibiotika bekommen. Das Blutbild und die Ultraschall
Untersuchung der Niere sind in Ordnung. Jetzt soll am Montag noch einmal
der PSA - Wert untersucht werden, und am Dienstag muss er zur Knochenröntgung. Ich habe jetzt ziemliche Angst, dass mein Vater Metastasen hat, und bald sterben muss. Kann es denn sein, dass man trotz des guten Blutbildes Metastasen hat? Denn meine Oma ist an Lungenkrebs gestorben, und ihr Blutbild war damals sehr schlecht gewesen.
Bitte helft mir.

Andrea (14 Jahre)

Gunter
11.08.2006, 22:39
Liebe Andrea,

ein Karzinom ist kein Pickel oder Akne. Wenn bei Deinem Vater schon vor so langer Zeit dieser Befund gestellt wurde, warum erst jetzt die Frage, wie ist der PSA-Wert und was wurde gemacht? Wenn es bisher nach dieser langen Zeit ohne Komplikationen verlief, sollte man zunächt die Sache in Ruhe angehen lassen. Mache vor allem deinen Dad nicht verrückt, der eine schwere Zeit der Ungewißheit vor sich hat. Ruhe, Andrea, das ist zunächst die Hauptsache, dann die Untersuchung abwarten.

Gruß Gunter

Andrea
11.08.2006, 23:05
Hi,

ich versuche meinen Vater ja auch immer zu beruhigen, aber
insgeheim befürchte ich immer das Schlimmste. Und wenn ich dann
lese, dass eine Hormonbehandlung schon fast die letzte Therapie-
möglichkeit ist, und das PK irgendwann darauf nicht mehr anspricht,
und dann nur noch Chemo bleiben, die dann letztendlich auch nur zu
Quälereien führen, dann kann ich nur noch heulen.

Andrea

jürgvw
11.08.2006, 23:09
Liebe Andrea

schön, wie Du Dich für Deinen Dad einsetzest! Es ist aber nicht leicht, Dir auf Deine Sorgen hin eine richtige Antwort zu geben, weil wir alle, die Dir helfen möchten, ein wenig mehr wissen sollten.

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir immerhin schreiben, dass Metastasen als solche zwar schwerwiegend sind, aber noch keineswegs ein Todesurteil bedeuten müssen. Mein Eindruck ist, dass Dein Vater bis dahin nur mit dem Minimum an verfügbaren Mitteln behandelt worden ist - vielleicht weisst Du aber auch nicht alles, was getan wurde.

Versuche also bitte, möglichst viele Angaben zum PK Deines Dad zusammenzutragen (PSA-Werte, Gleason-Score und was Du sonst noch erfahren kannst) und setze das ins Forum. Du wirst Antworten von Leuten bekommen, die etwas von der Sache versehen und Vorschläge machen können, die Dein Dad mit seinen Ärzten besprechen kann.

Alles Gute wünscht Deinem Dad

Jürg

jürgvw
11.08.2006, 23:15
Liebe Andrea

Nun muss ich Dir doch noch rasch ein paar zusätzliche Zeilen schreiben: Wenn Du Dich beim KISP (www.prostatakrebse.de (http://www.prostatakrebse.de)) im Kapitel "ERSTER RAT" umsiehst, dann wirst Du entdecken, dass es verschiedene Arten von Hormontherapie gibt, besser und weniger umfassend wirksame. Zwischen Hormontherapie und Chemo gibt es auch noch die Therapie mit hochdosiertem Ketoconazol. Und schliesslich. Chemo ist nicht (mehr!) die Katastrophe, wie noch vor einigen Jahren. Ich selber bekomme seit nun sechs Wochen Taxotere in niedriger Dosierung (wöchentlich mit je einer Woche Pause), und die Nebenwirkungen sind fast nicht spürbar.

Also nochmals: Bleibe guten Mutes!

Jürg

Andrea
11.08.2006, 23:31
Hallo lieber Jürg,

danke für deine nette Antwort.
Ich versuche dann mal mehr über den PK von Papa herauszufinden.
Dann schreibe ich noch mal.
Ich wünsche dir auch alles Gute.

Andrea.